DE1007288B - Verfahren zur Verminderung der Wasseraufnahme von regenerierten Celluloseprodukten - Google Patents
Verfahren zur Verminderung der Wasseraufnahme von regenerierten CelluloseproduktenInfo
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Description
DEUTSCHES
Die Erfindung bezieht sich auf die Behandlung regenerierter Celluloseprodukte, welche durch die
Regenerierung von Celluloselösungen, z. B. Viskose- und Cuprammoncelluloselösungen erhalten werden.
Regenerierte Celluloseprodukte zeigen allgemein eine hohe Wasserauf nähme, was für viele Verwendungszwecke
nachteilig ist. Zum Beispiel sind regenerierte Cellulosegewebe in feuchtem Zustand häufig
stark gequollen, werden leicht beschädigt und verzogen und schrumpfen beim Trocknen ohne Span- ίο
nung ein. Sie können in den Ausmaßen unstabil sein.
Zweck der Erfindung ist die Verminderung der Wasseraufnahme regenerierter Celluloseprodukte.
Nach der Erfindung besteht das Verfahren zur Herabsetzung der Wasseraufnahme von regenerierten
Celluloseprodukten darin, sie in Gegenwart von Feuchtigkeit ohne äußere Erhitzung der Einwirkung
von Ammoniakgas oder Dämpfen von Hydrazinhydrat oder eines niedrigmolekularen primären Alkylamins
zu unterwerfen und dann absorbierte Gase oder Dämpfe und die überschüssige Feuchtigkeit aus den
Produkten zu entfernen.
Die erzielte Wirkung hängt von folgenden Bedingungen ab: Dem Feuchtigkeitsgehalt der regenerierten
Cellulose, der Dauer der Behandlung, der Temperatur und dem Druck der Gase oder Dämpfe. Diese
Bedingungen sind gegenseitig voneinander abhängig. Zum Beispiel wird für einen bestimmten Feuchtigkeitsgehalt
ein regeneriertes Celluloseprodukt durch Behandlung unter Druck für eine bestimmte Zeit bei
einer bestimmten Temperatur eine verminderte Wasseraufnahme zeigen. Wenn der Druck erhöht wird,
wird dieselbe Wirkung in kürzerer Zeit oder bei einer höheren Temperatur erreicht werden. Wenn die Temperatur
gesenkt wird, wird dieselbe Wirkung bei geringerem Druck erzeugt.
Die Behandlung wird vorzugsweise bei Drücken von 1 bis 5 atü ausgeführt.
Der bevorzugte Temperaturbereich zur Ausführung der Behandlung hängt von dem Druck ab. Wenn
Ammoniakgas angewendet wird, so soll er nicht so hoch sein, daß sich das Ammoniakgas bei der angewendeten
Temperatur verflüssigt. Die bevorzugte Temperatur beträgt —20 bis + 20°.
Die erforderliche Zeit für die Behandlung wird durch die Temperatur, den Druck und den Feuchtigkeitsgehalt
bestimmt.
Der anfängliche Feuchtigkeitsgehalt des Fadens vor der Behandlung mit Gas oder Dampf hat einen
deutlichen Einfluß auf die Verminderung der Wasseraufnahme. Die Behandlung ist bei trockenen Fäden
und trockenem Gas oder Dampf ohne Erfolg, aber sobald nur geringe Mengen von Wasser in das System
Verfahren zur Verminderung
der Wasseraufnahme von regenerierten
Celluloseprodukten
Anmelder:
Courtaulds Limited, London
Courtaulds Limited, London
Vertreter: Dr. A. Marck, Patentanwalt,
Frankfurt/M., Roseggerstr. 3
Frankfurt/M., Roseggerstr. 3
Beanspruchte Priorität:
Großbritannien vom 11. März 1953
Großbritannien vom 11. März 1953
Edwin Holroyd Sharpies, London,
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
eingeführt werden, wird eine Verminderung der Wasseraufnahme erreicht.
Unter sonst gleichbleibenden Bedingungen der Zeit, der Temperatur und des Druckes werden befriedigende
Ergebnisse erreicht, wenn der Feuchtigkeitsgehalt dem entspricht, welcher erreicht wird, wenn man das Produkt
in Atmosphären behandelt, welche größtenteils oder vollständig mit Wasserdampf gesättigt sind.
Diese liegt im Bereich von 25 bis 50 0Io natürlicher
Feuchtigkeit in Abhängigkeit von dem Sättigungsgrad, der Art des Fadens und der Temperatur während
der Behandlung.
Beispiele geeigneter niedrigmolekularer Alkylamine sind Methylamin, Äthylamin, Iso-propylamin, Äthylend/iamin
und Propylendiamin.
Nach der Behandlung der regenerierten Cellulose muß das absorbierte Gas oder der Dampf und das
überschüssige Wasser von dem Produkt entfernt werden. Dies geschieht vorzugsweise durch ein Trockenverfahren,
z. B. bei einer Temperatur über 50°.
Während der Behandlung entwickelt sich durch die Absorption des Ammoniaks durch die anwesende
Feuchtigkeit Wärme. Diese Wärme kann absorbiert werden, indem man geeignete Kühlvorrichtungen in
dem Behandlungsgefäß anbringt, indem man das Ammoniakgas vor der Berührung mit der regenerierten
Cellulose abkühlt oder durch eine Kombination dieser Verfahren. Das Verfahren kann auf alle Arten von
regenerierten Celluloseprodukten angewendet werden, z. B. auf regenerierte Cellulosefaser^ Fäden, Garne,
Korde, Gewebe, Filme u. dgl.
Nach der Erfindung behandelte Fäden und Gewebe von regenerierter Cellulose zeigen eine deutliche Ver-
■ . ·. · 709 507/402
minderung der Wasseraufnahme, ζ. B. wird eine Wasseraufnahme von 65 bis 70 % bei mit Ammoniak behandelter
Viskosereyonstapelfaser erreicht'-, im '-Vergleich mit einer Wasseraufnahme von 105 % bei unbehandelter
Viskosereyonstapelfaser. .
Die physikalischen Merkmale .und die Farbe der.
regenerierten Celluloseprodukte werden durch die Behandlung nicht verändert.
20 g Viskosereyonstapelfaseniy welche eine Feuchtigkeitsabgabe
von 13% zeigen (d.h." sie enthielten 13 g Feuchtigkeit auf 100 g trockene Faser), werden
in eine Flasche gebracht, die in eine Kühlmischung von —15° eingetaucht ist. Es wird Ammoniakgas
durch die Flasche geleitet, bis alle Luft entfernt ist, und hierauf die Ausgangsöffnung der Flasche geschlossen
und der Druck auf IV2 Atmosphären absolut
gebracht. Nach I8A Stunden wird die Faser entfernt
und 15 Minuten lang bei 100° erhitzt. Die Wasseraufnahme dieser Faser beträgt 67 gegenüber 105 vor
der Behandlung mit Ammoniak.
Ein Gebinde fortlaufender Viskosereyonfäden von 150 den/27 wird 4 Tage über Wasser bei 20° und
dann 16 Stunden bei einem absoluten Druck von 114 cm Quecksilber bei Raumtemperatur mit Ammoniakgas
behandelt. Nach Entfernung und Trocknen des Fadens während 4 Stunden bei 50° beträgt
die Wasseraufnahme 66.
Zwei kleine Gebinde eines fortlaufenden Viskosereyonfadens
von 300 den/50 werden über einer gesättigten Zinksulfatlösung 3 Tage bei Raumtemperatur
belassen. Ein Gebinde wird zur Bestimmung der wiedergewonnenen Feuchtigkeit verwendet. Diese
beträgt 27,7 0Zo. Das andere Gebinde wird mit Ammoniakgas
1 Stunde lang bei einem absoluten Druck von 152 cm Quecksilber behandelt. Nach Entfernung
und darauffolgendem Trocknen während 15 Minuten bei 100° beträgt die Wasseraufnahme 61,6 %.
B e i s ρ i e 1 4
Ein kleines Gebinde von Viskosereyonfäden wird bei 65 % relativer Feuchtigkeit behandelt und dann
20 Stunden lang bei 10° dem Dampf von Äthylamin ausgesetzt. Es wird dann bei 50° getrocknet und die
Wasseraufnahme beträgt 68 %■.
Ein kleines Gebinde, welches wie im Beispiel 4 behandelt ist, wird 24 Stunden bei 20° über 76%igem
Äthylendiamin aufgehängt, dann weggenommen, mit methyliertem Spiritus gewaschen, bis es frei von
Äthylendiamin ist, bei 70° getrocknet und die Wasseraufnahme bestimmt. Diese beträgt 66,1.
B e i s ρ i e 1 6
Zwei Gebinde von je 0,5 g 350 den/50 Viskosereyonfäden werden in einer Flasche aufgehängt,
welche Hydrazinhydrat (100 %) enthält. Sie wird zwei Tage lang bei Raumtemperatur stehengelassen.
Hierauf werden die Fäden entfernt und in einem Lufttrockner 30 Minuten bei 70° erhitzt. Die Wasseraufnahme
der getrockneten und neutralen Gebinde beträgt 77,1 bzw. 78,8 %.
Bei einem bekannten Verfahren soll die Wasseraufnahme regenerierter Cellulose durch Behandlung
der Cellulose mit Dampf oder durch Erhitzen mit einem bestimmten Feuchtigkeitsgehalt vermindert
werden. Gegenüber diesen Verfahren hat das vorliegende Verfahren den Vorteil, daß die Behandlung
bei weit geringeren Temperaturen und ohne äußere Erhitzung vorgenommen werden kann. In der ebenfalls
früheren britischen Patentschrift 683 203 ist die Verwendung von primären Aminen zur Verminderung
der Schwelleigenschaft von Cellulosematerialien angegeben und auch, daß diese Materialien verwendet
wurden, um die Aufnahmefähigkeit von sauren Farbstoffen, die Knitterfestigkeit der Textilien usw. zu
verbessern. Es wurde· auch gezeigt, daß eine Verminderung in der Wasseraufnahme eine Folge der Behandlung
für Knitterfestigkeit ist.
Bei allen derartigen Verfahren findet eine chemische
Einwirkung auf die gebildeten Fäden statt. Durch die Erfindung wird eine Verminderung der Wasseraufnahme
ohne Änderung der sonstigen Eigenschaften' der Fäden erreicht. ν
Claims (2)
1. Verfahren zur Verminderung der Wasseraufnahme regenerierter Celluloseprodukte, dadurch
gekennzeichnet, daß die regenerierten Celluloseprodukte in Gegenwart von Feuchtigkeit und ohne
äußere Erhitzung der Einwirkung von Ammoniakgas oder Dämpfen von Hydrazinhydrat oder niedrigmolekularer
primärer Alkylamine unterworfen werden, worauf absorbierte Gase oder Dämpfe und die überschüssige Feuchtigkeit aus den Produkten
entfernt werden
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Behandlung bei Temperaturen von — 20 bis + 20° und 1 bis 5 atü stattfindet.
In Betracht gezogene Druckschriften: österreichische Patentschrift Nr. 166 047;
britische Patentschrift Nr. 683 203.
© 709 50WD2 4.57
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB668753A GB750088A (en) | 1953-03-11 | 1953-03-11 | Improvements in and relating to the treatment of regenerated cellulose products |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1007288B true DE1007288B (de) | 1957-05-02 |
Family
ID=9818974
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEC8977A Pending DE1007288B (de) | 1953-03-11 | 1954-03-02 | Verfahren zur Verminderung der Wasseraufnahme von regenerierten Celluloseprodukten |
Country Status (3)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1007288B (de) |
| FR (1) | FR1095166A (de) |
| GB (1) | GB750088A (de) |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| AT166047B (de) * | 1946-11-26 | 1950-05-25 | Onderzoekings Inst Res | Verfahren zum Herabsetzen des Quellwertes von Fasern, Fäden, Filmen und anderen Gebilden aus Cellulosehydrat |
| GB683203A (en) * | 1948-03-26 | 1952-11-26 | Us Rubber Co | Improvements in protection of regenerated cellulose fibres in the form of filaments, yarns or fabrics against heat ageing |
-
1953
- 1953-03-11 GB GB668753A patent/GB750088A/en not_active Expired
-
1954
- 1954-03-02 DE DEC8977A patent/DE1007288B/de active Pending
- 1954-03-10 FR FR1095166D patent/FR1095166A/fr not_active Expired
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| AT166047B (de) * | 1946-11-26 | 1950-05-25 | Onderzoekings Inst Res | Verfahren zum Herabsetzen des Quellwertes von Fasern, Fäden, Filmen und anderen Gebilden aus Cellulosehydrat |
| GB683203A (en) * | 1948-03-26 | 1952-11-26 | Us Rubber Co | Improvements in protection of regenerated cellulose fibres in the form of filaments, yarns or fabrics against heat ageing |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR1095166A (fr) | 1955-05-27 |
| GB750088A (en) | 1956-06-06 |
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