DE100708C - - Google Patents
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Classifications
-
- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F27—FURNACES; KILNS; OVENS; RETORTS
- F27B—FURNACES, KILNS, OVENS OR RETORTS IN GENERAL; OPEN SINTERING OR LIKE APPARATUS
- F27B1/00—Shaft or like vertical or substantially vertical furnaces
- F27B1/08—Shaft or like vertical or substantially vertical furnaces heated otherwise than by solid fuel mixed with charge
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
- General Engineering & Computer Science (AREA)
- Baking, Grill, Roasting (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 40: Hüttenwesen.
STASSFURTER CHEMISCHE FABRIK
in STASSFURT.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 13. Januar 1898 ab.
Zur Verhütung des so lästigen sowie gesundheitsschädlichen
und verlustreichen Ausstofsens der Kiesöfen während der Beschickung oder
Bearbeitung des Ofeninhaltes, also überhaupt bei geöffneten Arbeitsthüren, sind unter Anderem
folgende Vorschläge bekannt geworden.
ι. Hasenclever (Zeitschrift der Chemischen
Industrie, 15. 12. 95, Nr. 24, S. 494 u. f.)
verbindet die vor der Beschickung geschlossenen Luftzuführungskanäle der Oefen mit einem kalten, mit keinem Feuerherde
in Verbindung stehenden Schornstein behufs Erzeugung einer Luftverdünnung unter den
Rosten, und zwar einer Luftverdünnung, welche der ausstofsenden Kraft des Ofens genau das Gleichgewicht halten soll, so dafs
weder Röstgase ausgestofsen noch von dem Schornstein eingesaugt werden, für den Kammerbetrieb
also verloren gingen.
Abgesehen von der Schwierigkeit, dieses Gleichgewicht stets herzustellen — die ausstofsende
Kraft der Oefen ist fortwährenden Schwankungen unterworfen —, haben diese kalten Schornsteine die unangenehme Eigenschaft,
gerade wenn verlangt, ihre Dienste zu versagen, wodurch obige Vorrichtung ihren
praktischen Werth einbüfst.
Statt eines kalten·- Schornsteins einen mit
einem Feuerherde in Verbindung stehenden, also schon ziehenden Schornstein zu benutzen,
ist ausgeschlossen, da auch bei gröfster Vorsicht es sich nicht vermeiden läfst, dafs die
Röstgase ihren Weg in den Schornstein finden und so verloren gehen.
Injectoren als Zugmittel zu benutzen, scheitert schon an der raschen Abnutzug der Düsen
oder Verstopfung der Düsen durch Flugstaub, abgesehen, dafs sich auch hierbei Verluste an
Röstgasen nicht vermeiden lassen.
2. Dr. Jurisch (Ueber Gefahren der Arbeiter in chemischen Fabriken u. s. w., Berlin,
1895, Gaertner's Verlag) giebt als einzig wirksames Mittel starken Zug des ganzen
Systems, Bleikammern mehr als fünf und bis 10 m über dem Boden aufzustellen, grofse
Querschnitte sämmtlicher Verbindungsröhren und möglichst kleine Arbeitsthüren an.
Eine directe Verbindung während der Beschickung zwischen Oefen und Kammern, also
mit Umgehung des Gloverthurmes, hergestellt durch Kanäle und Schieber, soll nach
Jurisch in England zur Verhütung des Ausstofsens der Oefen im Gebrauch sein (s. hierüber
Hasenclever, Chemische Industrie w. o., Kritik der angezogenen Schrift von Jurisch.
3. Bei dem Kiesofen von Bramwell,
D. R. P. Nr. 22758, soll durch Schieber eine Ausschaltung der einzelnen Brennräume während
der Beschickung oder Entleerung erfolgen. Diese Ausschaltung ist nach Inhalt der Patentschrift
. aber nur eine theilweise. Da dieser Ofen ohne Rost ist, so beschränkt sich seine
Verwendung wohl auf Feinkies. Ob dieser Ofen im Gebrauch, ist nicht bekannt, in
Lunge's ausführlichem Handbuch der Schwefelsäurefabrikation
findet dieser Ofen keine Erwähnung.
Die jetzt zu beschreibende, den Gegenstand dieses Patentes bildende Vorrichtung ist frei
von allen gekannten Uebelständen und Bedingungen, erfordert aber wenigstens zwei getrennte
Kammersysteme.
Vorausgeschickt sei das Folgende:
1. Während der Beschickung eines Ofens, also bei geöffneter Einwurfsöffnung, wird der
Zug des Systems auf die unter den Rosten befindlichen Luftzuführungkanäle vollständig
aufgehoben.
2. Bei geschlossenen Luftzuführungskanälen und geschlossenen Einwurfsöffnungen erzeugt
die Zugkraft des Systems eine Luftverdünnung unter den Rosten.
Verbindet man daher die geschlossenen Luftzuführungskanäle eines Systems mit geschlossenen
Einwurfsöffnungen mit den geschlossenen Luftzuführungskanälen eines anderen Systems mit
geöffneter Einwurfsöffnung mittelst eines Kanals bezw. einer Röhrenleitung, so saugt das System
mit geschlossenen Einwurfsöffnungen sich Luft durch die geöffnete Einwurfsöffnung des anderen
Systems; statt auszustofsen, zieht die offene. Einwurfsöffnung Luft ein, welche nun
dem System mit geschlossenen Einwurfsöffnungen zugeführt wird, ein Gehalt dieser
Luft an Röstgasen — wie es stets der Fall ist — geht daher nicht verloren.
Bei dieser Einrichtung, Verbindung der Luftzuführungskanäle von zwei oder mehreren
Systemen durch einen Kanal, wird das Ausstofsen der Oefen vollständig beseitigt, ohne
irgend welche Verluste an Röstgasen und ohne Gefahr, dafs sogenannte falsche Luft (Luft,
welche keine brennenden Pyritschichten durchzögen hat) in die Abzugskanäle und den Gloverthurm
gelangt.
Bei den sogenannten belgischen Kiesöfen ist diese Verbindung der Luftzuführungskanäle
zweier Systeme in der einfachsten Weise zu bewerkstelligen; ein Kanal aus Mauerwerk
u. s. w. verbindet direct die Luftzuführungskanäle beider Systeme (Fig. ι und 2).
Dieser Kanal ist ohne jeden Schieber, verlangt daher keine Bedienung oder Beaufsichtigung-
Läfst man die Hauptschieber des Systems, welches beschickt wird, auch nach der Beschickung
geschlossen und öffnet nur die • Schieber der Luftzuführungskanäle des Systems,
welches nicht beschickt wurde, so erhält das System mit geschlossenem Schieber jetzt seine
Luft durch den Verbindungskanal, und man hat behufs Beschickung stets nur den oder die
Schieber eines Systems zu öffnen und den anderen zu schliefsen, d. h. genau nur dieselbe
Arbeit zu verrichten, wie ohne die vorliegende Einrichtung.
Bei den englischen Kiesöfen, bei denen jeder einzelne Ofen eines Ofensystems einen
besonderen Luftzuführungskanal besitzt, desgleichen bei den Maletraöfen, bei denen eine
Anzahl vertical über einander gelagerter Brennräume einen gemeinschaftlichen Luftzuführungskanal
haben, kann man die Luftzuführungskanäle der einzelnen Oefen in einen gemeinschaftlichen
Kanal münden lassen, mit einer Abschlufsvorrichtung — Schieber — für jeden
Luftzuführungskanal des einzelnen Ofens.
Bei der Beschickung einer Abtheilung wird der Kanalschieber dieser Abtheilung, sowie
auch der Kanalschieber irgend einer Abtheilung des anderen Systems, welches nicht beschickt
werden soll, gezogen; die verlangte Verbindung beider Systeme ist hierdurch hergestellt.
Während des regelmäfsigen Kammerbetriebes werden sämmtliche Schieber geschlossen gehalten.
Ein an einem solchen Verbindungskanal angebrachter Zugmesser zeigt 1. bei geöffneten
Luftzuführungskanälen und geschlossenen Einwurfsöffnungen zweier Systeme keinen Zug an;
jedes System zieht die Luft direct aus dem ihm zugehörigen Hauptluftzuführungskanal; 2. bei
geschlossenen Luftzuführungskanälen und geschlossenen Einwurfsöffnungen beider Systeme
die Zugkraft des Systems mit stärkstem Zug; 3. bei geschlossenen Luftzuführungskanälen
beider Systeme und geöffneter Einwurfsöffnung des einen Systems die Zugkraft des Systems
mit geschlossenen Einwurfsöffnungen.
Ein so angebrachter Zugmesser (ζ. Β. ein Flutometer von Jensen, da nur Luft, nie
Röstgase, mit dem Instrument in Berührung kommen) bildet ein recht werthvolles Hülfsmittel
zur Regulirung des Kammerbetriebes.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Vorrichtung zur Verhütung des Ausstöfsens von Rauch aus Kiesöfen während des Beschickens u. s. w., gekennzeichnet durch einen Verbindungskanal . zwischen den Luftzuführungskanälen von zwei oder mehreren getrennten Kammersystemen.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE100708C true DE100708C (de) |
Family
ID=371495
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT100708D Active DE100708C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE100708C (de) |
-
0
- DE DENDAT100708D patent/DE100708C/de active Active
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