DE100051C - - Google Patents
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Description
ICAISrERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 42: Instrumente.
HEINRICH WICHTERICH in KREFELD. Rechenlehrmittel.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 20. März 1898 ab.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Rechenlehrmittel, bei dem die zur Stellung der Aufgabe
dienende Einrichtung mit einem Automaten so verbunden ist, dafs nach Einstellung des
Apparates auf die richtige Lösung als Belohnung ein Gegenstand (Chokoladekugel, Zuckerkugel oder dergl.) freigegeben wird.
■ In den Zeichnungen ist eine Ausführungsform für die Lösung mehrgliedriger Additionsaufgaben dargestellt, und zwar zeigt:
■ In den Zeichnungen ist eine Ausführungsform für die Lösung mehrgliedriger Additionsaufgaben dargestellt, und zwar zeigt:
Fig. ι einen Verticalschnitt des Apparates,
Fig. 2 eine äufsere Ansicht,
Fig. 3 einen Schnitt nach I—II,
Fig. 4 einen solchen nach III-IV,
Fig. 5 und 6 Details der Fig. 4,
Fig. 7 und 8 erweiterte Anwendungen des Systems,
Fig. 9 und 10 denselben Apparat mit anderer Auslösevorrichtung,
Fig. 11 einen Schnitt nach V-VI der Fig. 9.
Die Einrichtung ist - folgende: Auf einem Cylinder A sind zwei Ringe A1A2 drehbar
angeordnet, welche von aufsen genau dieselbe Ausstattung besitzen, wie der untere Theil A3
des Cylinders A. In den Cylinder A ist von oben ein zweiter Cylinder B eingesteckt, welcher
in seinem oberen Theil B1 aufsen wieder dieselbe Ausstattung zeigt wie die Ringe A1A2A3.
Auf die Ringe ^1 und A- sind je zwei Reihen
von Zahlen mit Vorzeichen angebracht, und zwar in der Weise, dafs die Summe der über
einander stehenden Zahlen auf einem Ringe immer dieselbe ist (beispielsweise auf A1:
— 1+9= +· 6 + 2=4-15— 7 = + 7 + 1
u. s. w. = 8 = const.; auf A2: + 1 + 6 = -— 1 + 8 = + 7 — ο 1= + 9 — 2 u. s. w.
= 7 = const.). Auf dem festen Ring As sind
dagegen die Summen der über einander stehenden Zahlen ungleichmäfsig, correspondiren aber
mit den Zahlen des Ringes B1 des inneren Cylinders B derartig, dafs, wenn man zur
Summe der Zahlen des Ringes A3 die Summen der Zahlen der Ringe A1 und A2 hinzuzählt,
in einer bestimmten Stellung des Ringes B1 das Resultat auf diesem angegeben ist. In
dieser Stellung, welche auf der Zeichnung dargestellt ist, ergeben die Summen aller über
einander stehenden Zahlen als Resultat die oberste (beispielsweise die erste Reihe 15+8
+ ι + 6— ι + 9 — 28). Wie nun auch
immer die Ringe A1 A2 auf den Cylinder A eingestellt sein mögen, immer wird das Resultat
übereinstimmen, sobald der Ring B1 die entsprechende
Stellung zum Ring A3 besitzt. Ist diese Stellung des Ringes B1 genau über dem
Ring A3 gefunden, so kann der' Cylinder B
aus dem Cylinder A vermöge folgender Einrichtung etwas herausgehoben werden. Der
Cylinder A besitzt innen einen Wulst al, welcher
an zwei nicht genau um i8o° versetzten Stellen (s. Fig. 5) Einschnitte a2 besitzt. An
dem inneren Cylinder B sind zwei Ansätze bv
angebracht, welche hinter den Wulst a1 ragen
und bei der richtigen Einstellung des Ringes B1 zum Ring A3, d. h. nach richtiger Lösung des
Additionsexempels, mit den Aussparungen a2 im Wulst a1 correspondiren. Diese Ansätze bx
verhindern also das Hochheben des Cylin-
ders B aus dem Cylinder A, wenn der Ring B1
mit A3 nicht übereinstimmt. An bl sind Anschläge
b2 angebracht, welche ein gänzliches Herausnehmen des Cylinders B verhüten. An
der unteren Fläche des Wulstes a1 sind
Knöpfe a3 angebracht, weiche verhindern, dafs der Cylinder B bis zum Anliegen der Ansätze bl
am Wulst αλ hochgehoben und dann so lange
gedreht wird, bis der Ansatz bl in den Ausschnitt
ä2 trifft.
Die vorbeschriebene Einrichtung, welche in Fig. ι und 9 dargestellt ist, kann dazu dienen,
dafs die richtige gegenseitige Stellung der Ringe B1 und A3 und die erst dann ermöglichte
gegenseitige Bewegung der beiden Theile A und B dazu benutzt wird, eine Auslösung
beliebiger Art zu gestatten. Es kann diese Auslösung darin bestehen, einen Schlüssel
aus einem Behälter freizugeben, die ein Schlüsselloch verdeckende Platte zu verschieben, die Einschauöffnungen
für einen Schaukasten freizulegen , wobei bei jeder anderen Lösung ein anderes Bild erscheint, u. dgl. m. Im Nachstehenden
sind zwei Anwendungsformen beschrieben, welche bei jedesmaligem Herausheben des inneren Cylinders aus dem äufseren,
also nach richtiger Lösung der Aufgabe, eine Chokoladekugel freimachen, welche nach
Wiederherunterlassen des inneren Cylinders und Drehen desselben dem Kinde als Belohnung
dargeboten wird.
Die eine dieser Einrichtungen, von welcher Fig. 4 und 6 Details zeigen, ist folgende: Der
Cylinder B, welcher durch die Oeffnung b3
mit den Chokoladekugeln angefüllt wird, die dann durch den Strumpf b* gehindert werden,
durch dieselbe Oeffnung b4 wieder auszutreten, läuft in einen Trichter C aus, der seinerseits
unten einen cylindrischen Ansatz c1 trägt. Dieser cylindrische Ansatz c1 ist mit schrägem
Boden c'2 derartig versehen, dafs die Kugeln das Bestreben haben, nach der Seite der Oeffnung
c3 zu rollen. Der cylindrische Ansatz c1
steckt in einer Hülse D, welche am Boden des Apparates so befestigt ist, daß sie den Drehungen
des Cylinders B folgen kann. Zu diesem Zwecke besitzt der Ansatz cl einen Stift c4,
welcher in einem Schlitz d1 der Hülse D zu gleiten vermag, wenn der Cylinder B gehoben
wird. Die Hülse D hat seitlich eine Oeffnung, weiche durch ein Gehäuse d- überdeckt ist.
Ist der Cylinder B hochgehoben, wie dies Fig. 6 zeigt, so tritt eine Kugel aus c1 durch
die Oeffnungen e3 in das Gehäuse d'2, welche
beim Wiederherunterlassen des Cylinders B von den übrigen Kugeln im Behälter getrennt
wird. Die in dem Gehäuse d'2 abgeschiedene Kugel ruht auf einer Platte if3, welche die
Hülse D halbmondförmig umfafst. Durch diese Einrichtung wird man gezwungen, das Gehäuse
d'2 und damit den Cylinder B um nahezu i8o° zu drehen, bevor die Kugel von der
Platte d3 herunterfällt und durch eine Oeffnung im Boden des Gefäfses nach aufsen gelangt.
An dem Gehäuse d 2 befindet sich eine
Aussparung rf4 und an der Platte d'ä eine
solche d", welche beide solche Kugeln ohne Weiteres durchfallen lassen, welche zu klein
sind. Die Einführung zu grofser Kugeln ist durch die Oeffnung b3 ausgeschlossen. Die
Wirkungsweise dieser Einrichtung ist folgende:
Ist die Rechenaufgabe richtig gelöst und der Cylinder B so eingestellt, dafs seine Ansätze
bl auf die Aussparungen a'2 in dem
Wulst al des Cylinders A treffen, so kann
beim Hochheben des Cylinders B eine Kugel aus c1 durch die Oeffnung c3 nach dem Gehäuse
d'2 übertreten. Läfst man nun den Cylinder B wieder herunter, so mufs derselbe
doch erst verdreht werden, bevor die Kugel aus dem Gehäuse d~ freigegeben wird. Dadurch
ist gleichzeitig ein Verstellen des Re» sulfates der Aufgabe herbeigeführt, so dafs bei
der Lösung einer neuen Aufgabe immer erst wieder der obere Theil des Cylinders B richtig
eingestellt werden mufs, ehe der Apparat eine Kugel von neuem freigiebt.
Die andere in Fig. 9, 10 und 11 dargestellte
Entnahmevorrichtung zeigt folgende Einrichtung. Der Cylinder B besitzt gleichfalls einen
trichterförmigen Ansatz E. Dieser endet aber hier nach unten in eine Oeffnung mit einem
Gehäuse von rechteckigem Querschnitt e1. Dieser rechteckige Querschnitt entspricht in
seiner Länge wenig mehr als zwei, in seiner Breite einem Kugeldurchmesser, welcher durch
die Eintrittsöffnung b3 des Cylinders B bedingt ist. In den Ansatz e ragt von unten
eine um den Mittelpunkt des Apparates/'
drehbar angeordnete Hülse F, welche zur Aufnahme der ausgelösten Kugel bestimmt ist.
Im Gehäuse e1 ist ein Stift e2 so angebracht,
dafs zwischen ihm und der Rückwand e3 eine Kugel hindurchgelangen kann, während der
Zwischenraum zwischen e'2 und der Wand f'2 des Gehäuses F zu gering ist, um eine Kugel
durchzulassen, wenn das Gehäuse dl in seiner tiefsten Lage sich befindet. Ist das Gehäuse e'2
dagegen hochgehoben, wie dies in Fig. 10 dargestellt, so wird die Entfernung zwischen
dem Stift e2 und der oberen Kante der Wand/2
des Gehäuses F grofs genug, um eine Kugel in das Gehäuse F hineinfallen zu lassen. Wird
nun das Gehäuse e1 wieder heruntergelassen, so wird durch den Stift e'2 und die obere
Kante der Wand f2 die nachfolgende Kugel am Austritt gehindert. Um die Kugel aus dem
Gefäfs F herausfallen zu lassen, mufs man den Cylinder B um nahezu i8o° drehen, in welcher
Stellung dann das unten offene Gehäuse F auf die Oeffnung f3 im Boden des Apparates
trifft.
Die Wirkung dieser Einrichtung ist folgende : Nach richtiger Lösung der Aufgabe
und Einstellung des Cylinders B in den Cylinder A in der Weise, dafs die Ansätze bl
wieder auf die correspondirenden Aussparungen ά2 treffen, wird der Cylinder B hochgehoben.
Die unterste Kugel stürzt am Stift e2 vorüber in das Gehäuse F und wird nach
Herunterlassen des Cylinders B durch den Stift e2 und die Wand /2 von den übrigen
getrennt, worauf der Cylinder B um nahezu i8o° gedreht werden mufs, um die Kugel freizugeben.
Durch dieses Verdrehen wird wieder das Resultat verschoben und es mufs erst nach
richtigem Lösen der Aufgabe die richtige Einstellung des Cylinders B zum Cylinder A von
neuem bewirkt sein, ehe eine Kugel von neuem freigegeben wird.
Wie die richtige Einstellung von Ringen A1A2A^B1 zu einander nach Lösung einer
Rechenaufgabe in dem Apparat eine bestimmte Lage einzelner Constructionstheile schafft,
welche die Vornahme von Bewegungen, Auslösung von Mechanismen gestattet, so kann
dasselbe dadurch erreicht werden, dafs man an Stelle der Ringe kreisrunde Scheiben G K
(s. Fig. 7) oder Stäbe L T (s. Fig. 8) einsetzt, welche mit Zahlenreihen so versehen sind, dafs
die Summirung derselben auf einem Element (Scheibe oder Stab) dieselbe Zahl ergiebt. Die
erste und letzte (G und K bezw. L und T) sind zu einander in die richtige Lage zu
bringen, wie immer die Zwischenzahlen mit ihren constanten Summen stehen mögen. Diese
eine bestimmte Stellung der ersten und letzten Elemente schafft dann den Zustand, welcher
bei der vorbeschriebenen Construction der Stellung der Ansätze b1 zu den Aussparungen α2
entspricht.
Claims (3)
- Patent-Ansprüche:ι. Rechenlehrmittel, gekennzeichnet durch das Zusammenwirken zweier gleichartiger, gegen einander verschiebbarer Theile (A und B) (Cylinder, Scheiben, Platten u. s. w.), von denen der eine die Zahlen der Aufgaben, der andere die für die entsprechenden Resultate enthält, mit einer selbstthätigen Vorrichtung derart, dafs nur durch richtige Einstellung der Ergebnisse über den zugehörigen Aufgaben diejenige Stellung herbeigeführt wird, in der die Auslösung der selbstthätigen Vorrichtung möglich ist.
- 2. Auslührungsform des durch Anspruch ι geschützten Rechenlehrmittels, gekennzeichnet durch die Zerlegung des die Aufgaben tragenden Theiles in einzelne gegen einander verschiebbare Theile, deren jeder wieder besondere Aufgaben enthält, der eine nämlich solche, die verschiedene Ergebnisse liefern, während die Zahlen der anderen ein für jeden Theil bestimmtes Ergebnifs besitzen, zu dem Zweck, eine gröfsere Mannigfaltigkeit in den zu stellenden Aufgaben zu ermöglichen.
- 3. AusfUhrungsform des durch Anspruch 1 bezw. 2 geschützten Rechenlehrmittels für das Spenden von Belohnungen (Zuckerkugeln und dergl.), gekennzeichnet durch die Ausbildung der Theile A B in Form zweier mit Bajonnetverschlufs in einander 'drehbarer Cylinder, deren innerer (B) beim Anheben in der richtigen, durch die Freigabe des Bajonnetverschlusses bestimmten Stellung eine der im Innern befindlichen Belohnungen in einen Behälter absondert, aus dem die Ausgabe durch weiteres Verdrehen des wieder heruntergelassenen Cylinders erfolgt,-Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE100051C true DE100051C (de) |
Family
ID=370899
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT100051D Active DE100051C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE100051C (de) |
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0
- DE DENDAT100051D patent/DE100051C/de active Active
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