Verfahren zur Wiedergewinnung der in den Abgasen von Zellstoffkochern enthaltenen schwelligen Säure und Wärme. Die Herstellung von Sulfitzellstoff aus Holz erfolgt bekanntlich in der Weise, dass das in kleine Stückchen zerliackte Holz in einem grossen, züm Beispiel<B>100</B> bis<B>150</B> m' fassenden Behälter, den Kocher, mit einer wässerigen Lösung, der Frischlauge, die ne ben Caleiumbisulfit noch freie sc'hweflige Säure enthält, auf Temperaturen von bei spielsweise<B>130</B> -bis 140' erhitzt wird.
Die Lauge löst die neben der Zellulose im Holz enthaltenen Inkrusten auf, ihr Gehalt an sellwefliger Säure nimmt mehr und mehr ab, sie geht allmählich über in "Ablauge", das heisst verbrauchte Lauge, Abfallauge. Durch die hohe Temperatur wird in dem ge schlossenen Kocher ein Druck von beispiels weise<B>5</B> bis<B>6</B> Atmosphären erzeugt.
Es be findet sich infolgedessen über dem Gemisch von Holzmasse und Lauge ein Dampf- bezw. Gasraum, welcher mit gepresstem Dampf von dem an-,e#,ebenen Druck erfüllt ist und <B>M</B> #Z ausserdem naturgemäss grosse Mengen der gas- fürmigen schweiligen Säure enthält, weil dieses Gas bei hohen Temperaturen nur wenig in wässerigen Flüssigkeiten löslich ist.
Sowohl während des Kochens, zum Bei spiel zur Regulierung des Druckes, als be sonders nach beendeter Kochung -vor der Entleerung des Kochers ist es nötig, den hohen Druck im Koclier durch Entspannung zu vermindern. Es geschieht dies durch<B>Öff-</B> nen eines Ventils, welches sich in einer am Kopie des Kochers angebrachten Rohrleitung befindet, durch welche dann die Dämpfe und Gase aus dem Gasraum des Kochers entwei chen können.
Man bezeichnet diese Manipu lation allgemein kurz mit "Äbgazen". Was bei diesem Abgasen aus dem Kocher ent weicht, die sogenannten "tbertreibgase", ist also ein Gemisch, welches vor allem Wasser dampf, ferner beträchtliche Mengen freier schwefliger Säure, endlich meist auch noch mehr oder weniger merkliche Mengen mit gerissener Lauoe enthält. Die Mengen von <I>n</I><B>C -</B> Wasserdampf und von schwefliger Säure werden beim Abgasen erheblich vergrössert durch die sogenannte "N-aeliverdanipfuiig", die bekanntlich bei jeder Entspannung nasser <B>b</B> ]Dämpfe erfolgt.
In den beim Abgasen ent weichenden Übertreibglisen ist naturgemäss eine crosse Wärme aufgespeiehert. rind ausser- n ZD dem enthalten diese Abgase, wie bereits be- merk.t, beträehtliche Mengen von sehwefliger Säure, welche für die Herstellung neuer Frischlauge wertvoll sein können.
Beides, sowohl die Wärme, wie die szellweflige Säure der Übertreib-ase. niö(,- lichst vollkommen wiederznoewinnen und neuer Verwendung zuzuführen, ist ein Pro- blern, welches für die Wirtschaftlichkeit des Sulfitzellstoffkochverfallrens eine ungemein wichtige Rolle spielt. Allein durch keine der bisher bekannt gewordenen Arbeitsweisen ist dieses Problem auch nur entfernt gelöst worden.
Es #vurd#-- nun gefunden, dass man in sehr einfaeher Weise sowohl die Wärme, wie die schweffige Säure, welche in den beim Ab- 0,'.asen des Zellsioffkoehers entstehenden Ubertreib--asen enthalten ist, prahtisch voll- Z" kommen wiedergewinnen kann, wenn man diese Abgase ohne Abkühlung unmittelbar in frische Sulfitlauge einleite t,
welche sieh in einem geschlossenen Druelzliehälter be findet.
Das Verfahren kann beispielsweise wie folgt durchgeführt werden: In einen innen ausgebleiten Behälter, welcher genügenden Überdruck aushält, zweckmässig einem Zell stoffkocher, wird die Frischlauge eingelassen und der Behälter -,eschlossen. Durch einen im Boden desselben befindlichen, mit der -#-on dem abzugasenden Kocher herüber- führenden, gut isolierter,
- Abgasleitung- ver bundenen Stutzen werden die vom Kocher kommenden heissen Abgase in die Frischlauge ein-eleitet. Solanoe diese noch niedri-e Tem- n eD - peratur hat, wird die schweflige Säure ohne weiteres vollkommen absorbiert.
Mit dem all- mähliehen Ansteigen der Temperatur jedoch (,ntweiellt etwas soliweflige Säure -aus der Frisehlauce in den über derselben in dem (ye- Z" en sehlossenen Behälter befindlichen Gasraum.
Die in diesen Gasraum aufsteigende schwef- l (r i"e Säure kann nicht entweichen, weil der Behälter -eschlossen ist.<B> </B> Dadurch entsteht im Behälter ein Druek, der dann naiVirlieh seinerseits wieder die Alysorptionsfähigkeit der Frisühlauge für sebweilille Säure erhöht, die, wie jedes Gas, sieh unter höberem DriieL- in -rösserer Men,
e in der wässeriweil Lösim- t# <I>:n</I> tn L, löst, Es hat sieh gozeigt, dass man auf diese Weise die Frisehlau- -e durch die Übertreib- gase auf eine Temperatur von zum Beispiel <B>90' C</B> und darüber erwärmen kann,
indem der hierbei entstehende -Überdruck immer noch tiefer bleibt wie (Ic-r Druck- des Kochers, aus welchem die iibergetrieben werden. Indem die in dem ge#s(-blossenen Behälter be findliche Frischlau-e sich durch die Über treibgase auf die angegebene Temperatur er wärmt und an seli-#vefli-,er Säure anreichert, nimmt sie, Iie Cranze in den Übertreibgaseri enthaltene Wärme, sowie, die mitgeführte schwefli-e Säure derselben fast vollständi-,
auf. Sobald die Friselil.turc genüg ,e nd mit schwefli-,er Säure an-(#reiehort ist, k9nn sie <B>n</B> unmittelbar in vinon mit Holz be#schickten Kocher übergefÜhrt werden.
Statt des Stutzers am Boden des Behälters kann man auch ein von oben durch den Behälter möglichst bis zum Boden drsselbeit herabreiellendes Rohr verwenden.
Man kann anf die beschriebene Weise eine Frisehlauge von etwa<B>90' C</B> und mehr erhalten, welche Temperatur ungefähr der eines entleerten, nieht durch Nachspülen ab gekühlten Kochers entspricht, so dass dieser bei der Neufüllung mit der Frisehlauge keine nennenswerte Abkühlun- erfährt.
Bei Sulfit- kochungen mit direktem Dampf (sogenarin- fen Ritter-Kellner-Nochungen.) hat die An wendung dieses Verfahrens den grossen Vor teil, dass infolge der hohen Temperatur der Frischlamm sich beim Anhoelien nur sehr wenig Dampf kondensiert so dass man also mit einer wesentlich schwächeren Lauge an- hochen kann wie bei der früheren Arbeits weise, bei welcher die Frischlauge durch den kondensierten Dampf beträchtlich verdünnt wurde.
Ein weiterer Vorteil des Verfahrens ist der, dass die Frisehlauge die ganze in den Übertreibgasen enthaltene Wärme, sowie die mitgefülirte schweflige Säure derselben fast vollständig aufnimmt, im Gegensatz zu den bisherigen Arbeitsweisen, bei welchen die Wärme mir ganz unvollständig und die schweflige Säure nur auf umständliche Weise einigermassen vollständig zurückgewonnen wurde.
Dabei ist das neue Verfahren in ein fachster Weise auszuführen und benötigt keine komplizierten Vorrichtungen.
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