CH97057A - Arbeitsverfahren zur Darstellung organischer Verbindungen. - Google Patents

Arbeitsverfahren zur Darstellung organischer Verbindungen.

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      ArbeItsverfahren.    zur Darstellung organischer Verbindungen.    Vorliegende Erfindung ist     ein    Verfahren  zur Darstellung von organischen Verbindun  gen in technisch einwandfreier Weise aus       Azetyleil    und     Wasserdampf    ohne quecksilber  haltige Katalysatoren unter erhöhtem Druck  bei Rückgewinnung des nicht verbrauchten  Azetylens in ununterbrochenem Betriebe, da  durch gekennzeichnet,     dass    der Druck unter  halb des der angewandten Temperatur in ge  schlossenen Gefässen entsprechenden Normal  druckes des     Gasdampfgemisches    gehalten wird.

    Mit diesem Verfahren ist auch im Grossbetrieb  die Möglichkeit der Durchführung gegeben,  da schon bei einmaligem     Durebgang    des Re  aktionsgemisches durch den Reaktionsraum  eine Ausbeute von<B>35</B> und mehr Prozent an       Acetaldehyd    gewonnen werden kann. Daher  wird die Ausbeute aus Azetylen bis fast     zur     theoretischen Vollkommenheit. gesteigert.  



  Die zur Ausübung dieses Verfahrens  dienende Apparatur ist so eingerichtet,     dass     ein bestimmter Druck aufrecht erhalten wer  den kann, wenn auch die Temperatur einen  höheren Druck bedingen würde. Das Verhält  nis von Druck und Temperatur ist derartig,         dass    auch bei einem bestimmten niederen  Druck eine für den richtigen Verlauf der  Reaktion nötige, höhere Temperatur erreicht  werden kann. Beispielsweise darf bei einer  Temperatur von<B>300 0</B> der Druck nur<B>5</B>     Atrn.     betragen.  



  Zur Beschleunigung der Reaktion können  Säuren, z. B. Essigsäure oder     Säureanhydride,     z. B.     Essigsäureanhydrid,    dienen, die in Dampf  form zugefügt werden, wodurch der Verbrauch  an Säure oder     Säureanhydrid    ein sehr ge  ringer wird.  



  Die erhöhte Temperatur herrscht in der  Apparatur bis zum Ende des Reaktionspro  zesses. Durch geeignete Einrichtungen wird  dafür Sorge getragen,     dass    in den     Abscheide-          behältern,    in welche die Stoffe nach der Re  aktion geführt werden, ein beliebiger, vom  Reaktionsraum     etc.    völlig unabhängiger Druck  herrschen kann.  



  Zur Darstellung von Essigsäure als Beispiel  einer organischen Verbindung wird     zweckmässi-          gerweise    das Oxydationsmittel, z. B. Sauer  stoff, in die Mitte des Reaktionsraumes ge  leitet und in möglichst bestimmt gehaltenen      Mengen     zugeführt.    Wird das Oxydations  mittel an anderer Stelle zugefügt, so lassen  sich gute Resultate bei der direkten Synthese  von Essigsäure aus Azetylen nicht erzielen.  



  Eine beispielsweise Apparatur zur konti  nuierlichen Ausübung des Verfahren,; gemäss  Erfindung ist in den     Fig.   <B>1-3</B> dargestellt.  



       Fig.   <B>1</B> stellt einen Teil der Apparatur  teilweise im Längsschnitt dar;       Fig.    2 zeigt eine Einzelheit;       Fig.   <B>3</B> zeigt die gesamte Apparatur sche  matisch.  



  Der eigentliche Reaktionsapparat     (Fig.   <B>1</B>  und 2) besteht aus einem     Dampfdruckgefäss     mit dein     Stablmantel   <B>1,</B> in dem ein     Mano-          ineter        Pl,        Sicherheitsveritil        Id,        Dampfein-    und       -aUslassstutzen    mit Ventilen     lb   <B>Und</B> Je,     Pyro-          nieterrohr    4, ein spiralförmiges Reaktionsrohr<B>3</B>  und ein mit dem Reaktionsrohr verbundenes  geschweiftes     Abzweigungsrohr    mit Ventil 14,

    autogen eingeschweisst wird. An der Zufüh  rungsseite zum Reaktionsrohr ist ein     Ther-          morneterstutzen   <B>6,</B>     Rückschlagveritil   <B>7</B> und  Handventil<B>8,</B> an der andern Seite ein zwei  ter     Thermometerstutzen   <B>10,</B>     Manometer-11     und ein regulierbares, besonders konstruiertes       Durchlassventil    12 angebracht. Der ganze<B>Ap-</B>  parat wird durch eiserne Füsse<B>5</B> gestützt.

    Der druckfeste Stahlmantel<B>1,</B> der das Reak  tionsrohr<B>3</B> umschliesst, ist durch einen     Isolier-          mantel    2 gut isoliert und kann     dureb.    die       Gasbrennerbatterie   <B>15</B> erhitzt werden.     Die     Abgase werden durch den     SehornStein    15a  abgeführt.  



  Das Reaktionsrohr<B>3</B> ist entweder aus Stahl  oder     Niekelstahl    hergestellt. Arbeitet man  auf Essigsäure und verwendet man Säure  dämpfe als Katalysatoren, so wird     für    das       Reaktiow;rohr    und die übrigen mit den Dämp  fen in Berührung kommenden Teile der<B>Ap-</B>  paratur Nickel oder besser noch<B>50</B>     "i/oiges          Ferrosilizium    oder eine andere     Siliziumlegie-          rung    verwandt. Man kann jedoch auch Stahl  rohre gebrauchen, nur müssen diese dann  innen vergoldet oder     platiiiiert    sein.  



       Fig.   <B>3</B> gibt eine Übersicht über die ge  samte     Apparaturanlage    zur kontinuierlichen  Herstellung von     Acetaldehyd    oder Essigsäure.    Durch     Kompressorkolben   <B>B</B> wird     iiii    Kol  benraum<B>A</B> ein Vakuum gebildet Lind da  durch über     Satigventil   <B>C</B> Lind     Rückschlagventil     des     Azetylenzuführungsrohres   <B>b</B> Azetylengas  in den Kolbenraum,     eirigesogen.    Am Ende  des     Saugbubes    wird durch Nocken das regulier  bare Dampfventil<B>y</B> während kürzerer oder  längerer Zeit     geöff    riet,

   und überhitzter Dampf  strömt in der) Zylinderraum. Der     Zustroin    wird  bei der     Azetaldehyddarstellung    so reguliert,       dass    ein Volumen Azetylen und ein Volumen  Wasserdampf sieh im Kolben befinden. Wasser  dampf kann aber auch im     Überschuss    vor  banden sein. Bei Druckhub wird jetzt die       Wasserdampf-Azetylenmischung    auf<B>5-10</B>  Atmosphären komprimiert und über     Rück-          schlagventil   <B>7</B> durch Leitungsrohr<B>9</B> Über  Ventil<B>8</B> in das Reaktionsrohr<B>3</B> gedrückt,  und in diesem auf<B>150- 300</B>     11   <B>C</B> erhitzt.

   Das       Auslassventil    12 ist so konstruiert,     dass    es auf  einen ganz bestimmten Druck eingestellt wer  den kann, beispielsweise auf<B>5</B>     bezw.   <B>10</B>     Atm.     Diesen Druck vermag es im     Reahtionsrohr     aufrecht zu erhalten und allen Druck abzu  lassen, der     I')        bezw.   <B>10</B>     Atni.    übersteigt. -Nach  dem Gay     Lii,"ae'scheij    Gesetz würde durch  die Erhitzung des     Azetylen-Wasserdampf-          gemisches    auf<B>150-300 1)</B> ein wesentlich hö  herer Druck erzeugt werden.

   Durch die be  sondere Vorrichtung des     Auslassventils    aber  wird der Druck auf einer bestimmten Höhe  gehalten.  



  Ist der vorn Kompressor erzeugte Druck  grösser als<B>5</B>     bezw.   <B>10</B>     Atin.,    so können durch  das     Rückschlagventil   <B>7</B> neue Mengen     Azetylen-          Wasserdampfgemisch    in das Reaktionsrohr       gepresst    werden, und zwar immer nur sehr  kleine Mengen, wenn der Druck     nur    wenig  grösser ist, grössere, wenn er     wesentlieh    grösser  ist. Im ersteren Falle wird der Durchgang  einer bestimmten Menge durch das Reak  tionsrohr längere, im zweiten Falle kürzere  Zeit beanspruchen.  



  Hierdurch ist eine sichere Kontrolle über  die Einführung, den Durchlauf und den Druck  verlauf der Gase gegeben und eine genaue  Einstellung der Reaktionsdauer ermöglicht.  Ist das     Auslassventil    12 auf<B>5</B>     Atm.    eingestellt      Lind erzeugt der Kompressor     51/:"        Atm.,    so  werden bereits bei einmaligem Durchlauf bis  zu     25-301/0    des Azetylens zu     Aeetaldehyd     hydratisiert.  



  Gleichzeitig ist bei der Konstruktion der  Apparatur Sorge getragen,     dass.    hinter dein       Auslassventil    12 Atmosphären Druck. herrscht.  unabhängig von dem Druck im Reaktions  rohr. Dies wird einerseits dadurch erreicht,       dass   <B>für</B> genügende Kühlung gesorgt wird,  wodurch sich     Acetaldehyd    und Wasserdampf  kondensieren, anderseits dadurch,     dass    die aus  strömenden Dämpfe und Gase sofort im Ge  fäss i,     das    im Verhältnis zum Reaktionsrohr  sehr gross ist, expandieren. Das Gefäss i ist  von einem     Kühlinantel   <I>in, n</I> umgeben. Ein  Teil wird dadurch schon hier zu Flüssigkeit  kondensiert.

   Der leicht     siedendeAcetaldehyd     wird mit dem Azetylengas in die     Kühlbatterie     <B><I>0,</I></B>     q,   <I>s</I> gelangen, und das Kondensat wird sich  in den Vorlagen<B>p,</B><I>r,</I><B>1</B> ansammeln.  



  Die letzten Reste des     Acetaldehyds    wer  den schliesslich vom Azetylengas in einer  Spirale     te,    v, die in ein Gefäss     init    Kälte  mischung eingebettet ist, oder infolge Zirku  lation einer Kältesohle durch eine zweite  Spirale<I>zu, x</I>     (Fig.   <B>3)</B> abgekühlt wird, kon  tinuierlich getrennt, und in der Vorlage<B>y</B>  aufgefangen.  



  <B>C</B>  Das reine Azetylen wird durch ein     Rück-          schlagventil   <B>d</B>     und    Saugventil C bei Saughub  des Kolbens B in den Saugraum<B>A</B> des     Kom-          pressors    eingesogen, so     dass    es durch diesen  Kreislauf immer wieder verwendet werden  kann. Das     Rückschlagvenfil   <B>d</B> wird so viel  schwächer gewählt,     dass    zuerst das Azetylen  aus der Leitung Z     urid    dann     ergt    das Aze  tylen aus der Leitung a über das Ventil<B>b</B>       ibgesogen    wird.

   Auf diese Weise können       98-99'jo    Azetylen in     Acetaldehyd    umge  wandelt werden.  



  Wie oben erwähnt, konnten bei einem  Druck von<B>5</B>     Atm.    in einem Durchlauf<B>25</B>    bis<B>35</B>     'I/o    Azetylen zu     Acetaldehyd        bydrati-          siert    werden.

   Es wurde ferner festgestellt.,       dass    bei grösserem Druck die Ausbeute auch  bei einem einmaligen     Durchlauf    erhöht wer  den kann,     zum    Beispiel beträgt sie bei einem  Druck von 10-12     Atm.    über<B>60 0</B> /o, bei  höheren Drucken entsprechend mehr- jedoch  tritt über<B>10</B>     Atm.    eine teilweise     Polymeri-          sation    des     Azedaldehyds        züi        Paraldehyd    ein,  und es bilden sieh daneben auch noch andere       Polymerisationsprodukte.    Dasselbe geschieht,

    wenn     inan    eine höhere Temperatur als<B>300 0 C</B>  im Reaktionsraum anwendet.  



  Dieser Erscheinung kann man dadurch  entgegentreten,     dass    Wasserdampf im     Über-          schuss    angewandt oder die Temperatur im  Reaktionsraume niedriger gehalten wird oder  beides zugleich. Statt Wasserdampf können  auch andere indifferente Gase oder organische  Flüssigkeiten in     Dampfform    als Verdünnungs  mittel dem     Wasser-Azetylengemisch    zuge  setzt werden.

Claims (1)

  1. <B>PATENTANSPRUCH:</B> Verfahren zur Darstellung organischer Ver bindungen aus Azetylen und Wasserdampf ohne quecksilberhalti ge Katalysatoren unter erhöhtem Druck bei Rückgewinnung des nicht verbrauchten Azetyleus in ununterbrochenem Betrieb, dadurch gekennzeichnet, dass der Druck unterhalb des der angewandten Tein- peratur in geschlossenen Gefässen entsprechen den Druckes des Gas-Dampfgemisches <B>ge-</B> halten wird. UNTERANSPRUCH: Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Druck hinter dem Reaktionsraum. erniedrigt wird.
CH97057D 1919-01-29 1921-03-30 Arbeitsverfahren zur Darstellung organischer Verbindungen. CH97057A (de)

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