Vorrichtung zur Regelung und Sicherung des Betriebes einer Kältemaschine. Es sind bereits Einrichtungen bekannt, welche ein Aus- und Einschalten des An triebniotors von Kältemaschinen veranlassen, wenn das Kühlwasser der letzteren ausbleibt, resp. wieder zugeleitet wird; anderseits gibt es Einrichtungen; welche den Motor ein- resp. ausschalten, wenn die Temperatur im Kühlraum zu hoch oder zu tief wird.
Gemäss vorliegender Erfindung, welche eine Vorrichtung zur Regelung und Siche rung des Betriebes einer mit einem durch fliessendes Wasser gekühlten Kondensator aus gestatteten, mit einem Motor angetriebenen Kältemaschine zum Gegenstand hat, ist nun eine Steuervorrichtung des Antriebsmotors von einer von der Kühlwirkung und von einer von der durch den Kondensator geführten Kühlwassermenge abhängigen Einrichtung wenigstens zeitweise beeinflusst.
Die Vorrichtung kann so ausgebildet sein, dass die von der Kühlwirkung abhängige Ein richtung auf die Wasserinerige einwirkt, wel che die andere Einrichtung betätigt, und dass letztere auf die Steuervorrichtung ein wirkt. Die von der Wassermenge beeinflusste Einrichtung kann einen Kipper enthalten, welcher in die eine oder andere von zwei Grenzlagen kippt, je nachdem mehr oder weniger Wasser durch ihn fliesst.
Die beiliegende Zeichnung zeigt in Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegen standes für eine Kältemaschine init Dreh- stromniotoraritrieb; die Fig. 2 bis 4 veran schaulichen Einzelheiten in grösserem Mass stab.
In Fig. 1 ist 1 der elektrische Schalter für den (nicht gezeichneten) Elektromotor, 2 der Zulauf des Kühlwassers, 3 der Ablauf hierfür und 4 ein mit einem lIedium ge fülltes Membrangehäuse, das von aussen durch die Kühlwirkung der Kältemaschine beein- flusst wird.
Das Medium, welches in das Membrangehäuse eingefüllt ist, ist zum Bei spiel ein in gesättigtem Zustand befindliches Gas mit einer gewissen Flüssigkeitsmenge, so dass durch eine geringe äussere, durch die Kühlmaschine oder die Umgebung erwirkte Temperaturänderung eine verhältnismässig be trächtliche Druckänderung im Membrange- gehäuse entsteht, wodurch der Mittenabstand der beiden Meinbranwände ä und 6 sich än dert.
Da die Meinbranwand 5 in der Mitte durch die Schraube G' ortsfest gehalten ist, so verschiebt zum Beispiel bei abnehmender Kühlwirkung, bezw. steigender Temperatur die gegenüberliegende Xembranwand 6 den beweglichen Stift 7, welcher auf eine Düse 8 einwirkt, nach rechts. Diese Düse ist an einem Drehpunkt 9 aufgehängt und wird durch eine Feder 10 ständig gegen den Stift 7 angedrückt.
Das bei 2 eintretende Kühlwas ser. welches entweder vom Kondensator der Kältemaschine in die Schalteinrichtung oder von der Schalteinrichtung aus erst in den Kondensator läuft, wird durch die Düse 8 nach links abgelenkt. Je nach dem Grad der Ablenkung gelangt nun die bei 2 einströmende Wassermenge entweder zu einem kleineren oder grösseren Teil oder insgesamt in den Kipper 11 oder in ihrer Gesamtheit neben diesen Kipper. Das links neben dem Kipper ablaufende Wasser wird durch das Ablauf rohr 3 weggeleitet.
Der Kipper 11 ist in Fig. 2 für sich in einem senkrecht zur Drehaxe geführten Schnitt in gegenüber Fig. 1 vergrössertem Massstab dargestellt. Es besteht aus einem in der Hauptsache hohlen, kreiszylindrischen Körper, der um eine Drehachse 12 schwingbar ist. Der nach der Fig. 2 links von der durch die Drehachse 12 geführten Senkrechten be findliche Teil des Hohlkörpers ist mit Blei oder mit sonst einem schweren Körper 13 versehen, so dass der links von der Dreh achse 12 befindliche Teil des Kippers schwerer ist als der Teil rechts von der Achse 12, solange nicht eine gewisse Menge Wasser im Kipper vorhanden ist. Der Kipper nimmt dabei die punktierte Stellung 11' ein.
Läuft nun oben, d. h. von der Düse 8 aus Wasser in den Kipper, dann wird das Gewicht des rechts von der Drehachse 12 befindlichen Kipperteils samt Wasser schliesslich grösser als das Gewicht des Teiles links davon, und der Kipper kommt in die in Fig. 2 in vollen Strichen gezeichnete Stellung 11 zu liegen. Bei geleertem Kipper ist der Schwerpunkt desselben beispielsweise im Punkt 14, bei mit Wasser angefülltem Kipper dagegen im Punkt 15, also rechts von der Drehachse 12. Der Kipper ist seiner Einlauföffnung gegen über mit einer Ablauföffnung 16 versehen, durch welche die kleinste zulässige Wasser menge bei einem gewissen Wasserstand im Kipper eben noch abfliessen kann.
Wird nun der Wasserdurchfluss durch den Kipper ent weder durch Unterbruch in der Wasserlei tung öder durch Ablenkung mittelst der Düse 8 (infolge- entsprechender Verschiebung des Stiftes 7 durch das Membrangehäuse 4) unterbrochen oder verhindert, so sinkt der Wasserstand im Kipper 11, der Schwerpunkt verschiebt sieh vom Punkt 1.7 gegen derr Punkt 14 hin, und der Kipper fällt in einem gewissen Moment in die Stellung 11' hinüber. Dadurch, dass der Schwerpunkt bei 14 oder 15 oberhalb der Drehachse 12 angeordnet ist, wird erreicht, dass der Kipper nicht langsam, sondern plötzlich umschaltet, was für die elektrische Schaltung natürlich vor teilhaft ist.
Durch das Umkippen des Kip pers 11 aus der in dicken Strichen gezeich neten Lage 11 in die gestrichelte Lage 11' wird der elektrische Schalter 1 (Fig. 1) in dem Sinne betätigt, dass der Strom unter brochen und dadurch der Elektromotor, wel cher zum Antrieb der Kältemaschine dient, stillgesetzt wird. Die Fig. 3 und 4 dienen zur Erläuterung des beim gegebenen Beispiel angenommenen Schalters für den durch einen Drehstrommo- tor gebildeten Antriebsmotor der Kältema schine. Es sind dies Schnitte durch den Schalter nach I-II in Fig. 1 von links ge sehen in vergrössertem Massstab und für die beiden Grenzlagen dieses Schalters.
Der Schalter besitzt drei je zum Teil mit Queck silber gefüllte, im übrigen evakuierte oder mit Stickstoff gefüllte, hohle Glaskörper a. L und c, welche um eine Achse 17 drehbar sind. Je nach der Lage dieser Glaskörper wird durch das in ihrem Innern befindliche Quecksilber der elektrische Strom von der einen Kontaktstelle 18 zur andern Kontakt stelle 19 geleitet (Fig. 3) oder unterbrochen (Fig. 4). Die Drehachse 17 ist die Fort setzung der Achse 12 des Kippers.
Wenn nun das Kühlwasser ausbleibt, die Temperatur im Kühlraum aber hoch ist, so wird sich das Wasser durch die Öffnung 16 aus dein Kipper entleeren, wodurch die Aus schaltung des Motors veranlasst wird. Steigt die Wassermenge, so wird der Motor wieder eingeschaltet. Sinkt zu einer andern Zeit bei genügend vorhandenem Kühlwasser die Tem peratur im Kühlraum zu tief, so wird die unter dem Einfluss der Feder 10 und des Membrangehäuses 4 stehende Düse 8 das Wasser links neben dem Kipper 11 (Fig. 1) vorbeiführen, wodurch der Motor ebenfalls abgeschaltet wird. Steigt die Temperatur im Kühlraum wieder auf einen gewissen Grad, so wird der Motor wieder eingeschaltet.
Diese Vorrichtung hat also den Vorteil, dass sie gleichzeitig als Sicherheits- wie als Regulier vorrichtung wirkt. Mit Hilfe derselben wird erreicht, dass die Kühltemperatur innert ge wisser Grenzen bleibt.
Die im gegebenen Beispiel angenommene Ausbildung des Schalters gestattet ohne wei teres ein Ein- und Ausschalten von Zwei und Dreiphasenmotoren. Bei Anwendung von Einphasen- und von Gleichstrommotoren wäre es dagegen notwendig, die Einschaltung stufenweise vorzunehmen, was durch geeig nete Anordnung mehrerer Kipper hintereinan der erreicht werden kann.
Der Temperaturbereich, bei dem das Mem- brangehäuse 4 auf die Düse 8 und somit auf den Schalter einwirkt, kann durch Ein stellung der Schraube 6' nach Belieben ver schoben werden.
An Stelle eines Membrangehäuses kann eine andere, von der Temperatur im Kühl raum beeinflusste geeignete Vorrichtung ver wendet werden. Statt einer Düse könnte beispielsweise auch ein Ventil verwendet werden, welches ein Umlaufen des Wassers bewirkt oder das Wasser abstellt. An Stelle des Kippers könnte zum Beispiel ein geeig neter Schwimmer und an Stelle des Queck silberschalters ein gewöhnlicher Kontaktschal ter treten, wünschendenfallsunter Zwischen schaltung einer Hilfskraftmaschine.
Statt eines Elektromotors kann bei sinn gemässer Ausbildung der Vorrichtung ein Verbrennungs-, Dampf- oder noch anderer Antriebsmotor gesteuert werden.