Die Erfindung bezieht sich auf eine Ausziehvorrichtung in Differenzialbauart für Hochschränke, bestehend aus einer im Querschnitt u-förmigen Korpusschiene, einer von dieser aufgenommenen, im Querschnitt u-förmigen Differenzialschiene mit Lauf- und Stützrollen, wobei die Achsen dieser frei drehbaren Lauf- und Stützrollen in unterschiedlichen Horizontalebenen angeordnet sind, und einer Ausziehschiene mit seitlich auskragenden horizontalen Flanschen, welche zwischen den in unterschiedlichen Horizontalebenen angeordneten Lauf- und Stützrollen liegen, und zwischen den genannten Schienen Anschläge zur Auszugsbegrenzung vorgesehen sind.
Eine Ausziehvorrichtung in Differenzialbauart für Hochschränke ist aus der AT-PS 285 099 bekannt. Bei dieser bekannten Konstruktion liegen zwei einen c-förmigen Querschnitt aufweisende Schienen mit Abstand übereinander, wobei die offenen Seiten der beiden Schienen einander zugewandt sind. Die Bauhöhe dieser Ausziehvorrichtung ist durch die Summe der Höhen der beiden Schienen einschliesslich deren vertikaler Abstand vorgegeben. Dabei bedingen vor allem die Durchmesser der Laufrollen die Höhen der Schienen. Diese Laufrollen können nicht beliebig klein gemacht werden, da sie erhebliche Lasten zu tragen und zu übernehmen haben. Diese Ausziehvorrichtung ist als Differenzialauszug ausgebildet. Die Laufrollen sind an einer Schiene angeordnet, die zwischen den beiden mit ihren offenen Seiten einander zugewandten c-förmigen Schienen liegt.
Vor allem ist hier aber die aus der US-PS 3 450 446 bekannte Ausziehführung zu nennen. Diese für schwere Lasten vorgesehene Ausziehführung besteht aus drei im Querschnitt u-förmigen Profilschienen. Diese Veröffentlichung selbst macht keine Angaben darüber, wie diese Profilschienen hergestellt werden, ihre Gestaltung zeigt jedoch, dass diese Profilschienen aus dem vollen Material herausgearbeitet worden sind. Sowohl die Ausziehschiene wie auch die Mittelschiene besitzen aussenseitig Laufbahnen, die sich über den grössten Teil der Länge dieser Schienen erstrecken und die mit einer Vielzahl von Rollen unterschiedlicher Durchmesser und unterschiedlicher Gestaltung zusammenwirken, wobei diese Rollen mit sehr hoher Präzision gefertigt werden müssen. Die Rollen unterschiedlicher Durchmesser liegen in unterschiedlichen Horizontalebenen dieser Ausziehführung.
Ausziehführungen dieser Art sind bislang auf dem einschlägigen Markt nie angeboten worden. Dies deswegen, da die Fertigung einer solchen Ausziehführung enorme Kosten verursacht, die anzunehmen der Markt nicht bereit ist.
Des Weiteren sind noch jene Ausziehvorrichtungen für Hochschränke in Differenzialbauart zu erwähnen, die der einschlägige Markt anbietet (Prospekt "Hochschrank-Differenzialauszug" - Fulterer 09/95; Prospekt "Peka Metall AG" - Peka; Prospekt "Hettich Hochschrank-Vollauszug Dispensa" 9/35). Diese bestehen aus einer u-förmigen feststehenden Schiene, die am Möbelkorpus befestigt ist, und einer Lauf- und Tragrollen aufweisenden mittleren Differenzialschiene und einer an der Unterseite eines Hochschrankes festlegbaren Schiene, deren Horizontalflansche von den Rollen der Differenzialschiene getragen werden. Da die Bauhöhe solcher Differenzialauszüge nicht beliebig gross gemacht werden kann, müssen hier Laufrollen mit relativ kleinem Durchmesser verwendet werden, da bei dieser Bauart der Ausziehvorrichtung die Laufrollen unmittelbar übereinanderliegend angeordnet werden müssen.
Alle drei Profilschienen besitzen einen u-förmigen Querschnitt, wobei die am Möbelkorpus festlegbare Schiene und die von ihr aufgenommene Differenzialschiene ihre offene Seite nach oben gerichtet haben, hingegen die Ausziehschiene so angeordnet ist, dass ihre offene Seite nach unten gerichtet ist. Die Hochschränke besitzen in der Regel einen umfangsgeschlossenen vertikalen Rahmen, der auf der Ausziehführung, nämlich auf der Ausziehschiene montiert ist und zwischen den vertikalen Schenkeln dieses umfangsgeschlossenen Rahmens sind Einsatzkörbe oder andere Auflagen angeordnet. Dieser umfangsgeschlossene Rahmen besteht aus Kastenprofilen. Der untere Schenkel dieses umfangsgeschlossenen Rahmens wird auf der Ausziehschiene festgeschraubt.
Die Abmessungen des unteren Schenkels und die Bauhöhe der Ausziehvorrichtung bestimmen im Hochschrank jenes Höhenmass, das für eine solche Ausziehvorrichtung berücksichtigt werden muss und um das die nutzbare innere Höhe des Hochschrankes reduziert ist.
Aufgabe und Ziel der Erfindung ist es daher, eine Ausziehvorrichtung in Differenzialbauart der eingangs genannten Bauweise vorzuschlagen, mit welcher das vorstehend erwähnte Höhenmass möglichst klein gehalten werden kann, die mit annehmbaren Kosten zu fertigen ist und die eine hohe Tragfähigkeit aufweist und bei der die Ausziehschiene in einer solchen Weise gestaltet ist, die die Anordnung unterschiedlicher Hochschrankteile mit einfachen Mitteln zulässt.
Der erfindungsgemässe Vorschlag ist dadurch gekennzeichnet
- dass die horizontalen Flansche der Ausziehschiene im Bereich der halben Höhe der Ausziehschiene oder unterhalb der halben Höhe der Ausziehschiene seitlich an ihren Seitenwangen angeordnet sind,
- dass die Ausziehschiene einen u-förmigen Querschnitt aufweist, dessen offene Seite nach oben gerichtet ist,
- dass die Ausziehschiene als gezogenes oder gepresstes Strangprofil ausgebildet ist und
- dass die Korpusschiene und die Differenzialschiene als aus Stahlblechstreifen gefertigte Biegeprofile ausgebildet sind.
Die die Ausziehführung bildenden Schienen sind nach unterschiedlichen Technologien gefertigt. Die Ausziehschiene ist als gezogenes oder gepresstes Strangprofil ausgebildet, wogegen die anderen Schienen der Führung aus Stahlblechstreifen in herkömmlicher Weise gebogen sind, was in Verbindung mit den erwähnten Profilquerschnitten eine sehr vorteilhafte und zweckmässige Lösung für das aufgezeigte komplexe Problem bildet.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der Zeichnung näher erörtert. Es zeigen:
Fig. 1 die Korpusschiene von der Seite und
Fig. 2 in Ansicht;
Fig. 3 die Differenzialschiene von der Seite und
Fig. 4 in Ansicht;
Fig. 5 die Ausziehschiene von der Seite und
Fig. 6 in Ansicht;
Fig. 7 die zusammengebaute Ausziehvorrichtung in Ansicht mit aufgesetztem Vertikalrahmen;
Fig. 8 die Ausziehvorrichtung im eingebauten und ausgezogenen Zustand;
Fig. 9 einen Hochschrank mit der gegenständlichen Ausziehvorrichtung in Schrägsicht und nach Art einer Explosionszeichnung dargestellt.
Die einzelnen Figuren besitzen unterschiedliche Massstäbe.
Die in einen Schrankkorpus 1 festlegbare Korpusschiene 2 besitzt einen u-förmigen Querschnitt mit zwei Seitenwangen 3 und einen die Seitenwangen verbindenden horizontalen Steg 4. Die oberen Ränder der Seitenwange 3 sind zur Bildung von Horizontalflanschen 5 umgebogen und nach innen gegen die vertikale Längsmittelebene der Korpusschiene 2 gerichtet. In diesem unteren Steg 4 sind freigestanzte und hochgebogene Laschen, die als Anschlag 6 dienen. Im vorderen Bereich dieser Korpusschiene 2 sind die Horizontalflansche 5 ausgeschnitten, dies für Montagezwecke.
Die Differenzialschiene 7 besitzt ebenfalls einen u-förmigen Querschnitt mit vertikalen Seitenwangen 8, einen diese Wangen verbindenden Steg 9 mit Ausklinkungen, die als Anschläge zur Auszugsbegrenzung dienen, und mit nach innen gerichteten oberen Horizontalflanschen 10, an den Innenseiten der Seitenwangen 8 sind in unterschiedlichen horizontalen Ebenen frei drehbare Rollen vorgesehen, die je paarweise zu beiden Seiten der vertikalen Mittelebene angeordnet sind. Die in der unteren Horizontalebene vorgesehenen, frei drehbaren Laufrollen 11, 12 und 13 ragen durch Aussparungen im Steg 4 nach unten, wobei diese Laufrollen in der Weise gelagert sind, wie dies bei Differenzialauszügen dieser Bauart bekannt ist.
Im Längsmittelbereich der Differenzialschiene 7 und oberhalb der mittleren Laufrolle 12 ist eine Stützrolle 14 frei drehbar gelagert, die unterhalb des oberen Horizontalflansches 10 liegt und die mit der unter ihr liegenden Laufrolle 12 einen Spalt begrenzt. Des Weiteren ist hier am rückseitigen Ende der Differenzialschiene 7 noch eine weitere Stützrolle 15 paarweise und frei drehbar gelagert, deren Oberseite über den oberen Horizontalflansch 10 etwas hinausragt.
Sowohl die Korpusschiene 2 wie auch die Differenzialschiene 7 sind aus Stahlblechstreifen durch Biegeoperationen hergestellt.
Die Ausziehschiene 16 besitzt ebenfalls einen u-förmigen Querschnitt mit Seitenwangen 17, wobei auch hier die oberen Ränder horizontal auskragende Flansche 18 bilden, die nach aussen ragen. Im unteren Viertel der Höhe H sind an den Seitenwangen 17 seitlich auskragende Flansche 19 vorgesehen und an dem die Seitenwangen 17 verbindenden unteren Horizontalsteg ist eine als Anschlag 23 dienende Ausformung vorgesehen. Die beiden Seitenwangen 17 sind durch mehrere Querbolzen 24 miteinander verbunden. Diese im Querschnitt u-förmige Ausziehschiene 16 weist mit ihrer offenen Seite nach oben. Diese Ausziehschiene 16 ist als gepresstes oder gezogenes Strangprofil gestaltet.
Fig. 7 veranschaulicht nun die Ausziehvorrichtung mit den vorstehend beschriebenen Schienen in Ansicht. Es ist daraus erkennbar, dass die seitlich auskragenden Flansche 19 der Ausziehschiene 16, die in diesem Ausführungsbeispiel unterhalb der halben Höhe H dieser Schiene vorgesehen sind, zwischen den Rollen 12 und 14 aufgenommen ist. Der obere Teil dieser Ausziehschiene 16 ragt hier etwas über die Korpusschiene 2 hinaus, wobei hier jedoch ausdrücklich festgehalten ist, dass die Höhe H der Ausziehschiene 16 unter Weglassung der seitlich auskragenden Flansche 18 kleiner gehalten werden kann, sodass ihre jeweiligen Oberkanten im Wesentlichen bündig liegen mit der Oberkante 25 der Korpusschiene 2.
In Fig. 9 ist der Rahmen 20 dargestellt, der aus Vierkantrohren aufgebaut und umfangsgeschlossen ist und dessen unterer Horizontalschenkel 26 von der offenen Seite der Ausziehschiene 16 aufgenommen ist. Die lichte Weite des u-förmigen Querschnittes der Ausziehschiene 16 und jene des Kastenprofiles, aus dem zumindest der untere Horizontalschenkel 26 des Rahmens 20 gefertigt ist, sind so aufeinander abgestimmt, dass dieser Schenkel innerhalb des Querschnittes der Ausziehschiene 16 liegt, wodurch nicht unerhebliche Bauhöhe eingespart werden kann. Dies veranschaulicht vor allem Fig. 7. In diesem Rahmen 20 können Einsatzkörbe 22 eingehängt werden, oder es werden daran die den Schrank bildenden Teile festgelegt. Im oberen Teil des Hochschrankes ist eine Seitenführung 21 angeordnet, die einen für solche Ausziehführungen üblichen und bekannten Aufbau besitzt.
Die Blende 27 ist nach Art einer Explosionszeichnung vom vertikalen Schenkel des Rahmens 20 in Fig. 9 distanziert gezeichnet.
Zur Festlegung des Rahmens 20 in und an der Ausziehschiene 16 sind an der Unterseite des Horizontalschenkels 26 federartige, u-förmige Klammern 28 festgelegt, die mit den Querbolzen 24 formschlüssig zusammenwirken. Dies zeigt Fig. 8. Wie dieser vertikale Rahmen 20 mit diesen Klammern 28 montiert wird, ergibt sich unmittelbar aus der vorgestellten Konstruktion: Der vertikale Rahmen wird in die offene Seite des u-förmigen Querschnittes der Ausziehschiene 16 eingesetzt und dann gegenüber der Schiene in ihrer Längsrichtung verschoben, sodass die Klammern 28 die Querbolzen 24 umschliessen (Fig. 8).
Dank der vorgeschlagenen Konstruktion ist es möglich, den unteren Horizontalschenkel 26 des Rahmens 20 sozusagen im U-Querschnitt der Ausziehschiene 16 zu versenken, wo er nicht nur einen ausreichenden Halt vorfindet, sondern vor allem auch die Bauhöhe der für das Ausziehen des Schrankes erforderlichen Mechanik nicht unerheblich reduziert.
Anstelle der aus Fig. 8 ersichtlichen Anordnung der u-förmigen federelastischen Klammern 28 können diese auch so festgelegt werden, dass ihre offenen Seiten direkt nach unten gerichtet sind, sodass dieser Rahmen von oben her eingeführt und eingesteckt wird, ohne dass es eines Versatzes gegenüber der ihn aufnehmenden Ausziehschiene 16 bedarf.
Wie aus den vorstehenden Darlegungen und auch aus den beigefügten Zeichnungen ersichtlich, besteht die Ausziehvorrichtung aus Profilschienen, die auf sehr unterschiedlichen Wegen und mit unterschiedlichen Technologien gefertigt sind. Sind die Korpusschiene und die Differenzialschiene aus Stahlblechstreifen durch Biegeoperationen gefertigt, so ist die Ausziehschiene als gezogenes oder gepresstes Strangprofil gefertigt. Ein solches gepresstes oder gezogenes Strangprofil ist sehr massgenau gefertigt und bedarf keiner besonderen Nachbearbeitung und braucht nur auf seine jeweils gewünschte Länge abgeschnitten zu werden.
Auf Grund sehr hoher Massgenauigkeit dieser Strangprofile besitzt die Ausziehführung wenig Spiel, was den Bedienungskomfort erhöht.
Bezugszeichenliste:
1 Schrankkorpus
2 Korpusschiene
3 Seitenwange
4 Steg
5 Horizontalflansch
6 Anschlag
7 Differenzialschiene
8 Seitenwange
9 Steg
10 Horizontalflansch
11 Laufrolle
12 Laufrolle
13 Laufrolle
14 Stützrolle
15 Stützrolle
16 Ausziehschiene
17 Seitenwange
18 Flansch
19 Flansch
20 Rahmen
21 Seitenführung
22 Einsatzkorb
23 Anschlag
24 Querbolzen
25 Oberkante
26 Horizontalschenkel
27 Blende
28 Klammer