CH501660A - Verfahren zur Herstellung von Peptid-Derivaten - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Peptid-Derivaten

Info

Publication number
CH501660A
CH501660A CH928968A CH928968A CH501660A CH 501660 A CH501660 A CH 501660A CH 928968 A CH928968 A CH 928968A CH 928968 A CH928968 A CH 928968A CH 501660 A CH501660 A CH 501660A
Authority
CH
Switzerland
Prior art keywords
acid
reaction
amino acid
amide
leucine
Prior art date
Application number
CH928968A
Other languages
English (en)
Inventor
Schell Dewey Ray
Original Assignee
Merck & Co Inc
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Merck & Co Inc filed Critical Merck & Co Inc
Publication of CH501660A publication Critical patent/CH501660A/de

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07KPEPTIDES
    • C07K1/00General methods for the preparation of peptides, i.e. processes for the organic chemical preparation of peptides or proteins of any length
    • C07K1/02General methods for the preparation of peptides, i.e. processes for the organic chemical preparation of peptides or proteins of any length in solution
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D277/00Heterocyclic compounds containing 1,3-thiazole or hydrogenated 1,3-thiazole rings
    • C07D277/02Heterocyclic compounds containing 1,3-thiazole or hydrogenated 1,3-thiazole rings not condensed with other rings
    • C07D277/20Heterocyclic compounds containing 1,3-thiazole or hydrogenated 1,3-thiazole rings not condensed with other rings having two or three double bonds between ring members or between ring members and non-ring members
    • C07D277/32Heterocyclic compounds containing 1,3-thiazole or hydrogenated 1,3-thiazole rings not condensed with other rings having two or three double bonds between ring members or between ring members and non-ring members with hetero atoms or with carbon atoms having three bonds to hetero atoms with at the most one bond to halogen, e.g. ester or nitrile radicals, directly attached to ring carbon atoms
    • C07D277/34Oxygen atoms
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07KPEPTIDES
    • C07K5/00Peptides containing up to four amino acids in a fully defined sequence; Derivatives thereof
    • C07K5/04Peptides containing up to four amino acids in a fully defined sequence; Derivatives thereof containing only normal peptide links
    • C07K5/08Tripeptides
    • C07K5/0802Tripeptides with the first amino acid being neutral
    • C07K5/0804Tripeptides with the first amino acid being neutral and aliphatic
    • C07K5/0806Tripeptides with the first amino acid being neutral and aliphatic the side chain containing 0 or 1 carbon atoms, i.e. Gly, Ala

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Biophysics (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Genetics & Genomics (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Molecular Biology (AREA)
  • Proteomics, Peptides & Aminoacids (AREA)
  • Analytical Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
  • Peptides Or Proteins (AREA)

Description


  
 



  Verfahren zur   herstellung    von   Peptid-Derivaten   
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein neues Verfahren zur Herstellung der inneren Anhydride von   N-Thionocarboxyaminocarbonsäuren.   



   Die gesteuerte stufenweise Synthese von Polypeptiden und insbesondere Heteropeptiden ist ein Problem, das die Fachleute seit langem beschäftigt. Solche Produkte sind als Zwischenprodukte bei der Synthese von Proteinen nützlich. Gewisse von ihnen sind therapeutisch wirksam. Sie sind auch beim Studium und bei der Analyse von Proteinen nützlich, insbesondere bei Untersuchungen, die dazu dienen, die Wirkungsweise von Enzymen, Hormonen und anderen Proteinen mit wichtigen Funktionen im Organismus zu ergründen.



   Eine gesteuerte stufenweise Synthese von Heteropeptiden und Proteinen besteht in der Umsetzung einer Aminosäure oder eines Peptids, z. B. eines Tetrapeptids, in einem wässrigen Milieu unter gesteuerten Konzentrations-, Temperatur-, Zeit- und Wasserstoffionenkonzentrationsbedingungen mit einem N-Thiocarboxyaminosäureanhydrid zur Bildung einer Thiocarbamat Zwischenverbindung, die dann zur Bildung des gewünschten Produkts   dethiocarboxyliert    wird, gewöhnlich indem die   MTasserstoffionenkonzentration    auf pH 3 bis 5 herabgesetzt wird. Das Verfahren kann in aufeinander folgenden Umsetzungen ohne Isolierung der Zwischenverbindungen ausgeführt werden, wobei ein äusserst grosses Molekulargewicht aufweisende Heteropeptide erzeugt werden. Dieses Verfahren wird nachstehend als TCA-Verfahren bezeichnet.



   Dieses Verfahren besteht allgemein in der Umsetzung des gewählten   Aminosäurethioanhydrids,    entweder mit der Aminogruppe einer zweiten Aminosäure oder mit einem Peptid unter solchen Bedingungen, dass die einzige Aminogruppe, die während der Umsetzung in beträchtlicher Konzentration vorliegt, die Aminogruppe ist, die an der Umsetzung teilnehmen soll. Die genauen Bedingungen, unter denen ein besonderes   .Nminosäurethioanhydrid    sich mit einer Aminosäure oder einem Peptid umsetzt, hängen von den chemischen und physikalischen Eigenschaften der Reaktionsteilnehmer ab. Der Hauptfaktor ist die relative   Basizi;    tät der Reaktionsteilnehmer und Zwischenverbindungen.

  Die Umsetzung wird normalerweise durchgeführt, indem das Thioanhydrid bei einem pH von etwa 7 bis 10 und gewöhnlich 8 bis 10 und bei einer niedrigen Temperatur, z. B. 0 bis 250 C, einem die Aminosäure oder das Peptid enthaltenden wässrigen Milieu beigefügt und die Kupplungsreaktion zur Bildung einer Thiocarbamat-Zwischenverbindung zu Ende geführt wird, indem während einer Periode, die normalerweise 30 Minuten nicht übersteigt, aber 2 bis 3 Stunden betragen kann, rasch gerührt wird. Die Zwischenverbindung wird dann zur Erzeugung des gewünschten Produkts   dethiocarboxyliert,    indem der pH auf etwa 3 bis 5 herabgesetzt wird.



   Die vorliegende Erfindung stellt ein neuartiges und   zweckmässiges    Verfahren zur Herstellung der synthetisch nützlichen   N-Thiocarboxyaminosäureanhydn.de    dar. Das   erfindungsgemässe    Verfahren zur Herstellung der inneren Anhydride von   N-Thiocarboxyaminocarb-    onsäure ist nun dadurch gekennzeichnet, dass ein ent   sprediendes    Aminocarbonsäureamid, welches an der Aminogruppe durch eine veresterte Thionocarboxygruppe substituiert ist, in Gegenwart einer starken Säure in einem inerten polaren Lösungsmittel cyclisiert wird.



   Das Verfahren kann durch folgende Gleichung dargestellt werden:
EMI1.1     
  worin R Wasserstoff oder z. B. eine Niederalkyl-, Niederaralkyl-,   Niederaminoaikyl-,    Niedercarboxyalkyl-, Niederhydroxyalkyl-, Niedermercaptoalkyl-, Nieder-(niederalkylmercapto)-alkyl-, Niederguanadylalkvl-niederindolylalkyloder   Niederimidazólylalkyl-Gruppe    und R1 eine Niederalkyl oder Aralkyl darstellt. Der Ausdruck Niederalkyl umfasst bis zu 8 Kohlenstoffatome aufweisende Alkylgruppen.



   Die Ringschlussumsetzung wird in Gegenwart einer starken Säure und vorzugsweise einer anorganischen Mineralsäure wie z. B. Salzsäure, durchgeführt. Sie wird auch in einem inerten polaren organischen Lösungsmittel ausgeführt, wobei  inert  heisst, dass das Lösungsmittel mit dem Thiourethan-Derivat, dem Thionocarboxyanhydrid und der starken Säure nicht reagiert. Geeignete polare Lösungsmittel sind die Nitroniederalkane, insbesondere Nitromethan, doch können auch andere Lösungsmittel, besonders Ester, Äther oder halogenierte Kohlenwasserstoffe, die z. B. bis zu 8 Kohlenstoffatome aufweisen, verwendet werden.



   Bei der Ausführung der Umsetzung wird das Thionourethan-Derivat im polaren Lösungsmittel gelöst oder dispergiert und die starke Säure z. B. durch Einleiten von Chlorwasserstoffgas in die Lösung eingeführt. Geeignet sind mässige Reaktionstemperaturen von etwa 0 bis etwa   40     C, doch können auch etwas höhere oder niedrigere Temperaturen verwendet werden. Im allgemeinen ist es am zweckmässigsten, die Umsetzung bei etwa Raumtemperatur auszuführen. Es kann atmosphärischer Druck oder ein höherer Druck verwendet werden, Die Bildung des Thiocarboxyanhydrid-Produkts wird durch das Auftreten eines Niederschlags des Ammoniumsalzes der verwendeten Säure angezeigt, und die Umsetzung wird fortgesetzt, bis sich kein weiterer Niederschlag bildet oder bis aus den Infrarotspektren hervorgeht, dass die Umsetzung vollständig ist, im typischen Fall etwa 0,5 bis 10 Stunden.



   Das Thiocarboxyanhydrid wird zweckmässig durch Extraktion mit einem inerten organischen Lösungsmittel, wie z. B. Methylenchlorid oder Äthylacetat, Waschen mit Wasser, Trocknen der organischen Phase und Entfernen des Lösungsmittels rückgewonnen. Der Reinheitsgrad des Produkts wird durch Umkristallisation aus einem geeigneten Lösungsmittel, wie z. B.



  N-Hexan-Äthylacetat erhöht. Gegebenenfalls kann das Anhydrid nach dem Fachmann bekannten Methoden in dessen optische Isomere aufgespalten werden.



   Das Thionourethan-Derivat kann   z veckmässig    entweder aus dem verwandten Aminosäureamid durch Umsetzung mit einem Xanthogenatdiester oder aus der verwandten Aminosäure selbst durch Umsetzung mit einem   Xanthogenatdiester    und dann Umsetzung mit Ammoniak und einem milden Entwässerungsmittel hergestellt werden.



   Die Synthese des Thionourethans aus dem Aminosäureamid wird durch folgende Umsetzung veranschaulicht:
EMI2.1     
 worin R und R1 wie oben beschrieben und die zwei Gruppen   Rt    gleich oder ungleich sind. Die Umsetzung lässt sich ohne weiteres bei einer   massigen    Temperatur von etwa 30 bis   500 C    ausführen, obwohl auch etwas höhere oder niedrigere Temperaturen verwendet werden können. Gegebenenfalls können Lösungsmittel verwendet werden, um die Homogenität und Flüssigkeit des Reaktionsgemisches zu erhöhen. Es ist wünschenswert, das Mercaptan-Nebenprodukt bei dessen Bildung zu entfernen, weshalb die kurzzeitigen Xanthogenatester, wie z. B. Methylxanthogenat, vorgezogen werden. 

  Die Umsetzung lässt sich zweckmässig ausführen, indem ein Stickstoffträgerstrom durch das Reaktionsgemisch und von dort durch eine wässrige Bleiacetatlösung geleitet wird. Das Vorhandensein des Mercaptan-Nebenprodukts im Gasstrom wird durch die kontinuierliche Fällung eines gelb bis orange farbenen Bleimercaptids angezeigt, dessen Bildung aufhört, wenn die Hauptumsetzung zu Ende ist. Das Thionourethan kann durch herkömmliche Verfahren, wie z. B. dessen Lösung in einem inerten organischen Lösungsmittel, Waschen mit wässrigem Natriumchlorid, Abtrennen der organischen Schicht und Entfernen des Lösungsmittels, für die nachfolgende Umsetzung genügend gereinigt werden.



   Die Erzeugung des Thionourethans aus der verwandten Aminosäure wird durch folgende Umsetzung dargestellt und kann wie folgt durchgeführt werden:  
EMI3.1     
 worin R und   Rl    wie oben beschrieben und die zwei Gruppen R1 gleich oder ungleich sind. In der ersten Stufe dieser Synthese ist es wünschenswert, eine starke Base, wie z. B. ein Alkalimetallhydroxyd in Wasser, Alkohol oder einer Wasser-Alkohol-Lösung, zu verwenden. Sonst sind die Umsetzungsbedingungen gleich wie die oben für die Umsetzung des Aminosäureamids mit dem Xanthogenatester angegebenen.



   Das   Aminosäurethiononrethan    wird isoliert, indem das Produkt in eine wässrige alkalische Lösung aufgenommen und in einem inerten organischen Lösungsmittel, wie z. B. Äther, gewaschen wird, worauf die wässrige Schicht angesäuert und mit einem inerten organischen Lösungsmittel, wie z. B. Äthylacetat, wieder extrahiert wird. Die organische Schicht wird gesammelt und mit wässrigem Natriumchlorid gewaschen, worauf sie abgetrennt und zur Trockne verdampft wird.



   Die Umwandlung des Aminosäurethionourethans in das entsprechende Amid wird ausgeführt, indem es nacheinander mit Ammoniak und einem milden Entwässerungsmittel behandelt wird. Das Ammoniak wandelt die Säure in das Ammoniumsalz um und das Entwässerungsmittel entzieht ein Mol Wasser zur Bildung des Amids. Im typischen Fall wird das Aminosäurethionourethan in einem inerten organischen Lösungsmittel, wie z. B. Äther, gelöst, und trockenes Ammoniakgas wird zur Fällung des Ammoniumsalzes eingeleitet. Dann wird überschüssiges Ammoniak entfernt und die theoretische Menge Entwässerungsmittel beigefügt. Die bevorzugten Entwässerungsmittel sind die   Dialkylcarbodiimide,    wie z. B. Dicyclohexalcarbodiimid. Das Reaktionsgemisch wird gerührt, bis die Umsetzung zu Ende ist, im typischen Fall etwa 5 bis 20 Stunden.

  Mit den bevorzugten   Entwässerungsmitteln    geht die Umsetzung bei Raumtemperatur glatt vor sich, so dass keine höhere Temperatur notwendig ist. Die Aufarbeitung des Aminosäureamidthionourethan-Produkts zur Verwendung bei der Herstellung eines Thiocarboxyanhydrids wurde bereits beschrieben.



   Beispiele von zur Verwendung beim erfindungsgemässen Verfahren geeigneten Ausgangsmaterialien sind die nachstehenden Aminosäuren, und zwar entweder die rechts als auch die linksdrehenden Formen oder razemische Gemische sowie deren Amide oder Thionourethane: Alanin Leucin Cystein Phenylalanin Histidin Glutaminsäure als das a-Amid, Isoglutamin Aspastinsäure als das   a-Amid,    Isoaspurugin Cystin Arginin Glycin Prolin Serin Isoleucin Valin Thyrosin Threonin und dergleichen, sowie substituierte Derivate davon, wie diejenigen, die mit Niederalkyl-, Aryl-, Aralkyl=, Alkaryl- und Halogen-Gruppen substituiert sind.



   Wenn die Aminosäure eine einfache Aminosäure ist, wie z. B. Leucin oder Alanin, geht die Synthese wie oben angegeben in gerader Weise vor sich. Wenn die Aminosäure andere reaktionsfähige Gruppen enthält, werden diese vorzugsweise während der Synthese und allfälligen nachfolgenden Peptid-Synthesen geschützt.



  Die Hemmgruppe sollte einer Aufspaltung durch die bei der Ringschliessung verwendete starke Säure wiederstehen. Z. B. werden Amingruppen leicht mit Benzylgruppen blockiert. Thiocarbonsäureanhydride von Dicarbonsäureaminosäuren werden am besten über die a-Amide hergestellt. Ähnliche Verfahren zur Behandlung anderer reaktionsfähiger Gruppen sind dem   Fach-    mann bekannt.



   Wie bereits erwähnt, können die verwendeten Xanthogenate irgend eines der folgenden Xanthogenate oder ähnliche Verbindungen sein: Dimethylxanthogen, Diäthylxanthogen, Di-n-propylxanthogen, Di-n-butylxanthogen, Di-n-hexylxanthogen, Dibenzylxanthogen, Di-ss-phenyläthylxanthogenat usw. Gegebenenfalls können auch asymmetrische Xanthogenate verwendet werden.



   Folgende Beispiele dienen dazu, die vorliegende Erfindung zu veranschaulichen.  



   Beispiel 1
A) Leucinamidmethylthionourethan
Ein mit einem mechanischen Rührwerk, einem Einlassventil für Stickstoff, einem Thermometer und einer Rückflusskühler-Schrubbvorrichtung versehener 50 ml Dreihalskolben wird mit einer Lösung von 2,6 g (20 Millimol) L-Leucinamid in   5 mol    Methanol beschickt. Insgesamt 2,17 ml (21 Millimol) Dimethylxanthat werden in das Gemisch pipetiert. Ein Strom von trockenem Stickstoffgas wird durch das Gemisch geleitet und das ausströmende Gas in wässriges Bleiacetat eingeblasen. Es bildet sich sofort ein gelb bis orange farbener Bleimercaptid-Niederschlag.



   Das Gemisch wird 3 1/2 Stunden bei Raumtemperatur gerührt und dann 30 Minuten auf 500 C erhitzt.



  In diesem Zeitpunkt verläuft der Bleiacetat-Test praktisch negativ. Das erzielte zähflüssige Öl wird in 10 ml Äthylacetat aufgenommen, zweimal mit   7 mol    einer wässrigen   10 0/obigen    Natriumchloridlösung gewaschen, über Natriumsulfat getrocknet und zur Trockne verdampft. Das erzielte Produkt wird in 18 ml   Äthanol    gelöst, worauf man es langsam verdunsten lässt. Man erhält 3,5 g L-Leucinamidmethylthionourethan, das langsam kristallisiert.



   Befolgt man das gleiche Verfahren mit   Alaninamid    oder Phenylalaninamid, so werden die entsprechenden Methylthionourethane erzeugt. Ersetzt man das Dimethylxanthogenat durch   Diäthylxanthogenat,    Di-n-butylxanthogenat oder Dibenzylxanthogenat, so erhält man die entsprechenden   Äthyl-,    n-Butyl- und Benzylthionourethane.



   B) Leucin-N-thiocarboxyanhydrid
Insgesamt 0,45 g (2,2 Millimol) des nach   A)    erzielten Proddukts werden in 5 ml Nitromethan dispergiert, und trockenes Chlorwasserstoffgas wird eine Stunde bei Raumtemperatur eingeleitet. Das Reaktionsgemisch wird sofort trübe. Nach 1 Stunde wird eine 0,2 ml Probe entnommen und im Vakuum zur Trockene verdampft. Die Feststoffe werden in etwa   0,4 ml    Methylenchlorid aufgenommen, durch Glaswolle filtriert und einer Infrarotanalyse unterzogen, die die Gegenwart von Leucin-N-thiocarboxyanhydrid anzeigt.



   Der Rest des Reaktionsgemisches wird 1 weitere Stunde mit Chlorwasserstoff behandelt und dann in 5 ml Äthylacetat und 5 ml Wasser aufgenommen. Die wässrige Schicht wird weggeworfen und die organische Schicht mit weiteren 5 ml Wasser gewaschen. Die organische Schicht wird wieder abgetrennt und über Natriumsulfat getrocknet. Sie wird dann zur Trockne verdampft und der Rückstand aus 2 ml Cyclohexan umkristallisiert, wobei 0,17 g   LeucineN-thiocarboxyan-    hydrid erzielt werden.



   Die weiteren oben beschriebenen Thionourethane   können    unter gleichen Bedingungen verwendet werden, wobei man die entsprechenden Thiocarboxyanhydride erhält.



   Beispiel 2
Leucinmethylthionourethan
Insgesamt 52,5 g Leucin werden in   34,2 ml    45   0/obiges    äthanolisches Kaliumhydroxyd aufgenommen, worauf 10 ml Wasser beigefügt werden. In die Lösung werden 48,9 g Dimethylxanthogenat in 40 ml Methanol gegeben. Das Zweiphasensystem wird zur Bildung eines   Einphasensystems    unter Entwicklung von Methylmercaptan auf etwa   500 C    erhitzt. Die Lösung wird etwa 90 Minuten bei 500 C gehalten und konzentriert, um das meiste Äthanol zu entfernen. Der Rückstand wird mit 100 ml Wasser verdünnt und zweimal mit je 100 ml Äthylacetat gewaschen, um nicht umgesetztes Xanthogenat zu entfernen.

  Die wässrige Schicht wird in   200ml      34 mol    konzentrierte Salzsäure enthaltendes Äthylacetat gegeben, und weitere 50   mi    Wasser werden beigefügt. Durch diese Behandlung wird das Kaliumsalz von N-Thiocarbalkoxyleucin in die gewünschte Säure umgewandelt und in eine organische Schicht extrahiert. Die wässrige Schicht wird mit zusätzlichem Äthylacetat gewaschen, und die kombinierten organischen Schichten werden zweimal mit je 40 ml gesättigter Natriumchloridlösung gewaschen, über wasserfreiem Natriumsulfat getrocknet und filtriert. Das Filtrat wird bei vermindertem Druck zu einem zähflüssigen Öl konzentriert, das beim Stehen zur Bildung von Leucinmethylthionourethan kristallisiert.



   In ähnlicher Weise werden Alanin und Phenylalanin mit Dimethylxanthogenat zur Bildung des entsprechenden   Methyltbiononrethans    und Leucin, Alanin und Phenylalanin mit Diäthylxanthogenat bzw. Di-n-butylxanthogenat und Dibenzylxanthogenat zur Bildung der   Sithyl-    bzw. n-Butyl- und Benzylthionourethane umgesetzt.



   Leucinamidmethylthionourethan
2,05 g (10,0 Millimol) des erzielten Produkts werden in einem 50 ml Einhalskolben in 15 ml trockenem Äther gelöst; trockenes Ammoniakgas wird etwa 5 Minuten eingeleitet. Es bildet sich ein Öl, das sich von der Lösung abscheidet. Das Gemisch wird im Vakuum   konzentriert,    um Äther und überschüssiges Ammoniak zu entfernen, und 10 ml Acetonitril und 2,06 g (10 Millimol) Dicyclohexylcarbodiimid werden beigefügt.



  Das Gemisch wird über Nacht bei Raumtemperatur gerührt, konzentriert und mit   Äther    extrahiert. Der   Xaither-    extrakt wird über Natriumsulfat getrocknet, filtriert und eingedampft, wobei Leucinamidmethylthionourethan erzielt wird. Das Produkt wird zur Bildung von Leucin-N-thiocarboxyanhydrid unter den Bedingungen von Beispiel 1 B cyclisiert.



   In ähnlicher Weise werden die anderen genannten Thionourethane in das   Amidthionourethan    umgewandelt, und zu den entsprechenden Thiocarboxyanhydriden cyclisiert.



   Herstellung von Analylleucylphenylalanin
Dieses Beispiel veranschaulicht die Verwendung der Thiocarboxyanhydride zur Herstellung von Polypeptiden. In ein Gemisch von 3 Millimol Phenylalanin und 30 ml wässrigem Kaliumboratpuffer bei pH 10 werden 3,2 Millimol festes N-Thiocarboxylleucinanhydrid unter raschem Rühren gegeben, während die Temperatur zwischen 0 und   400 C    gehalten wird. Der pH mit konzentrierter Schwefelsäure auf 3 eingestellt, während ein Stickstoffstrom durch das Gemisch geleitet wird. Das Leucylphenylalanin-Produkt wird nicht isoliert.

  

   Der pH des   Gemisches    wird durch die Beigabe von   konzentriertem    Kaliumhydroxyd auf 10,0 eingestellt, und 3,4 Millimol Alanin-N-thiocarboxyanhydrid werden unter raschem Rühren beigefügt, während die Temperatur bei etwa 250 C gehalten wird. Die Umsetzung wird 20 Minuten fortgesetzt und die   Dethiocarboxylierung    durch Einstellung des pH-Wertes auf 3 mit Schwefel  säure bewirkt. Das gewünschte Produkt wird chromatographisch auf einer Silicagel-Kolonne isoliert. In ähnlicher Weise werden andere oben beschriebene Thiocarboxylanhydride zur gesteuerten stufenweisen Synthese von Polypeptiden verwendet. 

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH
    Verfahren zur Herstellung der inneren Anhydride von N-Thionocarboxyaminocarbonsäuren, dadurch gekennzeichnet, dass ein entsprechendes Aminocarbonsäureamid, welches an der Aminogruppe durch eine veresterte Thionocarboxygruppe substituiert ist, in Gegenwart einer starken Säure in einem inerten polaren organischen Lösungsmittel cyclisiert wird.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch zur Herstellung eines Aminosäure-N-thiocarboxyanhydrids der Formel EMI5.1 worin R Wasserstoff oder einen Substituenten bedeutet, dadurch gekennzeichnet, dass ein Aminosäureamidthionourethan der Formel EMI5.2 worin R1 ein Niederalkyl oder Aralkyl mit bis zu 8 Kohlenstoffatomen ist, in Gegenwart einer starken Säure und eines inerten polaren organischen Lösungsmittel cyclisiert wird.
    2. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Säure eine Mineralsäure ist.
    3. Verfahren nach Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mineralsäure Salzsäure ist.
    4. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Säure Salzsäure, das Lösungsmittel Nitromethan und R' Methyl ist.
CH928968A 1967-06-30 1968-06-24 Verfahren zur Herstellung von Peptid-Derivaten CH501660A (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
US65023467A 1967-06-30 1967-06-30

Publications (1)

Publication Number Publication Date
CH501660A true CH501660A (de) 1971-01-15

Family

ID=24608050

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
CH928968A CH501660A (de) 1967-06-30 1968-06-24 Verfahren zur Herstellung von Peptid-Derivaten

Country Status (5)

Country Link
CH (1) CH501660A (de)
DE (1) DE1770720A1 (de)
FR (1) FR1570326A (de)
GB (1) GB1197105A (de)
NL (1) NL6808552A (de)

Families Citing this family (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US4256897A (en) * 1979-10-29 1981-03-17 Pfizer Inc. Process for the preparation of L-aspartic acid N-thiocarboxyanhydride
IT1148005B (it) * 1981-04-09 1986-11-26 Leonida Grippa Tripeptide nelle sue sei combinazioni amminoacide alania fenilalanina e leucina in particolare fenil-alanina-alanina-leucina (p-a-l) aventela proprieta' di esaltare l'immunita' antivirale ed antitumorale

Also Published As

Publication number Publication date
NL6808552A (de) 1968-12-31
DE1770720A1 (de) 1972-01-20
FR1570326A (de) 1969-06-06
GB1197105A (en) 1970-07-01

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE3687103T2 (de) Verfahren zur herstellung von n-(1(s)-ethoxycarbonyl-3-phenylpropyl)-l-alanyl-l-proline.
DE2060969C2 (de) Verfahren zur Herstellung von Cystin-haltigen Peptiden
EP0029488A1 (de) Aminosäurederivate, Verfahren zu ihrer Herstellung und ihre Verwendung zur Behandlung von Bluthochdruck
DE2714141A1 (de) Dipeptid-analoge und verfahren zu ihrer herstellung
EP0052870A1 (de) Aminosäurederivate und Verfahren zu ihrer Herstellung
DE1445450A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Peptiden
DE4123248A1 (de) Verfahren zur herstellung von n-substituierten (alpha)-aminosaeuren und (alpha)-aminosaeure-derivaten
DE2660626C2 (de) 3-Amino-2-hydroxy-4-phenyl-butansäure-Derivate und Verfahren zu ihrer Herstellung
CH618961A5 (de)
CH501660A (de) Verfahren zur Herstellung von Peptid-Derivaten
DE2431963C2 (de) Verfahren zur Herstellung heterocyclischer Verbindungen
DE1163337B (de) Verfahren zur Herstellung von Trihydroxamsaeuren
DE2245392C3 (de) Verfahren zur Herstellung von N-tert-Butyloxycarbonyl-, N-tert-Amyloxycarbonyl- oder N-4-MethoxybenzyIoxycarbonylaminocarbonsäuren oder -peptiden
EP0024664B1 (de) Neue Peptidamide und Verfahren zu ihrer Herstellung
EP0758342B1 (de) Neuer peptidischer wirkstoff und dessen herstellung
DE1958383C3 (de) Leupeptine, Verfahren zu ihrer Herstellung und diese enthaltende Arzneimittel
DE2022032C3 (de) Verfahren zur Herstellung von Pepliden
EP0129075A2 (de) Geschützte Aminosäurederivate und deren Herstellung
DE2416355A1 (de) Direkte synthese von dopaminaminosaeureamiden
DE2264193A1 (de) Verfahren zur herstellung von lysin enthaltenden peptiden
DE68904868T2 (de) S-difluoromethylhomocysteine, verfahren zu ihrer herstellung und insektizide zusammensetzungen.
FI83633C (fi) Foerfarande foer framstaellning av aminosyraderivat och i foerfarandet anvaend mellanprodukt.
DE2016970A1 (de) Neue Dipeptid amide
WO2000031119A1 (de) Verfahren zur herstellung von l-prolyl-l-m-sarcolysyl-l-p-fluorphenylalanin und von derivaten davon
CH616912A5 (en) Process for the preparation of dipeptide derivatives.

Legal Events

Date Code Title Description
PL Patent ceased