Fahrtschreiber
Die Erfindung betrifft einen Fahrtschreiber mit einer oder mehreren zu einem Bündel zusammengefasster kreisförmiger, von einem Uhrwerk angetriebener Diagrammscheiben als Aufzeichnungsträger und Mitteln zum Aufzeichnen einerseits der Betriebsdaten von Kraftfahrzuegen, andererseits der zu entlohnenden Arbeitszeiten des oder der Fahrer derart, dass die beiden im wesentlichen in einer Ebene aufgezeichneten Datengruppen räumlich trennbar sind.
Bekanntlich wird der Fahrtschreiber zur Erfassung, d. h. teils zur Anzeige, im wesentlichen aber zum Aufzeichnen der im Betriebsablauf eines Kraftfahrzeuges auftretenden technischen Daten eingesetzt. Im einfachsten Falle werden dabei die gefahrene Geschwindigkeit, die Drehzahl des Motors, der zurückgelegte Weg und die reine Fahrzeit in Form eines Balkendiagramms auf der üblichen Diagrammscheibe aufgezeichnet.
Das Balkendiagramm, das im allgemeinen durch eine von einem auf die fahrtbedingten Erschütterungen ansprechenden Rüttelpendel betätigte Schreibeinrichtung aufgezeichnet wird, hatte ursprünglich die Aufgabe auszusagen, ob, wenn und wie lange das Fahrzeug benutzt wurde, und zwar unabhängig davon, ob der Fahrtschreiber ordnungsgemäss angetrieben wurde, ob der Antrieb des Fahrtschreibers ausgefallen war, oder ob zur missbräuchlichen Benutzung des Fahrzeugs der Antrieb des Fahrtschreibers absichtlich unterbrochen wurde.
Inzwischen ist man dazu übergegangen, dieses Balkendiagramm, das sich besonders auch für eine automatische Auszählung anbietet, hinsichtlich der Fahrzeit bzw. der Lenkzeit des Fahrers auszuwerten, um eine Grundlage für die zu entlohnende Arbeitszeit des Fahrers zu schaffen.
Die Ausweitung des Transportwesens hat nun dazu geführt, dass es beispielsweise für Fahrzeuge zur Personenbeförderung und für Lastzüge, die über längere Fahrtstrecken ununterbrochen im Einsatz sind, üblich wurde, diese Fahrzeuge mit zwei Fahrern zu besetzen.
Um nun unterscheidbar aufzeichnen zu können, welcher Fahrer in welchem Zeitraum das Fahrzeug geführt hat, d. h. um letzten Endes wiederum zumindest die Lenkzeiten der einzelnen Fahrer ermitteln zu können, sind bereits verschiedene Einrichtungen bekannt geworden, die das Balkendiagramm derart beeinflussen, dass zur Kennzeichnung der einzelnen Fahrer entweder unterschiedliche Schreibbreiten oder zueinander radial versetzte Balken auf der Diagrammscheibe aufgezeichnet werden.
Zur Ermittlung der wahren Arbeitszeit, die sich aus den Lenkzeiten, Hilfsdiensten wie Be- und Entladezeiten, Arbeiten am Fahrzeug, wie Reifenwechsel und dergleichen und auch aus den sogenannten Bereitschaftszeiten, in denen ein Fahrer lediglich als Beifahrer tätig ist, zusammensetzt, sind weitere Einrichtungen bekannt geworden, die bewirken, dass für jeden Fahrer durch Betätigen entsprechender Handeinstellmittel nach Stillstand des Fahrzeuges ein von einer von einem Schwingungsgeber angetriebenen Schreibeinrichtung aufgezeichnetes Balkendiagramm auf der Diagrammscheibe registriert wird. Andere bekannte Lösungen sehen eine Handbetätigung erst dann vor, wenn die sich an die Lenkzeit anschliessende zusätzliche Arbeitszeit beendet ist und vom Fahrer eine Ruhepause eingeschaltet wird oder der Fahrer seinen Dienst beendet.
Dabei ist es besonders hinsichtlich einer automatischen Auswertung und auch der allgemeinen Übersichtlichkeit wegen zweckmässig, wenn die Balkendiagramme für die einzelnen Fahrer in getrennten Bahnen, die nicht zu nahe beieinander liegen, aufgezeichnet werden. Durch diese Aufzeichnungsform wird es auch in einfacher Weise möglich, die Art der geleisteten Arbeit eines jeden Fahrers durch Variieren der Balkenbreite darzustellen.
Abgesehen von einer raschen und sicheren Datenerfassung für die Lohnabrechnung wäre diese Art der Arbeitszeiterfassung durch den Fahrtschreiber geeignet, das Führen das für jeden Fahrer vorgeschriebenen Fahrtenbuches zu ersetzen und den Fahrer dadurch zu entlasten.
Das besondere Problem, das sich jedoch in diesem Zusammenhang stellt und das auch Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist, entsteht, wenn die Fahrzeugbesatzung im allgemeinen bestehend aus zwei Fahrern oder nur ein Fahrer der Fahrzeugbesatzung das Fahrzeug wechselt. Die bis zum Fahrzeugwechsel aufgezeichneten Arbeitszeiten lassen sich dabei, insbesondere wenn das Fahrzeug weiter im Einsatz bleibt, nicht ohne weiteres aus dem Fahrtschreiber entnehmen, da die Diagrammscheibe für die lückenlose Aufzeichnung der weiteren Fahrdaten des Fahrzeuges zur Verfügung stehen muss. Andererseits wird die Arbeitszeitaufzeichnung wertlos, wenn nicht eine besondere zusätzliche Kennzeichnung beispielsweise einer Fahrernummer der Aufzeichnung beigefügt wird. Aber auch dann ist die Auswertung der Arbeitszeit eines Fahrers aus mehreren Diagrammscheiben besonders schwierig.
Dies gilt insbesondere auch für den Fall, dass während der Einsatzzeit des Fahrzeuges ein Fahrer der Besatzung durch einen anderen nicht zur ursprünglichen Besatzung gehörenden Fahrer abgelöst werden soll.
Die Tatsache, dass die auf der Diagrammscheibe aufgezeichneten Daten über den Fahrtverlauf des Fahrzeuges ihrem Wesen nach in zwei Datengruppen, nämlich einerseits die der Betriebsdaten des Fahrzeuges und andererseits die der Arbeitszeiten der Fahrer aufteilbar sind, führte zu der der Erfindung zugrunde liegenden Aufgabenstellung nämlich einen Fahrtschreiber zu schaffen, der ein räumliches Trennen der beiden im wesentlichen in einer Ebene aufgezeichneten Datengrup pen ermöglicht.
Die erfindungsgemässe Lösung besteht nun darin dass für das Aufzeichnen der Arbeitszeiten eines oder mehrerer Fahrer zusätzlich zu der die Betriebsdaten des Fahrzeuges aufnehmenden Diagrammscheibe eine in ihrem Aussendurchmesser kleinere Diagrammscheibe vorgesehen ist, die zusammen mit der Diagrammscheibe für die Betriebsdaten auf einer gemeinsamen Achse festspannbar ist und synchron mit dieser umläuft.
In weiterer Ausbildung schlägt die Erfindung vor, dass für das Aufzeichnen der Arbeitszeiten mehrerer Fahrer zusätzlich zur Grundscheibe mehrere kleinere in ihren Aussendurchmessern zur Aufnahme der Arbeitszeiten jeweils einer Aufzeichnungsbahn gestaffelte Arbeitszeitscheiben vorgesehen sind.
Die Arbeitszeiten der einzelenn Fahrer können also auf eine von den übrigen Fahrdaten räumlich trennbare Diagrammscheibe aufgezeichnet werden. Der Vorteil der Erfindung ist darin zu sehen, dass wenn ein Fahrer einer bestimmten Fahrzeugbesatzung das bisherige Fahrzeug verlässt, um ein anderes Fahrzeug zu übernehmen oder in diesem als Beifahrer mitzufahren, er seine persönliche Diagrammscheibe auf der seine bisherigen Arbeitszeiten registriert sind, aus dem Fahrtschreiber des bisher gefahrenen Fahrzeuges entnehmen und in den Fahrtschreiber des zu übernehmenden Fahrzeuges einlegen kann.
Der Erfindungsgegenstand ist im folgenden an Hand eines aus der Zeichnung hervorgehenden Ausführungsbeispiels erläutert. In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 eine Diagrammscheibe mit den zusätzlich eingelegten kleineren Diagrammscheiben für die Arbeitszeitregistrierung;
Fig. 2 eine schematisierte Schnittdarstellung der einzelnen Diagrammscheiben und der Stellungen der Schreibstifte.
Auf der Diagrammscheibe 1, die im folgenden als Grundscheibe bezeichnet werden soll, ist in üblicher Weise neben einer am Aussenrand aufgedruckten Zeitskala 2 ein Schreibfeld 3 für den Geschwindigkeitsaufschrieb 4 und ein Schreibfeld 5 für den Aufschrieb des zurückgelegten Weges 6 vorgesehen. Ferner besitzt die Grundscheibe 1 eine für das zeitrichtige Einlegen ausgebildete Mittelstanzung 7 über die die Scheibe von dem nicht dargestellten und entsprechend ausgebildeten Dorn an der vom Uhrwerk zeitrichtig angetriebenen Diagrammscheibenauflage mitgenommen wird. In dem gezeichneten Beispiel sind für 2 Fahrer zwei weitere kleinere Diagrammscheiben 8 und 9, im folgenden als Arbeitszeitscheiben bezeichnet, die dieselbe Mittestanzung wie die Grundscheibe aufweisen, zusammen mit der Grundscheibe im Fahrtschreiber eingelegt.
Die grössere Arbeitszeitscheibe überdeckt dabei das allgemeine Schriftfeld der Grundscheibe, beispielsweise für die Eintragung des Fahrzeugkennzeichens und dergleichen und die beiden Aufzeichnungsbahnen der Arbeitszeiten. Die Schreibstifte 10 und 11 schreiben dabei jeweils auf einer der Arbeitszeitscheiben, während die Grundscheibe von den Schreibstiften 12 und 13 beschrieben wird. Zu diesem Zwecke sind die Arbeitszeitscheiben in ihren Aussendurchmessern so gestaffelt, dass im eingelegten Zustand eine ausreichende radiale Differenz für das Aufzeichnen eines Balkendiagramms am Aussenrand der grösseren Scheibe gegeben ist.
Wie das dargestellte Beispiel zeigt, ist die Arbeitszeitscheibe 8 bereits in einem anderen Fahrzeug zuerst mit einer Bereitschaftszeit oder Hilfsarbeitszeit 14, dann mit einer Lenkzeit 15 beschreiben worden. Nach einer Pause 16, in der die Scheibe dem Fahrtschreiber entnommen war, wurde im Zeitpunkt 17 die Scheibe in den Fahrtschreiber eines neu zu übernehmenden Fahrzeuges eingelegt, wo der betreffende Fahrer zunächst zusammen mit dem Beifahrer in Bereitschaft stand oder irgendwelche Wartungs- oder Hilfsdienste 18 ausführte, um anschliessend 19 das Fahrzeug zu führen. Nachdem für beide Fahrer anschliessend wieder Bereitschaftszeit registriert wurde, hat im Zeitbereich 20 der andere Fahrer das Fahrzeug gesteuert. Für beide Fahrer wurde nach Stillstand des Fahrzeuges wiederum eine Hilfstätigkeit 21 registriert.
Im Zeitpunkt 22 hat einer der Fahrer den Dienst beendet bzw. auf Ruhepause geschaltet, die Arbeitszeitscheibe 8 jedoch im Fahrtschreiber belassen.
Bei diesem Fahrzeugwechsel kann es insbesondere, wenn nur ein Fahrer das Fahrzeug wechselt vorkommen, dass zwei Fahrer mit gleichgrossen Arbeitszeitscheiben zusammentreffen. Es muss daher dafür Sorge getragen werden, dass in einem solchen Falle jeder Fahrer Scheiben verschiedenen Durchmessers bei sich trägt, die er den Erfordernissen entsprechend einlegen kann.
Selbstverständlich ist es auch möglich, dass wenn ein Fahrzeugwechsel oder Fahreraustausch nicht nötig bzw.
nicht vorgesehen ist, die Arbeitszeiten in der üblichen Weise lediglich auf der Grundscheibe zu registrieren.