Hydraulisch betätigter vertikal ausfahrbarer Teleskopmast Die Erfindung betrifft einen hydraulisch betätigten, vertikal und. relativ hoch ausfahrbaren Teleskopmast mit einem einerseits am Grundgestell und andererseits am Mastkopf festglegten die Verdreh- und Biegekräfte aufnehmenden eckigen Teleskoprohr, welches bei Betäti gung des parallel zum Mast sich erstreckenden Teleskop druckstempels ausgezogen oder zusammengeschoben wird.
Es ist bekannt, druckmittelbetätigte vertikal ausfahr bare Teleskopmaste mit einem profilierten z. B. quadra tische Querschnittsform aufweisenden Mantelteleskop zu umhüllen, wobei das Druckrohr relativ geringen Durch messers nur die Vertikalkräfte und das Mantelteleskop nur die Biegekräfte aufnimmt.
Es ist auch bekannt, die auf der Mastspitze ruhende Last, z. B. eine Arbeitsplattform, bei ganz oder teilweise ausgefahrenem Mast auf einem unterhalb des Aufnah mekopfes an der Mastspitze angeordneten Drehteller zu verschwenken.
Infolge der Vielzahl der teleskopierenden Schüsse und deren naturgegebenes Bewegungs- und Fertigungs spiel fährt die Mastspitze nicht geradlinig aus, sondern längs einer Art parabolisch gekrünunten Kurvenbahn. Ist die Last nun gar aussermittig zur Mastmittellinie ange ordnet oder kommt horizontale Windlast hinzu, wird die Mastspitzenauslenkung unzulässig gross, weshalb eine Begrenzung der Ausfahrhöhe und der Schusszahl erfol gen muss.
Wird die exzentrisch wirkende Last auf der Mast spitze gedreht, beschreibt letztere eine Art Kegelmantel, wobei die einzelnen Mantelmastschüsse von der einen Anlegeseite zur anderen (Spiel) kippen. Starker Ver- schleiss, Angstgefühl der Arbeiter und kein fester Halt des ganzen Mastes sind die Folge. Um nun den eingefahrenen Mast durch niedrige Türöffnungen verbringen zu können, kann auf eine geringstmögliche Höhe (ca. 1.70 m) nicht verzichtet werden, anderseits wird eine möglichst grosse Ausfahr- höhe, z.
B. bei Verwendung des Mastes als Träger einer Radarantenne oder einer Scheinwerferanlage, verlangt. Ausfahrhöhen von mehr als 22 Metern kommen in Betracht. Dabei soll die Ausfahr- und Einziehbewegung relativ schnell vor sich gehen und der Ölvorrat an Drucköl soll klein gehalten werden. Eine Pendelbewe gung des belasteten voll ausgefahrenen Mastkopfes soll praktisch ausgeschlossen sein. Dies auch dann, wenn ausser einer exzentrischen Belastung des Mastkopfes auch noch unkontrollierbare Windkräfte hinzukommen.
Das Spiel zwischen den einzelnen Schüssen des die Biegekräfte aufnehmenden Mastes muss also aufgehoben sein.
Aus der Forderung nach einer geringstmöglichen Bauhöhe im eingefahrenen Zustand folgt, dass zur Erzielung einer sehr grossen Ausfahrhöhe eine relativ grosse Zahl von Einzelschüssen notwendig ist. Für den Teleskopdruckstempel folgt hieraus ein erheblicher Durchmesserunterschied zwischen dem kleinsten und dem grössten Zylinderrohr und weiter bei konstanter Förderung von Drucköl durch eine Pumpe ein dem jeweiligen Durchmessersprung entsprechender grosser Sprung der Aus- und Einfahrgeschwindigkeit. Beträgt bei z.
B. acht ausfahrenden Schüssen der kleinste Innen durchmesser 60 mm und der grösste Innendurchmesser 200 mm, so entspricht dies einem Aus- und Einfahrge- schwindigkeitsverhältnis von etwa 1:10 oder z. B.
VmaX : Vmin = 30 cm/sec. : 3,0 cm/sec.
Da im praktischen Betrieb derartige Geschwindig keitsunterschiede unbrauchbar, ja gefährlich sind, wer- den komplizierte und teure elektrohydraulische Regel einrichtungen mit zu- und abschaltbaren Pumpensätzen usw. notwendig. Des weiteren werden hydraulische Zylinderrohre aus Gründen preisgerechter Fertigungs verfahren nur bis zu einem Aussendurchmesser bis 150 mm in Serie hergestellt.
Alle grösseren Rohre sind daher als Präzisionszylin- derrohre sehr teuer. Hinzu kommt noch, dass die Auslegung der gesamten hydraulischen Anlage (Pumpen, Ventile, Armaturen, Ölmengen usw.) für das grösste Rohr bemessen werden muss, also sehr teuer, schwer und voluminös wird.
Zweck der Erfindung ist die Schaffung eines Tele- skopmastes, welcher diese Nachteile nicht aufweist.
Der erfindungsgemässe Teleskopmast ist dadurch gekennzeichnet, dass der ölhydraulisch betätigte Tele- skopdruckstempel in Längsrichtung des Mastes stock werkartig unterteilt ist und dass diese Druckstempel in paarweise Anordnung nebeneinander aussen neben dem die Biegekräfte aufnehmenden Teleskoprohr an nach aussen vorstehenden Druckplatten oder an Auslegerar men dieses eckigen Teleskoprohres angeschlossen sind,
und dass die Glieder des die Biegekräfte aufnehmenden eckigen Teleskoprohrs gewollt ungeradlinig geführt sind, so dass sie stets nur an einer Seite satt anliegen, und dass das ganze Teleskopmastsystem auf einer um eine verti kale Achse verschwenkbaren Grundplatte aufgebaut ist, derart, dass die einseitige satte Anlage der Glieder des Teleskoprohrs sich beim Verschwenken des ganzen Mastsystems nicht ändert.
Auf dem Mastkopf kann ein Aufbau, z. B. eine Arbeitsplattform oder eine Scheinwerferbatterie, in an sich bekannter Weise so angeordnet sein, dass der Schwerpunkt dieser Nutzlast etwas seitlich zur Mittellinie des profilierten die Biegekräfte aufnehmenden Mastes liegt. Jeder Mastschuss liegt dann immer an ein und derselben Seite satt an, so dass das sogenannte Spiel aufgehoben ist.
Dies kann man dadurch erreichen, indem man die Führungsleisten an den Enden der sich gegen seitig abstützenden Mastschüsse verschieden dick macht, so dass die einzelnen Mastschüsse entgegengesetzt zur Mastschwerlinie ausfahren, wie es z. B. aus Fig. 6 der Zeichnung ersichtlich ist. Unter Berücksichtigung einer geringen Durchbiegung des Mastes unter der aussermitti gen Belastung ist der Mast dann augenscheinlich wieder gerade.
Bei richtiger Dimensionierung der Führungsleisten kann also erreicht werden, dass nach Überwindung des Spieles, trotz elastischer Durchbiegung des Mantelma stes, letzterer für das Auge scheinbar gerade bzw. lotrecht ausfährt. Um diesen letztgenannten Zustand auch dann zu behalten, wenn die Last mit sonstigem Aufbau sich drehen muss, ist es notwendig, die Drehvor richtung von der Mastspitze nach unten zu verlegen und somit den. ganzen Mantelmast einschliesslich Hydraulik zu drehen.
Vorzugsweise sind alle Einzelmaste gleich mit je der Hälfte an ausfahrenden Schüssen gegenüber druck mittelbetätigten Teleskopmasten alter Bauart. Dadurch kann erreicht werden, dass das Geschwindigkeitsverhält nis z. B. nur noch 1 : 3 ist, weiter das grösste Rohr z. B. nur noch 115 mm Durchmesser besitzt und damit jederzeit preisgünstig am Markt zu haben ist.
Die hydraulische Anlage muss bei dieser Ausführungsform nur noch auf rund die halbe Fördermenge ausgelegt werden, also geringe Kosten, kleine Abmessungen bedeutend leichter als bisher; die Ölfüllung kann dabei auf die Hälfte reduziert werden.
Die Druckstempel weisen vorzugsweise geringen Durchmesser auf und sind paarweise ausserhalb, d. h. neben dem die Biegekräfte aufnehmenden Teleskopmast angeordnet und stützen sich vorzugsweise zwischen den einzelnen Stockwerken jeweils gegen nach aussen vor stehende Druckplatten ab, die den meist quadratische Querschnittsform aufweisenden Teleskopmast in seiner Längsrichtung unterteilen.
Nachstehend wird die Erfindung anhand der Zeich nung näher erläutert. Es zeigen: Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel eines hoch ausfahrba ren Teleskopmastes mit unsymmetrisch am Mastkopf angeordneter Arbeitsplattform in Ansicht von der Sei te;
Fig. 2 und 3 die besondere Anordnung druck mittelbetätigter Teleskopstempel, wobei das obere Stockwerk aus nur einem Teleskopstempel besteht, während die Druckstempel der anderen Stockwerke paarweise angeordnet sind;
Fig. 4 und 5 druckmittelbetätigte Teleskopstempel in nur paarweiser Anordnung; und Fig. 6 und 7 die Ausbildung und Anordnung der Gleitlager des eigentlichen Teleskopmastes kastenförmi- gen Querschnittes.
Der untere Teil 1 des ortsveränderlichen Teleskop mastes besitzt quadratische Querschnittsform und ist aufrecht stehend auf einer Drehplatte 2 des Fahrgestells 3 angeordnet. Dieser die übrigen Teleskopteile in sich aufnehmende Bauteil 1 ist mittels seitlicher Streben 4 gegen die Drehplatte 2 abgestützt.
Die Glieder 5, 6, 7 und 8 bilden zusammen mit dem gestenfesten Bauteil 1 das untere Stockwerk des Mastes, während die oberhalb der Druckplatte 9 befindlichen Glieder 10, 11, 12 und 13 des Teleskopmastes das obere Stockwerk bilden und eine Arbeitsplattform 14 tragen, welche mit einer seitlich ausfahrbaren Nebenplattform 15 ausgerüstet ist,
so dass der Schwerpunkt der ganzen Arbeitsplattform aussermit- tig zur Mittellinie des Teleskopmastes liegt. Die Tele- skopdruckstempel relativ kleinen Durchmessers sind ausserhalb des eigentlichen Teleskopmastes parallel zu diesem paarweise angeordnet. Die beiden Druckstempel des unteren Stockwerkes bestehen aus den auf der Drehplatte 2 stehenden ortsfesten Druckrohren 16 mit den zugehörigen Rohrschüssen 17, 18, 19 und 20.
Das obere Ende des Schusses 20 stützt sich gegen die Unterseite der mit dem Bauteil 8 fest verbundenen Druckplatte 9 ab, auf welcher sich das zweite Stockwerk des Mastes aufbaut. An der Druckplatte 9 sind nach unten vorstehend die unteren Druckrohre 21 des Tele- skopdruckstempels für das zweite Stockwerk festgelegt. Aus diesen Druckrohren sind die Schüsse 22, 23, 24 und 25 nach oben ausfahrbar, wobei der obere Bauteil 25 die Arbeitsplattform 14 von unten abstützt.
In der Fig. 2 ist gezeigt, dass der Teleskop-Druck- stempel des jeweils oberen Mast-Stockoverkes auch nur aus einem Druckstempel bestehen kann. Besser ist es jedoch, auch das obere Stockwerk mittels paarweise angeordneter Druckstempel gemäss Fig. 4 zu bewegen.
Die. Querschnittsformen ergeben sich dann nach den Figuren 3 und 5. In Fig. 6 ist gezeigt, dass die Führungsleisten 26 und 27 der einzelnen Schüsse des Mastes an zwei gegenüberliegenden Seiten ungleiche Dicke besitzen und so ausgebildet sind, dass die einzel nen Schüsse nicht geradlinig bewegt werden. Sie befin den sich stets auf der gleichen Seite des Mastes satt in Anlage.
Dies auch dann, wenn das ganzes System durch Drehen des Drehtellers 2 verschwenkt wird. Der durch den aussermittigen Schwerpunkt der Plattform oder eines sonstigen Lastkörpers am Mastkopf gebildete Hebelarm 28 versucht den Mast wieder gerade zu richten. In Verbindung mit geringfügiger Durchbiegung entsteht dann der Eindruck, dass der Mast im ausgefah renen Zustand gerade ist. Aber das störende Spiel zwischen den einzelnen Mastschüssen ist aufgehoben.