Photographische Mattscheibenkamera mit einem Zentralverschluss und einer verstellbaren Irisblende Die vorliegende Erfindung betrifft eine photogra phische Mattscheibenkamera mit einem Zentralver- schluss und einer verstellbaren Irisblende, die beide in eine handelsübliche, trommelförmige Verschlusseinheit eingebaut sind, welche an ihrem Umfang einen.
Blen- densteuerhebel zum Verstellen der Blendenöffnung, einen Verschluss-Spannhebel zum Spannen von Ven- schlussbetätigungsfedern, einen Verschluss-Auslösehe- bel und einen Hebel zum öffnen. der Verschlusslamel- len zwecks Mattscheibenbetrachtung aufweist.
Bisher bekannte Kameras der beschriebenen Art haben den Nachteil, dass die verschiedenen Hebel der Verschlusseinheit alle einzeln betätigt werden müssen, wenn vor der photographischen Aufnahme das Matt scheibenbild bei geöffnetem Verschluss und grösster Blendenöffnung betrachtet werden soll.
Unmittelbar vor der Aufnahme sind die Verschlusslamellen zu schliessen, der Blendensteuerhebel für die Einstellung der richtigen Blendenöffnung zu betätigen, der Ver- schluss mittels des Verschluss-Spannhebels zu spannen, anstelle der Mattscheibe eine Negativkasette anzubrin gen oder bei einer Spiegelreflexkamera den Spiegel zu schwenken und schliesslich den Verschluss auszulösen. Diese verschiedenen Operationen erschweren das Arbeiten mit der Kamera und bringen die Gefahr von Fehlbedienungen: mit sich.
Diesen Nachteilen steht jedoch der Vorteil gegenüber, dass die Verschlussein heit handelsüblich .ist und in vielerlei Ausführungen zu verhältnismässig günstigem Preis den Kamerafabrikan ten angeboten wird.
Es sind zwar auch photographische Kameras einer anderen Gattung bekannt, welche die geschilderten Nachteile nicht aufweist und bei der einerseits das Spannen: des Verschlusses, das öffnen der Verschluss- lamellen und das vollständige öffnen der Blende zwangsläufig praktisch miteinander erfolgen und ande rerseits beim Schliessen der Verschlusslamellen zu gleich automatisch die Blende bis auf eine vorgewählte Blendenöffnung geschlossen wird. Solche bekannte Kameras weisen aber nicht eine als Kamerabauteil handelsübliche Verschlusseinheit mit eingebautem Zen- tralverschluss und verstellbarer Irisblende auf.
Viel mehr handelt es sich beim Verschluss und der Iris blende solcher Kameras um Spezialkonstruktionen, die gerade nur für den betreffenden Kameratyp brauchbar sind und in der Herstellung natürlich entsprechend teu rer zu stehen kommen. Abgesehen hiervon sind diese speziellen Kameraverschlüsse meistens nicht für extrem kurze Belichtungszeiten geschaffen. Dies gilt insbeson dere für grossformatige Universal-Fachkameras.
Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, die Vorteile der beiden erwähnten, bekann ten Kameragattungen unter Vermeidung deren Nach teile zu verschmelzen.. Durch die Erfindung soll also die Schaffung einer photographischen Mattscheibenka- me.na crm,öglicht werden, die :
eine als Kamerabauteil han delsübliche Verschlusseinheit mit einem Zentralver- schluss und einer verstellbaren Irisblende aufweist und bei welcher durch eine einzibe Bewegung sowohl der Verschluss gespannt, die Verschlusslümellen geöffnet, als auch die Blende vollständig geöffnet werden kön nen und.
bei der wieder durch eine einzige Bewegung die Verschlusslamellen vollständig und die Blende bis auf eine vorgewählte Blendenöffnung geschlossen wer den können.
Diese Aufgabe ist bei der Mattscheibenkamera gemäss der Erfindung zur Hauptsache dadurch gelöst, dass der Blendensteuerhebel der handelsüblichen Ver- schlusseinheit unter dem Einfluss einer Blenden schliessfeder steht, die bestrebt ist, die Blende zu schliessen und den Blendensteuerhebel gegen den An schlag zu bewegen, der zur Vorwahl der gewünschten Blendenöffnung manuell verstellbar und gegen unbeab sichtigtes Verstellen gesichert ist, dass die Verschluss- einheit von einem drehbaren Ring umgeben ist,
der manuell in eine erste Endlage und unter dem Einfluss einer Rückdrehfeder in eine zweite Endlage drehbar ist, dass der Ring einen Steuernocken zum Betätigen des Verschluss-Spannhebels und des Hebels zum öff nen der Verschlusslamellen beim Drehen des Ringes in die erste Endlage und zum Betätigen des Verschluss- Auslösehebels beim Drehen.
des Ringes in die zweite Endlage aufweist, dass ferner am Ring ein Mitnehmer- anschlag vorhanden ist, der beim Drehern, des Ringes in die erste Endlage den Blendensteuerhebel mitnimmt und dadurch die Blende entgegen dem Einfluss der Blendenschliessfeder vollständig öffnet, und dass der Ring zwei Anschlagnasen aufweist, die mit einer durch einen Drahtauslöser betätigbaren Sperrklinke zusam menarbeiten zum Sperren des Ringes in der ersten Endlage bzw.
in einer Zwischenstellung, bei welcher der Steuernocken zwischen dem Verschluss-Auslösehe- bel einerseits und dem Verschluss-Spannhebel und dem Hebel zum Öffnen der Verschlusslamellen andererseits liegt.
Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen, aus der nachfolgenden Be schreibung eines Ausführungsbeispieles und aus den zugehörigen Zeichnungen, in denen rein beispielsweise der das Objektiv aufnehmende Vorderteil einer gross- formatigen Universal-Fachkamera gemäss der Erfin dung veranschaulicht ist.
Fig. 1 zeigt den Kameravorderteil in Ansicht von vorn; Fig. 2 stellt einen Querschnitt etwa nach der Linie II-11 in Fig. 1 dar; Fig.3 und 4 zeigen. je eine Vorderansicht des geöffneten Kameravorderteiles, wobei zwei verschie dene Stellungen beweglicher Teile dargestellt sind; Fig.5 zeigt eine Ansicht des Kameravorderteils von hinten.
Der in der Zeichnung veranschaulichte Kameravor derteil enthält eine als Kamerabauteil handelsübliche, trommelförmige Verschlusseinheit 10 (Fig. 2 bis 5), in welche ein Zentralverschluss 11 und eine verstellbare Irisblende 12 eingebaut sind. In bekannter Weise ist sowohl der Verschluss 11 als auch die Irisblende 12 je aus mehreren Lamellen gebildet, die in den Fig. 1, 4 und 5 teils sichtbar sind. Die Art und Weisse, wie die Verschlusslamellen 11 betätigt werden, ist dem. Fach mann allgemein bekannt und braucht nicht näher er läutert zu werden.
Es genügt zu sagen, dass ein Ge häuse 13 der Verschlusseinheit 10 ein Federwerk zum Öffnen und nachfolgenden Schliessen der Verschlussla mellen beherbergt und die Belichtungszeit .durch Ver stellen eines drehbaren Einstellringes 14 gewählt wer den kann. Am Umfang des Gehäuses 13 sind ein Ver- schluss-Spannhebel 15 zum Spannen des erwähnten Federwerkes und ein Verschluss-Auslösehebel 16 an geordnet, wie die Fig. 2 bis 4 erkennen lassen. Eben falls am Umfang des Gehäuses 13 ist ein weiterer Hebel 17 vorhanden, der zum willkürlichen Öffnen der Verschlusslamellen 11 unabhängig vom Federwerk zur Verschlussbetätigung dient.
Die Lamellen der Iris blende 12 sind durch Drehung eines Ringes. 18 (Fig. 2) verstellbar, an dem ein Blendeneinstellhebel 19 (Fig. 3 und 4) radial verlaufend befestigt ist.
Die beschriebene handelsübliche Verschlusseinheit 10 weist eine Fassung 20 für ein in den Zeichnungen nicht dargestellte photographisches Objektiv auf und ist mittels einer Halterung 21 in einer topfförmigen Vertiefung 22 der Mittelpartie einer Tragplatte 23 be festigt (Fig. 2 und 5). Letztere ist durch Schrauben 24 und Abstandshalter 25 an der Rückseite eines flachen Gehäuses 26 befestigt, das gegen vorn offen ist und eine zentrale Durchbrechung entsprechend der topfför- migen Vertiefung 22 aufweist.
Durch die genannte Durchbrechung ragt ein Ring 28 (Fig. 2 bis 4), der die Verschlusseinheit 10 umgibt und mittels. kleiner Kugeln <B>29</B> drehbar in dem flachen Gehäuse 26 gelagert ist, wie Fig.2 zeigt. Die offene Vorderseite des Gehäuses 26 ist durch eine rahmenförmige Zwischenplatte 30 und eine Deckplatte 31 geschlossen (Fig_ 1 und 2), die eins zentrale Durchbrechung entsprechend dem Innen durchmesser des Ringes 28 aufweist.
In den Darstel lungen von Fig. 3 und 4 sind die Zwischenplatte 30 und die Deckplatte 31 abmontiert, wie auch ein Kra gen 32, der gemäss Fig. 1 und 2 mit Hilfe von Schrau ben 33 am Einstellring 14 der Verschlusseinheit 10 befestigt ist. Am vorderen Rand des Kragens 32 ist ein Zeiger 34 mit einem Handgriff 35 befestigt, um das manuelle Drehen des Kragens 32 und des Einstellrin ges 14 zwecks Wahl der Belichtungszeit zu ermögli chen. An der Vorderseite der Deckplatte 31 befindet sich eine d em Zeiger 34 zugeordnete Skala 36 (Fig. 1) mit Angaben für die jeweils eingestellte Belichtungs zeit.
Der drehbare Ring 28 ist mit einem als Handgriff dienendem Arm 37 versehen, der durch eine Ausneh- mung 38 der Deckplatte 31 nach aussen ragt und an der Vorderseite der Platte 31 etwas radial zum Ring 28 verläuft. Durch Betätigung des Armes 37 lässt sich der Ring 28 manuell verstellen.
Gemäss den Fig. 3 und 4 weist der Ring 28 ferner einen radial nach innen abstehenden Mitnehmeranschlag 39 in Form eines Stif tes auf, der mit dem Blendensteuerhebel 19 zusammen- arbeitet. Letzterer ist mit dem einen Ende einer Zugfe der 40 verbunden, deren anderes Ende an einem Bol- zen 41 verankert ist, welcher an einer feststehenden Platte 42 (Fig. 2) in der Vertiefung 22 festgemacht ist.
Die Feder 40 hat das Bestreben, den Blendensteuerhe- bel 19 in Fig.3 und 4 entgegen dem Drehsinn des Uhrzeigers gegen den Mitnehmeranschlag 39 des Rin ges 28 zu ziehen und dabei die Irisblende 12 zu schliessen.
Am Ring 28 ist weiters ein Steuernocken 43 an geordnet, der sich bogenförmig entlang einer Teil strecke an der inneren Peripherie des Ringes 28 er streckt, wie die Fig. 3 und 4 zeigen. Der Steuernocken ist dazu bestimmt, einerseits mit dem Verschluss Spannhebel 15 und andererseits mit dem Verschluss- Auslösehebel 16 zusammenzuarbeiten, um diese Hebel 15 und 16 zu betätigen.
Ferner ist der Steuernocken 43 imstande, den Hebel 17 zum Öffnen der Ver- schlusslamellen 11 niederzudrücken, und zwar mittels eines Zwischenhebels 44, welcher um eine Achse 45 an der Platte 42 schwenkbar gelagert ist (Fig.4). In eine Nut 46 (Fig. 2) am Umfang des Ringes 28 ist eine Zugfeder 47 (Fig. 3 und 4) eingelegt, die mit ihrem einen Ende an einer in den Zeichnungen nicht sichtba ren Stelle mit :dem Ring 28 verbunden ist. Das andere Ende der Feder 47 ist an einem Bolzen 48 verankert, der im Gehäuse 26 befestigt ist.
Die Feder 47 hat das Bestreben, den Ring 28 in Fig. 3 und 4 entgegen dem Drehsinn des Uhrzeigers in eine erste Endlage zu dre hen, bei welcher der Steuernocken 43 gegen den Aus- lösehebel 16 anschlägt.
In seiner anderen Endlage lässt sich. der Ring 28 mit Hilfe einer Sperrklinke 50 und einer an der äusse# ren Peripherie :des Ringes 28 angeordneten Anschlag nase 51 sperren, wie Fig. 3 zeigt. Die Sperrklinke 50 ist um eine im Gehäuse 26 befestigte Achse 52 schwenkbar und zweiarmig ausgebildet, so dass die Sperrklinke zwei wechselweise in die Bewegungsbahn der Anschlagnase 51 eingreifende Riegel 53 und 54 aufweist.
Eine Feder 55 hat die Aufgabe, die Sperr klinke 50 in die in Fig. 3 dargestellte Lage zu schwen ken, bei welcher der Riegel 53 in die Bewegungsbahn der Sperrnase 51 eingreift und der andere Riegel 54 hingegen aus der genannten Bewegungsbahn ausge rückt ist. Der zweite Riegel 54 dient dazu, durch Zu sammenarbeiten mit der Anschlagnase 51 den Ring 28 in einer Zwischenstellung zwischen den beiden oben erwähnten Endlagen zu sperren, wie Fig. 4 zeigt. Der Steuernocken. 43 befindet sich dann zwischen dem Verschluss-Spannhebel 15 und dem Auslösehebel 16.
Am Ring 28 ist eine zweite Anschlagnase 56 derart angebracht, dass sie sich unweit vor dem Riegel 53 der Sperrklinke 50 befindet, wenn die erste Anschlagnase 51 mit dem Riegel 54 in Eingriff steht, damit beim nachfolgenden Lagewechsel der Sperrklinke 50 unver züglich die Anschlagnase 56 durch den Riegel 53 ge sperrt wird,, nachdem der Riegel 54 die erste Anschlag nase 51 freigegeben hat. Die zweite Anschlagnase 56 ist ferner dazu bestimmt, mit einem elektrischen Um schalter 57 zusammenzuwirken, wie Fig.3 erkennen lässt. Eine in bekannter Weise ausgebildete Anschluss buchse 58 für ein Kabel eines Blitzlichtgerätes ist am Rand des Gehäuses 26 angeordnet (Fig. 1 und 3).
Die Sperrklinke 50 kann wahlweise durch zwei verschiedene Mittel betätigt werden, nämlich durch einen üblichen Drahtauslöser 60 oder einen in das Gehäuse 26 eingebauten Elektromagneten 61. Der Drahtauslöser 60 wird in eine passende Gewindeboh rung am Rande des Gehäuses 26 eingeschraubt und wirkt bei seiner Betätigung unmittelbar auf die Sperr klinke 50, um diese entgegen dem Einfluss der Feder 55 zu schwenken. Der Elektromagnet 61 besitzt einen beweglichen Anker 62, der mittels eines Lenkers 63 mit der Sperrklinke 50 in Wirkungsverbindung steht. Für die Speisung des Elektromagneten, 61 ist eine elek trische Batterie vorgesehen, die in einem Batteriege häuse 64 untergebracht wird.
Letzteres ist mit Hilfe einer Haltefeder 65 lösbar an einem Rand des flachen Gehäuses 26 befestigt, wobei eine Steckerverbindung 66 für den elektrischen Anschluss sorgt. Ebenfalls am Gehäuse 26 ist eine kleine mehrpolige elektrische Steckdose 67 angeordnet, an die ein nur in Fig. 5 dar gestellter Kabelstecker 68 anschliessbar ist, von wel chem ein Kabel 69 zu einer externen Kontaktvorrich tung zum wahlweisen Schliessen und Unterbrechen des Stromkreises zum Elektromagneten 61 führt. Die genannte Kontakteinrichtung kann z.
B. ein einflacher Handschalter 70 mit einem Druckknopf 71 sein. Zu sätzlich kann vom Stecker 68 ein zweites Kabel 72 zu einem zweiten elektrischen Kontaktgeber 73 führen, der in Fig.5 nur schematisch angedeutet ist und in Wirklichkeit an dem nicht dargestellten hinteren Teil der photographischen Kamera vorgesehen sein kann, so dass der Kontaktgeber 73 automatisch den Strom kreis vorübergehend schliesst, wenn eine Negativkas sette an die Stehle der Mattscheibe gebracht oder bei einer Spiegelreflexkamera der Spiegel aus dem Strah lengang des Kameraobjektives herausgeschwenkt wird, um das Negativmaterial für die spätere Beleuchtung freizugeben.
Gemäss Fig. 3 steht der Ring 28 unter dem Ein- fluss einer Reibungsbremse, die aus einer Feder 75 und einem durch diese an den Ring 28 gedrückten Bremsorgan 76 besteht. Sowohl die Feder 75 als auch das Bremsorgan 76 sind in einer Bohrung 77 des Ge- häuses 26 geführt. In letzterer ist ein Innengewinde vorhanden, in welches eine Stellschraube 78 als Wider lager für die Feder 75 verstellbar eingeschraubt ist.
Ein Ringsegment 80 (Fig. 2 bis 4) ist in einer zum Ring 28 konzentrisch verlaufenden Ringnut 81 (Fig. 2) an der Innenseite der Deckplatte 31 verschiebbar ge- führt, so dass das Ringsegment 80 um eine gewisse Bogenstrecke um das Zentrum des Ringes 28 bewegt werden kann.
Durch einen Lenker 82 ist das Ringseg ment 80 mit einem Gleitstück 83 gekuppelt, das in einer geradlinig verlaufenden Führungsnut 84 an der Innenseite der Deckplatte 31 linear verschiebbar ge führt ist. Ein am Gleitstück 83 fest angeordneter Arm 85 ragt .durch einen Spalt zwischen dem Gehäuse 26 und der Deckplatte 31 nach aussen und trägt einen als Betätigungsgriff dienenden Knopf 86. Dieser ist ent lang der einen Kante der Deckplatte 31 manuell ver stellbar, wodurch über das Gleitstück 83 und den Len ker 82 das Ringsegment 80 gedreht wird. Am einen Ende des Ringsegmentes 80 ist ein Anschlagvorspung 87 vorhanden, der einen Anschlag für den Blenden steuerhebel 19 bildet (Fig. 3 und 4).
Der Anschlagvor sprung 87 ist zur Vorwahl der für .die photographische Aufnahme gewünschten Blendenöffnung durch entspre chendes Verschieben des Betätigungsgriffes 86 verstell bar und durch die Reibung des Ringsegmentes 80 und des Gleitstückes 83 in den zugehörigen Führungsnuten 81 und 84 gegen unbeabsichtigtes Verstellen. gesichert.
Dem Betätigungsgriff 86 sind zwei übereinstim mende Skalen 88 (Fig. 1 und 5) mit den üblichen An gaben für die Blendenöffnung zugeordnet, wobei die Skalen 88 gemäss der Fig. 2 auf zwei dachförmig zu einander angeordneten Schrägflächen 26a und 31a des Gehäuses 26 und der Deckplatte 31 beiderseits des erwähnten Spaltes angebracht sind, durch den der Arm 85 hindurchragt. Auf diese Weise ist es möglich, die jeweils eingestellte Blendenöffnung von vorn, von hin ten oder von der Seite der Kanera her bequem abzule sen.
Die übrige Ausbildung der mit dem beschriebenen Kameravorderteil versehenen photographischen Uni versalkamera ist für das Verständnis der vorliegenden Erfindung nicht von ausschlaggebender Bedeutung und braucht daher nicht weiter erläutert zu werden. Es wird lediglich daran erinnert, dass die Kamera eine Mattscheibe zur Bildbetrachtung vor der Aufnahme haben soll, wobei es gleichgültig ist, ob die vom Objek tiv kommenden Lichtstrahlen auf die Mattscheibe direkt oder über einen Spiegel geworfen werden.
Die Gebrauchs- und Wirkungsweise der beschriebe nen Kamera ist wie folgt: Für eine beabsichtigte photographische Aufnahme werden zunächst die Belichtungszeit und die Blenden öffnung gewählt, indem einerseits mittels des Handgrif fes 35 der Zeiger 34 auf den gewünschten Zeitwert der Skala 36 eingestellt und andererseits der Betätigungs griff 86 der gewünschten Angabe auf einer der Blen- denskalen 88 gegenübergestellt wird.
Nachher bewegt man den an der Vorderseite der Deckplatte 31 leicht zugänglichen Betätigungsarm. 37 aus der in Fig. 1 @dar- gestellten Ruhelage in die Stellung gemäss Fig. 3. Dadurch wird der Ring 28 entgegen dem Einfluss der Feder 47 in die eine Endlage gedreht, bei welcher die Anschlagnase 51 in Fig.3 links des Riegels 53 der Sperrklinke 50 liegt.
Beim Loslassen des Betätigungs armes 37 wird somit der Ring 28 durch das Zusam menwirken des Riegels 53 und der Anschlagnase 51 gegen Rückwärtsdrehung gesperrt, wie Fig. 3 zeigt. jährend des erwähnten Drehens des Ringes 28 fährt sein Steuernocken 43 zuerst gegen den Verschluss- Spannhebel 15 und nachher gegen den Hebel 44, um diese Hebel zu betätigen, wodurch das Federwerk des Kameraverschlusses 10 gespannt und der Hebel 17 zum (Offnen der Verschlusslamellen 11 niedergedrückt wird.
Der Mitnehmeranschlag 39 bewegt sich bei der Drehung des Ringes 28 gegen den Blendensteuerhebel 19 und nimmt diesen entgegen dem Einfluss der Blen- denschliessfed: r 40 mit in die in Fig. 3 veranschaulichte Stellung, bei welcher die Irisblende 12 vollständig (Yeöffnet ist. Auf der Mattscheibe der Kamera kann nun das aufzunehmende Bild mit grösster Helligkeit betrachtet werden.
Die Anschlagnase 56 liegt nun am Betätigungsglied des Umschalters 57 an und bewirkt eine Kontaktgabe zwischen der linken und der mittleren Kontaktfeder zur Vorbereitung eines Stromkreises vom Kontaktge ber 73 zum Elektromagneten 61. Wenn das Aufnah memotiv befriedigt und das Mattscheibenbild scharf eingestellt ist, wird an die Stelle der Mattscheibe eine Negativkassette mit dem lichtempfindlichen Material gebracht oder bei einer Spiegelreflexkamera der Spie gel in Aufnahmestellung geschwenkt. Dabei wird auto matisch der Kontaktgeber 73 betätigt und der Strom kreis des Elektromagneten 61 geschlossen. Der Magnet 61 zieht den Anker 62 an und schwenkt mittels des Lenkers 63 die Sperrklinke entgegen dem Einfluss der Feder 55 in die in Fig. 4 dargestellte Lage.
Hierdurch gibt der Riegel 53 die Anschlagnase 51 frei. Die Feder 47 dreht dann den Ring 28 soweit zurück, bis die An schlagnase 51 am zweiten Riegel 54 der Sperrklinke 50 anschlägt. Sobald die Anschlagnase 56 :sich vom Umschalter 57 entfernt, kehrt letzterer automatisch in die andere Schaltstellung zurück, wobei der Stromkreis des Magneten 61 unterbrochen wird und gleichzeitig eine Kontaktgabe zwischen der mittleren und der rech ten Kontaktfeder erfolgt zur Vorbereitung eines Strom kreises vom Handschalter 70 zum Elektromagneten 61.
Beim erwähnten selbsttätigen Unterbrechen des Stromkreises des Elektromagneten 61 nimmt die Sperr klinke 50 unter dem Einfluss der Feder 55 wieder ihre in Fig.3 gezeigte Lage ein, wobei der Riegel 54 die Anschlagnase 51 freigibt und dafür der andere Riegel 53 vor die zweite Anschlagnase 56 fällt, um den Ring 28 nach einer ganz kleinen Drehung weiterhin zu sper ren.
Bei der vorher beschriebenen Rückwärtsdrehung des Ringes 28 bewegt sich der Steuernocken 43 in eine neutrale Zwischenlage zwischen dem Verschluss- Spannhebel 15 und dem Auslösehebel 16, wodurch die Hebzl 15 und 44 freigegeben werden. Eine in die Ver- schlusseinheit 10 eingebaute, in den Zeichnungen nicht sichtbare Feder bringt nun die Verschlusslamellen 11 in ihre Schliesslage, so dass kein Licht durch das Ob jektiv in die Kamera gelangen kann.
Das Zurückdre hen des Ringes 28 hat ferner zur Folge, dass der Mit- nehmeranschlag 39 sich aus der Bahn des Blendensteu- erhebels 19 herausbewegt. Unter dem Einfluss der Feder 40 wird daher der Blendensteuerhebel 1.9 in Fig.4 entgegen dem Drehsinn des Uhrzeigers bewegt, bis er am Anschlagvorsprung 87 anschlägt, wobei die Irisblende 12 selbsttätig auf die vorgewählte Blenden- öffnung geschlossen wird.
Jetzt ist die Kamera für die Belichtung des Nega tivmaterials bereit. Bei einer Kassettenkamera muss allerdings in der Regel noch der Lichtschutzschieber der Kassette herausgezogen werden, um das lichtemp findliche Material freizulegen. Drückt man nun auf den Knopf 71 des Schalters 70, wird der Elektromagnet 61 zum zweitenmal erregt und die Sperrklinke 50 entge gen dem Einfluss :der Feder 55 geschwenkt. Dadurch gibt der Riegel 53 die Anschlagnase 56 frei, worauf die Feder 47 den Ring 28 in seine End- und Ruhelage dreht. Der Steuernocken 43 fährt dabei gegen den Ver- schluss-Auslösehebel 16, welcher betätigt wird.
Durch das zuvor gespannte Federwerk des Verschlusses wer den die Verschlusslamellen 11 für die Dauer der einge stellten Belichtungszeit geöffnet und dann wieder g & - schlossen, wonach die photographische Aufnahme be endigt ist.
Falls die Kamera nicht mit dem Kontaktgeber 73 versehen ist, wird zur ersten Betätigung der Sperr klinke 50 .der Drahtauslöser 60 benutzt, um den Ring 28 in die Zwischenstellung zurückdrehen zu lassen, bei welcher die Verschlusslamellen 11 vollständig und die Irisblende 12 bis auf die vorgewählte Blendenöffnung geschlossen sind. Die zweite Betätigung der Sperr klinke 50 zwecks Belichtung des photographischen Materials kann in jedem. Fall wahlweise durch den Handschalter 70 oder den Drahtauslöser 60 vorgenom men werden.
Das Kabel 69 mit dem elektrischen Schalter 70 verleiht dem Photographen; jedoch eine grössere Bewegungsfreiheit als der Drahtauslöser 60.
Die beschriebene Mattscheibenkamera hat den hauptsächlichen Vorteil, dass sie trotz der Verwendung einer als Kamerabauteil handelsüblichen, einfachen und preisgünstigen Verschlusseinheit 10 einfach und rasch bedient werden kann, indem für die Mattschei- benbetrachtung mit einer einzigen manuellen Betäti gung sowohl die Verschlussbetätigunsfedern gespannt, die Verschlusslamellen geöffnet und die Irisblende vollständig geöffnet werden können,
und nachher wie derum durch eine einzige Betätigung die Verschlussla- mellen vollständig und die Irisblende bis auf die vorge wählte Blendenöffnung schliessbar sind. Damit ist die Mattscheibenkamera in gleichem Mass automatisiert, wie dies bei anderen, kleinformatigeren Kameragattun gen ohne handelsübliche Verschlusseinheiten schon bekannt ist.
Ein weiterer Vorteil der beschriebenen Kamera liegt in der Möglichkeit :der elektrischen Betä tigung der den Verschluss auslösenden Mechanismen, wodurch eine Fernbetätigung ermöglicht ist.