Verwendung von Carbodiimiden als Stabilisierungsmittel für Kunststoffe auf Basis von Celluloseestern
Zur Stabilisierung von Celluloseestern gegen beispielsweise Einflüsse von Licht, Witterung oder Wärme ist eine ganze Anzahl von Verfahren bekanntgeworden, wie die Verwendung von Resorcinmonobenzoat, Hydro chinonsalicylat, Kupfersalzen der 2, 5-Dioxyterephthalsäure usw.
Es wurde nun gefunden, dass mit Carbodiimiden eine verbesserte Stabilisierung von Kunststoff auf Basis von Celluloseestern erzielt werden kann.
Es ist zwar bekannt, Cellulose oder Cellulosederi- vate, die noch freie Hydroxylgruppen enthalten, mit Carbodiimiden in Gegenwart katalytischer Mengen von Kupfersalzen zu Isoharnstoffäthern umzusetzen. Ebenso ist die Umsetzung von Alkalicellulose mit Carbodiimiden unter Bildung von Isoharnstoffäthern bekanntgeworden. Bei diesen Verfahren bilden sich durch die Umsetzung mit d'en Carbodiimiden basische Gruppen in der Cellulose, die zu einer Verbesserung z. B. der Anfärbbarkeit führen.
Im Gegensatz dazu betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung von Carbodiimiden als Stabilisierungsmittel'für Kunststoffe auf Basis von Celluloseestern, und die erfindungsgemässe Verwendung unterscheidet sich von den obengenannten Verfahren prinzipiell dadurch, dass dabei keine Umsetzung der Celluloseester mit den Carbodiimiden zu Isoharnstoffäthern erfolgt. Es ist gerade ein erfindungsbegründendes Merkmal bei der Stabilisierung von Celluloseester-Kunststoffmassen, dass die Carbodiimide weitgehend unverändert in dem Kunststoff vorliegen und ihre Wirkung erst bei Einflüssen von Wärme, Licht und Witterung entfalten. Das geht auch daraus hervor, dass im Falle einer Umsetzung der Carbodiimide mit der Cellulose nach den bekannten Verfahren keine stabilisierende Wirkung eintritt.
Auch erübrigt sich bei der Verwendung der Carbodiimide als Stabilisatoren eine Zugabe von Katalysatoren der obengenannten Art.
Es handelt sich hier also um eine vollkommen andere Wirkung der Carbodiimide mit den Celluloseesterkunststoffen.
Cel'luloseester können von der Herstellung her noch geringe Anteile freier Säuren enthalten ; anderseits können sie beispielsweise bei Bewitterung und bei Wärmebeanspruchung ebenfalls freie Säuren wie Essigsäure, Propionsäure, Buttersäure abspalten. Dieser Abbau der Ce'lluloseester macht sich durch Verfärbung der Produkte und Abfall der physikalischen Eigenschaften wie Viskositätsverringerung, Versprödüng usw. bemerkbar.
Ausserdem verleihen'häufig die freien Säuren den Kunststoffartikeln einen äusserst unangenehmen Geruch und können zugleich ihrerseits einen weiteren Abbau der Celluloseester fördern.
Diesen Einflüssen und den dadurch auftretenden Nachteilen gegenüber erweisen sich die erfindungsgemäss verwendeten Carbodiimide als ausgezeichnete Stabilisatoren der Celluloseesterkunststoffe. Sie verbessern nicht nur die Widerstandsfähigkeit gegen Einflüsse von Wärme, Licht und Witterung, sondern beseitigen darüber hinaus den häufig den Celluloseester-Kunststoffen anhaftenden unangenehmen Geruch.
Als Stabilisierungsmittel im Sinne der vorliegenden Erfindung können ganz allgemein aliphatische, cycloaliphatische oder aromatische Mono-oder Polycarbo- diimide verwendet werden.
Als Monocarbodiimide seien beispielhaft genannt :
N, N'-Diisopropylcarbodiimid,
N, N'-Dibutylcarbodiimid,
N, N'-Diallylcarbodiimid,
N, N'-Dioctylcarbodiimid,
N, N-Dicyclopentylcarbodiimid,
N, N'-Dicyclohexylcarbodiimid,
N, N'-Dicycloheptylcarbodiimid,
N, N'-Dicyclooctylcarbodiimid,
N, N'-Dibornylcarbodiimid,
Diphenylcarbodiimid, Di-p-Tolylcarbodiimid,
Di-p-bromphenylcarbodiimid,
Di-p-carb äthoxyphenylcarbodiimid,
Di-p-diäthylaminophenylcarbodiimid,
Di-a-naphthylcarbodiimid, Di-ss-naphthylcarbodiimid,
Di-a-pyridylcarbodiimid,
N-Methyl-N'-tert.-butylcarbodiimid,
N-Hexyl-N'-isopropylcarbodiimid,
N-Allyl-N'-oleylcarbodiimid,
N-Allyl-N'-cyclohexylcarbodiimid,
N-tert.-butyl-N'-cyclohexylcarbodiimid,
N-tert.-butyl-N'-furfurylcarbodiimid,
N-Propyl-N'-phenylcarbodiimid,
N-Isopropyl-N'-3-chlorphenylcarbodiimid,
N-Phenyl-N'-benzylcarbodiimid,
N-Isopropyl-N'-naphthylcarbodiimid,
N-Phenyl-N'-p-tolylcarbodiimid,
N-Phenyl-N'-tritylcarbodiimid.
Weiterhin haben sich als wirksam besonders im Hinblick auf die Entfernung von geringsten Spuren freier Säuren und damit Herstellung von völlig geruchfreien Celluloseester-Kunststoffen und ausgezeichnet durch ihren niederen Dampfdruck und ihre p'hysiologische Unbe denklichkeit an den aromatischen Resten substituierte Derivate des Diphenylcarbodiimids erwiesen, wie sie sich beispielsweise gemäss französischer Patentschrift Nummer 1293 252 aus aromatischen Monoisocyanaten, d'ie in o-Stellung zur NCO-Gruppe einen oder zwei Aryl-, Alkyl-, Aralkyl-bzw. Alkoxy-Substituenten tragen, wobei wenigstens einer der Substituenten mindestens zwei Kohlenstoffatome aufweisen soll,
unter Einwirkung von beispielsweise tertiären Aminen oder basisch reagierenden Metallverbindungen herstellen lassen. Solche Carbodiimide sind beispielsweise das 2, 2'-Diäthyl-diphenylcarbodiimid, das 2, 2'-Diisopropyl-diphenylcarbodiimid, das 2, 2'-Diäthoxydiphenylcarbodiimid, d'as 2, 2', 6, 6'-Tetra-äthyl-diphenylcarbodilmid, das 2, 2', 6, 6'-Tetra-isopropyl-diphenylcarbodiimid, das 2, 2', 6, 6'-Tetra-sec.-butyl-diphenylcarbodiimid, das 2, 2', 6, 6'-Tetraäthyl-3, 3'-dichlor-diphenyl carbodiimid,
Es eignen sich ferner auch Polycarbodiimide wie Tetramethylen-;
cu =bis-tert.-bu'ylcaxbodümid,
Hexamethylen-'-bis-tert.-butylicarbodiimid,
Hexamethylen- i'-bis-cyclohexylcarbodtiimid und solche Polycarbodiimide, deren Herstellung beispielsweise ebenfalls gemäss Verfahren der obengenannten französischen Patentschrift aus aromatischen Di-und Polyisocyanaten möglich ist, wie Polycarbodiimide aus 1, 3, 5-Triäthylbenzol-2, 4-diisocyanat oder 1, 3, 5-Triisopropylbenzol-2, 4-diisocyanat.
Selbstverständlich können auch Gemische von Carbodiimiden verwendet werden.
Für die erfindungsgemässe Verwendung eignen sich vorzugsweise solche Carbodiimide, die durch die folgende Formel charakterisiert werden können :
EMI2.1
in der R für gleiche oder verschiedene Alkyl-, Alkoxy-, Aryl-, insbesondere Phenyl-oder Aralkyl-, insbesondere Phenalkylreste, steht. R'kann für R oder zusätzlich Halogen oder Nitroreste stehen. Xkann für einen beliebigen inerten Rest stehen, und n steht für eine ganze Zahl von 0 bis 3.
Die erfindungsgemäss stabilisierten Celluloseester Kunststoffe-beispielhaft seien Celluloseacetat, Cellulosepropionat, Cellulosebutyrat, Celluloseacetopropionat, Cellüloseacetobutyrat genannt- (vgl. z. B. Ullmann Encyklopädie der technischen Chemie , 3. Auflage, Bd.
5, Seite 182 bis 201) können die Carbodiimidkompo- nente z. B. in Mengen von 0, 1-5 Gew. %, vorzugsweise von 0, 5-2 Gew. %, enthalten.
Man kann dabei so vorgehen, dass man den Cellu loseestern d'ie Carbodiimide in festem oder gelöstem Zustand zumischt, z. B. in Verbindung mit anderen Zusatzstoffen wie Weichmacher, z. B. :
Phthalate, Sebacate, Adipinate, Phosphate, Citrate usw. oder auch zusammen mit Antioxydationsmitteln, UV-Absorbern, Farbstoffen, Pigmente, Füllstoffen usw. Ebensogut können die Carbodiimide in geeigneten Lösungsmitteln appliziert werden, die von sich aus Löser oder Nichtlöser der Celluloseester sein können.
Die Verarbeitung der die Carbodiimide enthaltenden Rohmasse kann z. B. in an sich bekannter Weise durch Gelati, nation zum Granulat oder bei der Herstellung von Folien durch Giessen der Lösung bzw. bei der Herstel- lung von Wirbelsinterpulver unter Umständen durch Absieben der Rohmasse erfolgen.
Die Weiterverarbeitung des Granulats kann wie üblich auf Spritzgussmaschinen oder Schneckenpressen durchgeführt werden.
Die stabil'isierende Wirkung der Carbodiimide gegen starke Wärmebeanspruchung beispielsweise beim Spritz gussverfahren, dass bei Temperaturen zwischen 180 und 240 C durchgeführt wird, zeigt sich in der praktisch gleichbleibenden oder nur geringfügig abfallenden Viskosität der Celluloseester. Da der Viskositätsabfall der so stabilisierten Celluloseester pro Verarbeitungsgang geringer ist, ist es ohne weiteres möglich, das Rücklaufmaterial häufiger zur Herstellung von Spritzgussteilen mit guten mechanischen Eigenschaften zu verarbeiten.
Selbst nach langdauernder Belichtung im Xenotest zeigen die mit Carbodiimid stabilisierten Produkte keine starken Abbauerscheinungen, wie sie sich in Verfärbung und Versprödung äussern. Über die vorstehen- den Vorteile hinaus weisen die Carbodiimide, besonders die gemäss einer bevorzugten Ausführungsform verwendeten alkylsubstituierten Derivate des Diphenylcarbo- dümids, die Fähigkeit auf, selbst minimale Mengen freier Säuren, insbesondere Buttersäure, zu entfernen, so dass es gelingt, Buttersäureester-Gruppen enthaltende Cellulosederivate vollkommen geruchsfrei herzustellen.
Diese Eigenschaft erweist sich beispielsweise als be sonders wertvoll bei Formkörpern, die im Gebrauch er höh'ter thermischer Belastung ausgesetzt sind. Auch können so stabilisierte Celluloseacetobutyrat-Kunststoffmas- sen jetzt für solche Gebrauchsgegenstände herangezogen werden, bei denen bisher der unangenehme Eigengeruch einen Einsatz unmögl'ich machte.
Nach diesem Verfahren hergestellte Produkte lassen sich für alle bekannten Zwecke verwenden, bei denen Celluloseesterkunststoffe eingesetzt werden, beispielsweise als thermoplastische Kunststoffe in der Elektroindustrie, der Spielzeugindustrie, zur Herstellung von Haushaltartikeln, Folien, Platten, Profilen, Rohren usw.
Beispiel 1
Es wurde eine Celluloseacetobutyrat-Spritzgussmasse hergestellt unter Zusatz von 10 % der oben angeführten Weichmachungsmittel. In einer zweiten Versuchsreihe wurde die gleiche Celluloseacetobutyrat-Spritzmasse her gestellt, wobei aber dem Weichmachergemisch vor dem Einarbeiten 1 Gew. % 2, 6, 2', 6'-Tetraisopropyldiphenyl- carbodiimid (auf das Gesamtgewicht bezogen) zugesetzt wurde. Um eine Lösung des Carbodiimids in dem Weichmachergemisch zu erreichen, wurde dieses auf 40 C erwärmt.
Aus den beiden Celluloseacetobutyrat-Massen wurden Spritzgussteile hergestellt, wobei die Teile aus normaler Celluloseacetobutyrat-Masse einen Geruch nach Buttersäure zeigten, während die Teile, die aus Celluloseacetobutyrat-Masse unter Zusatz von 2, 6, 2', 6' Tetraisopropyldiphenylcarbodiimid hergestellt wurden, geruchlos waren.
Aus beiden Massen wurden Normkleinstäbe zur Prüfung von mechanischer Festigkeit, Wärme-und Witterungsbeständigkeit hergestellt. Die Wärmebeständigkeit der Massen wurden an dem Viskositätsabfall der zwischen 170 und 240 C gespritzten Prüfstäbe festgestellt. Während die Viskosität bei der hohen Verarbeitungstemperatur bei der normalen Cellulose-acetobutyrat-Masse von 100 auf 75 abfiel, zeigte die stabilisierte Spritzgussmasse einen geringen Viskositätsabfall von 100 auf 92.
In der folgenden Tabelle sind die Prüfungsergebnisse einer durch Belichtung im Xenotest-Belichtungsapparat durchgeführte Kurzzeitbewitterung angegeben, und zwar wurden die Prüfstäbe nach 0, 500 und 1000 Std. Bewitterung geprüft. Die Tabelle zeigt, dass durch den Zusatz von 2, 6, 2', 6'-Tetraisopropyl-diphenylcarbodiimid eine weitgehende Witterungsbeständigkeit erreicht wurde.
ohne Belichtung 500 Stunden Xenotest 1000 Stunden Xenotest
Kerbschlag-Schlag-Kerbschlag-Schlag-Kerbschlag-Schlag-
Viskosität zähigkeit zähigkeit Viskosität Zähigkeit zähigkeit Viskosität zähigkeit zähigkeit Proben ohne 100 100 nicht 80 5 90% 48 2 100% Carbodiimid gebrochen gebrochen gebrochen Proben mit 100 100 nicht 93 44 nicht 80 20 70% Carbodiimid gebrochen gebrochen gebrochen
Beispiel 2
Es wurde eine Celluloseacetat-Spritzgussmasse hergestellt aus einem Celluloseacetat mit 56% Essigsäure und Weichmacher.
Vor dem Einarbeiten des Weichmachers wurde das Gemisch geteilt und der einen Hälfte 1% 2, 6, 2', 6'-Tetraisopropyl-diphenylcarbodiimid zugesetzt, indem das Carbod'iimid im Weichmacher bei 40 C gelöst wurde.
Beide Celluloseacetat-Muster wurden auf der Spritz gussmaschine zu Normkleinstäben bei Temperaturen zwischen 190 und 240 C verarbeitet. Anschliessend wurde die Thermostabilität der Spritzgussteile an Hand der Viskosität geprüft und dabei festgestellt, dass die Viskosität der normalen Celluloseacetat-Masse schon beim Granulieren stärker abfällt als die der stabilisierten Masse. Der höhere Viskositätsabfall und damit die schlechtere Wärmestabilität zeigt sich weiter bei der Verarbeitung. Die entsprechenden Werte sind in der folgenden Tabelle zusammengestellt.
Viskosität Viskosität Viskosität von Spritzgussteilen vom Ausgangsmaterial vom Granulat hergestellt bei 190 C hergestellt bei 240 C Celluloseacetat ohne 100 87 80 67
Carbodiimid Celluloseacetat mit 100 93 87 80
Carbodiimid
Beispiel 3
Auf eine mit Weichmacher versetzte Celluloseacetobutyrat-Masse wurde in wechselnden Mengen 2, 6, 2', 6' Tetraäthyl-4, 4'-dimethyl-diphenylcarbodiimid in Trichloräthylen gelöst, aufgesprüht und nach Verdampfen des Trichloräthylens in üblicher Weise granuliert.
Das Granulat wurde anschliessend zu Spritzgussteilen verarbeitet und dabei festgestellt, dass die Spritzgussteile mit steigendem Zusatz an Carbodiimid geringeren Butter säuregeruch zeigen, und zwar war unter 1% Zusatz ein schwacher Buttersäuregeruch zu erkennen, während er bei einem Zusatz von 1% und mehr verschwand.
Beispiel 4
Bei der Herstellung einer Celluloseacetobutyrat Spritzgussmasse wurde ausserdem einem Teil der Masse 1% 2, 6, 2', 6'-Tetraäthyl-diphenylcarbod'iimid zugegeben und einem anderen Teil 1% Polyzarbodiimid aus 1, 3, 5 Triisopropylbenzol-2, 4-diisocyanat, indem die Carbodiimide in Weichmacher gelöst wurden. Die drei verschiedenen Gemische, die sich nur durch ihren Carbodiimidgehalt unterscheiden, wurden jeweils mit Eisenoxydbraun eingefärbt und granuliert. Die einzelnen Gra nulate wurden bei Temperaturen zwischen 170 und 240 C auf der Spritzgussmaschine verspritzt.
Dabei wurde festgestellt, dass durch den Carbodiimidzusatz der Buttersäuregeruch, wie die Vergleichsmasse ohne Carbodiimidzusatz eindeutig zeigte, verschwunden war. Wiederum zeigte sich, dass die Wärmebeständigkeit durch den Zusatz der Carbodiimide verbessert war, wie aus den folgenden Zahlen hervorgeht. Die Viskosität bei dem Vergleichsmuster ohne Carbodiimid fiel bei Verarbeitung zwischen 190 und 240 C von 100 auf 79 ab, bei dem Material mit 2, 6, 2', 6'-Tetraäthyl-diphenylcarbodiimid von 100 auf 98 und bei dem Produkt mit Polycarbodiimid aus 1, 3, 5-Triisopropylbenzol-2, 4-diisocyanat ebenfalls von 100 auf 98.
Das Polycarbodiimid aus 1, 3, 5-Triisopropylbenzol- 2, 4-diisocyanat wurde auf folgende Weise erhalten :
100 Gewichtsteile 1, 3, 5-Triisopropylbenzol-2, 4-diisocyanat werden mit 1 Gewichtsteil 35 % igem Natriummethylat in Methanol 3 Std. auf 180-200 C erhitzt. Das Reaktionsprodukt wird in Petroläther aufgenommen, filtriert und das Lösungsmittel im Vakuum entfernt.
Beispiel 5
Um die temperaturstabilisierende Wirkung von Carbodiimid zu zeigen, wurde eine Celluloseacetobutyrat-Masse durch Zusatz von 1% 2, 6, 2', 6'-Tetraäthyl diphenylcarbodiimid stabilisiert.
Aus der normalen und der stabilisierten Celluloseacetobutyrat-Masse, die beide aus derselben Partie stammten, wurden unter gleichen Bedingungen Spritzgussteile hergestellt, die Teile zerkleinert und wiederverarbeitet. Nach mehrmaliger Verarbeitung zeigten die Teile aus normaler Celluloseacetobutyrat-Spritzguss- masse einen Viskositätsabbau von 20%, während die Spritzgussteile aus der stabilisierten Celluloseacetobutyrat- Masse bei gleicher Verarbeitung nur einen Viskositätsabbau von 11 % zeigten.
Ausserdm muss noch darauf hingewiesen werden, dass die mit Carbodiimid stabilisierte Celluloseacetobutyrat-Masse auch bei zwölfmaliger Verarbeitung noch keinen Geruch nach Buttersäure zeigte.
Beispiel 6
Bei dem Ummanteln von Aluminiumfolie mit Celluloseacetobutyrat-Masse zur Verarbeitung auf Zierleisten stört der bei diesen Zierleisten auftretende Buttersäuregeruch, beispielsweise bei Verwendung der Zierleisten für Küchenmöbel.
Es wurde deshalb eine Celluloseacetobutyrat-Masse hergestellt, die mit 1% N-(n-Hexadecyl)-N'-(tert.-butyl)- carbodiimid stabilisiert wurde und mit 0, 03 % transparentem Eisenoxydrot eingefärbt war. Die mit dieser Celluloseacetobutyrat-Masse ummantelten Zierleisten zeigten keinen Buttersäuregeruch.
Nimmt man anstelle des oben angegebenen Carbo diimids eine äquivalente Menge N, N'-Dicyclohexylcarbo- diimid oder N, N'-Di-p-tolylcarbodiimid, so erhält man ein vergleichbares Ergebnis.
Beispiel 7
Einem Wirbelsinterpulver auf Basis von Celluloseacetobutyrat-Masse mit Weichmacher wurde 1% 2, 6, 2', 6'-Tetraisopropyl-diphenylcarbodiimid zugesetzt. Das Carbodiimid war in Diäthyläther gelöst und wurde auf das Wirbelsinterpulver aufgesprüht. Nach dem Verdampfen d'es Äthers wurden aus dem stabilisierten Cellu losebutyrat-Pulver im Vergleich zu dem normalen Cellu loseacetobutyrat-Pulver derselben Partie Überzüge auf 3 mm starken Aluminiumblechen hergestellt, die dazu auf Temperaturen zwischen 320 und 420 C aufgeheizt waren.
Alle Überzüge aus dem stabilisierten Celluloseacetobutyrat-Pulver waren frei von Buttersäuregeruch, während der Buttersäuregeruch bei den Vergleichsproben deutlich zu erkennen war. Durch den Zusatz des Carbo diimids wurde ausserdem der Viskositätsabbau bei der hohen Verarbeitungstemperatur verringert, wie auch aus der folgenden Tabelle zu ersehen ist :
Viskosität Viskosität ohne Carbodiimid mit Carbodiimid Wirbelsinterpulver 100 100 Überzug bei 320 C hergestellt 81 91 350 C 73 83 380 C 73 81 420 C 67 73
Die Stabilisierung des Celluloseacetobutyrat-Sinterpulvers erlaubt also erhöhte Verarbeitungstemperaturen, die wiederum zu homogeneren und glatteren Uberzügen führen mit einer besonders guten Haftung, da die Haf tung mit der Verarbeitungstemperatur steigt.
Beispiel 8
Auch bei der Herstellung von Folien wirkt sich der Zusatz von Carbodiimiden in der Erhöhung der Temperaturbeständigkeit und der Alterungsbeständigkeit aus, z. B. werden 17 Teile Celluloseacetobutyrat in 73 Gewichtsteil'en Methylenchlorid gelöst. Diese Lösung wird geteilt und der 1. Hälfte 1% 2, 6, 2', 6'-Tetraisopropyl diphenylcarbodiimid zugesetzt. Aus beiden Lösungen werden 100, p, starke Giessfolien hergestellt. Es zeigt sich, dass durch den Carbodiimid-Zusatz die UV-Bestän- digkeit der Celluloseacetobutyrat-Folie verbessert wird, wie auch die nachfolgend aufgeführte Tabelle zeigt.
Die Folien werden zur Prüfung mit einer Quarzlampe im Abstand von 0, 5 m belichtet. ohne Belichtung nach 15 Stunden Quarzlampe
Reissfestigkeit Reissdehnung Reissfestigkeit Reissdehnung Folien ohne Carbodiimid 100 100 58 13 Folien mit Carbodiimid 100 100 70 20
Beispiel 9
Eine Partie CelIuloseacetobutyrat-Pulver wurde in drei Teile geteilt, denen folgende Zusätze beigemischt wurden :
Teil 1 : 10 % Weichmacher 1 % Chromoxydgrün Teil 2 : 10 % Weichmacher 1 % Chromoxydgrün 1 % N, N'-Diisopropylcarbodiimid Teil 3 : 10% Weichmacher 1 % Chromoxydgrün 1 % N-n-Dodecyl-N'-(tert.-butyl)-carbodiimid
Diese drei Produkte wurden auf einer Walze granuliert und anschliessend bei Temperaturen von 170 bis 240 C zu Plättchen verspritzt, deren Viskosität gemessen wurde.
Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle zusammengestellt : Viskosität von Spritzgussteilen
Viskosität von Granulat hergestellt bei 170 C hergestellt bei 240 C Celluloseacetobutyrat ohne Carbodiimid 100 94 80 Celluloseacetobutyrat mit N, N'-Diisopropyl- carbodiimid 100 98 96 Celluloseacetobutyrat mit N-n-Dodecyl-N' (tert.-butyl)-carbodiimid 100 98 94
Es ist zu ersehen, dass durch den Zusatz von N, N' Diisopropylcarbodiimid bzw. N-n-Dodecyl-N'- (tert.- butyl)-carbodiimid der Viskositätsabbau verringert, das heisst die Thermostabilität verbessert wurde.
Der Butter säuregeruch, der bei dem ersten Teil der Mischung wahrnehmbar war, ist bei Teil 2 und 3, welche die genannten Carbodiimide enthalten, ebenfalls vollkommen verschwunden.