CH404591A - Verfahren zur Gewinnung von Streptokinase - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von StreptokinaseInfo
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Description
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Verfahren zur Gewinnung von Streptokinase Das vorliegende Verfahren betrifft die Gewinnung von Streptokinase. Insbesondere bezieht es sich auf Massnahmen zur Erzielung hoher Ausbeuten an Streptokinase auf biologischem Wege.
Das Wachstum von Bakterien ist von vielen Faktoren abhängig. Eine wesentliche Rolle spielen die Zusammensetzung des, Nährbodens, der den jeweili- gen Bedürfnissen des Bakterienstoffwechsels angepasst sein muss, der pH-Wert des Mediums,, der zu Beginn. der Züchtung für das Bakterienwachstum optimal sein, muss, und die Konstanthaltung der Was- serstoffionenkonzentration bei Bakterien,
die durch Verbrauch des Nährmediums eine Veränderung des pH-Wertes herbeiführen. So ist es z. B. bei der Züchtung von Streptokokken, insbesondere des allgemein zur Streptokinasebildung verwendeten Stammes H 46 A notwendig, dass die durch die Vergärung des Zuckers entstandenen Säuren laufend neutralisiert werden, um so das Bakterienwachstum nicht zu be- einträchtigen.
Bei gegebenen Nährböden und optimalen pH-Be- dingungen ist das Wachstum eines Bakteriums aber noch von anderen Bedingungen abhängig, so z. B. von, der Art der Vorkultur. Das Wachstum wird nach allgemein bekannten. Gesetzen durch die Zahl der in der Einsaatkultur befindlichen besonders vermehrungsfähigen Keime beeinflusst. Es müssen zur Ein- saat nach Möglichkeit Kulturen verwendet werden,
die zahlreiche lebende Keime enthalten.
Bei Erfüllung dieser Vorbedingungen erfolgt dann im allgemeinen das Bakterienwachstum entsprechend einer logarithmischen Kurve, was sich durch Trübungsmessungen laufend verfolgen lässt.
Die Bildung biologisch aktiver Substanz durch Bakterien erfolgt in unterschiedlicher Weise. Bei manchen Keimen, z. B. Tetanus Bakterien, findet zu- nächst eine Speicherung im Bakterienleib statt, so dass erst nach längerer Bebrütungs.zeit durch Zerfall der abgestorbenen Bakterien das Endotoxin frei und in der Nährlösung nachweisbar wird. Andere Bakterien dagegen, z.
B. Diphtherie-Bakterien, sezernie- ren laufend biologisch wirksame Produkte, so dass diese sich bereits kurz nach Beginn des Wachstums in zunehmendem Masse im Kulturmedium feststellen lassen.
Wie bereits erwähnt, wird das Wachstum von Bakterien, bei konstantem Nährmilieu auch durch die Art der Einsaat mitbestimmt. Bei vielen. Versuchen mit streptokinasebildenden Streptokokkenstämmen fiel aber bisher auf, dass sich trotz gleichartiger Einsaat Schwankungen im Höchstwert der gebildeten Streptokinasemengen einstellten, obwohl das Wachs- tum selbst nur wenig gestört war.
Es wurde nun gefunden, dass man bei der Gewinnung von Streptokinase zu besonders hohen. Ausbeuten gelangt, wenn man für die Produktion in der Hauptkultur eine Vorkultur eines streptokinasebilden- den Streptokokkenstammes verwendet, deren Alter durch Vorversuch als für die Streptokinasebildung in der Hauptkultur besonders günstig festgestellt wurde.
Gegenstand der Erfindung ist demnach ein Ver- fahren zur biologischen Gewinnung besonders hoher Streptokinasemengen, welches dadurch gekennzeich- net ist, dass man für die Produktion in der Hauptkultur eine Vorkultur eines streptokinasebildenden Streptokokkenstammes verwendet, deren Alter so zu bemessen ist,
dass es im Bereich des Maximums der StreptokinaserAusbeutekurve in einem Ausbeute/Vor- kulturbebrütungszeit-Diagramm liegt.
Insbesondere wurde gefunden, dass es günstig ist, wenn man eine etwa 7 bis 9 Stunden alte Vorkultur
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eines streptokinasebildenden Streptokokkenstammes für die Produktion in der Hauptkultur verwendet.
Man kann zu diesem Zweck z. B. das Wachstum von Streptokokken des Stammes H 46 A durch Trü- bungsmessungen in. der Vorkultur laufend verfolgen und zu bestimmten Zeiten, also in bestimmten Phasen der logarithmischen Kurve,
durch Abimpfen auf frisches Kulturmedium Hauptkulturen anlegen. Die günstigsten Ausbeuten wurden. in dem Bereich der optischen Dichten von = 0,200-0,335 erhalten, wobei das Maximum:
EMI2.34
bei 0;275 liegt. Diese Phase wurde in der Regel zwischen. 61/z und 91i2 Stunden beobachtet.
Bei längerer Bebzütungszeit der Vorkultur, bei der die optische Dichte über EX=1zömft = 0,335 liegt, nimmt die Fähigkeit zur Streptokinase- bildung der in der Hauptkultur wachsenden Strepto- kokken stark ab. In den Hauptkulturen kann wiederum die Wachstumskurve ermittelt und die Strepto- kinasebildung laufend verfolgt werden.
Das Kurvenblatt zeigt das Ergebnis des erfin- dungsgemässen. Verfahrens in graphischer Darste#l- lung. Die Kurve I ergab sich aus den Trübungswerten oder sogenannten optischen Dichten (0D) in der Vorkultur nach Verdünnung 1:5. Die Kurve II stellt die optimalen StreptokinaserWerte verschiedener Hauptkulturen dar, die zu entsprechenden Zeiten mit der Vorkultur beimpft waren.
Mit Hilfe dieser Methode der rechtzeitigen Übertragung der Vorkultur auf die Hauptkultur gelingt es also, maximale Streptokinasemengen zu erhalten.
Beispiel Streptokokken vom streptokinasebildendenStamm H 46 A werden in Blutagarröhrchen bei 37 C gezüchtet. Nach 24 Stunden werden von 4 Röhrchen die vermehrten Keime mit einer durch pankreatische Verdauung von Rinderfleisch hergestellten Bouillon (Mer thode Pops, C. G. und M.
L. Smith, J. Path. Bact. 35, 573, 1932) steril abgespült, in 10 Liter der gleichen Bouillon übergeführt und bei 37 C bebrütet, bis die optische Dichte E _ ä @t = 0,28 erreicht war.
Das war nach 8 Stunden der Fall. Diese als Vorkultur her zeichnete Lösung wurde in 80 Liter Müller-Medium (WHO, techn. Rep. Ser. 61, 46, 1953), das noch 2 % Glucose enthält, gegeben, bei 37 C erwärmt und un- ter vorsichtigem, gegebenenfalls automatischem.,
mit einem Autotitrator auszuführenden Nachtitrieren mit 1 n Natronlauge auf einem pH-Wert von 7,0 bis 7,8 gehalten,. Die so behandelte Kulturlösung lieferte eine Streptokinaseausbeute von 620 Einheiten/ml Kultur- flüssigkeit.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur biologischen Gewinnung besonders hoher Streptokinasemengen, dadurch gekennzeichnet, dass man für die Produktion in der Hauptkultur eine Vorkultur eines streptokinasebildenden Streptokok- kenstammes verwendet, deren Alter so zu bemessen ist, dass es im Bereich des Maximums der Strepto- kinase-Ausbeutekurve in einem Ausbeute/Vorkultur- bebrütungszeit-Diagramm liegt.UNTERANSPRÜCHE Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekenn- zeichnet, dass man eine etwa 7 bis 9 Stunden alte Vorkultur eines streptokinasebildenden Streptokok- kenstammes für die Produktion in der Hauptkultur verwendet.
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