CH396648A - Vorrichtung zum Auswerfen einer Kombination, bestehend aus einem Flugzeugsitz und einem Besatzungsmitglied, aus einem Flugzeug - Google Patents

Vorrichtung zum Auswerfen einer Kombination, bestehend aus einem Flugzeugsitz und einem Besatzungsmitglied, aus einem Flugzeug

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CH396648A
CH396648A CH1291961A CH1291961A CH396648A CH 396648 A CH396648 A CH 396648A CH 1291961 A CH1291961 A CH 1291961A CH 1291961 A CH1291961 A CH 1291961A CH 396648 A CH396648 A CH 396648A
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CH
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ignition
seat
aircraft
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CH1291961A
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Martin James
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Martin James
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B64AIRCRAFT; AVIATION; COSMONAUTICS
    • B64DEQUIPMENT FOR FITTING IN OR TO AIRCRAFT; FLIGHT SUITS; PARACHUTES; ARRANGEMENT OR MOUNTING OF POWER PLANTS OR PROPULSION TRANSMISSIONS IN AIRCRAFT
    • B64D25/00Emergency apparatus or devices, not otherwise provided for
    • B64D25/08Ejecting or escaping means
    • B64D25/10Ejector seats

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Description


  Vorrichtung zum Auswerfen     einer    Kombination, bestehend aus einem Flugzeugsitz  und     einem        Besatzungsmitglied,    aus einem Flugzeug    Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum       Auswerfen        einer        Kombination,        bestehend    aus einem  Flugzeugsitz und einem     Besatzungsmitglied,    aus einem  Flugzeug mittels einer     Auswurfkanone    in einer vor  bestimmten Richtung     bezüglich    des Flugzeuges.  



  Bei den bisher verwendeten Flugzeugschleuder  sitzen erfolgt das     Ausschleudern    des Sitzes aus dem  Flugzeug mit     Hilfe    einer     Auswurfkanone,    die sich  aus zwei oder mehreren     teleskopartig    zusammenwir  kenden Teilen zusammensetzt, welche durch beim  Zünden wenigstens einer verbrennbaren Ladung er  zeugten Druckgase in Achsrichtung     auseinanderge-          drückt    werden. Diese Kanone wirkt zwischen dem  Sitzrahmen und einem festen Teil des Flugzeuges  und ist in solcher Lage angeordnet, dass der Schub  in der Richtung ausgeübt wird, die der Schleuder  sitz bei seiner Bewegung aus dem Flugzeug durch  fliegen soll.  



  Wenn die Kombination aus Schleudersitz und Be  satzungsmitglied im Notfall aus einem Flugzeug aus  geschleudert wird, dann soll diese Kombination aus  Sitz und Besatzungsmitglied in einer vorbestimmten  Richtung in     kürzestmöglichster    Zeit eine hohe Ge  schwindigkeit erreichen, soweit dies mit der Aufbrin  gung physiologisch annehmbarer Beschleunigungs  werte für das Besatzungsmitglied verträglich ist. Das  heisst mit anderen Worten, es ist wichtig, dass die  Flugbahn der Kombination aus Sitz und Besatzungs  mitglied relativ zur Flugbahn des Flugzeuges im  Zeitpunkt des Auswurfes derart sein soll, dass die  Kombination aus Sitz und Besatzungsmitglied aus  reichend frei von Teilen des Flugzeuges, beispiels  weise dem Leitwerk, kommt.

   Es ist ausserdem wichtig,  dass die Kombination aus Sitz und Besatzungsmitglied  eine Bahnkurve von angemessener Höhe und Dauer  erhält, so dass ausreichend Zeit für die Entfaltung    und richtige Wirkungsweise des oder der Personen  fallschirme verbleibt, durch die der     anschliessende     Fall gesteuert wird, wenn der Auswurf bei geringen  Flugzeuggeschwindigkeiten und Höhen,     beispielsweise     bei der Geschwindigkeit und Höhe Null, erfolgt.  



  Die     Auswurfkanone    eines     Schleudersitzes    der  oben beschriebenen Art kann nur eine wirksame Be  schleunigungskraft     während    der Zeit erzeugen, wäh  rend der sich die     teleskopartig    zusammenwirkenden  Teile der Kanone im gegenseitigen     Eingriff        befinden.     Dies bedeutet, dass die     Auswurfkanone    eine sehr hohe  kurzzeitige Beschleunigung erzeugen muss, um eine  entsprechend hohe Geschwindigkeit der Kombination  aus Sitz und Besatzungsmitglied zu erzielen.

   Infolge  dessen ist die     maximal    erzielbare Geschwindigkeit  durch den maximalen Beschleunigungswert begrenzt,  der auf das Besatzungsmitglied durch die Auswurf  kanone aufgebracht werden kann.  



       Mit    dem Ziel, höhere Geschwindigkeiten zu er  reichen, ohne unannehmbare Beschleunigungen auf  das Besatzungsmitglied zu übertragen, wurde bereits  der Vorschlag gemacht, einen Schleudersitz der be  schriebenen Art mit einem Raketenmotor zu ver  sehen, welcher eine Beschleunigungskraft zur Erhö  hung der     Geschwindigkeit    der     Kombination    aus Sitz  und Besatzungsmitglied liefert, die grösser ist als die  jenige, die durch eine     Auswurfkanone    erzielbar ist.  Gemäss diesem Vorschlag wird der Raketenmotor in  die     Auswurfkanone    auf dem Sitzrahmen eingebaut.

    Da sich die Achse der     Auswurfkanone    nicht durch  den Schwerpunkt der Kombination aus Sitz und Be  satzungsmitglied erstreckt, wurden die Auspuffdüsen  des Raketenmotors bezüglich der     Auswurfkanonen-          achse        geneigt,    so dass die     Kraftlinie    des Raketen  motors nach oben und vorne annähernd durch den  Schwerpunkt der Kombination aus Sitz und Besat-           zungsmitglied    verläuft. Es ist jedoch selbstverständ  lich, dass dann, wenn die Kraftlinie des Raketen  motors nicht im wesentlichen durch den Schwerpunkt  dieser Kombination verläuft, der Raketenmotor ein  unerwünschtes Kippmoment auf diese Kombination  ausübt.  



  Da die     Kraftlinie    des Raketenmotors gemäss dem  älteren Vorschlag gegen die sich aus der Wirkung  der     Auswurfkanone    ergebene     Ausgangsbahnkurve    der  Kombination aus Sitz und Besatzungsmitglied geneigt  war, bleibt die     Ausgangsbahnkurve    der Kombination  nicht erhalten, sondern wird vielmehr durch die Ra  ketenmotorkraft derart abgeändert, dass eine nach  vorne gerichtete Geschwindigkeitskomponente ent  steht. Bei hohem Schnellflug des Flugzeuges im Mo  ment des Auswurfes hat diese nach vorne gerichtete  Geschwindigkeitskomponente der Kombination aus  Sitz und Besatzungsmitglied den Vorteil, dass sie das  Freikommen der Kombination von einem hohen Leit  werk unterstützt.

   In anderen Fällen, insbesondere bei  niedrigen     Geschwindigkeiten    und wenn das Flugzeug  mit der Nase nach unten gerichtet ist, kann die nach  vorne gerichtete Geschwindigkeitskomponente dazu  führen, dass die Kombination aus Sitz und Besat  zungsmitglied auf den Boden geschleudert wird.  



  Ziel der vorliegenden Erfindung ist die     Schaffung     einer     Auswurfvorrichtung,    die den heutigen Anfor  derungen stärker gerecht wird als die bisherigen  Systeme.  



  Die Erfindung ist gekennzeichnet durch minde  stens einen von der     Auswurfkanone    unabhängigen  Raketenmotor zum Beschleunigen der Kombination  in der genannten vorbestimmten Richtung durch Er  zeugung einer Schubkraft, deren     Kraftlinie    mindestens  annähernd in der genannten Richtung und durch  den Schwerpunkt der Kombination verläuft.  



  Die Forderung, dass die Kraftlinie des Raketen  motors mindestens annähernd durch den Schwer  punkt der Kombination aus Sitz und Besatzungsmit  glied verläuft, und ausserdem mindestens annähernd  mit der vorbestimmten Bahn, längs der der Sitz das  Flugzeug verlässt, zusammenfallen soll, macht es er  forderlich, dass die Ausströmung des     Raketenmotors     von unterhalb der Sitzschale im allgemeinen nach  unten gerichtet ist. Der     Raketenmotor    kann gegebe  nenfalls auf dem Sitzrahmen montiert sein und eine       Ausströmleitung    aufweisen, die unter der Sitzschale  zu einer Düse führt, die so angeordnet ist, dass sie  die Ausströmung in die     gewünschte    Richtung lenkt.

    Vorzugsweise wird jedoch der     Raketenmotor    unmit  telbar unter der Sitzschale montiert. Die Anordnung  kann einen einzigen     Raketenmotor    geeigneter Schub  kraft aufweisen. Vorzugsweise enthält die Anordnung  jedoch eine Reihe von Raketenmotoren, die einzeln  nur geringen Schub, jedoch gemeinsam den erforder  lichen Schub erzeugen. Die zuletzt genannte Anord  nung ist insbesondere im Falle der     Befestigung    des  Raketenmotors unter der Sitzschale vorzuziehen, da  eine Gruppe kleiner Raketenmotoren, die gemeinsam  die erforderlichen Schubkräfte liefert, leichter in dem    verfügbaren beengten Raum unterzubringen ist als  ein     einziger    Raketenmotor mit dem gewünschten  Schub.  



  Vorzugsweise sind Einrichtungen zum gleichzei  tigen Zünden der Raketenmotoren und ein gemein  sames     Ausströmsystem    vorgesehen, so dass beim Aus  fallen der Zündung eines Raketenmotors die Schub  richtung der     Raketenmotorgruppe    nicht merklich,  wenn überhaupt, beeinflusst wird. Das     Ausström-          system    kann aus einer einzigen Düse bestehen, die  durch alle Raketenmotoren beschickt wird. Will man  jedoch eine kompaktere Anordnung erreichen, dann  besteht das     Ausströmsystem    vorzugsweise aus einer  Vielzahl von miteinander in Verbindung stehenden  Düsen.  



  Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der  Erfindung anhand der Zeichnungen näher erläutert.  Es zeigen:       Fig.    1 eine schematische Darstellung verschiede  ner Bahnkurven der Kombination aus Sitz und Be  satzungsmitglied, die sich aus der verschiedenen Art  des Auswurfes der Kombination aus einem Flugzeug  ergeben,       Fig.    2 eine schematische Darstellung eines Flug  zeugschleudersitzes, der mit einem Raketenmotor aus  gerüstet ist,       Fig.    3 einen Teilschnitt durch eine     Raketenmo-          torgruppe    gemäss einer bevorzugten Ausführungsform  der Erfindung,

         Fig.    4 eine Seitenansicht der     Raketenmotorgruppe     nach     Fig.    3,       Fig.    5 eine Vorderansicht der Raketenmotor  gruppe nach     Fig.    3,       Fig.    6 einen Teillängsschnitt längs der Linie       VI-VI    der     Fig.    5 und       Fig.    7 eine schematische Darstellung einer zweck  mässigen Befestigung der     Raketenmotorgruppe    nach  den     Fig.    3 bis 6 an einem Flugzeugschleudersitz.  



  Die schematische Darstellung nach     Fig.    1 deutet  ein Flugzeug mit dem Strich 1 in der Nähe des Bo  dens 2 an und zeigt die verschiedenen Bahnkurven  der Kombination aus Sitz und Besatzungsmitglied,  die sich beim     Ausschleudern    der Kombination aus  dem Flugzeug 1 ergeben. Die mit der Linie 3 be  zeichnete Bahnkurve wurde bei einem Versuch mit  einem Schleudersitz erzielt, der mit einem Raketen  motor in Übereinstimmung mit den früheren hier dis  kutierten Vorschlägen ausgerüstet ist, wenn das Flug  zeug 1, das im Falle des entsprechenden Versuchs  lediglich ein Versuchsfahrzeug war, sich von links  nach rechts nach     Fig.    1 mit einer Geschwindigkeit  von 90     km/h    bewegte.

   Längs der Linie 3 sind die       aufeinanderfolgenden    Zustände der Kombination aus  Sitz und     Besatzungsmitglied    schematisch dargestellt.  Man erkennt die Trennung des Besatzungsmitgliedes  von seinem Sitz und die Entfaltung seines Fallschir  mes. Die Bahnkurve 3 erreicht eine maximale Höhe  von 44 m über dem Boden, und der Fallschirm  des Besatzungsmitgliedes hatte sich voll entfaltet in  einer Höhe von 22 m über dem Boden nach dem      Fall des Besatzungsmitgliedes vom höchsten Punkt  der Bahnkurve. Die horizontale Erstreckung der  Bahnkurve     beträgt    160 m.  



  Die strichpunktierte Linie 2a in     Fig.    1 zeigt die  Schnittebene der Bahnkurve 3 mit dem Boden, falls  der Auswurf aus einem Flugzeug erfolgt, das sich  unter einem Winkel von 10  dem Boden nähert,  wobei der Auswurf     unmittelbar    vor dem Aufschlag  erfolgt, und die anderen Bedingungen unverändert  bleiben. Man erkennt, dass die Bodenebene 2a die  Bahnkurve 3 vor der vollen Entfaltung des Besat  zungsfallschirmes schneidet.  



  Die mit der Linie 4 in     Fig.    1 wiedergegebene  Bahnkurve erhält man bei einem Versuch, der unter  den oben beschriebenen Bedingungen ausgeführt  wird, wobei jedoch eine     Schleudersitzeinrichtung    ge  mäss der vorliegenden Erfindung Verwendung findet.  Man erkennt aus der schematischen Darstellung der  Stufen der Trennung zwischen Sitz und     Besatzungs-          mitjlied    und der Entfaltung des Fallschirmes,     dass     bei diesem Versuch der Personenfallschirm bis zu  dem Zeitpunkt, in dem das Besatzungsmitglied den  höchsten Punkt der Bahnkurve erreicht hat, im we  sentlichen voll entfaltet ist, und dass das Besatzungs  mitglied mit einem voll entfalteten Fallschirm aus  einer Höhe von 120 m herabsinkt.

   Es ergibt sich  somit, dass das Flugzeug     mit    einem erheblich steileren  Winkel zur Erde stürzen kann, ohne dass die     Gefahr     besteht, dass das Besatzungsmitglied vor völliger Ent  faltung seines Fallschirmes auf den Boden     aufschlägt.     



  Die durch die Linie 5 angedeutete Bahnkurve in       Fig.    1 entspricht der Bahnkurve nach der Linie 4,  jedoch im Falle des Auswurfes einer Schleudersitz  anordnung gemäss der vorliegenden Erfindung aus  einem still am Boden stehenden Fahrzeug unter ruhi  gen Windverhältnissen. Man erkennt, dass in diesem  Fall der     Fallschirm    des Besatzungsmitgliedes prak  tisch voll entfaltet ist, bevor dieses den höchsten  Punkt der Bahnkurve erreicht hat, und dass     es    mit  voll entfaltetem Fallschirm aus einer Höhe von etwa  140 m und im Abstand von etwa 62 m hinter dem       Auswurfpunkt    zur Erde sinkt.  



  Bei der Ausführungsform, der die Bahnkurve 3  nach     Fig.    1 entspricht, ist die Kraftlinie des Raketen  motors, mit dem der Schleudersitz ausgerüstet ist,  durch den Pfeil 6 angedeutet. Die     Raketenkraftlinie     der Einrichtung, die zu den Bahnkurven 4 und 5  führt, ist durch die Pfeile 7 und 8 in     Fig.    1 wieder  gegeben.  



       Fig.    2 zeigt schematisch einen Flugzeugschleu  dersitz, der mit einem einzigen Raketenmotor aus  gerüstet ist. Die in der Praxis zusammen mit dem  Sitz allgemein verwendete übliche     Auswurfkanone    ist  in der Zeichnung der Übersichtlichkeit halber nicht  wiedergegeben.  



  Der in     Fig.    2 dargestellte Schleudersitz enthält  einen Sitzrahmen 10, der eine zur deutlicheren Wie  dergabe des allgemein mit 11 bezeichneten Raketen  motors nicht gezeichnete Sitzschale aufnimmt. Der  Raketenmotor besteht in diesem Fall     aus    einem sich    in Querrichtung erstreckenden Kanister 12, der an  seinen Enden     mit        Hilfe    geeigneter Befestigungskon  solen 13 auf dem Sitzrahmen 10 gelagert ist. Der  Kanister 12 enthält eine geeignete Antriebsladung,  beispielsweise einen     stranggepressten    rohrförmigen  Antriebskörper mit wenigstens einer Längsrille in  seinem Rande und Öffnungen, die sich von der Boh  rung in diesem Körper in die Rille erstrecken.

   Der  Körper ist so im Kanister angeordnet, dass die Rille  mit einer nach unten gerichteten Düse 14 fluchtet,  die sich von der Mitte der unteren Wandung des  Kanisters 12 erstreckt. Die Anordnung der Ladung  im Kanister 12 ist derart gewählt, dass die durch die  Verbrennung der Ladung erzeugten Antriebsgase der  Düse 14 zugeleitet werden.

   Die Düsenachse, die die  Kraftlinie des Raketenmotors festlegt, erstreckt sich  durch oder im wesentlichen durch den Schwerpunkt  der Kombination aus Sitz und     Besatzungsmitglied    und  verläuft im     wesentlichen    parallel zur     Kraftlinie    der       Auswurfkanone,    d. h. im wesentlichen     parallel    zur       Anfangskurvenbahn    des Sitzes, die ,sich bei Betäti  gung dieser     Auswurfkanone    ergibt.  



  Die Zündung der Antriebsladung im Kanister  12 kann in üblicher Weise erfolgen. Eine geeignete  Anordnung ist in     Fig.    2 wiedergegeben. Bei dieser  Anordnung ist der Kanister 12 mit einem sich nach  vorne erstreckenden Kanal 15 versehen, dessen vor  deres Ende als Verschluss für eine Zündpatrone aus  gebildet und mit einer     Zündnadelvorrichtung    aus  gerüstet ist, die beim Auswurf des Sitzes aus dem  Flugzeug betätigt wird.  



  Bei der wiedergegebenen Ausführungsform ent  hält die     Zündnadeleinrichtung    einen gegabelten Stem  pel 16, der einen Keil 17 umfasst. Dieser Keil wirkt  mit einer Rolle 18 auf dem Stempel 16 derart zu  sammen, dass beim     Abwärtsziehen    des Keiles 17 aus  dem Bereich     zwischen    den Armen des     Stempels    16  zuerst eine Vorwärtsbewegung dieses Stempels zum  Spannen einer nicht gezeichneten Feder hervorgeru  fen wird. Diese Feder treibt     anschliessend    die Zünd  nadel nach hinten zur Zündung der     Einleitungspa-          trone,    sobald der Keil 17 voll von der Rolle 18  abgezogen ist.

   Der Keil 17 kann zwischen den Armen  des Stempels 16 während des Auswurfes     des    Schleu  dersitzes nach unten gezogen werden, was zu einer  Zündung der Antriebsladung im     Kanister    12 durch  die heissen Verbrennungsprodukte der Zündpatrone  im     richtigen    Augenblick des Auswurfes erfolgt.  



  Die Einrichtungen zum Abziehen des Keiles 17  können beispielsweise aus einem     Teleskopglied    19  bestehen, das mit Hilfe einer geeigneten Konsole 20  an der Flugzeugzelle verankert ist. Das     Teleskopglied     19 streckt sich während des anfänglichen Auswurfes  des Sitzes, bis der Sitz einen Punkt erreicht hat, an  dem der Keil 17 abgezogen     wird,    wenn das Glied  19     aufhört,    sich zu strecken und somit den Keil  festhält, während der Sitz sich längs seiner Auswurf  bahn bewegt.  



  Während bei der Ausführungsform nach     Fig.    2  der Kanister 22     innerhalb    des Sitzrahmens 10 an-      geordnet ist, kann der Kanister 12 selbstverständlich  auch an der Unterseite des Sitzrahmens befestigt wer  den. Anstelle eines einzigen Kanisters kann man zwei  oder drei der wiedergegebenen     Ausführungsform    ähn  liche Kanister, jedoch mit einer geringeren Antriebs  ladung, jeweils an den Kanal 15 anschliessen, so dass  die Ladungen in den Kanistern gleichzeitig gezündet  werden. Ausserdem kann der Kanister 12 oder eine  Anzahl kleinerer Kanister auch so angeordnet wer  den, dass sie ,sich in Längsrichtung, d. h. in Flug  richtung, statt quer dazu erstrecken.  



  Eine bevorzugte     Ausführungsform    des Erfin  dungsgegenstandes ist in den     Fig.    3 bis 7 wieder  gegeben. Bei dieser Ausführungsform enthält der  schematisch in     Fig.    7 wiedergegebene Schleudersitz  einen Sitzrahmen 21, der mit einer nicht gezeichneten,  an sich bekannten     Au:swurfkanone    ausgerüstet ist,  und     trägt    unter der Sitzschale eine allgemein mit 22  angedeutete     Raketenmotorgruppe.    Die Gruppe 22 ist       zweckmässig    am Sitzrahmen 21 mit     Hilfe    herabhän  gender Konsolen 23     befestigt,    die sich auf jeder Seite  des Sitzrahmens befinden.  



  Die Konstruktion der     Raketenmotorgruppe    22  lässt sich im einzelnen aus den     Fig.    2 bis 6 entneh  men. Wie man aus diesen     Figuren    erkennt, besteht  die Gruppe aus einem     Mittelkörper    24, der an seinen  beiden Enden verschlossen ist und mit den Enden  an den Konsolen 23 hängt. Der Mittelkörper besitzt  in Abständen über seine Länge diametral gegenüber  liegende Öffnungen 25     (Fig.    6), die mit rohrförmigen  Stutzen 26 in Verbindung stehen.

   Diese Stutzen 26  sind am Mittelkörper angeschweisst oder in anderer       Weise    befestigt und besitzen Innengewinde zur Auf  nahme von entsprechenden Gewindeköpfen von die  Antriebsladungen enthaltenden     Kanistern    27. Wie  man aus     Fig.    3 erkennt, haben die Kanister 27 unter  schiedliche Längen und     enthalten    unterschiedliche  Mengen der Antriebsladung, wobei die Anordnung  der Kanister unterschiedlicher Grösse auf dem Mittel  körper 24 so gewählt ist, dass der Schwerpunkt der       Raketenmotorgruppe    als ganzer an der richtigen Stelle  zu liegen kommt. Selbstverständlich ist das Gewicht  der gesamten Antriebsladung so gewählt, dass die  Gruppe den gewünschten Schub und die gewünschte  Brenndauer aufweist.

   Die Anordnung kann     offenbar     durch geeignete Wahl der Grösse der am Mittelkörper  zu befestigenden Kanister und damit     zur    Erzielung  eines gewünschten     Gesamtladungsgewichtes    den ver  schiedensten Gegebenheiten angepasst werden.  



  Die Ladungen in den Kanistern 27 sind vorzugs  weise aus ähnlich     geformten    rohrförmigen Körpern  festen Ladungsmaterials gepresst, wie man bei 27a  in     Fig.    6 erkennt. Aus noch zu erläuternden Gründen  besitzt die Ladung 27a in jedem Kanister vorzugs  weise eine Verlängerung 27b, die sich durch die ent  sprechende Öffnung 25 im Mittelkörper 24 erstreckt  und so in die Bohrung des     letzteren    vorsteht.  



  Der Mittelkörper 24 ist ferner in Abständen längs  seiner Länge mit einer Reihe von Austrittsöffnungen  28 versehen, deren Achsen von der Achse des Mittel-         körpers    24 nach vorne und unten gerichtet sind, falls  der Mittelkörper so orientiert ist, dass die Kanister  27 im wesentlichen horizontal liegen. Die Öffnungen  28 stehen mit Düsenstutzen 29 in Verbindung, wel  che Hohlstopfen 30 aufnehmen. Die Stopfen 30 hal  ten nicht gezeichnete Membranen, welche die     öff-          nungen    28 verschliessen, bis die Ladungen in den  Kanistern 27 gezündet werden.  



  In der     Nähe    der Mitte ihrer Längserstreckung  besitzt der Mittelkörper 24 eine den nach vorne  zeigenden Öffnungen 25 entsprechende Öffnung, die  jedoch mit einem Rohrstutzen 31 statt mit einem  Kanister 27, wie bei den Öffnungen 25, in Verbin  dung steht. Der Rohrstutzen 31 trägt eine Zündvor  richtung aus einem rohrförmigen Körper 32, der  innerhalb des Rohrstutzens 31 sitzt und an letzterem  mit Hilfe von zusammenwirkenden Schraubgewinden  33 auf dem Körper 32 bzw. dem Rohrstutzen 31  fixiert ist. Das innere Ende des Körpers 32 ist mit  einem abnehmbaren     rohrförmigen    Stopfen 34 verse  hen, der ein Gehäuse für eine nicht gezeichnete       Zündpatrone    bildet.

   Der Körper 32 ist innen durch  eine Trennwand 35 in zwei Kammern     unterteilt,    die  eine Mittelöffnung aufweisen, durch die eine Zünd  nadel 36 in das     Zündpatronengehäuse    34 eindringen  und die darin sitzende Patrone zünden kann.  



  Die Zündnadel 36 ist auf dem Kopf eines     gega-          belten    Stempels 37 montiert, der in Richtung der  Trennwand 35 mit     Hilfe    einer Druckfeder 38 ge  drückt wird, welche zwischen dem Kopf des Stem  pels 37 und einer Kappe 39 sitzt, die das äussere  Ende des Körpers 32 abschliesst. Der Stempel 37  erstreckt .sich durch eine Mittelöffnung in der Kappe  39 und die Arme 40 dieses Stempels tragen eine  Rolle 41, die mit einem Keil 42 in Eingriff steht,  welche sich zwischen den Armen 40 erstreckt und  zwischen Rollen 41 und Kappe 39 eingesetzt ist.

    Beim Abziehen des     Scherstiftes    erfolgt zuerst eine  Auswärts- oder Vorwärtsbewegung des Stempels 37  zum Zusammendrücken der Feder 38, worauf der  Stempel 37 freikommt und die Feder 38 den Stempel  nach innen drückt. Dadurch wird die Zündnadel 36  durch die Öffnung in der Trennwand um 35 gedrückt  und     zündet    die Zündpatrone im Patronengehäuse 34  am inneren Ende des Körpers 32. Die Einrichtung  zum Abziehen des Keiles 42 im richtigen Augen  blick während des Auswurfes kann von geeigneter  Form sein und beispielsweise der Einrichtung nach       Fig.    2 entsprechen.  



  Wird eine Zündpatrone im Patronengehäuse 34  durch den Zündstift 36 beim Abziehen des Keiles  32     gezündet,    dann treten offenbar die heissen Ver  brennungsprodukte der Patrone in die Bohrung des  Mittelkörpers 24 ein. Da auf dem Mittelkörper 24  unmittelbar gegenüber dem Rohrstutzen 31 ein Ka  nister 27 montiert ist, wird die Ladung in diesem  Kanister unmittelbar durch die in den Mittelkörper  aus dem Rohrstutzen 31 eintretenden heissen Ver  brennungsgase gezündet. Da die Ladungen in und  am Kanister in die Bohrung des Mittelkörpers 24      durch die entsprechenden Öffnungen' 25 vorstehen,  werden auch die Ladungen 27a wenigstens in den  in der Nähe des Rohrstutzens 31 liegenden Kanistern  27 ebenfalls durch die aus dem Rohrstutzen 31 und  dem Mittelkörper eintretenden heissen Verbrennungs  produkte gezündet.

   Alle nicht durch diese heissen       Verbrennungsprodukte    gezündeten Ladungen 27a  werden unmittelbar durch die aus den     gezündeten     Ladungen 27a in den Mittelkörper austretende Aus  strömung gezündet.  



  Die zerbrechlichen Membranen, die die     öffnun-          gen    28 abschliessen, besitzen eine so grosse Festigkeit,  dass sie der Druckwelle bei der Zündung der     Zünd-          patrone    widerstehen, so dass der Mittelkörper gegen  die Aussenatmosphäre abgeschlossen ist, bis wenig  stens eine Ladung 27a gezündet ist und im Mittel  körper einen Druck erzeugt, der zum Bruch der  zerbrechlichen Membrane ausreicht. Auf diese Weise  ist sichergestellt, dass wenigstens eine Ladung vor dem  Öffnen des     Mittelkörpers    richtig gezündet wird.

   Man  erkennt, dass unter bestimmten Umständen, beispiels  weise in grossen Höhen, ein Zünden der Ladungen  27a durch einen zu niedrigen Druck     innerhalb    des  Mittelkörpers 24 verhindert würde, wenn dieser vor  der vollen Zündung     wenigstens    einer Ladung 27a  bereits mit der Atmosphäre in Verbindung stünde.  



  Es wurde bereits erwähnt, dass zuerst die Aus  wurfkanone gezündet wird, um die Kombination aus  Sitz und Besatzungsmitglied zuerst aus dem Flug  zeug     auszuschleudern,    worauf der oder die Raketen  motoren gezündet werden, um eine zusätzliche Be  schleunigung dieser Kombination hervorzurufen. Der  Punkt beim Auswurf, an dem der oder die Raketen  motoren gezündet werden, ist vorzugsweise so ge  wählt, dass sich die     Raketenkraft    während der Ver  minderung der     Kraft    der     Auswurfkanone    ausbildet,  so dass die Beschleunigung der Kombination aus Sitz  und Besatzungsmitglied im Bereich zwischen der  Zündung der     Auswurfkanone    und der Zündung des  oder der Raketenmotoren nicht auf den Wert Null  absinkt.  



  Bei einer typischen Anordnung erzeugt die Aus  wurfkanone rasch eine     Kraft,    die zu einer Beschleu  nigung von vielleicht 15 g führt, welche     dann    im  wesentlichen auf Null in der Zeit absinkt, in der  sich die     teleskopartig    zusammenwirkenden Teile der       Auswurfkanone    trennen. Der oder die Raketenmoto  ren sind dann so ausgelegt, dass sie eine Beschleuni  gung von etwa 10 g erzeugen.

   Der Zündpunkt des  oder der Raketenmotoren ist vorzugsweise so gewählt,  dass der oder die Raketenmotoren eine Raketenkraft  während der Abnahme der     Kraft    der     Auswurfkanone     erzeugen, dass die Beschleunigung der Kombination  aus Sitz und Besatzungsmitglied bis zum     Aufhören     der Raketenkraft niemals unter 10 g fällt. Durch die  Einstellung eines solchen Zündpunktes für den oder  die Raketenmotoren wird das Besatzungsmitglied  einer angemessenen konstanten Beschleunigung nach  der durch die     Auswurfkanone    während der vorher-    gehenden     Auswurfperiode    erreichten Spitzenbeschleu  nigung ausgesetzt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Vorrichtung zum Auswerfen einer Kombination, bestehend aus einem Flugzeugsitz und einem Besat zungsmitglied, aus einem Flugzeug, mittels einer Aus wurfkanone in einer vorbestimmten Richtung bezüg lich des Flugzeuges, gekennzeichnet durch mindestens einen von der Auswurfkanone unabhängigen Rake tenmotor zum Beschleunigen der Kombination in der genannten vorbestimmten Richtung durch Erzeu gung einer Schubkraft, deren Kraftlinie mindestens annähernd in der genannten Richtung und durch den Schwerpunkt der Kombination verläuft. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch ge- i kennzeichnet, dass der Raketenmotor unter der Sitz schale des Sitzes montiert ist. 2. Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass eine Gruppe von Raketenmotoren zur Erzielung des gewünschten Schubes miteinander verbunden ist. 3. Einrichtung nach Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Raketenmotoren der Gruppe gemeinsame Zündvorrichtungen zum gemeinsamen Zünden aller Motoren aufweisen. 4. Einrichtung nach Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Raketenmotoren der Gruppe ein gemeinsames Abströmsystem aufweisen. 5.
    Einrichtung nach Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Raketenmotorengruppe aus einem rohrförmigen Mittelkörper und daran angesetz ten Kanistern zur Aufnahme von Ladungen besteht, der eine Vielzahl von Austrittskanälen für das Ab strömen der Antriebsgase aufweist, und Mittel zum gleichzeitigen Zünden der Ladungen an den Kanistern vorgesehen sind. 6. Einrichtung nach Unteranspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kanister abnehmbar am Mittelkörper montiert sind. 7.
    Einrichtung nach Unteranspruch 6, gekenn zeichnet durch einen mit dem rohrförmigen Mittel körper in Verbindung stehenden Rohrstutzen (31) zur Leitung der Verbrennungsprodukte einer Zünd- patrone in den Mittelkörper zur Zündung der An triebsladungen in den Kanistern. B.
    Einrichtung nach Unteranspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Rohrstutzen (31) eine Zünd- einrichtung aufnimmt, die aus einem Gehäuse für eine Zündpatrone, einer Zündnadel und einer Vor richtung mit elastischen Mitteln zum Andrücken der Zündnadel in die Zündstellung besteht, wobei beim Auslösevorgang die Zündnadel zuerst sich zur Spei cherung von Energie in einer Richtung bewegt,
    in welcher ein Zusammendrücken der elastischen Mittel erfolgt und anschliessend freigegeben wird und derart in die Patronenzündstellung durch die in den elasti schen Mitteln gespeicherte Energie bewegt wird. 9. Einrichtung nach Unteranspruch 5, gekenn zeichnet durch zerbrechliche, die Austrittskanäle ab schliessende Membranen zur Abdichtung des Mittel körpers bis zur Zündung wenigstens einer Antriebs- 5 ladung. 10.
    Einrichtung nach Patentanspruch, gekenn zeichnet durch Vorrichtungen zum Zünden des oder der Raketenmotoren zu einem Zeitpunkt, der so ge wählt ist, dass sich die Raketenmotorkraft während der Abnahme der Auswurfkanonenkraft ausbildet.
CH1291961A 1960-11-07 1961-11-07 Vorrichtung zum Auswerfen einer Kombination, bestehend aus einem Flugzeugsitz und einem Besatzungsmitglied, aus einem Flugzeug CH396648A (de)

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