Verfahren zur Herstellung von ss-Chloräthanphosphonsäuredichlorid Es ist bekannt, ss-Chloräthanphosphonsäuredi chlorid aus ss-Chloräthanphosphonsäureestern, vor zugsweise ss-Chloräthanphosphonsäure-bis-ss-chlor äthylester, durch Umsetzung mit Phosphorpenta- chlorid herzustellen. Ferner ist ein Verfahren be schrieben worden, nach welchem aus einem Reak tionsprodukt aus Äthylenchlorid, Phosphortrichlorid und stöchiometrischen Mengen Aluminiumchlorid durch Zersetzen mit der entsprechenden Menge Wasser ss-Chloräthanphosphonsäuredichlorid erhal ten wurde.
Die erwähnten Verfahren besitzen erhebliche Nachteile, die eine technische Ausnutzung beein trächtigen. So ist das. erstgenannte Verfahren unwirt schaftlich, da in einem Mehrstufen-Verfahren aus dem ss-Chloräthanphosphonsäure-bis- ss -chloräthyl- ester, zu dessen Darstellung 3 Mol Äthylenoxyd und 1 Mol Phosphortrichlorid benötigt werden, unter
EMI0001.0005
in einer Reaktionsstufe sehr wirtschaftlich und mit sehr guten Ausbeuten erhalten kann, wenn man für eine hohe Äthylenkonzentration Sorge trägt. Der Gehalt von Äthylen soll dabei so bemessen sein, dass auf 1 Mol Phosphortrichlorid im allgemeinen mehr als 0,2 Mol Äthylen kommen. Vorteilhaft arbeitet man mit Äthylenkonzentrationen, bei denen 0,3 bis 20 Mole Äthylen auf 1 Mol Phosphortrichlorid ent fallen.
Die erforderliche Äthylenkonzentration kann man auf verschiedenen Wegen erreichen. Eine erste Mög- Verbrauch von 2 Mol Phosphorpentachlorid 2 Mol Äthylenoxyd in Form der ss-Chloräthoxygruppe wie der abgespalten werden und ausserdem nur eine End- ausbeute von etwa<B>10%</B> erzielt wird. Bei dem letzt genannten Verfahren bereistet die Aufarbeitung in folge der Mitverwendung stöchiometrischer Mengen von Aluminiumchlorid erhebliche technische Schwie rigkeiten. Schliesslich ist es bekannt, ss-Chloräthan phosphonsäuredichlorid durch gleichzeitiges Einleiten von Sauerstoff und Äthylen in Phosphortrichlorid in ganz uribedeutenden Ausbeuten, und zwar weniger als 5 %, herzustellen (L. S.
Soborowskij, Dokl. Akad. Nauk S.S.S.R. 67 [1949],S. 293, referiert in Chem. Abstracts Vol. 44, S. 1401-1402 [1950]).
Es wurde nun gefunden, dass man ss-Chloräthan phosphonsäuredichlorid aus Äthylen, Phosphortri- chlorid und Sauerstoff nach der Gleichung lichkeit besteht darin, dass man in ein Gemisch von flüssigem Äthylen und Phosphortrichlorid Sauerstoff einleitet. Eine zweite Möglichkeit ergibt sich, Wenn man die Reaktion in einem für die Reaktionsteil nehmer inerten oder praktisch inerten Medium durchführt, das gleichzeitig für Äthylen ein sehr gutes Lösungsmittel darstellt, also die Herstellung stark konzentrierter Äthylenlösungen gestattet.
Eine dritte Möglichkeit besteht schliesslich darin, dass man die Umsetzung unter Druck durchführt, wodurch eben falls eine starke Konzentrierung des Äthylens erreicht wird. Diesen drei Möglichkeiten entsprechend, kann man das Verfahren in drei verschiedenen Varianten durchführen, deren spezielle Merkmale gegebenenfalls aber auch miteinander kombiniert werden können.
Für die Reaktion kann man sowohl Sauerstoff in reiner Form als auch Sauerstoff enthaltende Gase wie Luft oder mit Sauerstoff angereichterte Luft verwenden. In manchen Fällen kann es auch vorteil haft sein, Stoffe mitzuverwenden, die unter den Re aktionsbedingungen Sauerstoff abgeben.
Bei der mit einem Gemisch von Phosphortri- chlorid und flüssigem Äthylen arbeitenden Ausfüh rungsform des erfindungsgemässen Verfahrens geht man zweckmässig so vor, dass man Phosphortrichlorid in flüssigem Äthylen auflöst und in diese Lösung einen gleichmässigen, fein verteilten Luft oder Sauer stoffstrom einleitet. Die feine Gasverteilung wird in. an sich bekannter Weise erreicht, vorteilhaft indem man die Gase durch eine poröse Platte leitet, oder auch indem man Füllkörper verwendet oder intensiv rührt. .
Das Verhältnis von Phosphortrichlorid zu Äthy len wird dabei im allgemeinen so bemessen, dass auf 1 Mol Phosphortrichlorid etwa 2 bis 25 Mol, vor zugsweise 3 bis 15 Mol, Äthylen kommen.
Die Reaktion kann beispielsweise in einem offenen, gut isolierten Gefäss durchgeführt werden; es ist aber auch möglich, in einem geschlos senen Gefäss und unter Rückfluss zu arbeiten. Die Reaktionstemperatur kann in weiten Grenzen variiert werden, und zwar im Temperaturbereich zwischen dem Schmelzpunkt des Äthylens bis zum Siedepunkt der Lösung des Phosphortrichlorids in Äthylen.
Bei Anwendung von Atmosphärendruck wird die Reak tion vorzugsweise bei einer Temperatur zwischen -140 und -100 ausgeführt. Wegen der bei der Umsetzung auftretenden Kälteverluste ist für aus reichende Isolierung und Kühlung zu sorgen.
Bei Beginn des Einleitens von Sauerstoff oder Luft setzt die Reaktion sofort ein. Es ist möglich, die Reaktion bis zum Verbrauch des Phosphortri- chlorids ablaufen zu lassen. Das nicht umgesetzte Äthylen lässt sich vollständig wieder zurückgewin nen und kann erneut, ohne weitere Reinigung, zur Umsetzung verwendet werden. Es kann aber im Laufe der Reaktion auch weiteres Phosphortrichlorid zugesetzt werden, wodurch das Äthylen ganz ver braucht werden kann.
Es ist auch möglich, so zu verfahren, dass die Reaktion unter Umständen schon vor dem Verbrauch des eingesetzten Phosphortrichlorids abgebrochen wird.
Nach der zweiten Ausführungsform des erfin- dungsgemässen Verfahrens leitet man vorteilhaft Sauerstoff oder sauerstoffhaltige Gase und gasförmi ges Äthylen in eine Lösung von Phosphortrichlorid und einem gegen Phos@hortrichlorid, Äthylen und Sauerstoff inerten oder praktisch inerten Lösungsmit tel, in denn sich sowohl Phosphortrichlorid als auch Äthylen gut lösen, ein.
Als Lösungsmittel haben sich besonders be währt Halogenkohlenwasserstoffe, wie Methylchlorid, Äthylchlorid, Methylenchlorid, Tetrachlorkohlenstoff, Chloroform und andere, ferner Ester von Carbon- säuren, wie Ameisensäuremethylester oder Essig säuremethylester, oder auch anorganische, wie Phosphoroxychlorid. Es ist auch möglich, Lösungs mittelgemische, wie etwa Äthylchlorid und Phosphor- oxychlorid oder Methylchlorid und Schwefelkohlen stoff, zu verwenden.
Man kann bei dieser Ausführungsform bei Atmo sphärendruck oder vermindertem Druck arbeiten. Die Reaktionstemperaturen liegen zweckmässig zwischen -100 und 0 C und vorzugsweise zwischen -100 und -25 C.
Das Lösungsmittel/Phosphortrichlorid-Verhältnis kann in breiten Grenzen variiert werden. Es ist aller dings zweckmässig, das Verhältnis so zu wählen, dass auf 1 Gewichtsteil Phosphortrichlorid 0,5 bis 20 Ge wichtsteile Lösungsmittel, vorzugsweise 1 bis 15 Ge wichtsteile, zugegen sind.
Es ist auch bei dieser Verfahrensweise zweck mässig, für eine möglichst feine Verteilung des Sauer stoffes und Äthylens im Reaktionsgemisch zu sorgen. Dies kann einmal durch Rühren oder anderweitiges mechanisches Vermischen geschehen., etwa dadurch, dass man die Gase durch feine Düsen, poröse Platten, Raschig-Ringe oder andere geeignete mechanische Vorrichtungen in den Reaktionsraum eintreten lässt. Die Gase können dabei getrennt in das Äthylchlorid/ Phosphortrichlorid-Gemisch eingeleitet werden, vor teilhafter ist es jedoch, Äthylen und Sauerstoff vor her zu mischen und durch eine gemeinsame, fein porige Glasfritte in das Reaktionsgemisch einzuleiten.
Wenn auch die beiden bisher beschriebenen Aus führungsformen des erfindungsgemässen Verfahrens bereits gegenüber dem bekannten Versuch von L. S. Soborowskij einen ausserordentlichen technischen Fortschritt mit sich bringen, indem sie eine Ausbeute steigerung an f-Chloräthanphosphonsäuredichlorid um etwa 60-85% ermöglichen, ist doch zu ihrer Durchführung noch ein verhältnismässig grosser appa rativer Aufwand erforderlich, insbesondere weil bei relativ niedrigen Temperaturen, im allgemeinen unter halb -25 C, gearbeitet werden muss.
Um das Ver fahren noch wirtschaftlicher zu gestalten, arbeitet man daher mit besonderem Vorteil nach der oben bereits erwähnten dritten Ausführungsform, nach der sich die Reaktion durch Anwendung von Druck auch bei Temperaturen oberhalb 0, beispielsweise bei Zim mertemperatur. aber auch bei noch höheren Tempe raturen durchführen lässt. Hierbei erhält man aus Sauerstoff oder Sauerstoff enthaltenden Gäsen, Phosphortrichlorid und Äthylen Ausbeuten an ss-Chloräthanphosphonsäuredichlorid, die, bezogen auf das umgesetzte Äthylen, nahezu quantitativ sind.
Im einzelnen geht man hierbei so vor, dass man in geeigneten Druckgefässen, z. B. Autoklaven, Rohren und dergleichen, Phosphortrichlorid mit Äthylen bei einem bestimmten Druck, der grösser als der Atmosphärendruck ist, und einer bestimmten Temperatur sättigt und dem so erhaltenen Phosphor trichlorid-Äthylen-Gemisch Sauerstoff oder Sauer stoff enthaltende Gase zuführt. Es ist hierbei vor teilhaft, nicht nur das Phosphortrichlorid-Äthylen Gemisch, sondern vor allem auch das Reaktions gemisch, insbesondere während und nach der Sauer stoffzufuhr, möglichst intensiv zu mischen. Das ge schieht beispielsweise durch Rühren, Schütteln usw.
Der bevorzugte Druckbereich für das erfindungs gemässe Verfahren liegt zwischen etwa 15 und etwa 150 Atm., jedoch kann die Reaktion auch bei Drucken unterhalb 15 Atm., bis fast herab zu Atmo sphärendruck, sowie oberhalb 150 Atm., durchge führt werden.
Nach dieser Ausführungsform wird das ss-Chlor äthanphosphonsäuredichlorid im allgemeinen bei Temperaturen oberhalb 0 C hergestellt. Der be vorzugte Temperaturbereich liegt zwischen 0 und + 120 C. Dies schliesst aber nicht aus, dass man die Reaktion auch unterhalb und oberhalb dieses Temperaturbereiches, jedoch oberhalb des Siede punktes des Äthylens, bei Normaldruck, durchführen kann.
Selbstverständlich kann man auch hier in Ge genwart reaktionsinerter Verdünnungsmittel, wie Äthylchlorid, Phosphoroxychlorid und dergleichen, arbeiten. Auch das Reaktionsprodukt selbst ist als reaktionsinertes Verdünnungsmittel sehr geeignet. Das Verfahren ist auch nicht auf die ausschliessliche Verwendung von Sauerstoff oder Sauerstoff enthal tenden Gasgemischen beschränkt. Vielmehr können auch Stoffe, die unter den Reaktionsbedingungen Sauerstoff abgeben, mitverwendet oder für sich allein angewandt werden. Als Sauerstoff abgebende Stoffe kommen insbesondere alle Verbindungen in Frage, die in der Lage sind, bei den Temperaturen, bei denen die Reaktion durchgeführt wird, Sauerstoff zu entwickeln.
Desgleichen eignen sich für diese be sondere Ausführungsform des vorliegenden Ver fahrens gegebenenfalls auch feste oder flüssige Ad sorptionsverbindungen des Sauerstoffes mit geeigne ten Adsorptionsmitteln.
Der Sauerstoff oder das sauerstoffhaltige Gas kann entweder aus einer oder mehreren Zuführungen kontinuierlich eingeleitet oder in mehreren Portionen diskontinuierlich hinzugesetzt werden. Bei der diskon tinuierlichen Arbeitsweise hat man aber, vor allem zur Vermeidung eines zu heftigen Reaktionsablaufes, darauf zu achten, dass die Zufuhr des Sauerstoffes in mehreren kleineren aufeinanderfolgenden Schritten vorgenommen wird, wobei man zweckmässig dem Reaktionsgemisch immer erst dann wieder frischen Sauerstoff zuführt, wenn die zuvor zugesetzte Sauer stoffmenge durch die Reaktion bereits verbraucht ist.
Bei allen drei Ausführungsformen des erfindungs gemässen Verfahrens ist es möglich, Katalysatoren oder Gemische von Katalysatoren zu verwenden, ins besondere solche, die als Komplexbildner und/oder SauerstoffLUberträger für das Äthylen oder für das Phosphortrichlorid in Betracht kommen.
Die Umsetzung und die Ausbeute an ss-Chlor äthanphosphonsäuredichlorid lassen sich ferner durch die Anwesenheit schwerlöslicher, oberflächenreicher Teilchen, wie Aktivkohle oder Calciumphosphat, vor zugsweise aber polymerer Verbindungen, wie Poly äthylen, Polypropylen oder Polystyrol, steigern. Diese können z. B. in Mengen bis zu 5 Gewichtsprozent, bezogen auf Phosphortrichlorid, zugegen sein.
Unabhängig von der Ausführungsform des erfin dungsgemässen Verfahrens setzt bei Zufuhr von Sauerstoff oder Sauerstoff enthaltenden Gasgemischen und/oder Sauerstoff abgebenden Stoffen zu dem Phosphortrichlorid-Äthylen-Gemisch, das gegebenen falls mit einem reaktionsinerten Verdünnungsmittel vermischt ist, die Reaktion augenblicklich unter Wärmeentwicklung ein, wobei allerdings in jedem Falle ein inniges Vermischen der Gasphase und der flüssigen Phase, beispielsweise durch Rühren, Schüt teln oder ähnliche Massnahmen, erforderlich ist. Je nach der Sauerstoffmenge, die man insgesamt zu führt, kann man die Reaktion bis zum vollständigen Verbrauch des eingesetzten Phosphortrichlorids fort führen.
Das erfindungsgemässe Verfahren eignet sich in ganz besonderem Masse für die kontinuierliche Durchführung der Reaktion. Jedoch ist auch eine diskontinuierliche Reaktionsführung in manchen Fällen von technischem Interesse.
Nach Beendigung der Umsetzung und, falls man unter Druck gearbeitet hat, nach erfolgter Entspan nung, wird nach Abtrennung des bei der Reaktion nicht verbrauchten überschüssigen gasförmigen Äthy lens, das bei kontinuierlicher Arbeitsweise zweck mässig der Reaktion fortlaufend wieder zugeführt wird, als rohes Reaktionsprodukt eine flüssige Phase erhalten, die neben ss-Chloräthanphosphonsäuredi chlorid und Phosphoroxychlorid wechselnde Mengen an unverbrauchtem Phosphortrichlorid enthalten kann.
Falls in Gegenwart von Verdünnungsmitteln gearbeitet wurde, enthält diese flüssige Phase auch diese Verdünnungsmittel. Der Gehalt der flüssigen Phase an Phosphortrichlorid wird bestimmt durch die Menge Sauerstoff, die man mit dem Phosphor trichlorid-Äthylen-Gemisch umgesetzt hat. Wurden mehr als 0,5 Mol Sauerstoff je Mol Phosphortri- chlorid zur Umsetzung gebracht, so enthält das rohe Reaktionsprodukt kein Phosphortrichlorid mehr.
Die Aufarbeitung des anfallenden rohen Reak tionsproduktes geschieht in der Weise, dass zuerst gegebenenfalls vorhandenes, nicht umgesetztes, flüssi- ges Äthylen und Phosphortrichlorid entfernt werden und dann das bei der Reaktion mitentstandene Phos- phoroxychlorid bei Normaldruck oder auch unter vermindertem Druck abdestilliert wird. Dann destil liert man das. Endprodukt bei Normaldruck oder besser unter vermindertem Druck.
ss-Chloräthanphosphonsäuredichlorid stellt auf Grund seiner reaktionsfähigen Gruppen ein Zwischen- produkt dar, das sich für die verschiedensten chemi schen Synthesen, zur Herstellung von Estern, Amiden usw. verwenden lässt. Solche Verbindungen haben dank ihres Phosphorgehaltes auf den verschiedensten Gebieten erheblichen Interesse gefunden. Infolge ihrer fungiziden Wirkung können viele von ihnen auf dem Schädlingsbekämpfungsgebiet verwendet werden. Auch für die Herstellung von Pflanzenschutzmitteln lässt sich ein Teil dieser Verbindungen verwenden. ss-Chloräthanphosphonsäuredichlorid eignet sich für die Herstellung schwer entflammbarer Polyester.
Durch Chlorwasserstoffabspaltung wird es in Vinyl- phosphonsäuredichlorid überführt, eine Verbindung, die sich auf Grund ihrer Doppelbindung polymeri sieren und mischpolymerisieren lässt.
Das erfindungsgemässe Verfahren wird durch die nachfolgenden experimentellen Ergebnisse erläutert. Zunächst wurde die in Dokl. Akad. Nauk S.S.S.R.67 enthaltene Angabe von Soborowskij durch den nach folgenden Versuch geprüft: In einen Vierhalskolben von 2 Litern Fassungs vermögen, der mit Rührwerk, Thermometer und Ein leitungsrohren für Äthylen und Sauerstoff versehen war, gibt man 500 g Phosphortrichlorid und leitet bei -20 C 60 Liter pro Stunde Äthylen und 30 Liter pro Stunde Sauerstoff ein. Nach einer Laufzeit von 5 Stunden wurde nach Destillation geringer Mengen von nicht umgesetztem Phosphortrichlorid sowie des entstandenen Phosphoroxychlorids der verbleibende Rückstand unter vermindertem Druck destilliert.
Man erhielt 20 g ss-Chloräthanphosphonsäuredichlorid, das sind 4%, bezogen auf eingesetztes Phosphortri- chlorid.
Demgegenüber zeigen die Beispiele 1-6, dass bei Anwendung erhöhter Äthylenkonzentrationen nach dem erfindungsgemässen Verfahren die Ausbeuten an ss-Chloräthanphosphonsäuredichlorid ein Viel faches der nach dem Verfahren von Soborowskij er haltenen Ausbeute betragen.
<I>Beispiel 1</I> Durch eine Lösung von 236 g Phosphortrichlorid (1,73 Mol) in 600 g flüssigem Äthylen (21,4 Mol) wird bei der Temperatur der siedenden Lösung 4 Stunden lang gasförmiger Sauerstoff durchgeleitet. Nach Beendigung der Sauerstoffzufuhr wird das nicht verbrauchte Äthylen durch Destillation abgetrennt und der verbleibende Rückstand, der bei Zimmer temperatur eine farblose oder schwach braungelb gefärbte Flüssigkeit darstellt, fraktioniert.
Durch Destillation unter Normaldruck werden daraus zunächst 81 g Phosphortrichlorid, die nicht zur Umsetzung gelangten, zurückgewonnen und dann 105 g Phosphoroxychlorid abdestilliert. Das dann verbleibende rohe B-Chloräthanphosphonsäure dichlorid wird im Vakuum bei 40 Torr und einem Siedepunkt von 120 bis 130 C destilliert. Man er hält 84 g reines ss-Chloräthanphosphonsäuredichlorid, das sind 81,6% der Theorie, bezogen auf umgesetztes Phosphortrichlorid. Der Siedepunkt beträgt bei 5,5 Torr 82-84 C.
<I>Beispiel 2</I> In einem Vierhalskolben von 6 Litern Fassungs vermögen, versehen mit Rührwerk, Kältekühler und Thermometer, werden 3,9 kg Äthylchlorid einge füllt. Dann leitet man 1¸ Stunden Äthylen ein. Nach dieser Zeit fällt man 1780 g Phosphortrichlorid ein und leitet bei -70 C Sauerstoff mit einer Ge schwindigkeit von 30 Liter pro Stunde und Äthylen mit einer Geschwindigkeit von 50 Liter pro Stunde in das Reaktionsgemisch. Nach 10 Stunden destilliert man Äthylchlorid, nicht umgesetztes Phosphortri- chlorid (570 g) und Phosphoroxychlorid (904 g) bei Normaldruck ab. Anschliessend wird B-Chloräthan- phosphonsäuredichlorid im Vakuum bei 5,5 mm Hg/ 85-86 C destilliert.
Die Ausbeute beträgt 517 g ss-Chloräthanphosphonsäuredichlorid, das sind 65% der Theorie, bezogen auf umgesetztes Phosphortri- chlorid.
Beispiel <I>3</I> In die im Beispiel 1 beschriebene Apparatur wer den 3,9 kg Äthylchlorid und 500 g Phosphoroxy- chlorid eingefüllt. Nach 1¸stündigem Einleiten von gasförmigem Äthylen gibt man 1370 g Phosphor trichlorid hinzu. Dann leitet man bei - 70 C wei teres Äthylen und Sauerstoff ein. Die Einleitungs geschwindigkeit für Athylen liegt bei 60 Liter pro Stunde, die für Sauerstoff bei 35 Liter pro Stunde. Nach 12 Stunden werden Äthylchlorid, Phosphortri- chlorid (540 g) und Phosphoroxychlorid (562 g) ab gezogen. Anschliessend wird ss-Chloräthanphosphon säuredichlorid im Vakuum bei 5 mm Hg/84 C destilliert.
Die Ausbeute beträgt 428 g B-Chloräthan phosphonsäuredichlorid, das sind 78% der Theorie, bezogen auf umgesetztes Phosphortrichlorid.
<I>Beispiel 4</I> Einer Lösung von 3,9 kg Äthylchlorid und 1780 g Phosphortrichlorid werden 20 g Polyäthylen hinzugefügt. Dann leitet man bei -70 C Äthylen und Sauerstoff ein. Die Einleitungsgeschwindigkeit für Äthylen beträgt 50 Liter pro Stunde, die für Sauerstoff 30 Liter pro Stunde. Nach 10 Stunden werden Äthylchlorid, Phosphortrichlorid (440 g) und Phosphoroxychlorid (1001 g) abgezogen. Bei der anschliessenden Vakuumdestillation erhält man 570 g ss-Chloräthanphosphonsäuredichlorid, das sind 66% der Theorie, bezogen auf umgesetztes Phosphortri- chlorid. Beim Vergleich mit Beispiel 1 geht hervor, dass die Ausbeute etwa gleich, der Umsatz jedoch höher liegt.
<I>Beispiel 5</I> In 4 kg Methylenchlorid wird 2 Stunden lang Äthylen eingeleitet. Dann gibt man<B>1.780</B> g Phosphor- trichlörid hinzu und leitet bei - 70 C Athylen mit einer Geschwindigkeit von 50 Litern pro Stunde und Sauerstoff mit einer Geschwindigkeit von 25 Liter pro Stunde in das Reaktionsgemisch ein. Nach 10 Stunden destilliert man das Methylenchlorid, das nicht umgesetzte Phosphortrichlorid und das bei der Reaktion mitentstandene Phosphoroxychlorid ab. Der Rückstand wird im Vakuum bei 5 mm Hg/84 C destilliert und ergibt 512 g reines ss-Chloräthanphos phonsäuredichlorid.
<I>Beispiel 6</I> In 3 kg Methylacetat wird 1¸ Stunden lang Äthylen eingeleitet. Dann gibt man 1370 g Phosphor trichlorid hinzu und leitet 10 Stunden bei<B>-70'</B> C Äthylen und Sauerstoff ein. Die Rührgeschwindigkeit beträgt 350-400 Umläufe pro Minute. Danach wer den nichtumgesetztes Methylacetat, Phosphortri- chlorid und bei der Reaktion entstandenes Phosphor- oxychlorid abdestilliert. Zum Schluss wird ss-Chlor- äthanphosphonsäuredichlorid bei 6 mm Hg/88 C destilliert. Man erhält 208 g, das sind 41 % der Theorie.
<I>Beispiel 7</I> 1574 g Phosphortrichlorid (etwa 11,4 Mol) wer den in einen Autoklaven von 5 Liter Inhalt gebracht, und die im Autoklaven befindliche Luft wird durch Spülen mit Äthylen verdrängt. Anschliessend drückt man unter Rühren und bei einer Temperatur von 20 C so lange Äthylen auf, bis sich ein konstanter Druck von 40 Atmosphären eingestellt hat. Nun bringt man z. B. über eine Druckschleuse insgesamt 120 N@ Sauerstoff in mehreren Portionen von jeweils etwa 20 N@ in den Autoklaven ein. Bei jeder Sauerstoff aufgabe tritt sofort lebhafte Reaktion ein, die aber nach kurzer Zeit wieder beendet ist. Eine Zufuhr von Sauerstoff über insgesamt 120 NI hinaus be wirkt keine weitere Reaktion mehr und zeigt an, dass die Umsetzung beendet ist.
Nach der Entspannung des Autoklaven erhält man als rohes Reaktionsprodukt eine schwach gelb ge färbte Flüssigkeit, von der sich durch Destillation 940 g Phosphoroxychlorid abtrennen lassen. Die weitere Destillation des verbleibenden höher sieden den Rückstandes liefert 701 g ss-Chloräthanphosphon säuredichlorid vom Kp./5,5 Torr = 82-84 C.