Zusatzpatent zum Hauptpatent Nr. 383153 Kamera mit einer selbsttätigen Belichtungsregelvorrichtung Die vorliegende Erfindung betrifft eine weitere Ausbildung derjenigen nach dem Patentanspruch des Hauptpatentes, der folgendermassen lautet: Kamera mit einer selbsttätigen Belichtungsregel vorrichtung, deren Verschlusszeit- und Blendenein- steller nach mehreren unterschiedlichen Steuerpro grammen regelbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass sie mit einem Umschalter zur Vorwahl des vor bestimmten Steuerprogrammes versehen ist.
Die vorliegende Erfindung bezweckt, den Auf bau und die Bedienung einer derartigen Kamera zu vereinfachen und erreicht dies dadurch, dass ein Steuerkurven zur Einstellung der Belichtungszeit und der Blende aufweisender Träger und ein die Blende und den Verschluss mit den zugehörigen Stehein richtungen aufweisendes Gehäuse vorgesehen sind, wobei der Träger oder das Gehäuse drehbar ange ordnet sind, und dass der verstellbare Teil (Träger oder Gehäuse) federnd gegen Anschläge des Um schalters geführt sowie mit einer der Zahl der Steuer programme entsprechenden Anzahl von Steilanschlä gen versehen ist,
von denen wahlweise ein Stellan- schlag durch Betätigung des Umschalters zur Über führung der Kamera in eine der Einstellagen für selbsttätige Belichtungsregelung in die Bewegungs bahn eines mit der Abtastanordnung verbundenen Stellers führbar ist. Dadurch ist es möglich, sowohl die Einstellung eines Steuerprogrammes für die selbst tätige Belichtungsregelung als auch Einstellungen der Blende bzw.
Belichtungszeit nur durch Drehen eines einzigen Betätigungsorgans durchzuführen, wobei bewegliche Übertragungsglieder weitgehend vermeid bar sind, da zur Steuerung der Einsteller für Blende und Belichtungszeit lediglich ein drehbarer Umschal ter mit einem beweglichen Steuerkurventräger vor gesehen ist. Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes.
Fig. 1 zeigt eine perspektivische Darstellung mit in Richtung der optischen Achse auseinandergezoge- nen Einzelteilen.
Fig.2 zeigt den Umschalter in Richtung der Pfeile 11-II in Fig.l gesehen.
Gemäss Fig.1 weist die Kamera ein die Blende und den Verschluss aufnehmendes, aufgebrochen dar gestelltes Verschlussgehäuse 401 auf. Die Blende ist mit mehreren Blendenlamellen 402 versehen, von denen zur besseren Übersicht lediglich eine dar gestellt ist. Jede Blendenlamelle 402 ist um einen Zapfen 403 drehbar an einer im Gehäuse 401 sit zenden Platine 404 gelagert und weist einen Steuer schlitz 405 auf, in den ein Zapfen 406 eines dreh bar im Gehäuse 401 gelagerten Blenden-Stellringes 407 eingreift.
Der Blenden-Stellring 407 ist mit einem etwa radial verlaufenden Steuerschlitz 408 versehen, in den ein Stift 409 eines um einen Zapfen 410 der Platine 404 exzentrisch zur optischen Achse dreh bar gelagerten zweiarmigen Mitnehmerhebels 411 eingreift. An diesem sitzt ein axialer Steuerstift 412, der eine Ausnehmung 413 einer weiteren Platine 414 durchsetzt, die im Verschlussgehäuse 401 fest sitzend angeordnet ist.
Die Platine 414 weist eine Ausnehmung 415 auf, durch die ein Steuerstift 416 hindurchragt. Dieser sitzt an einem nicht darge stellten, an sich bekannten Hebel des Zeitregelwer- kes. Das Zeitregelwerk sowie die Antriebseinrich tung des Verschlusses mit den Verschlusslamellen sind an der Rückseite der Platine 414 gelagert.
Das Verschlussgehäuse 401 läuft kameragehäuse- seitig in einen die Platine 414 übergreifenden ring förmigen Ansatz 417 aus. In diesem Ansatz 417 ist ein ringförmiger Ansatz 418 eines Umschalters 419 drehbar gelagert. Der Ansatz 417 weist ferner auf der Innenseite eine Aussparung 417a auf. In der Aussparung 417a ist eine als Blattfeder ausgebildete Rastfeder 420 angeordnet, die fest mit dem Ansatz 417 vernietet ist und mit Rastausnehmungen 421a, <I>421b,</I> 421c zusammenarbeitet, die sich auf der Aussenseite des Ansatzes 418 befinden.
Die der Platine 414 zugewandte Stirnfläche des Ansatzes 418 weist eine ringförmige Steuerausneh- mung 422 auf, die über einen Teil ihres Umfanges mit einer Erweiterung 423 versehen ist. In die Steuer- ausnehmung 422 greift ein Stift 424 eines eben falls an der Platine 414 drehbar gelagerten, an sich bekannten Ball-Steuerhebel 425 ein.
Auf der Aussenseite des Umschalters 419 sind drei Markierungen<I>426a,</I> 426b,<I>426c</I> für die Ein stellung der unterschiedlichen Steuerprogramme so wie zwei Skalen<I>427a, 427b</I> angebracht, von denen die eine Skala 427a eine Markierung für die Ball- Einstellage nebst einer Blendenwertreihe und die andere Skala 427b eine Markierung für die Blitz licht-Einstellage sowie ebenfalls eine Blendenwert- reihe aufweist. Zur Einstellung der jeweils gewünsch ten Markierung 426a,<I>426b</I> bzw. 426c oder des jeweils gewünschten Blendenwertes der Skala 427a bzw. 427b ist auf der Aussenseite des Ansatzes 417 eine Marke 428 angebracht.
Die Anordnung der Rastfeder 420 und der Rastausnehmungen <I>421a,</I> <I>421b,</I> 421c ist so gewählt, dass die Feder 420 stets dann eine Rastverbindung herstellt, wenn eine der Markierungen<I>426a</I> bis 426c der Marke 428 gegen übersteht.
Im ringförmigen Umschalter 419 sind zwei Schei ben 430 bzw. 431 drehbar gelagert, die mittels Zap fen<I>429a, 429b,</I> 429c fest miteinander verbunden sind. Die Scheibe 430 weist mehrere entlang des Innenumfanges angeordnete Steuerkurven 432 bis 436 auf, zwischen denen für die Steuerung unwirk same Abschnitte<I>437a</I> bis 437e des Innenumfanges vorgesehen sind. Mit den Steuerkurven 432 bis 436 kann der Steuerstift 412 des Mitnehmerhebels 411 für den Blenden-Stellring 407 zusammenarbeiten. In ähnlicher Weise weist die Scheibe 431 Steuerkur ven 438, 439, 440, 441 auf, zwischen denen zur Steuerung unwirksame Abschnitte<I>442a, 442b,</I> 442c des Innenumfanges vorgesehen sind.
Die Steuerkur ven 438 bis 441 arbeiten mit dem Steuerstift 416 des Zeitregelwerkes zusammen. Die Anordnung ist so getroffen, dass der kleinste Abstand der Steuer kurven 432 bis 436 der Scheibe 430 von der Schei benachse, die mit der optischen Achse zusammen fällt, grösser als der grösste Abstand der Steuerkurven 438 bis 441 der gleichachsig angeordneten Scheibe 431 von deren Achse ist, so dass die beiden Steuer stifte 412, 416 vor der gleichen Stirnfläche der Scheiben 430, 431 angeordnet werden können.
Zur Begrenzung des Drehwinkels der beiden Scheiben 430, 431 gegenüber dem Umschalter 419 weist die Scheibe 430 Bogenschlitze 443a, 443b, 443c gleicher Länge auf, in die Stifte 444a, 444b, 444c des Umschalters 419 hineinragen. Die Bogenlänge der Schlitze 443a,<I>443b,</I> 443c ist dabei gleich der Bogenlänge der Steuerkurven 432 bis 434 bzw. 438 bis 440 bemessen. Die beiden Scheiben 430, 431 weisen ferner zwei sich in der Ruhestellung deckende Ausnehmungen 445, 446, die sich mindestens eben falls über die gleiche Bogenlänge wie die Schlitze 443a,<I>443b,</I> 443c erstrecken, auf, in die ein Stift 447 des Umschalters 419 hineinragt. Am Stift 447 ist das eine Ende einer Zugfeder 448 angeschlossen, deren anderes Ende am Zapfen 429c verankert ist.
Die Feder 448 hat daher die Tendenz, die beiden Scheiben 430, 431 in Richtung des Pfeiles x ge genüber dem Umschalter 419 zu verstellen bzw. diese Scheiben in einer Lage zu halten, in der die Stifte <I>444a</I> bis<I>444c</I> jeweils am einen Ende der Bogen schlitze 443a bis 443c kraftschlüssig anliegen.
An der Scheibe 431 sitzen drei axiale Anschlag stifte 449 bzw. 450 bzw. 451. Mit wahlweise einem dieser Stifte kann ein als Schieber ausgebildeter Steller 452 zusammenarbeiten. Dieser ist mittels Längsschlitzen 453a, 453b, durch die gehäusefeste Stifte<I>454a</I> bzw.<I>454b</I> hindurchragen, geradlinig ver schiebbar geführt und weist einenends einen Ansatz 455 auf, in dessen Verstellweg beim Verschieben des Stellers 452 in Richtung des Pfeiles y wahlweise einer der Stifte 449 bzw. 459 bzw. 451 hineinführ- bar ist.
Andernends trägt der Steller 452 eine Ab tastbacke 456, die winkelrecht zu einem über einem Gegenlager 457 geführten Zeiger 458 eines Dreh spulinstrumentes 459 verstellbar angeordnet ist. Am Steller 452 greift eine Zugfeder 460 an, welche die Tendenz hat, den Steller 452 in Richtung des Pfei les y zu verschieben und dadurch die Abtastbacke 456 gegen den Zeiger 458 und den Ansatz 455 in die Bewegungsbahn eines der Stifte 449 bzw. 450 bzw. 451 hineinzuführen.
In der in Fig. 1 dargestell ten Ruhelage ist der Steller 452 mittels eines an ihm sitzenden Stiftes 461 gegen Verschieben in Richtung des Pfeiles y gesichert, der an einem Ansatz 462 einer von Hand bedienbaren Messtaste 463 anliegt. Diese steht unter dem Einfluss einer der Zugfeder 460 entgegenwirkenden, stärker bemessenen Zugfeder 464.
Die Steuerkurven 432 bis 436 und 438 bis 441 sind so ausgebildet, dass in der Ruhestellung nach Einstellung eines Steuerprogrammes zur selbsttätigen Belichtungsregelung die Blende voll geöffnet und der Verschluss auf die längste Öffnungszeit eingestellt ist.
Wird, ausgehend von der in Fig. 1 dargestellten Einstellage, die Messtaste 463 durch Fingerdruck in Richtung des Pfeiles y bewegt, dann folgt der Stel- ler 452 unter dem Einfluss der Feder 460 dem An satz 462 so lange, bis die Abtastbacke 456 auf den Zeiger 458 aufläuft. Hierbei nimmt der Steller 452 mittels des Ansatzes 455 den in seine Bewegungs bahn hineinragenden Stellanschlag 449 mit, wodurch die Scheibe 431 und damit auch die Scheibe 430 in Richtung des Pfeiles z gedreht werden.
Der Steuer- Stift 416 gleitet daher der Steuerkurve 438 entlang, während die Steuerkurve 432 am Steuerstift 412 vorbeigeführt wird. Hierbei wirkt zunächst der Be reich<I>432a</I> der Steuerkurve 432 auf den Steuerstift 412 ein und schwenkt dadurch den Mitnehmerhebel 411 im Sinne des Schliessens der Blende. Der Bereich 438a der Steuerkurve 432 bewegt sich ohne Ver- stellwirkung am Steuerstift 416 entlang. Das ein gestellte Steuerprogramm liefert daher zunächst ledig lich eine Veränderung der Blende. Sobald der Steuer stift 412 in den Bereich 432b der Steuerkurve 432 gelangt, erfolgt keine weitere Verstellung der Blende. Diese bleibt infolgedessen in ihrer kleinsten Öff nungsstellung.
Gleichzeitig wird jedoch der Bereich 438b der Steuerkurve 438 wirksam, der eine Ver stellung des Steuerstiftes 416 und damit des Zeit regelwerkes hervorruft. Es erfolgt daher bei klein ster Blendenöffnung eine Verkürzung der Belich tungszeit. Dabei ist der Einstellweg der Scheiben 430, 431 gegenüber dem Umschalter 419 durch die Bogenschlitze<I>443a</I> bis 443c und die Stifte<I>444a</I> bis 444c begrenzt.
Nach Durchführung einer Aufnahme und Frei gabe der Messtaste 463 wird die Abtastanordnung unter dem Einfluss der Feder 464 selbsttätig in ihre Ausgangsstellung zurückgeführt. Die Steuerkurven träger 430, 431 werden mittels der Zugfeder 448 in die in Fig.1 dargestellte Ausgangslage zurück geführt.
Soll beispielsweise ein schnell bewegtes Motiv mit selbsttätiger Belichtungsregelung aufgenommen werden, so wird der Umschalter 419 so weit gedreht, bis die Markierung<I>421b</I> der Marke 428 gegen übersteht und die Rastfeder 420 in die Rastausneh- mung 421b eingefallen ist. Bei dieser Stellbewegung werden die Scheiben 430, 431 so weit gedreht, dass die Steuerkurven 432 bzw. 438 und die anschlie ssenden unwirksamen Abschnitte<I>437b</I> bzw.<I>442a</I> an den Steuerstiften 412, 416 entlang gleiten. Hierdurch gelangt gleichzeitig der Stellanschlagstift 450 in die Bewegungsbahn des Ansatzes 455 des Stellers 452.
Wird nun die Messtaste 463 in Richtung des Pfeiles y durchgedrückt und werden dadurch die Scheiben 430, 431 über den Steller 452 in Rich tung des Pfeiles z gedreht, so wird zunächst durch den Abschnitt 439a der Steuerkurve 439 die Belich tungszeit verkürzt. Während dieser Zeit gleitet der Bereich 433a unwirksam am Steuerstift 412 vorbei, da infolge der kreisbogenförmigen Gestalt dieses Bereichs der Steuerstift 412 nicht beeinflusst wird. Sobald der Steuerstift 416 in den Bereich 439b der Steuerkurve 439 gelangt, läuft der Bereich 433b der Steuerkurve 433 auf den Steuerstift 412 auf und bewirkt eine entsprechende Verstellung dieses Stif tes. Der Steuerstift 416 wird dagegen nicht mehr beeinflusst.
Dieses Steuerprogramm liefert daher zu nächst eine Verkürzung der Verschlussöffnungszeit bis auf ihren Kleinstwert und anschliessend erst eine Verkleinerung der Blendenöffnung. Wird die Markierung 426c auf die Marke 428 eingestellt, so gelangen die Steuerstifte 412 und 416 an den Anfang der Steuerkurven 434 und 440. Gleichzeitig wird der Stellanschlag 451 vor den Ansatz 455 geführt. Werden nun die Scheiben 430, 431 über die Abtasteinrichtung in Richtung des Pfeiles z gedreht, so werden gleichzeitig beide Steuer stifte 412 und 416 beeinflusst.
Es erfolgt daher über die ganze Länge der Steuerkurve sowohl eine Ver kleinerung der Blendenöffnung als auch eine Ver kürzung der Belichtungszeit. Dieses Steuerprogramm ist daher für Aufnahmen geeignet, deren Motive so wohl eine Bewegung aufweisen als auch eine be stimmte Tiefenschärfe erfordern. Soll eine Aufnahme unter Verwendung eines Blitzlichtgerätes durchgeführt werden, so wird der Umschalter 419 so lange gedreht, bis der entspre chend der Leitzahl des Blitzlichtgerätes und der Auf nahmeentfernung ermittelte Blendenwert der Skala 427b der Marke 428 gegenübersteht.
Hierbei ge langt die Steuerkurve 435 zur Einwirkung auf den Steuerstift 412 und verstellt die wirksame Blenden öffnung. Der Steuerstift 416 befindet sich dagegen innerhalb der kreisbogenförmigen Steuerkurve 441, die so ausgebildet ist, dass stets die längste Ver- schlussöffnungszeit, also beispielsweise 1/3o sec, ein gestellt ist.
Ferner besteht die Möglichkeit, Ball-Aufnahmen durchzuführen. Hierzu wird der Umschalter 419 so lange gedreht, bis der gewünschte Blendenwert der Skala 427a der Marke 428 gegenübersteht. Bei dieser Einstellbewegung bleibt der Steuerstift 416 im Be reich der Steuerkurve 441, während die Steuerkurve 436 gegen den Steuerstift 412 geführt wird. Hier durch wird eine Veränderung der Blendenöffnung erzielt. Gleichzeitig ist jedoch der Stift 424 des Ball-Steuerhebels 425 in den Bereich der Erweiterung 423 der Steuerausnehmung 422 gelangt.
Wird nun mehr eine Aufnahme ausgelöst, so kann der Stift 424 in die Erweiterung 423 einfallen, so dass die Verschlusslamellen so lange geöffnet bleiben, als der Auslöser der Kamera niedergedrückt ist.
Die Steuerkurven der Scheiben 430, 431 können sowohl zur selbsttätigen Belichtungsregelung als auch zur Handeinstellung anders als vorstehend erläutert, ausgebildet sein, beispielsweise derart, dass abwech selnd Zeit oder Blende stufenweise verändert wer den oder dass für Blitzlichtaufnahmen eine andere Verschlussöffnungszeit eingestellt wird. Es besteht auch die Möglichkeit, den Steuerkurventräger 430, 431 kameragehäusefest anzuordnen und zur Vor wahl des Steuerprogrammes bzw. von Hand ein zustellender Belichtungswerte das Gehäuse zusammen mit dem Umschalter zu drehen.
Zur Einstellung der Belichtungswerte bei selbsttätiger Belichtungsregelung ist dann zusätzlich das Gehäuse in der gleichen Weise wie beim dargestellten Ausführungsbeispiel der Steuerkurventräger 430, 431 gegenüber dem Um schalter begrenzt drehbar gelagert.