Verfahren zur Behandlung von Tabak und Mittel zur Durchführung desselben Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung von Tabak, das dadurch gekenn zeichnet ist, dass dem Tabak ein oder mehrere Alu miniumsalze zugesetzt werden.
Die Behandlung kann an ganz oder teilweise ge trockneten, eventuell fermentierten Tabakblättern sowie an daraus hergestellten Halbfabrikaten oder fertigen Tabakwaren vorgenommen werden.
Das Mittel zur Durchführung des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, dass .es ausser einem oder mehreren Aluminiumsalzen ein Alkalimetall-, ein Kalzium- und/oder ein Magnesiumsalz enthält.
Das Verfahren bezweckt, eine Verbesserung so wohl der Glimmfähigkeit des Tabaks als auch der Eigenschaften der Tabakasche, insbesondere der Helligkeit und der Konsistenz der Asche zu erzielen, ohne dass der Geschmack des Tabakrauches dabei unvorteilhaft beeinflusst wird. In vielen Fällen wird sogar eine Verbesserung des Geschmackes erreicht.
Es ist bekannt, dass die Glimmfähigkeit des Ta baks durch Zusatz gewisser Kaliumsalze verbessert werden kann, und dass man durch Zusatz von Kal zium- oder Magnesiumsalzen eine weissere Asche er zielen kann. Es ist weiterhin bekannt, dass durch einen kombinierten Zusatz von Kaliumsalzen und Kalzium- oder Magnesiumsalzen, deren Mengenver hältnis in Anpassung an die einzelnen Tabakarten variiert werden kann, sowohl eine Verbesserung der Glimmfähigkeit als auch eine weissere Asche erzielt werden können.
Die bisher bekannten Verfahren dieser Art ha ben jedoch verschiedene Mängel, indem sie selten zu einer weissen Asche führen, ohne dass gleichzeitig die Glimmfähigkeit des Tabaks oder die Konsistenz der Asche, insbesondere deren Festigkeit, oder aber der Geschmack des Tabakrauches beeinträchtigt wird. Durch die vorliegende Erfindung können diese Mängel vermieden werden.
Es hat sich nämlich ge zeigt, dass .ein Zusatz von Aluminiumsalzen zum Tabak eine Asche grösserer Weisse ergibt, und dass die Wirkung der Aluminiumsalze bedeutend besser ist als die durch Zusatz der gleichen Mengen von Kalzium- oder Magnesiumsalzen erzielte Wirkung.
Es hat sich weiter gezeigt, dass ein Zusatz von Alu- miniumsalzen in Verbindung mit einem Zusatz von Kaliumsalzen sowohl eine Asche grösserer Weisse als auch eine verbesserte Glimmfähigkeit des Tabaks ergibt.
Schliesslich hat es sich herausgestellt, dass durch Zusatz eines oder mehrerer Aluminiumsalze in Verbindung mit einem oder mehreren Kalzium- oder Magnesiumsalzen eine weitere Verbesserung der Reinheit des weissen Farbtones der Asche erreicht werden kann, ohne dass die dem Tabak zugeführte Gesamtsalzmenge erhöht wird,
und dass durch wei teren Zusatz eines oder mehrerer Kaliumsalze zu einer Kombination letztgenannter Art ausserdem eine Verbesserung der Glimmeigenschaft des Tabaks erzielt werden kann.
Die Wirkung des Zusatzes der die Asche ver bessernden Metallsalze auf den Geschmack kann sehr unterschiedlich sein. Das beste Ergebnis wird man in vielen Fällen mit den Aluminiumsalzen errei chen, aber auch hier kann man durch Kombinationen von Salzen verschiedener Metalle in vielen Fällen erreichen, dass der natürliche Geschmack des Tabaks sogar verbessert wird. Diese Geschmacksverbesse rung kann durch Zusatz nur eines einzelnen Metall salzes nicht erreicht werden.
Es hat sich gezeigt, dass ausser den Kaliumsalzen auch Salze der übrigen Alkalimetalle, z. B. Natrium und Lithium, gleichzeitig die Glimmfähigkeit des Ta baks verbessern und zu verschiedenen Änderungen der Geschmacksqualität führen, so dass man oft mit Vorteil die Kaliumsalze in den Mischungen ganz oder teilweise durch Natrium- und Lithiumsalze ersetzen kann, durch die sowohl eine Verbesserung der Glimmfähigkeit des Tabaks als auch der Eigenschaf ten der Asche erreicht werden sollen.
Es ist bekannt, dass insbesondere die Salze der niedrigeren Glieder organischer Säuren zur Verbes serung der Eigenschaften des Tabaks geeignet sind. In diesem Zusammenhang hat es sich gezeigt, dass in vielen Fällen besonders gute Ergebnisse erzielbar sind, wenn man Salze oder Salzmischungen zusetzt, die allein oder zusammen mit anderen Metallen Aluminium enthalten und im übrigen ganz oder teil weise aus Formiaten bestehen.
Hinsichtlich der Salze anorganischer Säuren wur den bisher die Nitrate meistens als anwendbar an gesehen, wogegen die Chloride nach der bisher gül tigen Auffassung möglichst zu vermeiden waren, da diese nach der bisher gültigen Meinung die Glimm- fähigkeit und den Geschmack des Tabaks ungünstig beeinflussen. Umfassende Versuche haben jedoch be wiesen, dass die letzte Behauptung nicht unbedingt richtig ist, da kleinere Mengen von Chloriden oder anderen Halogeniden, z. B. Bromiden, in Verbin dung mit Salzen anderer Säuren im Gegenteil sowohl den Geschmack des Tabaks als auch die Eigenschaf ten der Asche, beispielsweise deren Festigkeit vor teilhaft beeinflussen, ohne die Glimmfähigkeit herab zusetzen.
Diese Erkenntnis gilt für alle vorstehend genannten Metalle, somit auch für diejenigen Salz mischungen, die jede für sich oder zusammen ledig lich Kalzium, Magnesium oder Alkalimetalle ent halten. Selbst allein für sich angewandt, haben sich gewisse Halogenide, wie z. B. basische Aluminium- chloride in besonderen Fällen als zweckmässig er wiesen.
Es hat sich weiterhin gezeigt, dass es für ein gu tes Ergebnis der vorliegenden Behandlungsweise, nicht zuletzt in geschmacklicher Hinsicht, von Be deutung ist, dass die dem Tabak zugesetzten Salze die natürliche Wasserstoffionenkonzentration des Tabaks nicht allzu sehr ändern, insbesondere emp fiehlt es sich, die Zusätze dem Tabak nicht in Form zu sauer reagierender Lösungen zuzusetzen. Aus die sem Grund wird man normale Aluminiumsalze, wie z. B. das Nitrat, das Chlorid und das Formiat nur in verhältnismässig kleiner und für jede einzelne Ta baksorte ziemlich genau bemessener Dosierung ver wenden können.
Hierdurch wird die praktische An wendung der genannten Stoffe erschwert. Eine weit grössere Anwendbarkeit wird dadurch erreicht, dass man entweder mehr oder weniger basische Alumi niumsalze verwendet oder normale oder schwach basische Aluminiumsalze mit anderen Salzen mit einer geeigneten Pufferwirkung, wie z. B. Kalium-, Kalzium- oder Magnesiumformiat kombiniert.
Ver suche haben ergeben, dass die Wasserstoffionenkon- zentration der verwandten Salzlösung vorteilhaft einem pH-Wert von mindestens 4 entspricht. Aber selbst die letztgenannte Massnahme genügt nicht bei allen Tabaken, um das bestmögliche Ergeb nis der Behandlungsweise zu gewährleisten. Dies be ruht darauf, dass insbesondere die organischen Salze aller vorstehend genannten Metalle, auch wenn diese an sich neutral reagieren, bei der Erhitzung während des Verbrennens des Tabaks flüchtige, mehr oder weniger sauer reagierende Spaltprodukte abgeben, die die natürliche Wasserstoffionenkonzentration des Tabaks in ungünstiger Richtung verschieben können.
Es hat sich gezeigt, dass man diesem Umstand sehr wirksam entgegentreten kann, wenn man ausser den genannten Salzen dem Tabak Stoffe, z. B. Amide, zusetzt, die selbst neutral oder annähernd neutral reagieren, beim Erhitzen jedoch flüchtige, alkalisch reagierende Spaltprodukte, wie z. B. Ammoniak, ab geben. Es hat sich herausgestellt, dass u. a. Harn stoff für diesen Zweck besonders gut geeignet ist.
Alle die oben beschriebenen Vorteile und Eigen arten des vorliegenden Verfahrens treten nicht nur dann auf, wenn man, wie dies in der Zigarren- und Zigarillofabrikation oft der Fall ist, dem Tabak ledig lich Stoffe zur Verbesserung der Glimmeigenschaften und der Eigenschaften der Asche bei bestmöglichem Geschmacksergebnis zuzusetzen wünscht, sondern können auch dann erzielt werden, wenn man aus fabrikationsmässigen oder anderen Gründen gleich zeitig gezwungen ist, dem Tabak Stoffe ganz anderer Art,
beispielsweise die nachfolgend erwähnten Be- feuchtungsmittel oder insbesondere bei der Zigaret ten- und Pfeifentabakfabrikation verwandte Stoffe, die wie z. B. Zucker, Lakritze, ätherische Öle oder ähnliche Stoffe hauptsächlich dazu dienen, dem -Ta bak einen ganz besonderen Geschmack zu geben, oder aber solche Stoffe zuzusetzen, die wie Glyzerin und Aethylglykol den Zweck haben, die fertige Ta bakware gegen zu starkes Eintrocknen zu schützen, die aber auch den Geschmack des Tabaks mehr oder weniger beeinflussen.
Die Salze werden dem Tabak vorteilhaft in Form einer Lösung mit einem pH-Wert von mindestens 4 zugeführt.
Das erfindungsgemässe Verfahren wird beispiels weise so durchgeführt, dass dem Tabak in an sich bekannter Weise durch Eintauchen, Aufspritzen oder durch Hindurchführen des Tabaks zwischen ange feuchteten Walzen oder ähnlichen Behandlungsorga nen eine wässrige Lösung eines geeigneten Alu miniumsalzes, z. B. Aluminiumnitrat, -chlorid oder -formiat zugesetzt wird, wobei man die Konzentra tion der genannten Lösung so einstellt, dass der Tabak eine 0,25-10 % des Tabakeigengewichtes ent sprechende Menge des betreffenden Salzes auf nimmt.
Man kann auch den Tabak in an sich bekannter Weise mit einer wässrigen Lösung normalen oder basischen Aluminiumnitrats, -chlorids oder -formiats und eines oder mehrerer Alkaliformiate anfeuchten, wobei das gegenseitige Mengenverhältnis des Alumi niumsalzes zu den Alkalimetallsalzen dem Bedarf der einzelnen Tabaksorten entsprechend variiert wird, beispielsweise 1 : 1 sein kann, indem die Konzentra tion der Lösung so eingestellt wird, dass der Tabak eine 0,5-15 % seines Eigengewichtes entsprechende Menge der gesamten Salzmenge aufnimmt.
Man kann auch den Tabak mit einer wässrigen Lösung von Aluminiumformiat, Magnesiumnitrat, Kaliumformiat, Natriumchlorid und Harnstoff in einem gegenseitigen Mengenverhältnis von beispiels weise 4:2:4: 1 : 1 befeuchten, wobei der Tabak eine 0,5-20 % seines Eigengewichtes entsprechende Gesamtmenge von festem Stoff aufnimmt.
Damit die genannten Salze im Tabak gleichmäs sig verteilt werden, ist es oft zweckmässig, den be treffenden Lösungen beispielsweise 0,25-1 Promille eines kapillaraktiven Mittels, beispie:ls-weise eines Po- lymethylenoxyds oder einer quaternären Ammonium base, zuzusetzen. In gewissen Fällen, in denen es darauf ankommt, eine besonders schnelle Durch- feuchtung des Tabaks zu erreichen, wie z.
B. bei der maschinellen Behandlung der Deckblätter fertig ge rollter Zigarren oder Zigarillos, wird es zweckmäs- sig sein, der wässrigen Salzlösung beispielsweise 10 bis 30 % eines niederen Alkohols zuzusetzen.
Es können übrigens entweder die ganzen Tabak blätter oder der geschnittene oder geriebene Tabak, entweder für sich oder insbesondere bei Zigaretten- und Pfeifentabak gleichzeitig mit andern Stoffen wie Zucker, Lakritz, Glyzerin, ätherische Öle oder ähn- liche Stoffe mit den genannten Lösungen befeuchtet werden.
Schliesslich kann man die fertigverarbeiteten Ta bakwaren einer Befeuchtung in der beschriebenen Weise unterziehen oder insbesondere bei Zigarren und Zigarillos die Tabakware in an sich bekannter Weise mit einem trockenen oder nassen Puder pu dern, dem ein oder mehrere der erwähnten Salze und andere Stoffe, beispielsweise in einem der oben an gegebenen Mengenverhältnisse, zugesetzt sind.