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Uhr mit Selbstaufzug Die vorliegende Erfindung betrifft eine Uhr mit Selbstaufzug, bei der ein Wechslergetriebe zwischen der Aufzugsmasse und dem Federhaussperrad angeordnet ist, welches Wechslergetriebe aus zwei stets miteinander in Eingriff stehenden Ritzeln besteht, die ohne Wippe in Schlitzen des Gestells beweglich gelagert sind, von denen das erste Ritzel in ständigem Eingriff mit einem von der Aufzugsmasse angetriebenen Ritzel steht.
Solche Uhren sind bekannt, haben sich aber nie als funktionsfähig erwiesen. Schon rein theoretisch betrachtet, kann unter der Voraussetzung, dass die beiden Ritzel des Wechslergetriebes vollständig frei sind, aus der Drehung des Aufzugsritzels nichts anderes entstehen als eine weitere Drehung der anderen Ritzel. Diese Tatsache ändert sich nur, wenn äussere Einflüsse auf die Ritzel des Wechslergetriebes einwirken, zum Beispiel wenn diese in horizontaler Lage sind und durch ihre eigene Schwere eine gewisse Reibung auf ihrer Unterlage erzeugen.
Durch diese Reibung entsteht eine zweite entgegengesetzte Kraft und erst aus dieser wird eine resultierende Kraft erzeugt, die eine Lageveränderung der Ritzel, also eine Kraftübertragung ermöglicht. Diese Kraft ist nicht konstant und manchmal gar nicht vorhanden (vertikale Lage der Ritzel). Versuche haben gezeigt, dass eine solche Vorrichtung nur unter den oben geschilderten besonderen Umständen funktioniert, so dass diese Vorrichtung nur in horizontaler Lage und auch da nicht immer funktioniert, aber überhaupt nie, wenn die Ritzel des Wechslergetriebes in vertikaler Lage der Schwerkraft unterliegen.
Zweck der Erfindung ist, diesen Nachteil zu beheben. Erfindungsgemäss ist das zweite Ritzel des Wechslergetriebes durch ein Bremselement abgebremst und steht somit für den Anfang der Kraftüber- tragung still, so dass das erste Ritzel des Wechslergetriebes zwischen dem zweiten Ritzel des Wechsler- getriebes und dem Ritzel der Aufzugsmasse ein genügend grosses Kräftepotential entstehen lässt, dessen resultierende Kraft je nach dem Drehsinn der Aufzugsmasse in der für die Kraftübertragung nützlichen Richtung auf das erste Ritzel des Wechslergetriebes einwirkt,
so dass es unbeeinflussbar von äusseren Einflüssen eine sichere Übertragung gewährleistet.
Die Zeichnung zeigt beispielsweise eine Ausführungsform und eine Variante des Erfindungsgegenstandes.
Fig. 1 ist eine Draufsicht dieser Ausführungsform. Fi,2 ist in grösserem Massstab ein Schnitt gemäss der Linie 11-1I in Fig. 1.
Fig. 3 ist ein entsprechender Schnitt eines Details der Variante. Fig. 4 und 5 sind schematische Darstellungen zur Erläuterung der Kraftübertragung.
In derZeichnung ist die Aufzugsmasse mit 1 bezeichnet. Diese Masse 1 ist in bekannter Weise auf einem am Gestell 7 des Uhrwerks befestigten Bolzen 2 drehbar gelagert. Ein mit der Aufzugsmasse 1 fest verbundenes Ritzel 3 steht in ständigem Eingriff mit einem ersten Ritzel 4, dessen Welle 5 durch Schlitze 6 des Uhrwerkgestells 7 hindurchgeht. Das Ritzel 4 kann sich daher verschieben und zwei Extremlagen einnehmen.
In der einen Lage (Fig. 5) ist das Ritzel 4 in Eingriff mit einem Aufzugsrad 8, während in der anderen Lage (Fig. 4) das Ritzel 4 ausser Eingriff mit dem genannten Aufzugsrad 8 steht. In die Verzahnung des Aufzugsrades 8 greift eine durch eine Feder 10 belastete Sperrklinke 9 ein.
Ein mit dem Rad 8 fest verbundenes Ritzel 11 kämmt mit einem übertra- gungsrad 12, dessen Ritzel 13 in nicht dargestellter Weise das Federhaussperrad antreibt.
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Anderseits ist das Ritzel 4 in ständigem Eingriff mit einem Ritzel 14, dessen Welle 15 durch Schlitze 16 des Uhrwerkgestells 7 hindurchgeht.
Das Ritzel 14 kann sich daher auch verschieben und zwei Extremlagen einnehmen, nämlich diejenige der Fig.4, wo es mit dem Aufzugsrad 8 in Eingriff und diejenige der Fig. 5, wo es mit dem Rad 8 ausser Eingriff steht. Die beiden Ritzel 4 und 14 bilden somit ein zwischen Aufzugsmasse und Federhaussperrad angeordnetes Wechslergetriebe, welches je nach dem Drehsinn der Aufzugsmasse 1 die eine oder die andere der genannten Extremlagen einnehmen kann.
Auf die Zahnspitzen des zweiten Ritzels 14 des Wechslergetriebes stützt sich ein Bremselement in Form einer schwachen Blattfeder 17 ab, die am Gestell 7 mittels eines Klotzes 19 festgehalten ist. Die Feder 17 liegt tangential am Kopfkreis des Ritzels 14 an, so dass sie der Drehung in der jeweiligen Richtung dieses Ritzels entgegengesetzt, also bremsend wirkt.
In der in Fig. 3 dargestellten Variante ist das Bremselement anstatt durch eine Blattfeder 17 durch eine dünne Tellerfeder 18 gebildet, die zwischen dem Gestell 7 und dem zweiten Ritzel 14 des Wechslergetriebes liegt.
Die Arbeitsweise des beschriebenen Mechanismus ist die folgende: Wenn sich die Aufzugsmasse 1 in der Richtung des Pfeiles A (Fig. 5) dreht, so treibt ihr Ritzel 3 das erste Ritzel 4 in der Richtung des Pfeiles B, so dass sich das Ritzel 4 im Schlitz 6 verschiebt, bis es an das untere Ende dieses Schlitzes anstösst. Während dieser Phase macht das Ritzel 4 eine leichte Abroll- bewegung auf dem zweiten Ritzel 14, welches momentan durch die Feder 17 bzw. 18 abgebremst wird.
Von jetzt an dreht sich das Ritzel 4 nur noch um seine eigene Achse und teilt dem Ritzel 14 eine Schiebebewegung mit, bis dieses Ritzel 14 die in Fig. 5 dargestellte Extremlage einnimmt. Wenn das Ritzel 14 am oberen Ende (Fig. 5) der Schlitze 16 angelangt ist, so wird jede weitere Bewegung der Aufzugsmasse auf das Federhaussperrad übertragen, und zwar über das Aufzugsrad 8, das in der Richtung des Pfeiles C angetrieben wird.
Wird nun die Aufzugsmasse 1 in der Richtung des Pfeiles D (Fig.4) gedreht, so treibt ihr Ritzel 3 das erste Ritzel 4 in der Richtung des Pfeiles E, so dass sich das Ritzel 4 im Schlitz 6 aus der Lage der Fig. 5 heraus bewegt, bis es an das obere Ende dieses Schlitzes 6 anstösst (Fig.4). Während dieser Phase rollt das Ritzel 4 auf dem Ritzel 14 ab.
Von jetzt an dreht sich das Ritzel 4 nur noch um seine eigene Achse und erteilt dem Ritzel 14 eine Schiebebewegung, so dass das Ritzel 14 von der Lage der Fig. 5 in die in Fig. 4 gezeigte Lage übergeht. Jede weitere Drehung der Aufzugsmasse 1 wird nun auf das Federhaussperrad übertragen, und zwar über das zweite Ritzel 14, das sich in der Richtung des Pfeiles F dreht, und das Aufzugsrad 8, welches sich wie im ersten Fall in der Richtung des Pfeiles C dreht.
Da die Bewegung der beiden Ritzel 4 und 14 nacheinander erfolgt, nämlich zuerst Schiebe- und Drehbewegung des Ritzels 4 bis zum Anschlag am Ende der Schlitze 6, nachher Schiebebewegung des Ritzels 14 bis zum Anschlag am Ende der Schlitze 16, so sind die Längen der Schlitze 6 und 16 nur halb so lang wie beim bekannten Mechanismus, bei welchem die beiden Ritzel auf einer Wippe gelagert sind.
Der ganze Vorgang kommt nur mit Sicherheit zustande, wenn auf dem zweiten Ritzel 14 ein geeignetes Bremselement eine gewisse Reibung erzeugt, so dass bei einer Bewegung der Aufzugsmasse 1 das Ritzel 4 eine Kraftübertragung mit Sicherheit einleiten kann.
Mit anderen Worten lässt das erste Ritzel 4 des Wechslergetriebes zwischen dem zweiten Ritzel 14 des Wechslergetriebes und dem Ritzel der Aufzugsmasse 1 ein genügend grosses Kräftepotential entstehen, dessen resultierende Kraft je nach dem Drehsinn der Aufzugsmasse in der für die Kraftübertra gung nützlichen Richtung auf das erste Ritzel 4 des Wechslergetriebes einwirkt, so dass es unbeeinflussbar äuseren Einflüssen wie Schwerkraft und Öl eine sichere Übertragung gewährleistet.