Waage an Bandförderer
Die Erfindung betrifft eine Waage an Bandförderer mit einem endlosen umlaufenden, um eine waagrechte Achse schwenkbaren Band, bei der das Gewicht der von dem Förderband jeweils getragenen Gutsmenge unter Verwendung eines sowohl in Abhängigkeit von dem jeweiligen Gutsgewicht auf dem Band als auch in Abhängigkeit von der Fördergeschwindigkeit des Bandes bewegten Reibradgetriebes ermittelt und an einem mit dem Reibradgetriebe gekuppelten Zählwerk angezeigt wird, dadurch gekennzeichnet, dass entsprechend dem Gewicht des jeweils auf dem Förderband befindlichen Wiegegutes eine Flüssigkeit unter Druck gesetzt wird, die dabei die gewichtsabhängige Verstellung des Reibradgetriebes bewirkt.
Die bisher verwendeten Waagen an Bandförderern sind in quasikontinuierlich und kontinuierlich wiegende Waagen einzuteilen.
Die quasikontinuierlich wiegenden Waagen wiegen periodisch auf dem Prinzip der Dezimalwaagen, und die periodischen Wiegergebnisse werden von den Registrierapparaten erfasst. Die Waagen besitzen viele Prismen und Verbindungselemente meistens gelenkiger Art, die insbesondere in einem rauhen Betriebe Staubfänger sind und starkem Verschleiss unterliegen. Hierdurch wird die Genauigkeit des Wiegens sehr beeinträchtigt. Ausserdem hat die Praxis gezeigt, dass der Wiegebereich ein sehr enger ist. Bei den Dosierungswaagen dieses Types werden noch besondere Beschickungsvorrichtungen benötigt, die die Waageanlage umständlicher und kostspieliger machen.
Die kontinuierlich wiegenden Waagen werden meistens als Dosierwaagen gebaut. Die Dosierwaagen mit eingebauter Wiegerolle und mechanisch, elektrisch oder pneumatisch gesteuertem Schieber, sogenannte querschnittsgesteuerte Dosierwaagen, lassen sich nur für Güter mit nicht zu grosser, gleichmässiger Korngrösse verwenden. Die Dosierungsgenauigkeit ist entsprechend klein. Bei den indirekt wirkenden, geschwindigkeitsgesteuerten Waagen sind die Nachteile der querschnittsgesteuerten Systeme etwas vermindert, dennoch tritt noch immer ein dauerndes Pendeln zwischen zwei extremen Werten auf, das sich insbesondere dort nachteilig auswirken kann, wo zwei verschiedene Stoffe in einem be stimmten Verhältnis gemischt werden sollen.
Bei direkt wirkenden, geschwindigkeitsgesteuerten Einbandsystemwaagen, ausgeführt als Neigungswaagen auf elektrischem Prinzip, tritt dieses Pendeln zwar nicht mehr auf, dafür ist aber die elektrische Ausrüstung sehr kompliziert, kostspielig und schwer, was ein Umsetzen der Waage an einen andern Ort recht umständlich macht. Ausserdem sind Waagen dieser Art sehr teuer.
Die vorliegende Erfindung bezweckt, diese Nachteile zu beseitigen. Vorteilhaft wird bei der erfin dungsgemässen Einrichtung die durch das Gewicht des jeweiligen Wiegegutes unter Druck gesetzte Flüssigkeit stetig in Umlauf gehalten und durch Ventile und die Führung eines Kolbens in einem Zylinder der Verstellvorrichtung entweichende Flüssigkeit dem Umlaufsystem unmittelbar wieder zugeführt. Dadurch ist es z. B. möglich, den Druckkolben im Zylinder mit einem gewissen Spiel zu führen, so dass Reibungseinflüsse, welche die Wägegenauigkeit beeinträchtigen würden, vermieden sind.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch dargestellt, und zwar zeigt:
Fig. I die Waage an einem Bandförderer in Seitenansicht,
Fig. II in Vorderansicht.
Das dem Bandförderer aufzugebende und auf dem letzteren zu wiegende Gut gelangt durch den Beschickungstrichter 1 auf das endlose, umlaufende Förderband 2, wird von diesem zur Abwurfstelle befördert und die auf dem Transportwege von der Beschickungsstelle bis zum Abwurf vom Band jeweils getragene Gutsmenge wird fortlaufend gewogen und von dem Zählwerk 3 gewichtsmässig registriert. Das zu wiegende, von dem Transportband 2 getragene Gut übt vermittels der um die waagrechte Achse 5 der Antriebstrommel 15 für das Förderband schwenkbaren Wiegebrücke 4, an der andernendes die abwurfseitige Umlenkwalze des Bandes gelagert ist, über den Stössel 6 eine entsprechende Druckkraft auf das Ventil 7 im ein hydraulisches Druckmedium enthaltenden Zylinder 8 aus.
Die Druckkraft wird auf hydraulischem Wege auf den mit Feder 9 belasteten Kolben 10 übertragen, wobei zwecks Aufhebung jeder hemmenden und die Genauigkeit der Waage störenden Reibung der Kolben in dem Zylinder mit einem gewissen Spiel arbeitet, so dass ein Teil der zur t : Übertragung dienenden Flüssigkeit zwi- schen Kolben und Zylinderwand hindurchtritt, wobei dieser Flüssigkeitsteil in aus der Zeichnung nicht ersichtlicher Weise dem Umlaufsystem wieder zugeführt wird. Der Kolben 10 hebt sich entsprechend dem in Zylinder 11 herrschenden Druck entgegen der Federwirkung und mit ihm bewegt sich die kleine Reibscheibe 12, die durch die Friktionsscheibe 13 in Drehung versetzt wird, an dieser Scheibe in radialer Richtung auf und ab.
Die Antriebstrommel 15 wird mit der Friktionsscheibe 13 von einem Elektromotor durch das Schneckengetriebe 16 in Drehbewegung gesetzt. Der Elektromotor dient gleichzeitig zum Antrieb der kleinen Zahnradpumpe 17 des hydraulischen Umlaufsystems. Die Scheibe 12 treibt durch eine Zahnradübersetzung 14 das Zählwerk 3. Weiter ist ein Anzeigegerät 18 mit entsprechender Skala vorgesehen, das mit der Druckleitung des Systems zwischen Ventil 7 und Kolben-Zylinder Einheit 10, 11 verbunden ist und auf dem die durchschnittliche Stundenmenge des gewogenen und abgeworfenen Gutes abgelesen werden kann.
Die unter Druck stehende Flüssigkeit kann auch zum Regulieren der benötigten, vom Trichter her dem Band und damit der Waage aufzugebenden Gutsmenge verwendet werden, wodurch die vorstehend beschriebene Fliesswaage auch als Dosierwaage verwendbar ist. Die Regulierung vorgeschriebener Gewichtsmengen geschieht bei Förderbandwaagen bekanntlich entweder durch Steuerung der Materialzufuhr oder der Transportgeschwindigkeit. Entsprechend wird durch den mit der jeweils geförderten Gutsmenge wechselnden Druck der Umlaufflüssigkeit entweder die Zulaufeinrichtung zum Förderband gesteuert oder die Umlaufgeschwindigkeit des Transportbandes. Erforderliche technische Mittel hierzu sind Allgemeingut der Technik und können mechanischer oder elektrischer Art sein.