Vorrichtung zum Abdrehen der Enden von Rohren aus Zement oder keramischem Material Beim Verlegen von Zementrohren, bei spielsweise Asbestzementrohren, oder solchen aus keramischem Material mit Rohrkupplun gen auf der Baustelle, welche Kupplungen einen genauen Aussendurchmesser der Rohr enden für die Dichtheit des Rohrstranges zur Voraussetzung haben, musste man sich bisher durch Bearbeitung des Rohrendes mittels einer Feile behelfen. Dieser Arbeitsvorgang ist sehr zeitraubend und für den Verlegungs fortschritt sehr hemmend und ausserdem, in folge der rein gefühlsmässigen Behandlung, sehr ungenau im Ergebnis. Die mit der Feile bearbeiteten Rohrenden sind in den sel tensten Fällen kreisrund und erfüllen daher nicht die Voraussetzung, die für die Dichtheit des Rohrstranges erforderlich ist.
Diese Be arbeitung der Rohrenden am Einbauort von Hand aus ist stets dann erforderlich, wenn ein Schieber oder eine Abzweigung oder ein sonstiges Formstück an Stellen in die Rohr leitung eingebaut werden sollen, an welchen der Schieber nicht mit den Fabrikations längen der Rohre zufällig zusammenfällt.
Gemäss vorliegender Erfindung wird die ser Übelstand durch eine Rohrendenabdreh- vorricht.ung beseitigt, deren Merkmale darin bestehen, dass eine Dreh- und Vorschubspindel mittels des in das zu bearbeitende Rohrende einzuführen und darin festzuspannen bestimm ten Spindellagers drehbar und axial beweg lich gelagert ist und dass an dem aus dem Rohr frei herauszuragen bestimmten Spindel ende eine Handkurbel mit einem auf ihr radial verstellbaren Werkzeughalter befestigt ist, der dazu bestimmt ist, das Drehmesser radial zum Rohrumfang festzuhalten und dieses bei Dre hung der Handkurbel in Schraubenlinienform um das Rohr herumzubewegen.
In den Fig.1 und 2 der Zeichnung ist die erfindungsgemässe Vorrichtung zum Ab drehen der Rohrenden in einer beispielsweisen Ausführungsform im Längsschnitt während des Drehvorganges und nach erfolgter Ab drehung des Rohrendes dargestellt. Die Fig. 3 zeigt einen Querschnitt gemäss der Linie III-III der Fig. 1 durch das spannbare Spin dellager. In den Fig. 4, 5 und 6 ist die Vor schubeinrichtung im Längsschnitt und im Querschnitt in zwei verschiedenen Wirkungs- ; Stellungen veranschaulicht.
Die Rohrendenabdrehvorrichtung besteht im wesentlichen aus einer Handkurbel 1 mit Werkzeughalter 2 und einer Dreh- und Vor schubspindel 13,. welche mit der Kurbel l: durch eine Stellschraube 4 starr verbunden ist und in einem Spindellager drehbar und axial verschiebbar sitzt. Dieses Spindellager besteht aus einem Hohldorn 5, der an einem Ende einen kegelförmigen Kopf 6 und am an dern Ende ein Gewinde 7 trägt, auf dem ein zweiter Spannkegel 8 aufgeschraubt ist. Zwi schen dem als Spannkegel dienenden Kopf 6 und dem Spannkegel 8 sind im Querschnitt segmentförmige Spannbacken 9 im Kreis an geordnet, welche durch ein in einer Rille der Backen liegendes, zweckmässig elastisches, end loses Band 10 zusammengehalten werden.
Der hohle Spanndorn 5 hat in seiner Bohrung zwei Lagerbuchsen 11, 12, welche von einer Dreh- und Vorschubspindel 13 durchsetzt wer den. An dem einen Ende der Dreh- und Vor schubspindel 13 ist die Kurbel 1 mittels der Stellschraube 1 starr befestigt. Am andern Ende der Dreh- und Vorschub spindel 1.3 sitzt ein Kopf 14 mittels der Sicherungsschraube 15 fest. Dieser Kopf 11 ist mit einem parallel zur Spindelachse, jedoch exzentrisch zu dieser angeordneten Mitneh merstift 16 versehen, der in eine entsprechend grosse exzentrische Bohrung 16a des Hohldorn kopfes 6 durch Axialverschiebung der Dreh- und Vorschubspindel 13 einrückbar ist.
Die Dreh- und Vorschubspindel 13 besitzt ein über ein bestimmtes Teilstück ihrer Länge sich erstreckendes Gewinde 17, in welches ein Stift 18 eingreift, der in einer Radialbohrung 19 des Hohldornkopfes 6 radial verschiebbar sitzt und mit einer Schneide in das Spindelgewinde unter dem Druck einer Feder 20 eingreift. Diese Feder 20 ist, wie die Fig. 4 bis 6 zeigen, aus einer ringförmigen Drahtfeder gebildet, die in einer Ringrille des Hohldornkopfes 6 liegt.
Der Werkzeughalter 2 hält in radialer Richtung zum abzudrehenden Rohr 22 das Drehmesser 23. Ausserdem ist im Werkzeug halter 2 noch ein Rillenschneider 24 vorge sehen, der in einer Bohrung des Werkzeug halters 2 längsverschiebbar sitzt und mittels einer Schraube<B>25</B> und einer Stellmutter 26, entgegen der Wirkung einer Feder 27, in die oder aus der Schneidlage gebracht werden kann. Zum Abdrehen eines Rohrendes wird in folgender Weise vorgegangen: Das Spindellager 5 bis 10 wird zusammen mit der Dreh- und Vorschubspindel 13 in ent spanntem Zustand in das betreffende zu be arbeitende Rohr 22 eingeführt. Es wird die Dreh- und Vorschubspindel 13 so weit aus dem Spindellager herausgedreht, dass der Stift 18 aus dem Bereich des Gewindes 17 heraus kommt und auf dem glatten Spindelmantel 28, aufsitzt.
Jetzt kann die Dreh- und Vorschub spindel 13 von Hand aus axial ein Stück nach aussen gezogen werden, tim den Mitnehmer stift 16 in die exzentrische Bohrung 16a des Hohldornkopfes 6 einzurücken. Ist die Kupp lung zwischen der Spindel 13 und dem Hohl dornkopf 6 auf diese Weise hergestellt, so kann die Spindel 13 mittels der Kurbel 1 so gedreht. werden, dass der Hohldorn 5 in den Spann kegel 8 eingeschraubt wird. Dabei werden die, im Querschnitt segmentförmigen Spannbacken 9 zwischen den Kegelflächen der beiden Spann kegel 6 und 8 radial nach aussen gegen den innern Rohrmantel 22 gedrückt und dadurch das Spindellager innerhalb des Rohres nicht, nur in seiner Lage fixiert, sondern auch zur Rohrachse zentriert.
Nach dieser Festlegung des Spindellagers wird die Dreh- und Vor schubspindel 13 wieder so weit axial in das Rohr 22 hineingeschoben, dass der Stift 1.8 vom glatten Spindelmantel 28 abgleitet und der Mitnehmerstift 16 aus der exzentrischen Bohrung 16a des Ilohldornkopfes 6 ausrückt. Somit, ist die Kupplung zwischen Spindel und Spindellager unterbrochen und der Vor sehubstift 18 in den ersten (gewindegang des Gewindes 17 der Spindel 13 eingerückt. In diesem Zustand der Vorrichtung befindet sieh das Drehmesser 23 in unmittelbarer Nähe der Stirnfläche des Rohrendes.
Wenn nunmehr die Kurbel 1 gedreht. wird, so wird das Dreh messer 23, welches vorher auf einen bestimm ten Durchmesser eingestellt wurde, unter gleichzeitiger Drehung der Drehspindel 13 im Kreis bewegt. und dabei entsprechend der , Ganghöhe des Gewindes 17 auch im Vorschub sinne axial verschoben. Da die Länge des Ge windes 17 der Länge der Abdrehung 29 ent spricht, braucht der betreffende Arbeiter, wel- eher die Kurbel. betätigt, auf die Beendigung des Arbeits- bzw. Drehvorganges gar nicht zu achten.
Der Stift 18 gleitet vom letzten Gang des Gewindes 17 auf die glatte Umfangsfläche der Spindel 13, wodurch jeder weiterer Vor schub des Drehmessers 23 selbsttätig aufhört: s Nunmehr kann bei Spezialkupplungen in das bereits abgedrehte Rohrende eine Ring rille 30 eingeschnitten werden. Hierzu dient der Rillenschneider 24, der zu diesem Zweck mittels seiner Mutter 26 radial gegen den Rohrmantel 22 vorbewegt wird. Die Rillen tiefe kann dadurch von Hand aus bestimmt werden. Ist die Dreharbeit beendet, dann wird die Spindel 13 mittels der Kurbel 1 voll ständig zurückgedreht, bis der Stift 18 aus dem Gewinde 17 heraussteigt und die Spindel 13 zur axialen Verstellung freigibt. Durch Axialverschieben der Spindel 13 wird der Mit nehmerstift 16 in die exzentrische Bohrung 16a des Hohldornkopfes 6 eingerückt.
Nun mehr kann durch Drehen der Spindel 13 und des Hohldornes 5 mittels der Kurbel 1 die Spannung der Spannkegel 6 und 8 aufgehoben -erden, so dass die Backen 9 druckentlastet sind und die Entfernung des ganzen Spindel lagers aus dem Rohrhohlraum gestatten.
Die Kurbel 1 hat einen Langschlitz 31, durch welchen der Werkzeughalter 2 mit einem abgesetzten Zapfen hindurchgreift, an welchen ein Gewindebolzen 32 anschliesst, auf den eine Flügelmutter zum Festspannen des Werkzeughalters 2 aufgeschraubt ist. Die Kurbel 1. kann eine Teilung zum Einstellen des Werkzeughalters 2 auf die verschiedenen Durchmesser besitzen.