CH282929A - Selbsterregte Widerstandsbremsschaltung für mit vier oder mehr Gleichstrom-Reihenschlussmotoren angetriebene Schienenfahrzeuge. - Google Patents

Selbsterregte Widerstandsbremsschaltung für mit vier oder mehr Gleichstrom-Reihenschlussmotoren angetriebene Schienenfahrzeuge.

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CH282929A
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Aktiengesellschaft Brown B Cie
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Description


  Selbsterregte     Widerstandsbremsschaltung    für mit vier oder mehr     Gleicbstrom-          Reihenschlu & motoren    angetriebene Schienenfahrzeuge.    Bei elektrischen Bahnfahrzeugen, insbe  sondere     Strassenbahn-Triebwagen,    hat sich  die elektrische     Bremsung    immer mehr durch  gesetzt.

   Sie wird als sogenannte Betriebs  bremse, d. h. für den     normalen    Betrieb, stän  dig angewendet,     um    den mit der mechanischen  Bremse verbundenen Verschleiss der Brems  schuhe möglichst gering zu halten.     Ausser-          dein    gewährt die elektrische Betriebsbremse  eine bessere Ausnützung des Haftwertes zwi  schen Rad und Schiene, weil ein Blockieren  der Räder nicht stattfindet. Ausserdem wird  dadurch ein     Unrundlaufen    der Räder weit  gehend vermieden.  



  Es besteht daher allgemein die Tendenz,  die elektrische Betriebsbremse, in Form der  selbsterregten Widerstandsbremse möglichst  zu vervollkommnen und ihre Sicherheit weit  gehend zu erhöhen. Bei     mehrmotorigen    An  trieben, z. B. einem mit vier Antriebsmotoren  ausgerüsteten, allradangetriebenem Strassen  bahn-Triebfahrzeug, wie es sich heute allge  mein immer mehr durchsetzt, könnte man  dies an und für sich dadurch erreichen, dass  für jeden einzelnen Motor, bzw. jede einzelne  Gruppe von je. zwei Motoren, voneinander  unabhängige Bremskreise vorgesehen werden,  um auch dann noch genügend Bremskraft  zur Verfügung zu haben, wenn einer der  Bremskreise versagen sollte.

   Eine derartige  Schaltung weist jedoch starke Mängel auf,  da sie insbesondere zu einer Vervielfachung    der erforderlichen Schaltelemente am Fahr  schalter führt, um so mehr, als man bestrebt  ist, möglichst viel- bzw. feinstufig zu schalten,  was an und für sich schon eine grosse Stufen  zahl am Fahrschalter bedingt.  



  Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zu  Grunde, eine selbsterregte Widerstands  bremsschaltung für mit vier oder mehr       Gleichstrom-Reihenschlussmotoren    angetrie  bene Schienenfahrzeuge, insbesondere Gross  rauna-Strassenbahntriebfahrzeuge, zu schaf  fen, die keine oder nur eine unwesentliche  Vermehrung der Stufenkontakte und Wider  standsabschnitte am Fahrschalter bedingt  und die nahezu die gleiche Betriebssicherheit  gewährleistet wie eine Schaltung, bei der  jeder Motor seinen, bzw. jede     Motorengruppe     ihren eigenen Bremskreis zugeordnet erhält.  



  Nach der Erfindung wird diese Aufgabe  dadurch gelöst, dass die Fahrmotoren beim  Bremsen in zwei Gruppen unterteilt werden,  die in Reihe geschaltet den gemeinsamen  Bremswiderstand speisen     (Einkreisschaltung)     während die Motoren jeder der beiden Grup  pen mit vertauschten Feldwicklungen paral  lel geschaltet werden.  



  Es sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass  bereits     Widerstandsbreinsschaltungen    be  kannt sind, bei denen eine Kreuzschaltung  der Anker und Felder der Fahrmotoren ange  wendet wird. Bei der erfindungsgemässen       Widerstands-Bremsschaltung    wird aber von      dieser bekannten     Kreuzschaltung    nur in Ver  bindung mit andern wesentlichen schal  tungstechnischen Massnahmen Gebrauch ge  macht.

   Erst dadurch, dass die mit ver  tauschten Feldwicklungen parallel geschal  teten Motoren einer Gruppe in Reihenschal  tung mit den andern, entsprechend geschal  teten     Motorengruppe    den gemeinsamen  Bremswiderstand speisen, werden die ein  gangs erwähnten Vorteile bei einem     mehr-          motorigen    Antrieb erzielt.  



  Im folgenden wird die     Widerstands-Brems-          schaltung    gemäss der Erfindung an Hand von  Beispielen näher erläutert. In der Zeichnung  wurde als Ausführungsbeispiel die Schaltung  eines vierachsig angetriebenen, viermotorigen  Strassenbahntriebfahrzeuges gewählt. Der  besseren Übersichtlichkeit wegen sind in den       Abb.    1 und 2 auch die an sich bekannten  Fahrschaltungen dargestellt, während die  Bremsschaltung gemäss der     Erfindung    in den       Abb.    3 und 4 dargestellt ist.  



  In der in     Abb.    1 dargestellten Fahrschal  tung der Motoren in     Anfahr-Reihenschaltung     sind die vier Fahrmotoren, deren Anker     mit          a1,        a2,        a3    und<I>a4</I> und deren Felder     f   <B>l,</B> f2,     ss    und  f4 bezeichnet sind, in Reihe geschaltet.     Mit          r1    und r2 sind die Fahr- bzw.     Bremswider-*     stände bezeichnet, deren Stufung in symbo  lischer Weise durch Schaltpfeile angedeutet  ist.

   Der Strom aus der Fahrleitung 1 verläuft  über den Stromabnehmers und entsprechend  der eingetragenen Pfeile in der Reihenfolge  der vier Fahrmotoren und geht vom Anker a4  des letzten Motors nach Erde e. Die Untertei  lung der vier Fahrmotoren in zwei Gruppen I  und     II    ist aus der Abbildung ersichtlich. In       Abb.    2 ist die entsprechende Fahrschaltung  der Motoren in Parallelschaltung der beiden       Motorengruppen    I und     II    dargestellt. Wie  diese Abbildung zeigt, liegen die Motoren der  Gruppe I und die Motoren der Gruppe     1I     jeweils in Reihe, während die beiden Gruppen  mit zugehörigen Widerständen     r1    bzw.     r2     parallel geschaltet sind.

   Beim     Übergang    von  der Reihenschaltung der     Abb.l    auf die  Gruppenparallelschaltung der     Abb.2    sind       selbstverständlich    eine Anzahl Schalter er-         forderlich,    die jedoch der Einfachheit halber  in den Abbildungen weggelassen sind. In der       Abb.    2 ist lediglich einer dieser Schalter       herausgezeichnet,    nämlich der geschlossene  Schalter t (Erdschalter), der im Zusammen  hang mit der erfindungsgemässen Brems  schaltung von besonderer Bedeutung ist; auf  diesen wird weiter unten noch näher einge  gangen.  



  In     Abb.3    ist die selbsterregte Wider  stands-Bremsschaltung gemäss der Erfindung  dargestellt. Die Fahrmotoren sind wiederum  genau wie bei den Fahrschaltungen in zwei  Gruppen I und     1I    unterteilt, die in Reihe  geschaltet den gemeinsamen Bremswider  stand     r1    und     7,2    speisen. Die Motoren jeder der  beiden Gruppen sind dagegen mit vertausch  ten Feldwicklungen parallel geschaltet.

   Wie  der durch die eingetragenen Pfeile angedeu  tete Stromverlauf zeigt, liegt also beispiels  weise der Anker     a1    des ersten Motors mit dem  Feld     f    2 des zweiten Motors und anderseits  das Feld f 1 des ersten Motors mit dein Anker  a2 des zweiten Motors in Reihe, während die  beiden Motoren samt den in dieser Weise ver  tauschten Feldern parallel geschaltet sind.  Entsprechendes gilt für die Fahrmotoren der  Gruppe     II    mit den     Indices    3 und 4.  



  Geht man davon aus, dass bei den Fahr  schaltungen der     Abb.    1. und 2 jeweils die Mo  toren einer Gruppe dauernd in Reihe geschal  tet und demnach für die halbe Fahrdraht  spannung gewickelt sind, so erkennt man den  besonderen Vorteil der in     Abb.    3 dargestellten  erfindungsgemässen Bremsschaltung. Beim  Bremsen reicht der Widerstand für die  Bremsung aus hoher Fahrgeschwindigkeit bis  etwa zur doppelten Motorspannung aus, bei  einer dein     Motoranfahrstrom    entsprechenden  Stromstärke.  



  Die     erfindungsgemässe    Bremsschaltung  hat den Vorteil, dass auch dann noch genü  gend Bremskraft vorhanden ist, wenn an  irgendeiner Stelle der Schaltung einer der  beiden     Motorengruppen    ein Schaden auftritt.  Tritt beispielsweise an der mit x bezeichneten  Stelle zwischen dein Feld f 1 und dem Anker  a2 eine Unterbrechung auf, so werden zwar      die Motoren der Gruppe I wegen der     Feld-          und        Ankerkreuzung    keine Bremsleistung  mehr erzeugen können;

   der Bremsstrom der       Motorengruppe        1I    kann sich aber immer noch  über den gesunden Zweig     a1-        f2    der Motoren  gruppe I ausgleichen, so dass also die Brems  kraft der     Motorengruppe        II    nicht verloren  geht. In dem genannten Schadenfalle der  Schaltung an der Stelle x wirkt also die Schal  tung so, als ob die     Motorengruppe        1I    für sich  geschaltet wäre. Tritt anderseits z.

   B. an der  Stelle y eine Unterbrechung auf, so kann bei  offenem Schalter t naturgemäss zunächst keine  Bremsung erfolgen; sobald aber die Wider  stände     r1    und     r2    beim     Weiterschalten    allmäh  lich kurzgeschlossen werden, tritt die Brem  sung ein, sobald die schadhafte Stelle y an  dem Widerstand     r1    überbrückt ist, wie dies  durch den eingezeichneten Schaltpfeil in der       Abb.    3 angedeutet ist.  



  Um nun sicherzustellen, dass die Brems  kraft auch dann nicht vollständig verloren  geht, wenn beispielsweise an der Stelle z eine  Unterbrechung eintritt, wird zweckmässig der  Stufenschalter so mit dem bereits erwähnten  Erdschalter t gekuppelt, dass letzterer beim  Schalten auf die letzte oder die letzten Brems  stufen) geschlossen wird. Auf diese Weise  wird also, jedoch nur für die letzten Schalt  stufen, die     Einkreiseschaltung    aufgelöst, so  dass jede der Gruppe I und     II    getrennt ihren  Bremswiderstand     r1    bzw.     r2    speist, bzw. über  den Schalter t kurzgeschlossen wird.

   Auf diese  Weise wird selbst bei einem Schaden an der  Stelle z wenigstens noch eine     Kurzschluss-          bretnsung    der     Motorengruppe        1I    sicherge  stellt.  



  Der wesentliche Vorteil dieser Brems  schaltung ist darin zu sehen, dass eine Brem  sung entsprechend feiner Stufung allein mit  den für das Fahren sowieso vorhandenen  Schaltkontakten am Fahrschalter erzielt wer  den kann, dass also gegenüber einer Schaltung,  bei der die Motoren jeder für sich bzw. jede       Motorengruppe    für sich ihren Bremswider  stand speisen, keine zusätzlichen Stufen  kontakte bzw. Widerstandselemente benö  tigt werden, unter der Voraussetzung, dass    die Stromänderung und damit die Motor-     und     Getriebebeanspruchung innerhalb festgesetz  ter Grenzen bleibt.

   Bei grobstufiger Zwei  kreisschaltung besteht demgegenüber einer  seits die Gefahr des     Rutschens    der Räder auf  den Schienen bzw. umgekehrt einer zu     gorin-          gen    Ausnützung dieser Haftkraft bei schwa  cher Bremskraft. Bei gleicher     1Eeinstufigkeit     der     Zweikreisschaltung        wre    dagegen eine  wesentliche Vermehrung der Schaltstufen  erforderlich. Dieser Sachverhalt begründet  den wesentlichen Vorteil, den die Brems  schaltung nach der Erfindung erbringt.  



  In der     Abb.    4 ist im wesentlichen dieselbe  Schaltung wie in     Abb.    3 dargestellt. Im Ge  gensatz zu letzterer sind in die     erdseitige    bzw.       stufenwiderstandsfreie    Verbindung der Mo  torengruppen I und     1I    in an sich bekannter  Weise     Bremssicherheitswiderstände        u    und  Wicklungen von Schienenbremsen     v    und       Solenoidbremsen        u,    der Beiwagen in Parallel  schaltung geschaltet.

   Diese sind zweckmässig  jeweils in zwei Gruppen unterteilt, paarweise  in Reihe geschaltet, und an ihren jeweiligen  Zwischenverbindungen geerdet, wie dies aus  der     Abb.    4 ohne weiteres ersichtlich ist. Mit  k sind in der     Abb.    4 Zugkupplungen schema  tisch angedeutet. Im Gegensatz zu der in       Abb.    4 dargestellten Schaltung kann natür  lich     ai;ch    nur die eine oder andere Art zusätz  licher Bremswicklungen zur Anwendung  kommen. Weiterhin ist es auch möglich, an  Stelle der paarweise unterteilten, nicht unter  teilte Bremswicklungen zu verwenden, die  dann in oder in der Nähe ihres elektrischen  Mittelpunktes untereinander verbunden oder  geerdet sind.

   Durch diese paarweise Unter  teilung     bzw.        Mittelanzapfung    der Zusatz  bremswicklungen wird auf alle Fälle sicher  gestellt, dass auch bei Auflösung der Einkreis  schaltung beim Schalten auf die letzte bzw.  letzten Bremsstufen) diese Zusatzwicklungen  wirksam werden, wenn einer der beiden  Bremskreise     fehlerhafterweise    an irgendeiner  Stelle unterbrochen ist.  



       Abschliessend    sei noch erwähnt, dass die       Widerstandsbremsschaltung    gemäss der Er  findung nicht auf das dargestellte Ausfüh-           rungsbeispiel        beschränkt    ist. Sie kann z. B.  auch bei einer grösseren Anzahl von Fahrmo  toren entsprechend angewendet werden. So  kann man sich z. B. die beiden in den Fahr  schaltungen der     Abb.    1 und     \?    in Reihe ver  bundenen Motoren durch drei oder auch mehr  Motoren ersetzt denken, wobei dann beim  Bremsen die Anker und Felder dieser Motoren  gegenseitig zyklisch vertauscht werden müs  sen.

   Die Schaltung kann mit dem gleichen  Erfolg auch dann zur Anwendung     kommen,     wenn in der Fahrschaltung von der Darstel  lung abweichende Schaltverbindungen zwi  schen den Widerstandsgruppen und den Fahr  motoren gewählt werden. Es kann beispiels  weise an Stelle der in     Abb.    2' dargestellten       Gruppen-Parallelschaltung    eine solche Fahr  schaltung gewählt werden, bei der die Moto  ren jeder Gruppe parallel geschaltet und die  Gruppen selbst in Reihe geschaltet sind. (An  fahr-Reihen-Parallelschaltung). Wichtig ist  nur, dass die Bremsschaltung immer wieder  so ausgebildet ist, dass bei einer Stromunter  brechung an einem Teil der Schalteinrichtung  die andere immer noch einsatzbereit bleibt.

    Dies gilt sowohl für die Fahrmotoren, als  auch für die Fahr- und Bremswiderstände,  sowie die zusätzlichen Bremswicklungen der  beschriebenen Art.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Selbsterregte Widerstands - Bremsschal tung für reit vier oder mehr Gleichstrom- Reihenschlussmotoren angetriebene Schienen fahrzeuge, insbesondere Grossraum-Strassen- bahntriebfahrzeuge, dadurch gekennzeichnet, dass die Motoren in zwei Motorengruppen unterteilt sind, die in Reihe geschaltet den gemeinsamen Bremswiderstand (ri und r2) speisen (Einkreisschaltung), während die Motoren jeder der beiden Gruppen mit ver tauschten Feldwicklungen parallel geschaltet sind.
    <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1. Selbsterregte Widerstands-Brernsscha.l- tung nach Patentanspruch, dadurch gekenn zeichnet, dass beim Schalten auf die letzte oder die letzten Bremsstufen) durch Schliessen eines Schalters (t.), die Einkreis schaltung aufgelöst wird, so dass jede Moto- rengruppe getrennt ihren Bremswiderstand (r1 bzw. r,) speist. (Zweikreis-Bremsschal- tung). 2.
    Selbsterregte Widerstands-Bremsschal- tung nach Unteranspruch 1, dadurch ge kennzeichnet, dass in dem Bremskreis ein geschaltete Magnetbrernswicklungen so auf geteilt bzw. angezapft sind, dass sie auch bei Aufhebung der Einkreisschaltung wirksam sind. 3. Selbsterregte Widerstands-Bremsschal- tung nach Unteranspruch 1, dadurch ge kennzeichnet, dass in die erdseitige bzw.
    stufenwiderstandsfreie Verbindung der Moto- rengruppen Bremssicherheitswiderstände (u) und Wicklungen von Magnetbremsen (v) und Solenoidbremsen (uv) der Beiwagen in Par allelschaltung geschaltet sind, die in der Nähe ihres elektrischen Mittelpunktes geerdet, sind. 4. Selbsterregte Widerstands-Bremsschal- tung nach Unteranspruch 1, dadurch ge kennzeichnet, dass die Bremswicklungen (u, <I>v, w)</I> in zwei Gruppen aufgeteilt, paarweise in Reihe geschaltet und an ihren jeweiligen Zwischenverbindungen geerdet sind.
CH282929D 1949-03-05 1950-07-28 Selbsterregte Widerstandsbremsschaltung für mit vier oder mehr Gleichstrom-Reihenschlussmotoren angetriebene Schienenfahrzeuge. CH282929A (de)

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