Empfänger für eine elektrische Kursrichtungsanzeigeanlage.
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Empfänger für eine elektrische Kursrichtungsanzeigeanlage, beispielsweise für Blindlandung von Flugzeugen oder ähnliche Navigationsaufgaben und hat den Zweck, dem Flugzeugführer anzuzeigen, ob der Empfangsapparat einwandfrei arbeitet.
Bei Knrsanzeigeanlagen voll der Art, in welchen zwei einander überlappende Strahlen verwendet werden, wobei die beiden Strahlen mit einander ergänzenden Signalen moduliert werden, das heisst ein Strahl mit einer Anzahl gleichweit auseinanderliegender Punkte und der andere durch die komplementären Striche moduliert wird, empfängt der Pilot eines randenden Flugzeuges dann Punkte, wenn er sich auf der einen Seite der Kursriehtung befindet und Striche, wenn er sich auf der andern Seite befindet.
WNTenn sieh das Flugzeug genau in der Kursrichtung befindet, sind die empfangenen Wellen unmoduliert und der Pilot erkennt, dass er auf der richtigen Kursriehtung liegt, weil er keine Signale empfängt. Gegen eine derartige Anlage kann der Einwand erhoben werden, dass die Anzeige der genauen Kursriehtung aus einer negativen Angabe abgeleitet wird, und eine Störung in irgendeinem Teil der Anlage, welche den Empfang der Anstellen überhaupt verhindert, gibt dem Pilot den Eindruck, dass er sieh auf der richtigen Kursrichtung befindet.
In gewissen Anlagen wurde gegen diese Möglichkeit in der Weise vorgeganzen, dass man dem Pilot eine hörbare Angabe mittels eines Tones vermittelte, wenn die Strahlung einwandfrei empfangen wurde, wobei der Ton unterbrochen war, wenn sieh der Pilot abseits der Kursrichtung befand.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Empfänger für eine Kursrichtungs- anzeigeanlage, welcher eine Siehtanzeige der Kursrichtung aufweist. Erfindungsgemäss besitzt er ein Mittel, welches visuell anzeigt, dass der Empfänger arbeitet, und zwar aiieli dann, wenn der vorgeschriebene Kurs eingehalten wird.
Ausführungsbeispiele des Erfindungsge genstandes sind nachstehend an hand der Fig. 1 bis 4 näher beschrieben.
Die Fig. 1 zeigt eine Verstärkerröhre V, deren Gitterkreis mit einer geeigneten Stelle des Radioempfängers verbunden ist, welcher zum Empfang der die Kursrichtung anzeigenden Welle verwendet wird. Eine solche Stelle ist vorzugsweise die letzte Stelle des Empfängers vor der Enddemodulation. Ein Wider- stand R ist im Anodenkreis der Röhre eingeschaltet, und im Nebensehluss zmn AStider- stand R ist ein Nenröhrenanzeiger N (oder eine andere geeignete gasgefüllte Röhre) angeschaltet. Die Röhre weist den üblichen Gitterwiderstand G und den Kathodenvor spannkreis Q auf.
Die Röhre soll derart vorgespannt sein, dass, wenn an den Gitterkreis keine Empfangssehwingungen angelegt werden, der Spannungsabfall über den Wider- stand R ungenügend ist, um die Röhre N zu zünden. Wenn nun an den Klemmen 1, 2 Schwingungen vorhanden sind, so wird an das Gitter eine Wechseispannung angelegt, und wenn die Amplitude dieser Spannung genügend gross ist, so nimmt der Spannungsabfall über den Widerstand R während der positiven Halbwelle jeder Periode genügend zn, um ein periodisches Zünden der Lampe zu verursachen, welche dann glimmt. Die Lampe zeigt auf diese Weise die Anwesenheit von Wellen an, deren Amplitude einen gewissen Minimalwert, welcher durch die Wahl der Werte der Stromkreiselemente bestimmt ist, überschreitet.
Bei dieser Anordnung kann die Lampe sichtbar flackern, wenn die Frequenz der Punkte und Striche niedrig ist. Dieses Flackern kann, wenn erwünscht, vermieden oder vermindert werden, indem, wie dargestellt, ein geeigneter Kondensator G in Nebenschluss zur Röhre geschaltet wird.
Man erkennt deshalb, dass, wenn die Anlage normal arbeitet, die Neonröhre in einem gewissen Abstand vom Landungsplatz beim Aufzug zu glimmen beginnt. Die Schaltung der Fig. 1 kann so ausgebildet werden, dass die Neonröhre an einer gewünschten, nahe dem Ende der Landekurve gelegenen Stelle plötzlich gelöscht wird, weil das Strahlungsfeld an dieser Stelle zu schwach ist. Die Neonröhre wirkt dann als Markierung für die genannte Stelle. Dies wird durch das Diagramm der Fig. 5 dargestellt, in welchem sich die Signallampe im Abschnitt Z im Glimmzustand befindet.
Eine veränderte Anordnung ist in Fig. 2 dargestellt. In diesem Fall sind das Katinoden- netzwerk Q und der Kondensator G weggelassen, und die Neonröhre ist zwischen die Anode und die Kathode der Röhre geschaltet.
Bei Abwesenheit irgendeiner angelegten Spannung ist der Anodenstrom verhältnismässig gross, da das Gitter, verglichen mit der Kathode, nur schwach negativ ist und der Widerstand R so bemessen werden kann, dass die Spannung über der Neonröhre ungenügend ist, um diese zum Glimmen zu bringen.
Wenn die ankommenden Wellen an den Klemmen 1, 2 angelegt werden, so werden die ne gativen Halbweilen, welche auf das Steuergitter einwirken, den Anodenstrom periodisch vermindern, wodurch gleichzeitig dieAnoden- spannung erhöht wird, so dass die Neonröhre glimmt.
Die Anordnung der Fig. 2 ist jedoch weniger empfehlenswert als diejenige der Fig. 1, weil, wenn die Röhre V versagen sollte (beispielsweise infolge des Ausbleibens des Kathodenheizstromes), die Spannung über der Neonröhre über den Zündwert ansteigen würde, so dass sich die Röhre dauernd im Glimmzustand befinden würde. Im Falle der Fig. 1 hat ein gleiches Versagen der Röhre V die entgegengesetzte Wirkung, weil die Spannung über der Neonröhre dann auf den Wert Null vermindert wird, so dass der Pilot erkennt, dass etwas nicht stimmt. Auf diese Weise wird der Pilot nicht in gefährlicher Weise fehlgeleitet, wie das beim Versagen der Röhre im Fall der Fig. 2 der Fall sein könnte.
Es ist zu bemerken, dass im Fall der Fig. 2 die automatische Verstärkungssteuerspannung der Kursrichtungsanzeige-Aus- rüstung an Stelle der Empfangsschwingungen an das Steuergitter angelegt werden kann.
Bekanntlich wird diese Spannung negativer, wenn der Signalpegel zunimmt, und sie würde bei Abwesenheit von Signalwellen den minimalen negativen Wert annehmen. Der Widerstand R würde in diesem Falle so bemessen, dass die Neonröhre nicht glimmt, solange der Pegel der empfangenen Wellen nicht über einen gewissen Minimalwert angestiegen ist, der für den znfriedenstellenden Betrieb der Kursrichtungsanzeige-Apparatur hinreichend ist.
Die Fig. 3 zeigt, in welcher Weise die Neonröhre in Verbindung mit einer der Verstärkerröhren der Kursriehtungsanzeige-Aus- brüstung verbunden werden kann, wodurch die Notwendigkeit vermieden wird, eine besondere Röhre, wie z. B. die Röhre V, für den Betrieb der Neonröhre vorzusehen. In der Fig. 3 ist Vt eine Pentode, die einen Teil des. üblichen Verstärkers der Ausrüstung bildet. Die Signalwellen werden den Klemmen 1, 2 zugeführt, und die verstärkten Wellen werden von den Klemmen 3 und 4 abgenommen und nach andern (nicht gezeigten) Teilen der Apparatur weitergeleitet. Die automatische Verstärkungssteuerspannung wird an der Klemme 5 angelegt und über den Gitterwiderstand G dem Steuergitter zugeführt. Das Bremsgitter ist geerdet.
Das Schirmgitter ist über den Widerstand Rt vorgespannt und über die Neonröhre N mit Erde verbunden. C1 ist der übliche Entkopplungskondensator. Wenn keine einfallenden Wellen vorhanden sind, weist die automatische Ver stärkungssteuerspannung einen minimalen negativen Wert auf, so dass das Schirmgitter sich infolge des Seriewiderstandes R1 auf einem niedern Potential befindet. Dieser Widerstand kann so bemessen werden, dass die Neonröhre unter diesen Bedingungen nicht zündet. Sobald Wellen empfangen werden, wird die automatische Verstärkungssteuerspannung negativer und das Schirmgitterpotential steigt an, bis die Neonröhre zündet, wenn der Signalpegel einen geeigneten Minimalwert erreicht hat.
Die Fig. 4 zeigt, wie die Schaltung der Fig. 3 abgeändert werden kann für den Fall, wo die automatische Steuerspannung über die Klemme 6 demBremsgitter anstattdem Steuergitter zu- geführt wird. Die Neonröhre N ist in diesem Falle über einen zweckmässigen Teil R2 des in Reihe mit dem Sehirmgitter geschalteten Widerstandes R2+ R3 geschaltet, da der gesamte Spannungsabfall über R2+R3 oft zu gross sein kann.
In einer andern Variante kann R, weggelassen werden und es können zwei oder mehr Neonröhren in Reihe verwendet werden. Ähnliche Mittel können, wenn erwünscht, in den Schaltungen der andern Figuren verwendet werden, obwohl in den Fällen der Fig. 1 und 2 der Röhrenkreis so gewählt werden kann, dass er für die Neonröhre zweckmässig ist, da er keine andern Funktionen zu erfüllen hat. In der Fig. 4 nimmt der Sehirmgitterstrom zu, wenn das Bremsgitter negativer wird, so dass die Spannung über der Neonröhre ansteigt, bis eine Zündung bei dem gewählten minimalen Signalpegel stattfindet.
Die Fig. 3 weist denselben Nachteil wie die Fig. 2 auf, das heisst ein Versagen der Röhre V1 würde das Glimmen der Neonröhre bewirken, wodurch der Pilot eine gefährliche Falsehanzeige erhält. In der Fig. 4, genau wie in der Fig. 1, wird verhindert, dass das Versagen der Röhre die Neonröhre zum Glimmen bringt.