CH247397A - Verfahren und Vorrichtung zum Unterdrücken von in einem geschlossenen Raum auftretenden Luftdruckschwankungen. - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Unterdrücken von in einem geschlossenen Raum auftretenden Luftdruckschwankungen.Info
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Description
Verfahren und Vorrichtung zum Unterdrücken von in einem geschlossenen Raum auftretenden Luftdruckschwankungen. Es ist bekannt, dass in der Atmosphäre rasche, mehr oder weniger periodische Druck schwankungen auftreten, und dass diese Schwankungen verschiedenartige Störungen im menschlichen Organismus hervorrufen können. Ein Zustand in der Atmosphäre, bei dem der Atmosphärendruck periodisch schwankt, ist z. B. unter dem Begriff Föhn wetter bekannt, wobei sich diese Art Föhn wetter vom eigentlichen Föhnsturm wesent lich unterscheidet.
Das Verlangen nach einem Raume, der frei bleibt von diesen Föhnschwankungen, ist weit verbreitet. Es ist jedoch eine Eigentüm lichkeit gerade dieser Föhnschwankungen, dass sie ein sehr grosses Durchdringungs- vermögen besitzen, und daher in jeden, also auch in gewöhnlich abgeschlossene Räume gelangen. Der Aufwand, der benötigt wird, um ein mittleres Zimmer derart luftdicht und stabil zu bauen, dass die besprochenen Föhn schwankungen nicht in dasselbe gelangen, ist unverhältnismässig gross.
Der Zweck vorliegender Erfindung be steht darin, einen abgeschlossenen Raum min destens annähernd frei von Luftdruckschwan- kungen, insbesondere der bei Föhnwetter auftretenden Föhndruckschwankungen zu halten. Zu diesem Zwecke werden gemäss dem Verfahren nach der Erfindung in dem be treffenden Rauine künstlich Luftdruck- sehwankungen erzeugt, die der Grösse nach den von aussen eindringenden Luftdruck- Schwankungen mindestens annähernd gleich, jedoch entgegengesetzt sind, so dass im Raum sich die beiden Druckschwankungen min destens annähernd aufheben.
Eine ebenfalls Gegenstand der Erfindung bildende Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens weist einen Luftdruckschwan- kungserzeuger, ein letzteren beeinflussendes Steuergerät und ein auf Luftdruckschwan- kungen im Raum ansprechendes Messgerät auf.
Der Druckschwankungserzeuger muss in dem Raum Über- oder Unterdruck erzeugen; das Messgerät ist zweckmässig von der Art eines elektromechanischen Wandlers, der die Luftdruckschwankungen in Schwankungen eines elektrischen Stromes umsetzt und ent sprechend dem Messwert den Druckschwan kungserzeuger über das Steuergerät in Funk tion setzt. Da die Ausgangsleistung des Mess- gerätes gewöhnlich nicht genügt, um das Steuergerät in Gang zu setzen, kann zwi schen Messgerät und Steuergerät ein Verstär ker vorgesehen sein.
Eine Kombination von Messgerät, Steuer gerät und Druckschwankungserzeuger kann auf zwei Arten zur Entföhnung eines Raumes dienen.
Bei der ersten Art wird das Messgerät in den von Föhnschwankungen zu befreien den Raum gebracht und die Steuerung des Druckschwankungserzeugers so geschaltet, dass schon eine sehr kleine Veränderung des Druckes eine entsprechend grosse, entgegen- gesetzte Änderung desselben im Raume her vorbringt, wodurch die äussern Druckschwan kungen in dem betreffenden Raume auf einen Bruchteil reduziert werden. Die Grösse des restierenden Teile der Druckschwankung ergibt sich aus der Steuerschärfe der ganzen Anordnung. Es ist dies eine Rückwärts- regelung des Druckes.
Diese Art der Rege lung verlangt aber von den Mess- und Steuer organen grössere Empfindlichkeit als die zweite Art der Regelung, die sogenannte Vor wärtsregelung. Bei letzterer wird das Mess- gerät an einer nicht von den Druckschwan kungen befreiten Stelle angebracht. Die Steuerung des Druckschwankungserzeugers erfolgt nach einer vorher für jeden Raum zu bestimmenden Charakteristik, derart, dass die Summe der von aussen kommenden Druck schwankungen und der künstlich erzeugten Druckschwankung sieh aufheben.
Unter der grossen Zahl von möglichen Ausführungsformen soll ein Ausführungs beispiel des Erfindungsgegenstandes nach stehend beschrieben werden, das sich wegen seines speziellen Aufbaues durch besondere Stabilität und Betriebssicherheit auszeichnet.
Die in der Zeichnung schematiseb dar gestellte Vorrichtung ist ein rückwärts gere geltes System. Als besondere Eigentümlich keit dieser Anordnung ist hervorzuheben, dass die Luftdruckschwankungen nicht direkt in entsprechende elektrische Spannungs schwankungen verwandelt werden, sondern eine Wechselspannung höherer Frequenz als die Schwankungsfrequenz modulieren, und zwar nach dem Prinzip der Modulation mit unterdrücktem Träger.
Die so modulierte Wechselspannung, 'bestehend nur aus den beiden Seitenbändern, gelangt in den Ver stärker. Diese Art von Modulation und Ver- stärkung ist für die Nullpunktstabilität der Anordnung von besonderer Bedeutung.
In der Figur bezeichnet I den von Luft druckschwankungen zu befreienden Raum. Die Druckschwankungen sollen beispiels weise durch eine -Öffnung <B>0,</B> oder durch eine elastische Deformation an der Stelle<B>0,</B> in den Raum gelangen. II ist eine Dose, die sich von einer normalen Barometerdose da durch unterscheidet, dass sie durch eine kleine ;
Öffnung 03 mit dem Raum I verbunden ist (Variometer). Die Grösse der Öffnung in der Druckdose zusammen mit dem Volumen der Dose bestimmen die Grenze der Frequenz der Druckschwankungen, die eben noch übertra gen werden. Das Verhältnis zwischen Öff nung und Volumen kann entsprechend der Periodenzahl der Druckschwankungen des Föhns oder eventuell entsprechend der Peri odenzahl, auf die eine Person besonders emp findlich ist, abgestimmt werden. Die Bewe gungen der Barometerdose werden eventuell über ein Übersetzungssystem auf den Anker A eines Magnetsystems III übertragen.
Das skizzierte Magnetsystem ist eine Brücken anordnung aus vier Induktivitäten, die durch den Anker A verstimmt wird. Die Brücke wird von einem Wechselstromgenerator IV oder dem Netz über die Leitungen a und b gespiesen. Dem Prinzip der Modulation mit unterdrücktem Träger entsprechend ist die Anordnung so eingestellt, dass bei der Null- lage des Ankers A die Leitungen c und d stromlos sind, während bei Druckschwan kungen durch die damit verbundene Verlage rung des Ankers in den Leitungen c und d ein Wechselstrom auftritt,
dessen Amplitude und Phase entsprechend der Grösse und dem Vorzeichen der Druckschwankungen sich ändern. Dieser modulierte Strom wird im Verstärker V bis zum gewünschten Mass ver stärkt.
Der durch diese Modulationsart be dingte phasenempfindliche Gleichrichter VI, der von IV her gesteuert wird, demoduliert den vom Verstärker herkommenden Wechsel strom und erzeugt eine Spannung, die ein Abbild der Bewegung der Messdose ist. Diese Spannung steuert über eine Leistungsverstär- kerstufe VII und ein elektromagnetisches Steuergerät VIII den Ventilator IX, so dass in dem Raume die gewünschten Druck schwankungen entstehen, die die von<B>0,
</B> und O, kommenden Schwankungen mindestens annähernd kompensieren.
Der gesteuerte Gleichrichter, der Lei- stungsverstärker und der elektromagnetische Teil des Steuergerätes zusammen können unter Umständen durch einen fremderregten Wechselstrommotor ersetzt werden, der den Druckschwankungserzeuger steuert (z. B. Sy stem eines gewöhnlichen Wattstundenzählers für Wechselstrom). Der Feldwicklung dieses Motors ist dabei die amplitudenkonstante Wechselspannung vom Generator IV und der Ankerwicklung der modulierte Wechsel strom vom Verstärker V zuzuführen.
Das mechanische Drehmoment des Motors ent spricht dann nach Grösse und Vorzeichen den von der Dose II gemessenen Luftdruck schwankungen.
Mit sukzessiver Steigerung der Empfind lichkeit der gesamten Anordnung gelangt man zwangläufig an eine Grenze, bei der der eigentliche Vorgang durch die verschieden sten Störungen (Röhrenrauschen, Erschütte rungen usw.) überdeckt wird. Ein besonders einfaches Mittel zur Verminderung dieser Störungen besteht darin, dass man den Fre- quenzgang des elektrischen Übertragungs systems nach Möglichkeit einschränkt, wo bei die Durchlassbreite mindestens annähernd gleich der Breite des Frequenzspektrums des zu übertragenden Vorganges gemacht wird.
Claims (1)
- PATENTANSPRüCHE I. Verfahren zum Unterdrücken von in einem geschlossenen Raum auftretenden Luftdruckschwankungen, insbesondere der bei Föhnwetter auftretenden Luftdruck schwankungen, dadurch gekennzeichnet, dass man in dem Raume künstlich Luftdruek- schwankungen erzeugt, die der Grösse nach den von aussen eindringenden Luftdruck schwankungen mindestens annähernd gleich, jedoch entgegengesetzt sind, so dass im Raum sich die beiden Schwankungen min destens annähernd aufheben. II. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach Patentanspruch I,gekenn zeichnet durch einen Luftdruckschwankungs- erzeuger, ein letzteren beeinflussendes Steuer- gerät und ein auf Luftdruckschwankungen im geschlossenen Raum ansprechendes Mess gerät. UNTERANSPRÜCHE: 1.Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die von den Druckschwankungen verursachten Bewegun gen eines Messgerätes einen Wechselstrom modulieren und dass dieser modulierte Wechselstrom verstärkt und demoduliert zur Steuerung eines die künstlichen Luftdruck- schwankungen erzeugenden Gerätes benutzt wird. 2. Verfahren nach Unteranspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass die von den Druck schwankungen verursachten Bewegungen des Messgerätes den Wechselstrom nach dem Prinzip der Modulation mit unterdrücktem Träger modulieren. 3.Vorrichtung nach Patentanspruch II, zum Durchführen des Verfahrens nach Un teranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zur Verwandlung von Druckschwankungen in einen modulierten Wechselstrom eine wechselstromgespiesene Brücke mit vier In- duktivitäten und einem mit dem Messgerät gekuppelten Anker vorgesehen ist. 4.Vorrichtung nach Patentanspruch II, zur Durchführung des Verfahrens nach Un teranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass Demodulator und Steuergerät zusammen durch ein wattmetrisches System verwirk licht sind, dessen den Druckschwankungen nach Grösse und Vorzeichen entsprechendes mechanisches Drehmoment den Druckschwan kungserzeuger steuert. 5.Vorrichtung nach Patentanspruch II, zum Durchführen des Verfahrens nach Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das elektrische Übertragungssystem einen beschränkten Frequenzgang aufweist, wobei die Durchlassbreite mindestens annähernd dem zu übertragenden Vorgang entspricht.
Applications Claiming Priority (1)
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| CH247397D CH247397A (de) | 1945-10-11 | 1945-10-11 | Verfahren und Vorrichtung zum Unterdrücken von in einem geschlossenen Raum auftretenden Luftdruckschwankungen. |
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