Schweissgerät in Griffelform. Die Erfindung betrifft ein Schweissgerät in Griffelform, das eine in. seinem Innern längsverschiebbar angeordnete Kohleelek trode zum Verschweissen, z. B. von Schalt drähten oder sonstigen Teilen kleiner Ab messungen, die im Betriebe des Gerätes als Gegenpol zu der Elektrode geschaltet sind, aufweist.
Am Schweissende des griffelförmi- gen Gehäuses ist ein Luftabschlussrohr ange ordnet, welches die Schweissstelle möglichst eng umgeben und nach oben gegen die Aussenluft abschliessen soll, das über die zu verschweissenden Teile zu schieben ist und diese vor Verbrennung schützt, wenn zwi schen der Elektrodenspitze und den zu ver schweissenden Teilen der Schweisslichtbogen gezogen wird. Die Schweisselektrode wird nach dem Schliessen des Schweissstromkreises durch eine vom Schweissstrom durchflossene Magnetspule, welche einen Teil einer elektro magnetischen Rückzugsvorrichtung bildet, selbsttätig zurückgezogen,
zum Zwecke, den Lichtbogen zu ziehen und dann selbständig zu unterbrechen, wodurch der jeweilige Schweissvorgang, der zur Bildung einer Schmelzperle oder Schmelzkuppe am obern Ende der zu verschweissenden Teile führt, beendet wird.
Bei der vorbekannten Anord nung erfordert die Handhabung eines die Elektrode verschiebenden Handgriffes eine gewisse Geschicklichkeit. Beispielsweise kann ein vorzeitiges Herunterdrücken der Elektro denspitze auf das Werkstück bewirken, dass zuerst ein Lichtbogen zwischen dem Rand des Luftabschlussrohres und dem Schweiss stück auftritt und unzulässigerweise an die ser Stelle eine Verschweissung oder Verbren nung des Rohrrandes stattfindet.
Die Erfindung bezweckt, ein völlig selbst tätig wirkendes Schweissgerät zu schaffen, das die bisher bestehenden Fehlermöglichkei ten beseitigt. Gemäss der Erfindung steht die Elektrode unter dem Einfluss einer Feder, die sie gegen die Schweissstelle vordrückt, wobei die Rückzugskraft der elektromagneti schen, vom Schweissstrom gesteuerten Rück zugsvorrichtung grösser als die Kraft der Feder ist.
In der beigeordneten Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung im Längsschnitt bezw. zum Teil im Längsschnitt und zum Teil in Ansicht dargestellt, und zwar zeigt Fig. 1 die Stel lung der Teile des Gerätes vor Beginn des Schweissvorganges, Fig. 2 dagegen bei Voll endung des Schweissvorganges, während Fig. 3 ein Zusatzgerät, ebenfalls im Schnitt, darstellt.
Das Gehäuse 6 des Schweissgriffels be sitzt einen Handgriff 4, welcher durch einen an das Gehäuse angeschweissten und mit dem Griff 4 verschraubten Lappen 23 mit dem Gehäuse verbunden ist. In dem Gehäuse ist längsverschiebbar ein rohrförmiger Körper 16 angeordnet, in dessen unteres Ende das Luftabschlussrohr 1 eingesetzt ist. Der Kör per 16 trägt eine Erregerspule 12 und nimmt in seinem Innern einen damit zusammenwir kenden, rohrförmigen Eisenkern 14 auf, der auf das Isolierstück 13 geschoben ist, das mit einem Elektrodenhalter 24 für einen die Schweisselektrode bildenden Kohlenstab 18 versehen ist.
Die Kohle ist durch eine im Haltering 3 geführte Stellschraube 10, die durch den Schlitz 11 herausragt, in passen der Höhe im Oberteil des Isolierkörpers 13 befestigt, auf dessen scheibenförmig ausge bildeten Teil 5 eine Feder 9 wirkt, die sich gegen die Kappe 25 des Gehäuses 6 abstützt. Die Feder ist bestrebt, den die Elektrode enthaltenen Isolierkörper 13 nach abwärts zu drücken, bis dieser sich schliesslich mit dem Haltering 3 auf die am obern Ende des Rohrkörpers 16 sich befindende Isolierscheibe 15 auflegt.
Zwischen einem auf dem Rohrkörper 16 festaufsitzenden Ansatz und einem Bund 26 an der Innenseite des Griffelgehäuses 6 ist eine Feder 20 angeordnet, die das Bestreben hat, den Rohrkörper 16 mit dem Luftabschluss rohr 1 aus dem Griffelgehäuse herauszu drücken. Ein in einem Schlitz 7 verschieb- barer Stift 8 dient zur Begrenzung der Auf wärtsbewegung; die Abwärtsbewegung wird dadurch begrenzt, dass sich der obere, schei benförmig ausgebildete Teil des Rohrkörpers 16 auf den Bund 26 auflegt. Die Stromquelle ist über Anschlusskabel 19 und 22 einerseits an den Elektrodenhalter 24, anderseits über die Spule 12 an den Rohrkörper 16 und das Luftabschlussrohr 1 angeschlossen. Die Lei tungen sind durch einen Ausschnitt 27 im Griffelgehäuse 6 in das letztere eingeführt.
Die Wirkungsweise der Schweissvorrich tung ist die folgende: Unter der Annahme, dass zwei Drähte \?, deren Enden nebeneinan der angeordnet oder miteinander etwas ver drillt sind, verschweisst werden sollen, wird der an dem Griff 4 gehaltene Schweissgriffel mit der Öffnung in dem Luftabschlussrohr 1 über die Enden dieser Drähte geschoben, bis das Rohr 1 auf dem quer zur Längsachse des Gerätes verlaufenden Teil des einen Drahtes 2 zum Aufliegen kommt, so dass diese Drähte mit dem Stromleiter 19 verbunden sind. In dieser in Fig. 1 dargestellten Stellung wer den die Enden der zu verschweissenden Drähte von der Elektrode 18 noch nicht be rührt, so dass das Schweissstück mit Sicher heit zuerst an das Potential des Luftabschluss- rohres 1 gelegt wird.
Indem das Griffel gehäuse gegen den Druck der Feder 20 wei ter herabgedrückt wird, gelangt die Elektro- denspitze zur Berührung mit den zu ver schweissenden Drähten 2, wodurch der Schweissstromkreis geschlossen wird, der über die Erregerwicklung 12 der Rückzugs vorrichtung verläuft, so dass die Spule ver mittels des Eisenkernes 13 den Elektroden halter 24 gegen die Kraft der Feder 9 auf wärtszieht. Hierbei wird die Feder 9 zusam mengedrückt, bis die Aufwärtsbewegung ge bremst wird. Der Lichtbogen wird bei dieser Bewegung zwischen den Schweissstücken 2 und der Elektrodenspitze 18 gezogen, bis er schliesslich abreisst.
Damit verliert die Rück zugsvorrichtung ihre Kraft und die Feder 9 drückt die Elektrode nach vorn gegen das Werkstück, so dass der Schweissvorgang von neuem eingeleitet wird. Die Elektrode wird wieder zurückgezogen und dieses Spiel wie derholt sich, bis die zu verschweissenden Teile auf die Länge L herabgeschmolzen sind, die durch die Einstellung der Elektrode 18 mittels der Stellschraube 10 und den An schlag des Halteringes 3 auf die Isolier- scheibe 15 des Rohrkörpers 16 bestimmt wird. Fig. 2 zeigt diesen Augenblick.
Es kann ein erneuter Stromschluss nicht mehr eintreten und das Aufhören des zischenden Schweissgeräusches zeigt die Beendigung der Schweissung an, worauf der Griffel von der Schweissstelle entfernt wird.
Zur Einstellung einer bestimmten Schweiss länge L kann die in Fig. 3 dargestellte Hilfs- einrichtung verwendet werden. Diese besteht aus einem Körper 21, aus dem eine Schraube 17 entsprechend dem gewünschten Wert L herausgedreht wird. Der Schweisskopf wird dann zur Einregelung bei abgeschaltetem Strome über die Schraube 17 gestülpt und das Griffelgehäuse bis zum Endanschlag durchgedrückt und dann die Elektrode auf diesen Wert eingestellt und mittels der Schraube 10 befestigt.
An Stelle mittels des Handgriffes 4 kann der Schweissgriffel auch unmittelbar an dem Griffelgehäuse 6 erfasst werden.