CH211441A - Verfahren zur Erzeugung von flüssigem Eisen. - Google Patents
Verfahren zur Erzeugung von flüssigem Eisen.Info
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Description
Verfahren zur Erzeugung von flüssigem Eisen. Das Patent 173458 betrifft ein Verfahren zur Erzeugung von flüssigem Eisen durch Reduktion von oxydische Eisenverbindungen enthaltendem Gut mit Kohlenstoff im be wegten, unmittelbar mit Flammengasen be heizten Ofen (insbesondere Drehofen), in Gegenwart von Schlacke, die den gebildeten Eisenschwamm vor Oxydation schützt, das dadurch gekennzeichnet ist, dass der Kiesel säure- und Kohlenstoffgehalt der Beschickung so eingestellt wird,
dass bei ständig zuneh mender Temperatur in diskontinuierlichem Betrieb zunächst eine Eisenoxydulsilikat- schlacke neben Eisenschwamm gebildet wird, und dass dann der Eisenschwamm geschrxrol- zen und während des Schmelzens die Eisen- oxydulsilikatschlacke mit Kalk umgesetzt und das freigewordene Eisenoxydul zu Metall reduziert wird.
Bei der satzweisen Beschickung eines Trommelofens darf die eingebrachte Beschik- kung nur den kleineren Teil des Ofenraumes ausfüllen, da sonst infolge der Drehbewegung Erz aus dem Ofen herausrieseln würde. Der Ofenraum wird also verhältnismässig schlecht ausgenützt. Da die Beschickung im Laufe der Erhitzung zusammensackt, kann man nun die Ausnutzung des Ofenraumes dadurch er höhen, dass man ein- oder mehrmals während der Erhitzung weitere Beschickungsmengen in den Ofen nachsetzt. Praktisch wird aber dadurch nichts gewonnen, da die Chargen dauer sich dann in entsprechender Weise verlängert, so dass der durch die grössere Beschickungsmenge erzielte Vorteil wieder aufgehoben wird.
Die tägliche Durchsatz- leistung des Ofens wird also nicht erhöht.
Überraschenderweise wurde nun gefunden, dass dieses Ziel bei dem erwähnten Verfah ren zur Gewinnung von Eisen durch Nach setzen doch erreicht werden kann. Dies gelingt dadurch, dass erfindungsgemäss zu Beginn oxydische Eisenverbindungen enthal tendes Gut und Reduktionskohle in den Ofen eingebracht wird, und zwar in der Weise, dass der nutzbare Ofenraum voll in Anspruch genommen ist, und dass mindestens ein Teil der benötigten Kalkmenge erst nach be gonnenem Zusammenschrumpfen der Charge nachgesetzt wird. Nach einer verhältnis mässig kurzen Erhitzungsdauer, zum Beispiel nach etwa 1-2 Stunden ist, wie sich zeigte, diese Mischung so stark zusammenge schrumpft, dass der für das Verfahren be nötigte Kalk nachgesetzt werden kann.
Das Nachsetzen des Kalks erfolgt zweckmässig nach und nach, so dass die benötigte Kalk menge in der Zeit von etwa 1/z-2 Stunden in den Ofen gelangt. Die einzelnen Teil mengen können dabei zum Beispiel mittels einer geeigneten Chargiermaschine auf die Länge des Drehofens verteilt werden. Ein Teil des benötigten Kalkzuschlages kann gegebenenfalls auch schon mit der Mischung von Erz und Reduktionskohle in den Ofen eingesetzt werden.
Diese Art des Kalkeinbringens in den Ofen hat keinerlei Nachteile. Der Kalk mischt sich gut mit der übrigen Beschickung und es wird der Gang des Ofens in keiner Weise gestört. Die Chargendauer bleibt dieselbe. Insbesondere aber findet eine ausgezeichnete Entschwefelung des Eisens selbst bei Ver wendung von Ausgangsstoffen mit hohem Schwefelgehalt statt, und es wird möglich, die tägliche Eisenerzeugung erheblich zu steigern.
Ausser der gesamten Menge oder der Hauptmenge des Kalkzuschlages kann auch ein Teil der Reduktionskohle erst während des Verfahrens in den Ofen eingeführt wer den. Selbst noch etwas Erz kann in manchen Fällen nachgesetzt werden, insbesondere wenn es gut vorgewärmt und frei von verflüchti- gungsfähigen Stoffen, wie Zinkoxyd, zur An wendung gelangt.
Durch die Erfindung<I>gelingt es</I> also, die tägliche Durchsatzleistung des Ofens um die Erzmenge zu erhöhen, die etwa dem gesam ten Kalkzuschlag bezw. diesem und einem Teil der Reduktionsmittelmenge entspricht. Dieser Vorteil ist erheblich, wenn, wie dies vorzugsweise geschieht, mit hohem Kalkzu schlag gearbeitet wird, der etwa 20-600/9 vom Erz beträgt.
Ausführungsbeispiele: 1. Ein Drebrobrofen von 11 m Länge und 3 m Durchmesser wurde mit einer Mi schung beschickt, die aus 12,5 t gesintertem Meggener Kiesabbrand und 4,3 t Kokslösche bestand. Die Mischung gelangte vorgewärmt in den Reduktionsofen, dessen Kohlenataub- brenner mit neutraler bis schwach reduzie render Flamme betrieben wurde. Nach einer Erhitzungsdauer von etwa zwei Stunden wurde mit dem Nachsetzen des Kalkzuschlages begonnen. Insgesamt wurden 4,4 t gebrannter Kalk in Korngrössen unter 30 mm zugesetzt.
Das Einbringen des Kalks erfolgte nach und nach und nahm bei den verschiedenen Chargen 1-2 Stunden in Anspruch. Nach einer nor malen Chargendauer von etwa 6 Stunden war die Reduktion beendet und es wurde durch Schrägstellung des Ofens zunächst das ge schmolzene Eisen und darauf die Schlacke aus dem Ofen entfernt. Dabei wurden pro Charge durchschnittlich 5,5-5,8 t hochwer tiges Spezialeisen mit einem Kohlenstoffge- halt von über 4 % und einem Schwefelgehalt unter 0,01 lo gewonnen.
2. Zwecks weiterer Erhöhung des Ein satzes wurde bei einer folgenden Charge auch ein Teil des Reduktionsmittels erst im Laufe der Erhitzung nachgesetzt. Der Ge samtaufwand an Reduktionskohle, die eben falls in Form von Kokslösche angewendet wurde,
betrug 35 % auf das Erzgewicht ge- rechnet. Davon wurden 20 % mit dem Erz aufgegeben. Der Rest von 15 % wurde während des Kalkzuschlages nachgesetzt. Das Kalk- und Kokanachsetzen und der sonstige Betrieb des Ofens gestaltete sieh wie im Beispiel 1 angegeben.
Infolge des Nachsetzens eines Teils der Reduktionskohle war es mög lich geworden, den Erzeinsatz um ungefähr 2,5 t, also von 12,5 auf 15 t pro Charge, zu erhöhen. Das Eisenausbringen steigt demge mäss von etwa 5,5 auf etwa 6,5 t. Die Chargendauer und die Qualität des gewon- nenen Eisens waren die gleichen wie im ersten Beispiel.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Erzeugung von flüssigem Eisen nach Patentanspruch I des Hauptpa tentes, dadurch gekennzeichnet, dass zu Be ginn ogydische Eisenverbindungen enthalten des Gut und Reduktionskohle in den Ofen eingebracht werden in der Weise, dass der nutzbare Ofenraum voll in Anspruch ge nommen ist, und dass mindestens ein Teil der für das Verfahren benötigten Kalkmenge erst nach begonnenem Zusammenschrumpfen der Charge nacbgesetzt wird. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass auch ein Teil der Reduktionskohle nachgesetzt wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Nachsetzen nach . und nach erfolgt. 3.Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Nachsetzen im Laufe von 1/2 bis 2 Stunden erfolgt.
Applications Claiming Priority (2)
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Publications (1)
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|---|---|
| CH211441A true CH211441A (de) | 1940-09-15 |
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| CH211441D CH211441A (de) | 1938-03-23 | 1939-01-23 | Verfahren zur Erzeugung von flüssigem Eisen. |
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| CH (1) | CH211441A (de) |
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1939
- 1939-01-23 CH CH211441D patent/CH211441A/de unknown
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