CH200129A - Verfahren zur Herstellung von mehrfarbigen Zierfilmen auf Oberflächen aller Art. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von mehrfarbigen Zierfilmen auf Oberflächen aller Art.

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CH200129A
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  Verfahren zur Herstellung von mehrfarbigen Zierfilmen auf     Oberflächen    aller Art.    Zur Herstellung farbiger Lackschichten  hat     man        bereits    zwei oder mehr verschieden  farbige Pigmente     in        einem        Anstrichmittel     vereinigt. So hat man z.

   B. für Rostschutz  farben gleichzeitig Eisenglimmer und Alu  miniumpulver verwendet, die sowohl eine       Farbwirkung,        aahs    auch eine schwach     sichtbare          Reflaxions#wirkung        besitzen.    Ferner ist es zum       Beispiel    zur     Herstellung    von     gunatlederlacken     bekannt, einer     Zelluloseesterlösung    neben  Zinkweiss noch Farbstoffe, wie Pariser Blau,  Schweinfurter Grün,     Fuchsin    oder Ocker zu  zusetzen.

   Die hiermit hergestellten Anstrich  schichten besassen aber die übliche Misch  farbe, da stets durch eine starke     Vermahlung     der Pigmente mit dem     Bindemittel    die  Schwimmfähigkeit der Pigmente unterdrückt  wurde, um eine Entmischung zu     verhindern.     



  Es wurde nun gefunden, dass sich mehr  farbige Zierfilme auf Oberflächen aller Art  dadurch gewinnen lassen, dass man     ein    Über  zugsmittel, dem zwei oder mehrere     verschie-          denfarbige,        in    ihren physikalischen Eigen-         schaften        voneinander    abweichende Pigmente  derart zugesetzt     sind,    dass mindestens für  ein Pigment die Schwimmfähigkeit erhalten  bleibt, aufbringt.

   Unter "Schwimmfähigkeit"  wird die Eigenschaft der Pigmente verstan  den, nach der     Auftragung    des     @Überzugs-          mittels    auf die Gegenstände an die Oberfläche  des Filmes zu treten.  



  Zur Erzielung des     Mehrfarbeneffektes     werden zwei oder mehrere Pigmente ver  wendet, wobei absichtlich     vermieden    wird,       eines    dieser Pigmente vollständig zu be  netzen. Gewöhnlich wird bei der Herstellung  von farbigen     Überzugsmitteln    eine Benetzung  der Pigmente durch die üblichen Mahl  verfahren und mechanischen Mischverfahren  erzwungen. Bei den gemäss der     Erfindung     hergestellten     Farbenmischungen    ist wenig  stens eines der Pigmente nicht vollständig  benetzt, so dass es     seine    Schwimmfähigkeit  behalten hat.

   Das andere Pigment kann  vollständig benetzt sein; es kann aber ge  gebenenfalls auch     unvollständig    benetzt sein,      so dass es ebenfalls schwimmend ist. Die un  vollständige Benetzung     mindestens    eines Pig  mentes wird     beispielsweise    dadurch erreicht,  dass das oder die betreffenden Pigmente,  deren Schwimmfähigkeit erhalten werden  soll, nur leicht mit dem Bindemittel ver  mischt werden.

       Dieses        wird    in der Praxis zum       Beispiel    in der Weise     ausgeführt,    dass zunächst  in üblicher Weise ein in Lösungsmitteln ge  löstes Bindemittel mit einer oder mehreren       Buntfarben    fein vermahlen wird und dass so  dann dieser     durchgemahlenen        Mischung    vor  dem Aufspritzen eine nur angerührte Paste  eines schwimmenden Pigmentes, z. B. einer  Bronze, zugesetzt und das Ganze geschüttelt  wird.  



  Es empfiehlt sich, die so hergestellten       Überzugsmittel,    die zwei oder mehrere ver  schiedenfarbige Pigmente unter Erhaltung  der Schwimmfähigkeit von     mindestens    einem  Pigment     enthalten,    auf die Gegenstände in  vorsichtiger Weise aufzutragen.  



  Unter "vorsichtigem" Auftragen ist hier  zu verstehen die richtige Wahl der Auftrags  methode im Verhältnis zum Verhalten des       Anstrichsmittels,    insbesondere in bezug auf  Anziehen     (erstes    Trocknen), Trockenzeit,  Verlauf und zu erwartender Filmstärke, so  dass die     schwimmfähig    gebliebenen Pigment  teilchen nach dem Auftrag bei Verlauf und  Trocknung des Überzuges sich nicht gleich  mässig mit den übrigen Pigmentteilchen  mischen, sondern sich ganz oder teilweise  von ihnen scheiden und an die Oberfläche  der     Überzugsschicht    treten können,

   ohne  durch die mechanische Berührung mit dem  zum Auftragen     benutzten        Handwerkszeug          oder    Apparat darin     gestört    zu werden. In  dieser Beziehung liegen die Verhältnisse beim  Spritzen besonders günstig.

   Ein langsam an  ziehendes     Ü@berzugsmittel    kann     man        bei-          spielsweise    auch     streichen,    ein schnell an  ziehendes dagegen schlecht, weil die Pigment  teilchen aus bekannten Gründen wenigstens  zum Teil etwa auf dem Platze verbleiben  würden, auf den sie durch den     Druck    des  Pinsels befördert worden sind, und daher  die     schwimmfähigen;        Pigmente    nicht aus-    reichend an die     Oberfläche    der     Überzugs-          schieht    treten.  



  Andernteils     ist    es empfehlenswert, dass  das     Überzugsmittel    in genügender Schicht  dicke im Verhältnis zur     Pigmentteilchen-          grösse    und Menge aufgetragen wird, so dass  die     Pigmentkörnchen,    ohne auf dem     Unter-          grund    hängen zu bleiben oder sich     gegen-          seitig    in der     Einordnung    zu     behindern,

      den       ihnen    auf     Grund    der     vorstehend        erwähnten          Vorgänge        zukommenden        Platz    im Film     bezw.     an der     Oberfläche        einnehmen    können.     Die          Überzugsmittel        müssen    vor dem Gebrauch       gut        aufgerührt        oder        geschüttelt    werden.

   Zu  dicker     Auftrag        kann        wiederum        ungleich-          mässige        Anordnung    oder     Ballung    der     Farb-          teilchen    zur     Folge        haben.     



       Als        derartige        Pigmente,    die in     ihren          physikalischen        Eigenschaften,    so     .insbeson-          dere    im     spezifischen        Gewicht,        Korngrösse,     Kornform,     Ölaufnahmefähigkeit    oder La  dung,     voneinander        verschieden    sind, können  z.

   B.     verwendet    werden     einerseits    Bronze  farben,     insbesondere        Aluminiumbronze,        Kup-          ferbronze,        Messingbronze,    oder     schuppen-          artige        Pigmente,    wie     etwa    Glimmer, und     an-          derseits    Russ, Graphit,     Bleichromat,        Zink-          oxyd,

          Ocker    und     andere        Erdfarben,        Anilin-          rot,        Ultramarinblau    und     dergl.        Die    Bronze  farben     und        schuppenförmigen        Pigmente    kön  nen gegebenenfalls auch in     gefärbtem        Zustand          verwendet    werden und     zur        Erhöhung     der     Schwimmfähigkeit        beim     <RTI  

   ID="0002.0119">   Stampfen    mit       palmitinsaurer        Tonerde        und        andern    die       Schwimmfähigkeit        begünatägenden    Stoffen,  z. B.     Stsarinsäure,    Talg, Olivenöl, Rapsöl  und     dergl.,        vorbehandelt        sein.     



  Zur     Erzielung    der     erstrebten    Wirkung     ist     es     zweckmässig,    die optimale     Pigmentmenge          festzustellen.    Sie wird     beeinflusst    durch die       erwähnten        Eigenschaften.    der     Pigmente,        durch     den     Gehalt    des Bindemittels an nicht     ver-          dunstenden        Stoffen    (Körpergehalt)

   und durch  die Art der     Vermischung.    Wird ein     körper-          armes        Bindemittel        verwendet,    so muss die       Pigmentmenge        niedriger    gehalten werden als  bei     einem        körperreichen.        Wird    sie zu gross  gewählt, so können sich     die        Pigmentteilchen         nicht den ihnen gemäss, ihrer     besonderen     physikalischen Beschaffenheit zukommenden  Platz suchen.

       Diese        Grenze    liegt aber     vert-          hältnismässig    hoch.  



  Bei jeder     Mischung    von Pigmenten er  gibt sich eine Minimal- und eine Maximal  grenze, innerhalb der noch     Mehrfarbeneffekt     vorhanden ist. So     überwiegt    bei     einer    Ni  sehung von einem     Russ,    mit einer Goldbronze  bei einem     Verhältnis    von     10    Teilen Gold  bronze auf 1 Teil Russ die Goldbronze     derart,          dass    sie .die     Russmenge        vollständig    überdeckt.

         Anderseits        ist    bei einem Teil     Goldbronze    auf  7 Teilen Russ die     Zweifarbenwirkung        prak-          tisch        aufgehoben    und es     ergibt    sich ein Film,  der als praktisch einfarbig anzusprechen ist.

    Das optimale     Mischungsverhältnis    der zwei  oder mehr Pigmente kann von einem Fach  mann leicht     fastgestellt    werden,     wenn    er       die        vorstehend    angegebenen     Bedingungen          beachtet.     



  Für die     Herstellung    der     .Überzugsmittel     können     beliebige        bekannte        Bindemittel    ver  wendet werden, so z. B.     Üllacke,        Kunstharz-          lacke,        Zelluloselacke,        Chlorkautschuklaeke,          ferner        Leim,    Kasein,

   Wachs     und    ähnliche       Bindemittel.    Diese     Bindemittel    können .ge  gebenenfalls eine     transparente        Anfärbung          besitzen.    Es     ist    von Vorteil,     solche    zu wählen,  die eine     Entmischung    der verschiedenfarbigen  Pigmente     begünstigen.    Dieses geschieht zum       Beispiel    dadurch,     !dass;

      sieh infolge     des    Gehaltes  an     schwerflüchtigen        und!        leiohtflüchtigen    Lö  sungsmitteln beim Verdunsten     Konvektions-          ströme    bilden können, oder     wenn    die     lTber-          zugsmittel    solche flüchtige oder nichtflüch  tige Stoffe enthalten, die eine ausgespro  chene     Flotationswirkung        besitzen.     



  Beim     vorsichtigen    Auftragen derartiger       Überzugsmittel,    die je ein oder     mehrerE          verschiedenfarbige        Pigmente        derart    enthal  ten,     dass        mindestens    für     ein    Pigment die  Schwimmfähigkeit erhalten     .geblieben    ist,  tritt eine Entmischung der     Pigmente    ein,

   so  dass sich die Pigmente in     ziemlich    regel  mässiger     Musterung    nebeneinander     bezw.          untereinander        anordnen    und eine prächtige       Mehrfürbenwixkung        erzielt    wird.

   Es emp-         fiehlt        sich,    bei der     Herstellung    der neuen       Überzugsmittel    die     verschiedenartigen    Pig  mente     nur    grob     miteinander    zu     mischen,    auf  alle Fälle so,     dass,    die     Schwimmfähigkeit          mindestens        für    ein Pigment erhalten bleibt.  



  Es ist     ferner    gefunden worden,     dass-    be  sonders schöne     und        eigenartige    Zierwirkun  gen     erreicht    werden,     wenn    zur     Herstellung     der     mehrfarbigen        Zierfilme    sogenannte       Effektlacke    verwendet werden, die die     Fähig-          keit    haben, beim     Trocknen    eine     Oberfläohen-          musterung,    z.

   B. eine sogenannte     Eisblumen-          bildung    oder     Runzelbildung,    zu liefern       (vergl.        Kolke        "Neuzeitliche    Effektlacke und  ihre Anwendung",     19'32).    Bei     Verwendung          derartiger    Effektlacke     tritt    an     der    Ober  fläche, auf der sich     .die        verschiedenen:

      Pig  mentteilchen unter     Trennung        voneinander          verteilen,    infolge     der        Oberflächenmusterung          -eine        Verstärkung    der     Mehrfarbenwirkung     ein, so     .dass    sie noch     lebhafter        zum    Aus  druck kommt.     Fürderartige    Effektlacke kön  nen z.

   B.     Holzöllacke,        Zelluloselacke        unter     Zusatz von     Acetanilid,        Phthalsäureglycerid-          lacke,        Verwendung    finden.  



  Das. -Verfahren gemäss, der     Erfindung     kann     zur        Herstellung    von mehrfarbigen     Zier-          filmen    auf     Gegenständen        beliebiger        Art,        ins-          besondere    auf Metall, Papier (Tapeten),  Pappe,     Leder,        Linoleum,        Textilstoffen,        kera-          mischen    Waren und     dergl,    verwendet werden.

    <I>Beispiel</I>  
EMI0003.0160     
  
    70 <SEP> Gewichtsteile <SEP> eines <SEP> in <SEP> bekannter <SEP> Weise
<tb>  aus <SEP> <B>21</B> <SEP> Gewichtsteilen <SEP> Harzester, <SEP> 8 <SEP> Ge  wichtsteilen <SEP> Leinöl, <SEP> 34 <SEP> Gewichtsteilen
<tb>  Holzöl <SEP> hergestellten <SEP> Harzesterlackes,
<tb>  ,dessen <SEP> Konsistenz <SEP> ebenfalls <SEP> in <SEP> üblicher
<tb>  Weise <SEP> mit <SEP> 37 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> Verdün  nungsmittelgemisch <SEP> (Benzin <SEP> und <SEP> Benzol)
<tb>  eingestellt <SEP> ist,

   <SEP> werden <SEP> mit
<tb>  26 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> Chromgelb <SEP> und
<tb>  5 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> Titanweiss <SEP> auf <SEP> dem <SEP> Walz  werk <SEP> fein <SEP> vermahlen <SEP> und <SEP> d <SEP> as <SEP> Ganze <SEP> mit
<tb>  5 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> Aluminiumbronzepulver
<tb>  in <SEP> einem <SEP> langsam <SEP> umlaufenden <SEP> Planeten  rührwerk <SEP> kalt <SEP> vermischt.
<tb>  105 <SEP> Gewichtsteile.

                Beispiel   <I>2:</I>  Ein     in    üblicher     Weise        hergestellter        Eis-          blumenlaok        aus     
EMI0004.0008     
  
    9 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> Harzerster
<tb>  43,1 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> Holzöl
<tb>  3,4 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> Leinöl <SEP> und
<tb>  34,2 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> VeTdütnnungsmittalge  <B>m18ch <SEP> (Benzin <SEP> und <SEP> Benzol) <SEP> wird <SEP> in</B>
<tb>  bekannter <SEP> Weise <SEP> auf <SEP> einem <SEP> langsam
<tb>  umlaufenden <SEP> Planetenrührwerk <SEP> mit
<tb>  12,,85 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> Pudergraphit <SEP> und
<tb>  1,

  45 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> Aluminiumbronzepul  ver <SEP> kalt <SEP> innig <SEP> vermischt.
<tb>  100 <SEP> Gewichtsteile.            Das        IAaok-iergut        wird,    z. B. in     elektrischen     Ofen, in     bekannter        Weise        getrocknet.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von mehr farbigen Zierfilmen auf Oberflächen, da durch gekennzeichnet, dass man ein Überzugs mittel, dem mindestens zwei verschieden- farbige,
    in ihren physikalischen Eigen- schaften voneinander aobweiohende Pigmente derart zugeeetzt sind, dass mindestens für ein Pigment die Schwimmfähigkeit erhalten bleibt, aufbringt. UNTERANSPRVCHE:
    1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, <B>dass</B> sogenannte Effekt- lacke, die eine besondere Oberflächen- musterung ergeben, verwendet werden. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un- teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens en.n Pigment eine Bronze- farbe ist 3.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Auftragung der Überzugsmittel durch Aufspritzen erfolgt. 4.
    Verfahmn nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein Pigment mit dem Überzugsmittel fein vermahlen und das andere Pigment mit der so vermahlenen Mischung nur leicht vermischt wird.
CH200129D 1936-09-25 1937-07-29 Verfahren zur Herstellung von mehrfarbigen Zierfilmen auf Oberflächen aller Art. CH200129A (de)

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