CH199813A - Gewehrpatrone. - Google Patents
Gewehrpatrone.Info
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Description
Gewehrpatrone. Gegenstand der Erfindung ist eine Ge wehrpatrone, insbesondere Jagdpatrone. Ge mäss der Erfindung weist der zwischen dem Pulver und der Ladung angeordnete Pfropfen eine Luftkammer auf, die als elastisches Kissen zwischen den Treibgasen und der Ladung dient. Es hat sich als zweckmässig herausgestellt, Mittel vorzusehen, welche auch nach Verformung des Pfropfens einen Aus tritt der in ihm eingeschlossenen Luft ver hindern, so lange die Patrone im Laufe ist.
Zwei Ausführungsbeispiele des Erfindungs gegenstandes sind in der Zeichnung schema tisch dargestellt.
Fig. 1 zeigt im Längsschnitt eine Patrone mit Luftkammer; Fig. 2 !zeigt, ebenfalls im Längsschnitt, eine Patrone mit Luftkammer und Flüssig keitskammer.
In beiden Fällen ist als Ausführungs beispiel eine Jagdpatrone gewählt, die die Hülse 1 und den Blechring 2 zur Befestigung des Hülsenbodens 13 aus plastischem Werk- stoff mit dem Zündhütchen 14 aufweist. Unten liegt in der Hülse das Pulver 3 und oberhalb des noch zu beschreibenden Pfrop fens befindet sich die Schrotladung, welche mit einem inerten Pulver, z. B. Gries, durch setzt ist. Das Zwischenstück besteht aus dünnen Papierscheiben, die derart im Ab stande voneinander gehalten sind, dass zwi schen dem Pulver und dem Schrot eine Luft kammer gebildet wird.
Im Ausführungsbeispiel nach Fig.1 ist eine Scheibe 5, ein kleines Abstandsstück 6 aus Filz oder Kork und eine Luftkammer oder ein pneumatisches Kissen aus zwei Scheiben 7 mit einer dazwischen liegenden zylindrischen Wand 8 aus an der Hülse 1 anliegendem Papier, ein zweiter Abstands halter .9 und schliesslich eine Scheibe 10 vorgesehen, welche mit einigen Tropfen Kolophonium an der Hülse befestigt werden kann.
Auf der letzterwähnten Scheibe 7 0 ruhen die Schrotkörner 4, welche durch einen Deckel abgeschlossen werden, der ebenfalls aus zwei Papierplättchen 11 mit dazwischen liegendem Abstandshalter 12 besteht. Über diesen Deckel ist die Hülse bei la in üb licher Weise gerändelt; statt dessen kann der Deckel<B>11,</B> 12 aber auch mit einigen Tropfen Kolophonium an der Hülse befestigt werden.
Es hat sich gezeigt, dass sich mit einer solchen Patrone, bei welcher der übliche Filzpfropfen durch einen solchen mit einer Luftkammer ersetzt ist, eine nur geringe Streuung des Schrotes einstellt, sich die Schrotkörner vielmehr bei vergrösserter Trag weite in einem gleichmässigen Bündel ent laden. Dies liegt darin begründet, dass die Scheiben und Abstandshalter, sobald sie nacheinander aus dem Laufe austreten, so fort zerspringen und sich verlieren, ohne irgend einen Einfluss auf die Flugbahn der Schrotkörner zu haben. Fernerhin wirkt der Pfropfen und insbesondere die aus den Schei ben 7 und der Wand 8 gebildete Kammer als elastisches Kissen oder Stossdämpfer, da sie sich vor dem Austreten des Schrotes aus der Patrone elastisch verformt.
Dies erzeugt eine gleichmässige Verteilung des Treibgases auf die Schrotladung und damit eine gleich mässige Beschleunigung derselben. Zunächst geht ein Teil des Druckes durch die Ver formung des Pfropfens verloren, d. h. bei gleichbleibendem Enddruck ist der Anfangs druck verringert.
Die Verformung geht in der Weise vor sich, dass die Scheiben 7 sich nach dem Innern der Luftkammer durchbiegen. Hat diese Durchbiegung ein gewisses Mass er reicht, so berühren sich die beiden Scheiben ritten und infolge der Abstandsstücke 6 und 9 ist, solange die Patrone im Laufe ist, eine vollkommene Zerstörung der Luftkam mer verhindert, die den Austritt der einge schlossenen Luft zur Folge hätte.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach der Fig. 2 liegt der Boden 16 der Luftkammer 15 unmittelbar über der Pulverschicht 3 und ist zusammen mit der zylindrischen Kam merwand 18 aus einem einzigen Papierplätt- chen in Becherform gepresst. Das Deckplätt chen 17 für die Luftkammer 15 ist eben falls aus einer Papierscheibe von grösserem Durchmesser als dem der Hülse gebildet und zu einem Becher gepresst, dessen Aussen durchmesser gleich dem Innendurchmesser des ersten Bechers ist und der in diesen eingeschoben und in ihm befestigt ist.
Auf der Oberseite der Scheibe 17 ist daher ein becherförmiger Hohlraum 19 gebildet, wel cher mit einem Scbmiermittel, vorzugsweise einem Fett, gefüllt und oben durch die Scheibe 20 abgeschlossen ist. Auf diese legen sich die Schrotkörner 4 auf. Bei der Explo sion verformt sich die<B>Wand</B> 18 balgförmig unter Zusammendrücken der zwischen ,den Scheiben 16 und 17 liegenden Luft. Auch wenn diese Verformung eine Zerstörung der Luftkammer zur Folge haben sollte, kann, solange die Patrone im Laufe ist, ein Aus tritt der Luft nicht erfolgen, weil sich das Schmiermittel abdichtend zwischen Luft und Ladung einlagert.
Gleichzeitig schmiert dieses den Lauf nicht nur für das Hindurchlaufen des Pfropfens, sondern auch für die Schrot ladung des nächsten Schusses. Beim Aus tritt des Doppelkammerpfropfens aus dem Laufe zersprengt die sich in ihm ausdehnende Luft den Pfropfen, und die Sprengstücke verlieren sich sofort wegen ihres geringen Gewichtes, d. b. entfernen sich von der Schrotladung, welche gleichmässig und un gestört ihre Flugbahn antritt und fortsetzt.
Die abdichtende und schmierende Wir kung wird natürlich auch erhalten, wenn an Stelle von Schrot ein einstückiges Ge- schoss vorgesehen ist, wie beispielsweise in einer Grossjagd- oder Militärpatrone. Als Fett wird zweckmässigerweise eine Flüssigkeit gewählt, welche den Lauf auch gegen den Angriff der Explosivstoffe schützt.
Die Anwesenheit der Flüsgigkeit gestattet infolge der abdichtenden und schmierenden Wirkung den Explosionsgasen die Ausübung ihrer vollen Wirksamkeit und gibt dem Ge schosse eine grössere Geschwindigkeit als üblich, während der Druck im Lauf kleiner als gewöhnlich ist. Man kann daher das Pulvergewicht und damit die Wirkung der Waffe bei einer üblichen Ladung erhöhen, ohne eine Erhöhung des Explosionsdruckes befürchten zu müssen, ein Vorteil, der ins besondere bei Grossjagdwaffen und Militär gewehren wichtig ist.
Die Erfindung kann bei Patronen mit beliebiger Hülsenart und -form Verwendung finden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Gewehrpatrone, insbesondere für Jagd "ewehre, dadurch gekennzeichnet, dass der ?,wischen dem Pulver und der aus einem oder mehreren Geschossen bestehenden La dung angeordnete Pfropfen eine Luftkammer aufweist, die als elastisches Kissen zwischen den Triebgasen und der Ladung wirkt. UNTERANSPRüCHE: 1. Patrone nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Luft kammer einerseits und der Ladung und dem Pulver anderseits je ein Abstands halter vorgesehen ist und dass sich die beiden Abstandshalter in der Mitte auf den quer zur Patronenachse liegenden Wänden der Luftkammer abstützen. 2. Patrone nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass zwischen Luftkammer und Ladung eine zweite, mit Schmier mittel gefüllte Kammer vorgesehen ist. 3.Patrone nach Patentanspruch und Unter anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Kammern aus zwei zu Bechern verschiedener Höhe gepressten Papierplätt chen gebildet sind, derart, dass der Innen durchmesser des höheren Bechers gleich dem Aussendurchmesser des niedrigeren Bechers ist, welch letzterer in den hohen Becher eingesetzt und in ihm befestigt ist. 4. Patrone nach Patentanspruch und Unter ansprüchen 2 und 3, dadurch gekenn zeichnet, dass der vom kleineren Becher gebildete Hohlraum mit Schmiermittel gefüllt ist und gegen die Ladung durch ein Plättchen abgeschlossen ist, während der restliche Hohlraum des höheren Bechers die Luftkammer bildet.
Applications Claiming Priority (1)
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Also Published As
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