Küchenherd. Bei Küchenherden ist es in vielen Fällen erforderlich, dass in möglichst kurzer Zeit eine hohe Kochleistung erzielt wird, d. h. es ist erwünscht, dass der Herd eine nach Möglichkeit kurz bemessene An- bezw. Auf- heizzeit braucht, um auf eine hohe bezw. er höhte Kochleistung zu kommen. Diesen Er fordernissen werden die bekannten Küchen herde, die mit festen Brennstoffen beheizt werden, in den wenigsten Fällen gerecht. Auch bieten die bekannten Herde nicht die Möglichkeit, die Temperaturverhältnisse in genügendem Masse zu beherrschen.
Durch die Erfindung (Erfinder Dipl.- Ing. Franz Schneider, Burg/Hessen-Nassau) werden diese Nachteile weitgehend beseitigt. Die Erfindung betrifft einen Küchenherd, an dem in bekannter Weise an geeigneter Stelle ein Lüfter, zum Beispiel ein durch einen Elek tromotor betriebener Ventilator angebracht ist, durch den Verbrennungsluft angesaugt und in den Feuerraum gedrückt werden kann. Die Erfindung besteht darin, dass das An- triebsmittel für den Lüfter mit einem Zeit schalter verbunden ist,
welcher seine Lauf dauer beherrscht. Der Zeitschalter kann zweckmässig auf verschieden lange Lauf zeiten eingestellt werden, die sich nach der Art des Brennstoffes, der gewünschten Koch- bezw. Backhitze oder dergl. richtet. So kann der Zeitschalter beispielsweise auf zwei, fünf, zehn Minuten oder auf noch längere Zeitdauer eingestellt werden.
Die Anordnung eines Lüfters bietet die Möglichkeit, den Küchenherd in kürzester Zeit auf eine hohe Temperatur zu bringen, während anderseits die Anordnung eines Zeit schalters die Gefahr einer Überhitzung durch einen zu lange dauernden Betrieb des Lüf ters ausschliesst.
Da der Herd durch den Betrieb mittels Lüfters im Gegensatz zu den mittels natür lichen Zuges betriebenen Herden zeiteilig unter Überdruck steht, ist es zweckmässig, ihn in allen Teilen dicht auszubilden, um das Austreten von Feuergasen zu verhüten.
Mit Rücksicht darauf, dass während des Betriebes des Lüfters aus der Feuerung zeit weilig und plötzlich grössere V@rärmemengen frei werden, können die Schnellkochplatte und die Fortkochplatte weiterhin mit grösse ren in die Feuerung bezw. in den Oberzug kanal ragenden wärmespeichernden Rippen ausgestattet sein, die so ausgestattet sein können, dass sie den Feuergasweg fast voll kommen ausfüllen, so dass die Rauchgase in durch diese Rippen gebildeten Kanälen zu strömen gezwungen sind.
Eine Schwierigkeit bei dem Betrieb eines gemäss Erfindung mit zeitgeschaltetem Lüf ter betriebenen Herdes besteht darin, dass bei normal ausgebildeten Feuergaszügen infolge der durch den Lüfter hervorgerufenen zeit weilig plötzlichen sehr starken Wärmeent- wicklung eine ungleichmässige Erwärmung des Bratofens erfolgt.
Zur Behebung dieser Schwierigkeit können die Heizgaszüge vor teilhaft derart ausgebildet werden, dass sich der Oberzug über die ganze Decke der Brat röhre erstreckt, während der Umführungszug um die Bratröhre in Höhenrichtung geteilt ist, so dass doppelte Fall- und Steigzüge ent stehen, die über die Bratröhre hinweg mit einander in Verbindung stehen. Zweckmässig wird die Anordnung so getroffen. dass der Füllschacht bezw. der Feuerraum nur mit dem einen Fallzug in unmittelbarer Verbin dung steht, von dem er zum Beispiel beim Anheizen durch ein Absperrorgan zur Ent lassung .der Rauchgase in den Oberzug ab geschaltet werden kann.
Durch die Anord nung des Absperrorganes wird erreicht, dass im Bedarfsfalle die ganze durch den Lüfter erzeugte Wärme auf einen hinter dem Feue- rungsschacht zweckmässig angeordneten Kes sel geschaltet werden kann, so dass ohne nen nenswerte Erwärmung des Herdes eine schnelle und intensive Erwärmung der mit diesem Kessel etwa verbundenen Raumheiz körper oder dergleichen bewirkt werden kann. Die Erfindung ist in der Zeichnung ü1 einer beispielsweisen Ausführungsform dar gestellt und nachfolgend näher erläutert.
Es zeigen Fig. 1 einen Längsschnitt nach der Linie 1-I der Fig. 2, Fig. 2 einen Querschnitt nach der Linie 11-II der Fig. 1, Fig. 3 einen Längsschnitt nach der Linie III-III der Fig. 2, Fig. 4 einen Höhenschnitt nach der Linie IV-IV der Fig. 1, Fig. 5 eine Draufsicht.
Der Dauerbrandküchenherd 5 ist mit einem in seinem obern Teil feuerfest ausge mauerten Feuerungsschacht 1 von zylindri schem Querschnitt mit gusseisernem Mantel versehen. Der Mantel trägt unten einen Feuertopf 3 mit dem Rost 4 für die Verbren nung von Koks und oben einen Abzug für die Heizgase. In der Herdplatte 6 befindet sich eine kreisförmige Schnellkochplatte 7 und eine deren Abmessung überragende. viereckige Fortkochplatte 8 mit zur Vermei dung von Wärmespannungen abgerundeten Ecken für mehrere, z. B. vier Kochtöpfe.
Die runde Schnellkochplatte 7 besitzt an der Unterseite eine Anzahl tief in den Schacht 1 hineinragender Rippen 11. Die Fortkoch- platte 8 weist in Richtung des über der Brat- oder Backröhre 20- sich erstreckenden Ober zugkanals 12, 12a parallele Rippen 10 von ebenfalls beträchtlicher Höhe auf. Beide Kochplatten haben an der Herdplatte 6 an gelenkte Isolierhauben 13, 13a zu ihrer Ab deckung. Sie sind weiterhin an der Unter seite mit Falzen versehen, mit denen sie in Nuten im Herdrahmen eingreifen, die mit Dichtungsmitteln, wie Asbest, Sand oder dergl. ausgefüllt sind.
Die Kochöffnung in. der Schnellkochplatte 7 bildet zugleich die einzige Füllöffnung für den Feue- rungsschacht. Der Deckel für die Kochöff nung ist nicht mit Rippen versehen, liegt aber ebenfalls mit Falz- und Niitdichtung auf der Schnellkochplatte auf.
In der Tür 14 mit Öffnungen für den Zu tritt der Luft sitzt auf einem an dieser leicht lösbar - etwa durch Bajonettverschluss befestigten Sockel 15 ein von einem Elektro motor 16 angetriebener Lüfterflügel 17 für eine künstliche Verbrennungsluftzuführung (Unterwind). Der Lüfterflügel kann ge gebenenfalls auch an einer geeigneten andern Stelle angeordnet sein.
Der Herd 5 ist durch eine Trennwand 18 in Höhenrichtung derart unterteilt, dass ein sich an den Auslass 1.9 des Füllschachtes an schliessender, in Fig. 2 vorderer, Fallzug 21 zwischen dem Schacht und der Bratröhre 20 gebildet ist, der durch den Waagerechtzug 23 mit dem Steigzug 22 in Verbindung steht.
-Die diese Züge durchströmenden Rauchgase überkreuzen die Decke der Bratröhre 20, ge langen in den hintern Fallzug 21a, bestrei chen den rückwärtigen Teil des Bodens der Bratröhre im Waagerechtkanal 23a, Steig zug 22a und treten in den Schornstein über (siehe Pfeilrichtung in Fig. 2). Diese Rauch- gasfüh.rung ist die im Betrieb des Herdes wirksame, d. h. wenn die am Übergang zum Fallzug 21 befindliche Klappe 24 aufge richtet ist, also den Übergang der Rauch gase zum Oberzug 12, 12a sperrt.
Beim Anheizen wird die Klappe 24 und die am obern Ausgang des Steigzuges 22a befindliche Klappe 25 umgelegt, (strichliert Fig. 1).
Unter der Bratröhre 20 befindet sich ein vom Waagerechtzug 23 beheizter Wärme raum 26.
Der Lüfter 17 mit Antriebsmotor wird von der durch die Öffnungen in der Tür 14 zu tretende Aussenluft trotz der Nähe der Feuerung kühl gehalten und daher vor Ver schleiss geschützt. Handelt es sich darum. plötzlich besonders schnell eine sehr hohe Hitze auf der Schnellkochplatte 7 zu erzie len, so wird der Lüfter angelassen. Die durch diesen zusätzlich geförderte Luft durchströmt zunächst eine Vorwärmezone, so dass sie bereits stark angewärmt zur Feue rung gelangt, die sie kräftig entfacht.
Damit die Zuführung von Frischluft nur auf den gerade erforderlichen Bedarf beschränkt bleibt und ausserdem die Möglichkeit einer Überheizung durch überlangen Betrieb des Lüfters unterbunden wird, wird der Elektro motor durch einen Zeitschalter 27 beherrscht, der den Antriebsmotor selbsttätig nach einer gewissen einstellbaren Zeit stillsetzt.
Der Herd ist schliesslich noch mit einem Warmwasserschiff 28 mit Deckel 29 ausge rüstet. Es ist nun wichtig, dass das Warm wasserschiff mit einer Wand sich derart an den Schacht anschmiegt, dass sie durch Wärmeleitung von .diesem aus beheizt wird und mit einer zweiten Wand in den Fallzug 21 ragt und von den diesen durchziehenden Rauchgasen beheizt wird. Infolge dieser aus giebigen Beheizung kann statt des Schiffes auch ein geschlossener Warmwasserbereiter (Boiler) oder ein zur Zimmerheizung be stimmter Heizkessel in den Herd eingebaut sein.
Die Erfindung erstreckt sich nicht nur auf Herde mit festen Brennstoffen, sondern auch auf Herde, die zum Beispiel mit flüs sigen Brennstoffen beheizt werden.