CH193089A - Plastische Masse, die sich zum Erhärten bringen lässt und zur Herstellung von Boden- oder Wandbekleidungen oder sonstigen Gegenständen verwendet werden kann. - Google Patents
Plastische Masse, die sich zum Erhärten bringen lässt und zur Herstellung von Boden- oder Wandbekleidungen oder sonstigen Gegenständen verwendet werden kann.Info
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Description
Plastische Masse, die sich zum Erhärten bringen lässt und zur Herstellung von Boden- oder Wandbekleidungen oder sonstigen Gegenständen verwendet werden kann. Die Erfindung betrifft eine plastische Masse, die sich durch Zusatz eines Binde mittels zum Erhärten bringen lässt und zum Beispiel dazu bestimmt ist, die Oberfläche von Fussböden, Wänden oder dergl. zu be kleiden, sich aber auch für andere Zwecke, z.
B. zur Herstellung von Treppen, Fenster- bänken, und sonstigen CTegenständen, die dem Regen, der Erdsäure, mechanischer Abnutzung oder ähnlichen. Be anspruchungen ausgesetzt sind, verwenden lässt.
Es kommt bei .der Erfindung haupt sächlich darauf an, die Masse in Form einer Emulsion herzustellen, die, praktisch ge6pro- chen, auf unbegrenzt lange Zeit in pla stischem Zustand aufbewahrt werden kann und der erst unmittelbar bevor sie auf getragen oder geformt werden soll, ein Binde- mittel zugesetzt wird, das die Masse nach der Formgebung zum Erhärten bringt.
Bis her bekannte, zu ähnlichen Zwecken verwen dete Massen., weisen von vornherein eine Zu- bereitung auf, die es erforderlich macht, sie schon sehr bald nachher zu ihrer Verwen dung aufzutragen oder zu verformen, da ihre Erhärtung so schnell erfolgt, dass sie sich nicht im plastischen Zustand aufbewahren lassen. Sie müssen -deshalb in fester, k6r- niger Form oder Staubform aufbewahrt und zur Gebrauchsstelle gebracht werden, um dort erst .durch Vermischung mit geeigneten Mitteln in plastische Form überführt zu wer den.
Hierdurch wird ihre Verwendung inso fern verteuert, als es notwendig ist, zur Her stellung der plastischen Masse sachkundige Leute an die Gebrauchsstelle zu senden. Ihre Herstellung im Grossbetrieb, mit mecha nischen Hilfsmitteln ist also nicht möglich.
Demgegenüber kann die den Gegenstand der Erfindung bildende Masse in plastischem Zustand beliebig lange aufbewahrt werden, kann also .in Fabriken maschinell in un begrenzten Mengen hergestellt und nach Be- ,darf in den jeweils erforderlichen Mengen an die verschiedenen Gebrauchsstellen :gelie fert werden, wo sie erst mit dem Binde- mittel versetzt wird. Dies kann dann vom Verbraucher selbst geschehen.
Der Vorteil des erfindungsgemüssen Produktes zeigt sieh insbesondere noch dann, wenn, wie es oft er wünscht ist. der Masse oder dem aus ihr herzustellenden Gegenstand ein marmoriertes Aussehen gegeben werden soll. Der plastische Zustand der Masse gestattet, die zu ihrem Marmorieren erforderlichen Farbstoffe auch schon in der Fabrik maschinell derart beizu mischen, dass sich beim Aufbereiten oder son stigen Formen der Masse an der Gebrauchs stelle das marmorierte Aussehen ohne wei teres ergibt.
Die plastische, durch Zusatz eines Binde mittels erhärtende Masse gemäss der Erfin dung besteht aus einer Emulsion von öligen Stoffen in Erdalkalichloridlauge, die als Emulgator ein faseriges Material enthält. Als faseriges Material eignet sich ganz beson ders Zellulose, und zwar -solche ziemlich rei ner Beschaffenheit.
Da eine Mischung von Ölen und Erdalkalichloridlauge, insbesondere Chlormagnesiumlauge, aber nicht ohne wei teres plastisch bleibt, weil das Wasser der Lauge sich in kurzer Zeit von dem<B>01</B> schei det, muss zur Erzielung der gewünschten bleibenden Plastizität ,die 3lasse einen Emul- gator enthalten, der die Emulgierung :
des Wassers mit .dem Öl bewirkt. Als solcher Stoff ist, wie gesagt, vorzugsweise Zellulose zu verwenden, wobei als Öl vorzugsweise Paraffinöl verwendet wird.
Es war bisher nicht bekannt, Chlor magnesiumlauge oder ähnliche Stoffe mit flüssigen Kohlenwas.serstoffen zu emulgieren, dä sich diese Stoffe sofort trennen und der erstrebte Erfolg ausbleibt. Versuche und Erfahrung haben aber ergeben, dass ölige Stoffe und Erdalkalichloridlauge, vorzugs weise Chlormagnesium, in stabile Emulsion gebracht werden können, wenn ein Emulgator zugegen ist.
Als solcher Emulgator hat sich nun, wie Versuche zeigten, Zellulose am besten bewährt.
Die Herstellung der plastischen Masse gemäss der Erfindung kann daher in der Weise erfolgen"dass passende Mengen Paraf- finöl und Chlormagnesiumlauge unter Mit verwendung von Zellulose zum Emulgieren gebracht werden, was durch inniges Mischen der genannten Komponenten bewirkt wird. gewünsahtenfalls unter Zusatz von Farb stoffen, zum Beispiel um ein marmoriertes Aussehen des Erzeugnisses zu bewirken.
Eine solche Emulsion kann erfahrungs gemäss in offenen oder mindestens in nicht luftdicht geschlossenen Fässern unbegrenzt lange Zeit aufbewahrt und an beliebige Ver brauchsstellen versandt werden, um dort sofort nach Beimischung eines Bindemittels, wie Magnesit, aufgetragen oder sonstwie ge formt zu werden, wonach die Erhärtung bin neneiniger Stunden stattfindet.
Dass Herstellen solcher plastischer Massen kann zum Beispiel so erfolgen, dass geeignete Mengen des fraglichen faserigen Materials und Erdalkaliehloridlauge in ein sich dre hendes Gefäss unter gleichzeitigem Zusatz des öligen (Stoffes zugeführt werden.
Das Tlm- drehen des Mischgefässes wird so lange fort gesetzt, bis der Misahprozess vollzogen ist. Um dabei den Mischvorgang zu beschleunigen und eine bessere Rührwirkung zu erzielen, ist es zweckmässig, das Gefäss mit den an sich bekannten Hilfsmitteln, wie z.
B. Mit- bringern, festen Messern, freibeweglichen Kugeln oder :dergl., die den Faserstoff zer kleinern und zerreiben, wie auch das Mischen unterstützen, auszurüsten.
Die Farbstoffe können auch im Misch gefäss zugesetzt werden, wobei die Erfahrung gezeigt hat, dass das Umdrehen während einer gewissen Zeit bezw. bei einer gewissen Tourenzahl des Gefässes erfolgen muss, um das erstrebte marmorierte Aussehen der Masse zu erzielen. Die Mischzeit bezw. die Umndrehungszahl sind für verschiedene Far ben und verschiedene Marmorierungen ver schieden.
Nach beendigter Mischung ist die Masse fertig und kann entweder in plastischem Zu stand aufbewahrt und erst nach Bedarf ver sandt und mit Bindemitteln vermischt wer den, oder sie kann sofort mit Bindemitteln versetzt werden. wonach man sie unverzüg lich aufträgt oder verformt.
.To nach dem Verwendungszweck kann man verschiedene Mischungsverhältnisse, wie auch verschiedene Arten von Rohstoffen an wenden. Für erstklassige Gegenstände sind auch erstklassige Rohstoffe erforderlich, und zwar hat es such gezeigt, dass reiner Zellstoff, sogena-nnte Zellulosewatte und Paraffinöl nebst Chlormagnesiumlauge die besten Er gebnisse zeitigen.
Das Paraffinöl kann in Mengen von einem bis zu fünfzehn Volumenprozenten der Mischung von Fasermaterial und Erdalkali- chloridlauge zugesetzt werden. Das Verhält nis von Lauge zum Zellstoff wird zweck mässigerweise derart gewählt, dass eine ge- i_iigende Plastizität erreicht wird. Sollte zu viel Lauge zugesetzt worden sein, so ist es zweckmässig, .den Überschuss vor der Auf bewahrung der Masse zu entfernen.
Die Lauge sollte eine Dichte von 18 bis<B>25'</B> B6 besitzen.
Wenn die Masse gebraucht werden soll, kann man ihr ein bis fünf Gevrichtsteile eines Bindemittels, wie gebrannter Magnesit oder dergl. zusetzen. Ehe die mit dem Bindemittel vermischte Masse noch vollstän dig erhärtet ist, kann sie auch mit Schneide- verkzeugen bearbeitet werden.
Wenn die aufgetragene Boden- oder Wandbekleidung sofort nach dem Anbringen mit einem .Stahlspachtel bearbeitet wird, wird ihre Oberfläche glatt und ,glänzend und be hält infolge des in ihr enthaltenen Öls dieses Aussehen, trotz der Abnutzung. Sie braucht also nicht nachgeölt zu werden, und auch sonstige Oberflächenimprägnierungen sind entbehrlich.
Die Zähigkeit und die Widerstandsfähig keit der aus der Masse gemäss der Erfin dung hergestellten Erzeugnisse gegen Druck, Biegung und Schläge, sowie auch ihre Wasserdichtigkeit sind. ausserordentlich hoch.
Gegebenenfalls kann -die Masse gemäss der Erfindung, wenn sie mit zweckmässigen Werkzeugen vor dem Erhärten aufgetragen wird, auch dazu benutzt werden, den Farb anstrich von Aussenwänden eines Gebäudes zu ersetzen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Plastische Masse, die sieh durch Zusatz eines Bindemittels zum Erhärten bringen lässt, und zur Herstellung von Boden- oder Wandbekleidungen oder sonstigen Gegen ständen verwendet werden kann, bestehend aus einer Emulsion von öligen Stoffen in Erdalkalichloridlauge, die ein faseriges Mate rial als Emulgator enthält. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1.Plastische Masse nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass sie als faseriges Material Zellulose enthält. 2. Plastische Masse nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass sie als öligen Stoff Paraffinöl enthält. 3. Plastische Masse nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass sie als Erd- alkalichloridlauge Chlormagnesiumlauge enthält. 4.Plastische Masse nach Patentanspruch, da.- durch gekennzeichnet, dass sie Farbstoffe enthält. 5. Plastische Masse nach Patentanspruch und Unteransprüchen 1, 2 und 3, dadurch .ge kennzeichnet, dass sie Paraffinöl, Chlor magnesiumlauge und Zellulose enthält. 6. Plastische Masse nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass sie durch Zu satz von gebranntem Magnesit erhärtet.
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