CH192587A - Verfahren zur Enthärtung von Rohwasser. - Google Patents
Verfahren zur Enthärtung von Rohwasser.Info
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Description
Verfahren zur Enthärtang von Rohwasser. Es ist bekannt, Wasser mit Sulfathärte durch einen Zusatz von Bariumverbindungen (Bariumhy droxyd oder Bariumkarbonat) zu enthärten. Bei dieser Arbeitsweise tritt infolge des Ausfallens von festem Barium sulfat und Calciumkarbonat zugleich eine Verminderung des Gesamtsalzgehaltes des Wassers ein, was für den Betrieb von Hoch leistungskesseln einen wesentlichen Vorteil darstellt. Bariumhydroxyd ist jedoch ver hältnismässig kostspielig. Die Behandlung des Wassers mit Bariumkarbonat ist zwar bil liger, hat jedoch den Nachteil, dass infolge der im Wasser vorhandenen freien Kohlen säure die Gipshärte infolge Bildung von Hydrokarbonat zum grossen Teil in Karbo- nathärte übergeführt wird, die ihrerseits wie der durch Kalkzusatz entfernt werden muss. In beiden Fällen ist überdies eine Nach enthärtung mit Phosphat oder dergleichen notwendig. Die Nachenthärtung setzt ferner eine gewisse Alkalität des Wassers voraus, die bei Hochleistungskesseln zu Schäumen und Spucken führt. Es ist weiter bekannt, Rohwasser durch einen Basenaustauscher, der austauschbare Wasserstoffionen enthält, zu enthärten. Wäh rend die Karbonathärte auf diese Weise vollständig entfernt werden kann, ist es ein Nachteil des Verfahrens, dass aus dem im Wasser vorhandenen Gips freie Schwefel säure entsteht, die ein nachträgliches Ab stumpfen des Wassers mit Alkali notwendig macht. Es wurde nun gefunden, dass man die Enthärtung von Rohwasser, das grössere 1flengen Gipshärte und kein oder nur wenig Erdalkalichlorid enthält, vorteilhaft in. der Weise ausführt, dass man das zu enthärtende Rohwasser mit Bariumkarbonat versetzt, um die bleibende Härte in Karbonathärte über zuführen, den dabei entstandenen Nieder schlag abtrennt, das Filtrat einer Behand lung mit einem Wasserstoffionenaustauscher unterwirft und die freigesetzte Kohlensäure durch Erwärmung entfernt. Die Durchführung des Verfahrens kann beispielsweise folgendermassen geschehen: Man gibt zu dem zu enthärtenden Wasser Bariumkarbonat, .wodurch der im. Wasser vorhandene Gips vollständig in Bariumsulfat und Calciumkarbonat bezw. Calciumbikarbo- nat übergeführt wird. Da bekanntlich die Umsetzung zwischen gelöstem Gips und festem Bariumkarbonat durch die Anwesen heit freier Kohlensäure beschleunigt wird, kann es sich unter Umständen empfehlen, beim Vorliegen kohlensäurearmer Rohwässer ,dem Wasser vor, während oder nachdem Zu fügen das, Bariumkarbonats freie Kohlensäure besonders zuzugeben. Die ausgefallenen festen Salze werden auf übliche Weise, zum Bei spiel durch Absitzenlassen und nachfolgendes Abfiltrieren, aus dem Wasser entfernt. Das dabei anfallende Wasser, das jetzt keine Sulfathärte mehr, sondern nur noch Karbo- nathärte aufweist, wird einer Behandlung mit einem Basenaustauscher, .der austausch bare Wasserstoffionen besitzt, unterworfen. Als solche Wasserstoffionenaustauscher kom men insbesondere die Produkte gemäss der französischen Patentschrift Nr.778922 oder die im Journal of the Society of Chemical Industry, Nr. 54, Seiten 1 T und \? T (1935) beschriebenen Produkte in Betracht. Dadurch werden sämtliche im Wasser noch vorhan denen Härtebildner aus dem Wasser ent fernt, ohne dass andere Salze an ihre Stelle treten. Die im Wasser noch enthaltene freie Kohlensäure wird später bei der üblichen Entgasung des Wassers durch Erwärmung mit entfernt. Sollte das ursprünglich als Ausgangsmaterial verwendete Rohwasser einen geringen Gehalt an Erdalkalichloriden aufweisen, so sind in dem enthärteten Wasser entsprechend geringe Mengen freier Salz säure vorhanden, die erforderlichenfalls 'in bekannter Weise durch Neutralisation mit Natronlauge leicht entfernt werden können.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Enthärtung von Roh wasser, das grössere Mengen Gips und höch stens wenig Erdalkalichlorid enthält, unter Anwendung von Bariumkarbonat zur Über führung der bleibenden Härte in Karbonat härte, dadurch gekennzeichnet, dass man das bei der Abtrennung des durch Bariumkarbo- natbehandlung entstandenen Niederschlages anfallende Filtrat einer Behandlung mit einem Wasserstoffionenaustauscher unter wirft und die freigesetzte Kohlensäure durch Erwärmung entfernt. UNTERANSPRüCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man dem zu enthär tenden Wasser spätestens nach dem Zu fügen des Bariumkarbonats freie Kohlen säure zufügt. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man in dem Wasser nach der Behand lung mit dem Basenaustauscher und Ent fernung der Kohlensäure enthaltene Salz- s 'iure mit Natronlauge neutralisiert.
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