CH190078A - Verfahren zum Beständigmachen von Glas gegen Metalldampf. - Google Patents
Verfahren zum Beständigmachen von Glas gegen Metalldampf.Info
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Description
Verfahren zum Beständigmaclien von Glas gegen Metalldampf. Es ist bekannt, dass gewöhnliche Glas sorten, z. L'. die zur Herstellung von Glüh lampen und Entladungsröhren gebräuchli chen Gläser, gegen sehr viele Metalldämpfe nicht beständig sind und von diesen Dämpfen stark angegriffen werden. Diese Erscheinung führt z. B. zu Schwierigkeiten bei der Her stellung von Entladungsröhren mit Metall dampffüllung.
Es ist bekannt, dass wenn Natriumlampen aus gewöhnlichem Glase an gefertigt werden, dieses Glas durch den Na triumdampf angegriffen und nach sehr kurzer Betriebsdauer stark. verfärbt wird, womit eine erhebliche Vergrösserung der Ab sorption des erzeugten Lichtes und eine kurze Lebensdauer der Lampen verknüpft sind.
Um diese Nachteile zu beseitigen, hat man Spezialgläser hergestellt, die gegen Me- talldämpfe beständig sind d. h. nur in einem verhältnismässig langsamen Tempo von den Dämpfen angegriffen werden.
Die Erfindung bezieht sich auf ein Ver fahren mit dem in einfacher Weise Glas gegen Metalldämpfe beständig gemacht wer den kann.
Gemäss der Erfindung wird das Glas zu diesem Zweck mit einer Oxydhaut bedeckt. Diese Oxydhaut besteht vorzugsweise aus Alkali-, Erdalkali- oder Aluminiumoxyd. Diese Haut wird vorzugsweise -dadurch auf dem Glase gebildet, dass das Glas mit dem Dampf des Metalls, dessen Oxyd das Häut chen bilden soll, in Berührung gebracht und derart erhitzt wird, dass dieser Metalldampf das Glas physikalisch angreift, worauf das sich auf und in .dem Glase .abgelagerte Me tall oxydiert wird. Die Oxydation kann da durch herbeigeführt werden, dass eine sauer stoffhaltige Atmosphäre dem physikalisch angegriffenen Glase zugeführt wird.
Unter physikalischem Angreifen des Glases durch den Metalldampf wird ein An greifen verstanden, bei dem noch keine merk bare chemische 2nderung des Glases, sondern eine Diffusion der Metallatome in und eine Adsorption an die Oberfläche .des Glases stattfindet. Ein solches physikalisches An greifen verursacht eine geringe Verfärbung des Glases.
In vielen Fällen ist es bei einem physikalischen Angreifen möglich, die in die Glasoberfläche hineindiffundierten Metall atome durch Erhitzung unter geeigneten Um ständen wieder aus dem Glas zu entfernen, wodurch auch die Verfärbung mindestens teilweise wieder verschwindet.
Experimentell wurde gefunden, dass eine Oxydhaut das Angreifen der Glaswand durch Metalldampf erheblich verringert. Der von diesem Häutchen bewirkte Schutz deutet möglicherweise darauf, dass das Angreifen -des Glases und. die damit verknüpfte Ver- ringerung der Lichtdurchlässigkeit den sauren an der Glasoberfläche liegenden Oxy den zu verdanken sind.
Diese sauren Oxyde werden nun durch das basische oder ampho- tere Alkali-, Erdalkali- oder Aluminium- oxyd bedeckt, wodurch sie dem Einfluss des Metalldampfes entzogen werden und das An greifen des Glases, sowie die Zunahme der Lichtabsorption vermieden werden.
Das Iläutehen braucht demnach nicht immer zu sammenhängend zu sein, weil bereits ein er heblicher Schutz erhalten wird, wenn die Stellen, an denen die sauren Oxyde des Glases an die Oberfläche kommen, durch das schützende Oxyd bedeckt sind.
Mit der besehriebenen Sehutzmethode werden besonders gute Erfolge erreicht, wenn das Glas gegen den Dampf des Metalles selbst geschützt werden soll, dessen Oxyd auf ,das Glasaufgebracht ist. Im Falle einer Na;
trium- oder Magnesiummetalldampflampe wird das schützende Häutchen zweckmässig aus Natrium- bezw. Magnesiumoxyd her gestellt werden; muss das Glas gegen An griff durch Barium ges.ohützt werden, dann wird zweckmässig Bariumoxyd verwendet. Bei der Wahl der Oxydhaut wird man ,dar auf zu achten haben, -dass das Oxyd bei der Betriebstemperatur nicht zerfällt oder ver dampft.
Unter den Erdalkalimetallen werden hier au-all Magnesium und. Beryllium verstanden. Die Erfindung wird im nachstehenden anhand einiger Ausführungsbeispiele näher erläutert.
Angenommen, es soll ein Glasgefäss gegen Natzriumdampf beständig ,gemacht werden. Dieses Gefäss kann z. B. von einem Glas zylinder gebildet werden, der aus Glas fol gender Zusammensetzung besteht: 60 % Si0_ 20 % Na20 10/'0 Ca0 10 % B,0, Durch dieses Gefäss wird nach Evakuie rung und während das Gefäss auf etwa 400 C erhitzt wird, etwas Natriumdampf geführt. Bei dieser Erhitzung wird die Wand an der Innenseite durch Natrium phy sikalisch angegriffen, was sieh durch eine hellbraune Farbe des Glases äussert. Darauf hin wird eine sauerstoffhaltige Atmosphäre, z. B.
Luft zugelassen, während das Gefäss auf etwa 550 C gebracht wird. Der Sauer stoff wandelt das Natrium, das sich in und auf der Glasoberfläche abgelagert hat, in Natriumoxyd um. Dieses Natriumoxyd bil det ein äusserst dünnes Häutchen, das völlig durchsichtig ist. Nach der Oxydation des Natriums wird die sauerstoffhaltige Atmo sphäre, während das Gefäss sich noch auf der hohen Temperatur befindet, aus dem Gefäss entfernt.
Die grosse Widerstandsfähigkeit einer auf diese Weise präparierten Wand wurde in nachstehender Weise nachgewiesen.
Das Gefäss wurde mit 1/2g Natrium ge füllt und in. einem Ofen auf<B>350'</B> C ge bracht. Nachdem es so 500 Stunden auf die ser Temperatur im Ofen gehalten worden war, war keine oder höchstens eine sehr ge ringe Verfärbung der Wand wahrzunehmen. Wurde dagegen ein Gefäss desselben Glases, das nicht mit einer schützenden Oxydhaut bedeckt war, mit -1/2 g Natrium gefüllt und in einem Ofen auf 350 C erhitzt, so war das Glas bereits nach 24 Stunden dunkel braun gefärbt.
Die Erfindung ist geeignet zum Bestän- digtnachen der Wand von Metalldampfent- ladungsröhren. So wurde z. B. die Wand einer zum Aussenden von Lichtstrahlen, ins besondere von ultravioletten Strahlen be stimmten Mabgnesiumdampfentladungsröhre in folgender Weise gegen den Magnesiumdampf beständig gemacht.
Die Lampe, deren Wand aus Glas folgen der Zusammensetzung bestand: 57 % SiO2 20 % Ca0 23 % A1203 wurde evakuiert, worauf unter Erhitzung der Entladungsröhre auf ungefähr<B>500'</B> C Magnesiumdampf durch die Lampe geführt wurde, bis ein physikalisches Angreifen der Innenseite der Glaswand wahrgenommen wurde. Darauf wurde feuchte Luft in die Röhre gelassen und diese auf etwa<B>600'</B> C erhitzt, wodurch das auf und in der Glas oberfläche befindliche 3lagnesium oxydiert wurde und die geringe Verfärbung des Glases, die beim physikalischen Angreifen auftrat, wieder ganz verschwand.
Daraufhin wurde die Lampe in bekannter Weise weiter evakuiert, und es wurde Edelgas, sowie Magnesium in die Lampe hineingebracht. Es stellte sich heraus, dass die Glaswand durch das gebildete Magnesiumoxydhäutchen derart geschützt wurde, dass die Durchlässig keit der Glaswand für die erzeugten ultra violetten Strahlen bei langer Betriebsdauer der Lampe gut gewahrt blieb.
Die schützende Oxydhaut kann auch auf andere Weise, z. B. durch Verdampfung, an gebracht werden. Magnesiumoxyd kann z. B. im Vakuum von einem geeigneten Metall draht, z. B. von einem Platin- oder Platin- rhodiumdraht, verdampft und in Form eines dünnen Häutchens auf dem Glase nieder- ge,s.chlagen werden. Diese Art der Bildung der Oxydhaut .ist auch zum Bilden eines Häutchens aus Aluminiumoxyd sehr .gut ge eignet.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I: Verfahren zum Bestäudigmachen von Glas .gegen Metalldampf, dadurch .gekenn zeichnet, dass das Glas mit einer Oxydhaut bedeckt wird. UN TERAN SPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, ,da :durch .gekennzeichnet, dass das Glas mit einer Alkalioxydhaut bedeckt wird. .Verfahren nach Patentanspruch I, da- @durch gekennzeichnet, dass das Glas mit einer E.rdalkalioxydhaut bedeckt wird. ä. Verfahren nach Patentanspruch I, da- dureh gekennzeichnet, dass das Glas mit einer Aluminiumoxydhaut bedeckt wird. 4.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Glas mit dem Dampf des Netalles, dessen Oxyd die Haut bilden soll, in Berührung ;gebracht und derart erhitzt wird, dass das Metall :das Glas physikalisch angreift, worauf das sich auf und in dem Glas abgelagerte Metall oxydiert wird. 5.Verfahren nach Patentanspruch und Un- teranspruch 4, dadurch .gekennzeichnet, dass als Metalldampf, durch den ,das Glas physikalisch angegriffen wird, derjenige Metalldampf verwendet wird, ,gegen den das Glas beständig gemacht werden soll.PATENTANI-SPRUCH II: Nach dem Verfahren gemäss Patentan- spruch I, gegen Metalldampf beständig ge- maehtes Glasgefäss, dadurch gekennzeichnet, dass .die Innenseite des Gefässes mit einem Oxvdhäutchen bedeckt isst.
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