Pflanzenschutzmittel und Verfahren zur Herstellung desselben. Die Erfindung bezieht sich auf ein Pflanzenaehutzmittel, sowie auf ein Verfah ren zur Heisstellung desselben.
Da die Pflanze, zumal in der ersten Stufe ihrer Entwicklung, vielen schädlichen Einflüssen ausgesetzt ist, die die zu erzielen den wirtschaftlichen Resultate in weitgehen dem Masse beeinträchtigen können, hat man in verschiedener Weise versucht, diese schäd lichen Einflüsse möglichst auszuschalten.
Das Pflanzenschutzmittel gemäss der Er findung kann im allgemeinen zum Schutz der Pflanzen gegen Schädlinge bezw. zum Bekämpfen von Schädlingen, wie zum Bei spiel Insekten und Pilzen, dienen, insbeson dere aber ist es zur Bekämpfung der unter dem Namen "Drehherzigkeit" bekannten Krankheit der Kohlpflanzen geeignet.
Bisher hat man diese Krankheit nicht erfolgreich bekämpfen können. Dieselbe ent steht bekanntlich dadurch, dass ein " Insekt, die Gallenmücke, ihre Eier ins Herz der jungen Kohlpflanze legt. Diese Eier ent- wickeln sich dort zu Larven, die eine ge drehte Form der aufgewachsenen Pflanze verursachen, die nicht zur vollen Entwick lung kommen kann. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist nun ein Pflanzenschutzmittel zur Erzie lung eines Schutzes gegen schädliche Orga nismen, das dadurch gekennzeichnet ist, dass es aus einer Emulsion eines fetten Öls in einer wässerigen Lösung eines lyophilen Kolloids,--das zur Bildung einer zusammen hängenden Haut befähigt ist, wie zum Bei spiel Leim, besteht.
Das Schutzmittel gemäss der Erfindung, das flüssig oder mehr oder weniger fest sein kann, hat die Eigenschaft, eine Haut zu bil den, wenn die zu schützende Pflanze bezw. der zu schützende Pflanzenteil von Zeit zu Zeit damit behandelt wird. Diese Haut ist elastisch und bleibt beim Wachsen der Pflanze während längerer Zeit intakt, so dass dieselbe gegen Insekten geschützt ist. Die Erfindung bezieht sich weiter auf ein Verfahren zur Herstellung des Schutz mittels, durch Emulgierung eines fetten Öls in einer wässerigen Lösung eines lyophilen Kolloids, das zur Bildung einer zusammen hängenden Haut befähigt ist.
Gewünschtenfalls kann die Wirkung die ses Mittels durch Zusatz wenigstens eines Insekticides oder Fungicides wie Bleiarsenat, Benzoesäure, Salicylsäure oder mehrere die ser Substanzen verbessert werden.
Versuche haben gezeigt, dass eine sehr gute insecticide Wirkung zum Beispiel dadurch. erzielt wer den kann, dass man eine Leimlösung mit äquivalenten Mengen einer Bleinitratlösung und einer Natriumarsenatlösung derselben Gewichtskonzentration derart versetzt, dass sich eine kolloidale Dispersion von Bleiarse- natbildet, in dieser Rizinusöl emulgiert und schliesslich eine Kaliumkarbonatlösung zu setzt: Versuche ergaben, dass der Zusatz von Kaliumkarbonat eine stabilisierende Wir kung hat.
Ausführungsbeispiel r: 1700 cm' einer warmen 15%igen Leim lösung werden unter kräftigem Rühren mit <B>150</B> cm' einer 5%igen Bleinitratlösung und 150 cm' einer 5%igen Natriumarsenatlösung versetzt. Man lässt vorzugsweise beide Lö sungen zu gleicher Zeit langsam zufliessen; sie können aber auch nacheinander zuge setzt . werden, zum Beispiel zuerst das Na- triumarsenat.
Die Mischung wird während 15 Minuten stark gerührt und darauf mit 150 cm' Rizi nusöl versetzt. Das Rühren wird während des Zusetzens des Rizinusöls und noch 15 Minuten nachher fortgesetzt. Schliesslich wird noch eine Lösung von 40 bis 60 g Kaliumkarbonat in 100 bis 200 cm' Wasser zugegeben und das Gemisch nochmals 15 Minuten gerührt.
Die erzielte Emulsion, die nur haltbar ist, wenn sie mit Phenolphtalein eine Rotfär bung gibt, soll vor der Verwendung zum Be handeln der Kohlpflanzen mit Wasser ver- dünnt werden, zum Beispiel in einem Ver hältnis von 1 : 15 bis 25. Vorteilhaft wird das Schutzmittel, wenn es während längerer Zeit aufbewahrt werden soll, mit der 11/: bis 2-fachen Wassermenge verdünnt, da die Masse sonst bei kaltem 'Vetter fest wird.
Das Schutzmittel gemäss der Erfindung kann aber auch in konzentriertem oder sogar in festem Zustande hergestellt, abgeliefert und aufbewahrt werden. Diese Ausführungs form hat wesentliche Vorteile, da die Hand habung des Produktes in dieser Form leich ter ist, während es ausserdem haltbarer ist. Die 'Kosten für Verpackung, Fracht usw. werden geringer. Das Produkt kann dabei von einer gelartigen Masse bis zu einer voll kommen festen, harten Masse variieren.
<I>Ausführungsbeispiel 2:</I> 540 cm' einer 50 % igen _Leimlösung wer den mit einer Lösung von 7,5 gr Natrium- arsenat in 30 cm' Wasser versetzt. Unter starkem Rühren werden eine Lösung von 7,5g Bleinitrat in 30 cm-' Wasser und dar auf 150 cm' Rizinusöl zugesetzt. Die Emul sion wird schliesslich mit einer Lösung von 50 g Kaliumkarbonat in 50 cm' Wasser ge- miseht.
Die in obiger Weise erhaltene konzen trierte Lösung wird in Formen ausgegossen. Die erstarrte Masse kann erwünschtenfalls einige Tage getrocknet werden, wobei eine Erhärtung der äussern Schichten stattfindet, was die Handhabung erleichtert und zu glei cher Zeit gestattet, die Oberfläche durch Stempeln mit Buchstaben oder andern Zei chen zu versehen.
Für die praktische Verwendung, zur Be- bandlung der Pflanze soll das feste, konzen trierte Produkt entsprechend stärker ver dünnt werden.
Bei der Herstellung des konzentrierten Präparates entstehen gewisse Schwierigkei ten, wenn man Natriumarsenat und Bleini trat gleichzeitig zusetzt, weil dabei eine ein wandfreie kolloidale Dispersion meistens nicht erzielt wird. Vorteilhaft wird erst die ganze Arsenatmenge und nachher unter starkem Rühren die Bleinitratlösung zuge setzt.
Wenn das Bekämpfungsmittel gemäss der Erfindung zur Bekämpfung von gewis sen Tulpenkrankheiten, der sogenannten "Grauschimmelkrankheit", dient, so kann man vorteilhaft noch Salicylsäure, Benzoe- sä.ure oder andere insekticide und!!oder fungicido Mittel zusetzen.
Statt Leim kann man auch andere 1y ophile hautbildende Kolloide wie zum Beispiel Gelatine, Dextrin, benutzen, wäh rend man statt Rizinusöl andere fette Öle und statt Bleiarsenat andere Insekticide ver wenden kann.
Wesentlich ist, dass die Pflanze an der zu schützenden Stelle mit einer luftdurch lässigen, elastischen Schutzhaut versehen wird, die .sich an das Wachstum der Pflanze anpassen kann, ohne zu zerreissen. Es wurde gefunden, dass eine derart behandelte Pflanze von Insekten und Pilzen nicht angegriffen wird.