CH167180A - Verfahren zum Verbessern der Schneidfähigkeit von Werkzeugen aus Stahl auf elektrochemischem Wege und darnach erhaltenes Werkzeug. - Google Patents

Verfahren zum Verbessern der Schneidfähigkeit von Werkzeugen aus Stahl auf elektrochemischem Wege und darnach erhaltenes Werkzeug.

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CH167180A
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  Verfahren zum     Verbessern    der     Schneidfähigkeit    von Werkzeugen aus Stahl auf  elektrochemischem Wege und darnach erhaltenes     Werkzeug.       Die vorliegende Erfindung betrifft ein  Verfahren zum Verbessern der     Schneidfähig-          keit    von Werkzeugen aus Stahl, wie zum Bei  spiel Feilen,     Fräsern,    Sägen, Messern usw.,  auf elektrochemischem Wege. Das Verfahren  kann sowohl zum Verbessern der Schneid  fähigkeit von neuen, ungebrauchten Werk  zeugen, als auch von gebrauchten, stumpf ge  wordenen     Werkzeugen    Anwendung finden.  



  Gemäss der Erfindung besteht das Ver  fahren darin, dass die Werkzeuge in min  destens ein Bad gebracht werden, welches  Mahlätzende Säure und wenigstens ein Salz       eines        Metalles    enthält, welches elektropositi  ver ist als Eisen.  



  ach dem erfindungsgemässen Verfahren  können Werkzeuge erhalten werden, deren  Oberflächenschicht, insbesondere Schneiden,  vorherrschend aus den edleren Bestandteilen  des Stahls bestehen, während die     unedleren     weitgehend beseitigt sind.    Das     Verfahren    beruht auf einem elektro  chemischen Prozess, durch welchen an der  Oberfläche, insbesondere an den Schneiden,  der Werkzeuge die weichen, in der stahl  ätzenden Säure leichter lösbaren Bestand  teile, wie zum     Beispeil        Ferrit,    herausgelöst  werden, während die härteren, edleren, schwe  rer löslichen Bestandteile, wie zum Beispiel       Perlit    und     Zementit,

      in nur geringem Masse  angegriffen werden und daher zum grössten  Teil zurückbleiben. Dadurch können abge  nutzte Schneiden wieder hergestellt werden,  insbesondere dann, wenn der Angriff der  stahlätzenden Säure von der     Schneiden-        bezw.     Zahnunterseite her mit anderer Geschwindig  keit erfolgt als von der     Schneiden-        bezw.     Zahnoberseite her, wodurch     naturgemäss    die  Schneide neu gebildet wird.  



  Diesen -Effekt kann man folgendermassen  erreichen: Will man ein     Schneidenwerkzeug,          etwa    eine stumpfgewordene Feile, veredeln, so  hängt man sie,. mit     dem.Heft    nach oben,      senkrecht in eine wässerige     Lösung    einer  stahlätzenden Säure,     etwa    Salpetersäure;  eventuell im Gemisch     mit    Schwefelsäure,  welches Bad wenigstens ein Salz eines     Me-          talles    enthält, das elektropositiver ist als  Eisen.

   Dieser     Metallsalzzusatz    bewirkt, dass  auf dem Stahl das     betreffende    Metall als  metallischer Überzug abgeschieden wird, wäh  rend gleichzeitig der äquivalente Teil Eisen  in Lösung geht. Damit ist zwischen dem       Eisen    des Stahlwerkzeuges einerseits und dem  auf diesem erzeugten Metallniederschlag an  derseits ein elektrisches Element mit der       Badflüssigkeit    als Elektrolyt entstanden.  Dieses Element ist, trotzdem es kurzgeschlos  sen ist, von Wichtigkeit, da es das Passiv  werden des Stahls unter dem Einfluss der  stahlätzenden Säure verhindert.

   Der durch       elektrochemischen    Vorgang auf der Feile er  zeugte Metallüberzug sitzt aber auf der Feile  an verschiedenen Stellen verschieden fest und  ist verschieden dicht, und zwar ist er an den  Zahnoberseiten, das sind die der     Badober-          fläche    zugekehrten Seiten der Schneiden,  festsitzender und dichter als an den Zahn  unterseiten, da durch den     Lösungsprozess    des       Stahls    gebildeter und durch die     überhängenden     Schneiden am Aufsteigen     gehinderter    und  hier angesammelter Wasserstoff bewirkt,

   dass  an diesen Unterseiten der Metallniederschlag  schwammig und locker und dadurch weniger  haftend und weniger dicht entfällt als an  der     Schneiden-        bezw.        Zahnoberseite.    Durch  den weniger dichten Überzug dringt das  ätzende Bad leichter     hindurch,    so dass der       Feilenzahn    besonders von hier aus angegrif  fen wird. Eine Abrundung der Schneide der  Zähne     kann.    nicht erfolgen, da diese von oben  her durch den dichteren Überzug weitgehend  geschützt ist.

   Die im wesentlichen von     unten     her erfolgende Atzung verändert natürlich  auch     eine        etwa    bereits vorhandene Schneide;  jedoch wird bei Angriff dieser ursprünglichen  Schneide     immer        wieder    eine neue Schneide  gebildet. Da die unedleren, weicheren Be  standteile des Stahls schneller gelöst werden  als die edleren, härteren, wird die neue  Schneide vorwiegend aus edlerem Material    bestehen und daher hochwertiger und  leistungsfähiger sein.

   Da auch der dichtere  Metallüberzug nach einiger Zeit durch in ge  ringer Menge     hindurchdiffundierende    oder  von der Seite her eindringende Säure ge  lockert, dann unter     Rissbildung        seinen    Zusam  menhang verlieren und abfallen kann, worauf  an diesen Stellen eine rapide Lösung des  Stahls erfolgen würde, ist es zweckmässig,  den Metallüberzug, am besten auf mechani  schem Wege, etwa durch Abbürsten, von Zeit  zu Zeit zu entfernen, bevor er rissig wird.

    Stellt man nach dem Abbürsten fest, dass  das Werkzeug noch nicht genügend geschärft  ist, so wird die     Manipulation    noch einmal oder  noch mehrmals wiederholt, bis     nach        je-          ureiligem    Abbürsten festgestellt werden kann,  dass die     Schärfung    die gewünschte ist.  



  Zur Durchführung des Verfahrens benötigt  man (ein Bad oder) mindestens ein Bad, wel  ches einen Metallüberzug liefert und welches  anderseits das Werkzeug ätzt. Ein solches  Bad enthält als     Atzmittel    vorzugsweise Sal  petersäure, daneben vorteilhaft Schwefel  säure. Die Metallschicht auf dem Werkzeug  liefern Metallsalze solcher Metalle, die elek  tropositiver sind als Eisen, etwa Salze des  Kupfers, Nickels oder Kobalts für sich oder  im Gemisch miteinander. Wie gefunden  wurde, wirkt auf das Arbeiten des Bades der  Zusatz von     Alkalisalzen    der ätzenden Säuren,  also     Neutralsalzen    gleicher     Anionen,    etwa  Salpeter oder Glaubersalz, günstig.

   Wün  schenswert ist     die        Anwesenheit    eines De  polarisators im Bade, in welchem Falle eine  übermässige     Wasserstoffgasabscheidung    ver  hindert und auch veranlasst wird, dass die       Wasserstoffgasbläschen    besonders klein oder  überhaupt nicht zur     Abscheidung    gelangen.

    Hierbei zeigt sich ferner, dass die Farbe des  sechswertigen     Chromations-        bezw.    des     Bi-          chromations    (rötlich gelb, in Anwesenheit  von Kupfersalzen zeigt sich eine gelblich  grüne Mischfarbe) während der Reaktion zu  nächst der Farbe des dreiwertigen Chromions  (grün) Platz macht, um     schliesslich    in die  des zweiwertigen     Chromions    (blau) überzu  gehen. Beim     Steheid    an der Luft kehrt die      grüne Farbe des dreiwertigen Chromions  wieder, der     Depolarisator    regeneriert sich  also zum Teil.

   Diese Erscheinung lässt sich  beobachten, wenn man als     Depolarisator    ein       Alkalichromat    oder     -bichromat    verwendet  Man kann jedoch auch andere     Depolarisatoren,     etwa. Salze der Wolfram- oder     Vanadinsäure,     zur Anwendung bringen. Besonders abhängig  ist die Haftfähigkeit des auf dem zu schär  fenden Werkzeug niedergeschlagenen Metall  überzuges von dem" Gehalt des Bades an Chlor  ionen.

   Ein hoher Gehalt an Chlorionen gibt  einen sehr dichten, festhaftenden schlecht     ab-          bürstbaren    Überzug, während völliges Fehlen  von Chlorionen das Entstehen einer schlecht  haftenden, schwammigen Metallschicht auf  dem Werkzeug veranlasst, unter dem die       Schärfung    zwar auch möglich ist, jedoch eine  besonders peinliche Überwachung erfordert.  Es wurde gefunden, dass ein Zusatz von 0,1  bis<B>1,0%</B> an Chlorionen normalerweise vor  teilhaft ist; für grobe Werkzeuge, wie Ras  peln, kann man ohne Bedenken bis zu einem  Gehalt von 5     %    gehen. Man gibt diese Chlor  ionen etwa, als     Ferrichlorid    oder als Alkali  chlorid, zum Beispiel Kochsalz, zu.  



  Das Schärfen der Werkzeuge kann sowohl  in einem Bade, als auch in mehreren, etwa in  zwei, Bädern erfolgen. Im ersteren Falle wird  die Bildung des Metallüberzuges und die Ät  zung des     Werkzeuges,    zum Beispiel der Feile,  im gleichen Bade erfolgen; im zweiten Falle  wird das eine Bad vorwiegend zur Bildung  des Metallüberzuges und das zweite Bad     vor-          @i-iegend    zur Ätzung dienen.  



  Die so geschärften Werkzeuge besitzen  Schneiden neuer, bisher unbekannter Eigen  schaften: Durch das Herauslösen des weiche  ren, unedleren Materials wird die Oberfläche  und vor allem die Schneide veredelt, so dass  die Arbeitsleistung eines solchen Werkzeuges  wesentlich grösser ist; ausserdem werden  schlecht ausgebildete oder stumpf gewordene  Schneiden wieder hergestellt, und zwar  gleichfalls unter Verbesserung der Qualität  des     Materials    der Schneide, bei sehr geringem       Haterialverlust.       Die folgenden Beispiele sollen das Ver  fahren gemäss der     Erfindung    erläutern; die  Erfindung soll jedoch nicht auf     die    angegebe  nen Beispiele beschränkt sein.  



       Beispiel   <I>1:</I>  In ein Bad folgender Zusammensetzung  100 Gewichtsteile Schwefelsäure,  65 Salpetersäure,  17     ,.    Salpeter     (Kaliumnitrat),     25     Kupfervitriol    (Kupfer  sulfat),  5     Kaliumbichromt,     8     Ferrichlorid    in  780 Wasser  werden bei einer Temperatur von 18   Feilen  mit dem Heft nach oben eingehängt. Das  grünlich gefärbte Bad beginnt sich so  fort in der Nähe der Feilen blau zu färben;  gleichzeitig kann man beobachten,     wie    Schlie  ren zu Boden sinken und die Feilen sich  mit einer Kupferschicht überziehen.

   Zu einem  Aufsteigen von Gas nach der     Badoberfläche     kommt es nur in ganz untergeordnetem Masse.  Nach etwa 5 bis 10     Minuten    nimmt man die  Werkzeuge heraus und bürstet sie ab. Hier  bei wird der Kupferüberzug beseitigt. Falls  die Feile noch nicht genügend schärf ist,  hängt man sie nochmals 5 bis 10 Minuten  ins Bad, bürstet wieder ab usw. Waren die  Feilen durch den Gebrauch abgestumpft, so  ist nach 30 bis 40 Minuten die     Sehärfung     vollendet, man muss die Feilen also drei  bis viermal ins Bad einhängen. Handelt es  sich nur um Veredlung einer an und für sich  scharfen Schneide, so kommt man mit ein  bis zweimaligem     Einhängen    aus.

   Die aus,  dem Bad genommene, abgebürstete Feile wird  zur Neutralisierung etwa anhängender Säure  zunächst mit verdünnter Lauge, Kalkmilch  oder     Sodalösung    behandelt, dann gut abge  waschen, getrocknet und mit Mineralöl be  strichen, um Rostbildung zu verhindern.  



  Der Gewichtsverlust der Feile beim  Schärfen beträgt 0,5 bis     2,,0%.    An Stelle  der 2'5 Gewichtsteile Kupfersulfat kann man  auch je 14 Teile Kupfersulfat und Nickel  sulfat     verwenden.    Der Erfolg ist der gleiche.      Sollte durch die Ätzung der Feile wäh  rend des Schärfens -nach Wegätzung der     bis-          -v#reilen    nur sehr dünnen     gehärteten    Schicht  der     Feilenoberfläche    teilweise der weichere  gern blossgelegt sein, so kann man eine Här  tung der     Feilenoberfläche    in üblicher Weise  auf thermischem oder elektrogalvanischem  Wege folgen lassen.  



  <I>Beispiel 2:</I>  Gut gereinigte Raspeln     werden    mit der  Angel nach oben in ein Bad folgender Zu  sammensetzung     eingehängt:     900 Gewichtsteile Wasser,  20 " Kupfersulfat,  40 Schwefelsäure 66       Be,     40     Ferrichlorid.     



  Hierin bleiben die Werkzeuge bei etwa 16    zirka 5 bis 10     Minuten    hängen. Dann spült  man nur ab und gibt sie in das     Schärfebad     folgender     Zusammensetzung:       1000 Gewichtsteile Wasser,  20     33        galiumnitrat,     5     Ammoniumvanadat,     <B>100</B> Schwefelsäure 66     'B6.     100 Salpetersäure 40       B6,     5 .     Ferrichlorid,     5 Nickelsulfat.

      Nach etwa 10 Minuten bei 16   Celsius bür  stet man zum Beispiel     mit    einer Wurzelbürste  den Metallniederschlag ab und gibt - falls  die Raspel     nicht    bereits genügend scharf  ist - diese wiederum in das kupferreichere  Bad,     dann        anschliessend    nochmals in das       Schärfebad    usw., bis die Schneiden eine opti  male Schärfe besitzen. Das Reinigen der       Werkzeuge    und gegebenenfalls die weitere  Behandlung erfolgt,     wie    in Beispiel 1 ange  geben wurde.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I: Verfahren zum Verbessern der Schneid fäbigkeit von Werkzeugen aus Stahl auf elektrochemischem Wege, dadurch gekenn zeichnet, dass die Werkzeuge in mindestens ein Bad gebracht werden, welches stahl ätzende Säure.und_wenigstens- eiu Salz eines Metalles enthält, welches elektropositiver ist als Eisen. UNTERANSPRüCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Bad als stahl ätzende Säure Salpeter- und Schwefel säure, als Metallsalz ein Kupfersalz ent hält. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch und. Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der auf dem Werkzeug nieder geschlagene Metallniederschlag von Zeit zu Zeit auf mechanischem Wege entfernt wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 und 2, dadurch gekenn zeichnet, dass der Metallniederschlag von Zeit zu Zeit durch Abbürsten entfernt wird. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 bis 3, dadurch gekenn zeichnet, dass die Haftfestigkeit und Dichtigkeit des Metallniederschlages an den der Badoberfläche zugekehrten Tei len des Werkzeuges anders ist als an den abgekehrten, wodurch die Lösung des Stahles an den betreffenden Teilen mit verschiedener Geschwindigkeit erfolgt. 5. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 bis 4, dadurch gekenn zeichnet, dass an den behandelten Werk zeugen durch die verschiedene Lösungs- geschwindigkeit eine neue Schneide ge bildet wird. 6.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 bis 5, dadurch gekenn zeichnet, dass das stahlätzende und metall abscheidende Bad unter 5 j Chlorionen gelöst enthält, wodurch eine gute Dich tigkeit und Haftfähigkeit des Metallüber zuges auf dem Stahl errreicht wird. 7. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 bis 6, dadurch gekenn zeichnet, dass dem Bad ein Depolarisator zugesetzt wird. B. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 bis 7, dadurch -gekenn- zeichnet, dass als Depolarisator dem Bad Kaliumbichromat zugesetzt wird. 9.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 bis 8, dadurch gekenn zeichnet, dass dem Bad Salze zugesetzt werden, welche die Tendenz der stahl ätzenden Säure, die weicheren Bestand teile des Stahls bevorzugt zu lösen, unter stützen, wobei auf der Oberfläche und an den Schneiden die härteren, edleren Stahl bestandteile erhalten bleiben. 10. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 bis 9, dadurch gekenn- zeichnet, dass dem Bad Alkalisalze der ätzenden Säure zugefügt werden.
    PATENTANSPRUCH II: Nach dem Verfahren gemäss Patent anspruch 1 erhaltenes Werkzeug, dadurch ge kennzeichnet, dass die Schneiden des Werk zeuges vorherrschend aus den edleren Be standteilen des Stahls bestehen, während die unedleren weitgehend beseitigt sind.
CH167180D 1932-01-27 1933-01-27 Verfahren zum Verbessern der Schneidfähigkeit von Werkzeugen aus Stahl auf elektrochemischem Wege und darnach erhaltenes Werkzeug. CH167180A (de)

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