CH166115A - Verfahren zum Beschleunigen des Keimens und des Wachstums von Samen. - Google Patents
Verfahren zum Beschleunigen des Keimens und des Wachstums von Samen.Info
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Description
Verfahren zum Beschleunigen des Keimens und des Wachstums von Samen. Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Verfahren zum Beschleunigen des Kei- mens und des Wachstums von Samen mit- telst einer Nährsalzlösung. Ähnliche Ver fahren, bei denen Samen ohne Erde bei Be nutzung von am Boden mit einer Samen chicht bedeckten Kästen einer künstlichen Keimung durch Behandlung mit einer Nähr salzlösung unterworfen werden, sind bekannt.
Gemäss der Erfindung geht man derart vor, dass die Samenschicht bei der ersten Bewäs serung mit der verdünnten Nährsalzlösung eine Zeit lang voll bedeckt wird, während die späteren Bewässerungen nur bis zu einer solchen Höhe vorgenommen werden, dass die Lösung nur mit dem untern Teil der Samen zchicht in Berührung tritt.
Die zu verwendenden Nährsalzlösungen müssen in ihren Zusammenstellungen den zu behandelnden Samensorten von Fall zu Fall angepasst werden. Zweckmässig wird man solche Lösungen verwenden, wie sie beispiels weise in dem Schweizer Patent Nr. 1,6-6114 beschrieben sind. Das erfindungsgemässe Verfahren kann zum Beispiel in folgender Weise ausgeftihrt werden Der .Samen wird in flachen Schichten ohne Erde auf dem Boden -von zweckmässig wasserdichten Kästen mit einem regulier baren Abfluss gelagert.
Die Höhe der Samen schicke wird entsprechend,der Grösse .der ein zelnen Samenkörner gewählt, wobei sich dann Schichten in einer zweckmässigen Höhe von etwa 4 ein bis zu 7 cm ergeben. Zur Er leichterung der Bedienung und Ersparnis an Raum können,die Kästen durch Neben- oder Übereinanderstellen zu ,Schränken vereinigt werden. Zur Bewässerung des ,so gelagerten Samens wird eine Lösung des Nährstoffes hergestellt, wobei einer Bewässerungsmenge von zirka. 80 Liter 50 bis 80 gr des Nähr stoffes zugesetzt werden.
Am ersten Tag wird die Bewässerung mit der angegebenen Lösung in -der Weise durchgeführt, dass der Samen mit der Nährsalzlösung voll bedeckt wird und zirka 10 Stunden lang stehen ge lassen wird, worauf dann" ,die Flüssigkeit ab- gelassen wird. An den folgenden Tagen wird die Bewässerung zwei- bis .dreimal täglich zirka 1/2 Stunde lang vorgenommen, wobei jeweils nach zirka. 1/2stündiger Einwirkung die Flüssigkeit abgelassen wird.
Die Kästen werden zweckmässig geschlos sen gehalten, so dass möglichst ein wesent licher Licht- -und Luftzutritt verhindert wird. Die Abwesenheit von Licht ist. er wünscht, um eine zu starke .Sauerstoffbildung zu vermeiden, welche ,den Keimlingen schäd lich sein würde. Die Entstehung von Blatt grün, welches sich nur unter der Einwirkung von Sonnenlicht bildet, ist nicht absolut not wendig für die Halmbildung. Der Luft abschluss soll ebenfalls zur Unterbindung einer unzulässigen Sauerstoffbildung bei tragen.
Man kann dann feststellen, dass eine Begleiterscheinung des Wachsens eine Wärmeentwicklung ist, die eine günstige Wirkung ausübt und nicht durch Lüftung, zum Beispiel. bei der Bewässerung gestört werden soll.
Die Höhe der Bewässerung wird so ge wählt, dass am ersten Tage die Samenschicht von der Lösung voll bedeckt ist, während an den weiteren Tagen nur soviel Lösung zur Bewässerung verwendet wird, dass diese nur mit dem untern Teil der Samenschicht in Berührung tritt. Dadurch soll vermieden werden, dass die Keimspitzen zu lange unter der Einwirkung der Nährsalzlösung stehen.
Diese Massnahme beruht auf @d-er Beobach tung, dass die Samenkörper im untern Teil der :Schicht schnell lange Keimspitzen nach oben treiben, während die Samenkörner im obern Teil der Schicht sehr schnell die @Vur- zeln na--h unten treiben.
Diese Entwicklung ist dadurch zu erklären, dass die Wurzeln, wie bei dem gewöhnlichen Wachstum, mög lichst schnell das unten befindliche Wasser zu erreichen suchen, und wird hier dadurch gefördert, dass -die Samenschicht in einer sehr feuchten und. warmen Atmosphäre liegt.
Mit :der Zeit kann in der Stärke der Lösung eine Anderung vorgenommen werden, und zwar je nach, Art des ,Saarrens und dem Zweck des Erzeugnisses .eine Verstärkung oder Ver- dünnung. Eine Bestrahlung des ,Samens, bei spielsweise mit Quarzlampen für etwa. 3 bis 10 Sekunden vor. der Bewässerung wirkt günstig für eine schnelle Keimung. Zur Be schleunigung des Wachstums kann in die Kästen kohlenstoff- oder stickstoffhaltiges Cxas eingeführt werden.
Durch die Bewässerung und Behandlung iri der angegebenen Weise tritt überraschend schnell eine wirkungsvolle Keimung .des Sa mens und ein Wachsen der Pflanze ein. Nach etwa acht Tagen ist aus einer 4 bis i cm hohen Samenschicht eine ungefähr 40 cm hohe Schicht entstanden, die aus einer fest gefügten, in sich selbst verwachsenen Pflan zenmasse aus Wurzeln und Halmen oder Blättern besteht und aus dem Behälter oder Kasten nach Abschluss der Wachstumszeit als fest zusammenhängen=der Block herausgenom men werden kann. Auffallend ist, da.ss das Samenkorn erhalten bleibt, und zwar ist es nach der Behandlung eigenartigerweise noch vollkommen fest.
Infolgedessen kann die Pflanzenschicht in diesem Zustand ohne wei teres, das heisst ohne Abfallteile und ohne Reinigung als Futtermittel für Tiere Ver wendung, finden, je nachdem, welcher Samen für den Keimungs- oder Wachstumprozess benutzt wurde. Sehr erfolgreiche Versuche sind mit Mais, Baumwollsamen, Lupinen, Rotklee, Sojabohnen .etc. gemacht worden, jedoch können auch andere Samenarten vor teilhaft behandelt werden. Als Nahrungs mittel für Menschen kann der blätterige Teil von den Samen- und Wurzelteilen entfernt und in geeigneter Weise zum Beispiel als Rohkost verwendet werden.
Allein als Fut termittel kommt dieser Nahrungspflanze eine ganz erhebliche Bedeutung bei. Unabhängig von ,der Jahreszeit steht dauernd Frischfutter zur Verfügung, so dass Heu, welches bei der Lagerung leicht schimmelig wird und deshalb zu Krankheitserregern bei der Fütterung werden kann, für Viehhaltungen entbehrlich wird. Es kann bei der Zusammensetzung der Nährsalzlösungen darauf Rücksicht genom men werden, ob :das Futtermittel zur Füt terung von Tieren, zur Fleischgewinnung oder hauptsächlich zur Gewinnung von Milch Veriz#endung finden soll.
Der Wert der Er findung liegt in der schnellen Züchtung von Pflanzen, insbesondere zur Gewinnung von Frischfutter in solcher Jahreszeit, in der die Natur dies nicht bieten kann. Man kann -lurch Anwendung :der Erfindung in kür zester Zeit, etwa 5 bis 8 Tagen, ohne Boden- bewirtschaftimg frische Nahrun--s- und Fut termittel gewinnen, ohne von dem Einfluss der mehr oder weniger günstigen Witterung < Lbhän--i"zu sein.
Insbesondere Kranken häuser und Diätanstalten können für Ernäh rungshuren frische pflanzliche Nahrungs mittel mit bestimmten Nähr- oder Heilstof fen, zum Beispiel Jod, unter Kontrolle selbst < erzeugen, indem die Zusammensetzung der Nährsalzlösungen entsprechend vorgenommen wird.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Beschleunigung des Kei- mens und des Wachstums von Samen ohne Erde mittelst einer Nährsalzlösung bei Be- nutzung von am Boden mit einer Samen schicht bedeckten Kästen., dadurch gekenn zeichnet, dass .die Samenschicht bei der ersten Bewässerung mit der verdünnten Nährsalz lösung eine Zeit lang voll bedeckt wird, wäh rend die späteren Bewässerungen nur bis zu einer solchen Höhe vorgenommen werden,dass die Lösung nur mit dem untern Teil .der Samenschicht in Berührung tritt. UNTERANSPRt1CHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, .dadurch gekennzeichnet, dass die Kästen gegen Licht- und Luftzutritt verschlossen sind. :3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ekennzeichnet, dass der Samen vor der g o Bewässerung für kurze Zeit einer Bestrah lung ausgesetzt wird. B.Verfahren nach Unteranspruch 2, da durch gekennzeichnet, dass die Bestrahlung mittelst Quarzlampen vorgenommen wird.
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