DE805205C - Verfahren zur Untergrundbewaesserung von Gewaechshaeusern - Google Patents
Verfahren zur Untergrundbewaesserung von GewaechshaeusernInfo
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Classifications
-
- A—HUMAN NECESSITIES
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-
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- Y02A40/25—Greenhouse technology, e.g. cooling systems therefor
Landscapes
- Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
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- Cultivation Of Plants (AREA)
- Hydroponics (AREA)
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Untergrundbewässerung von Gewächshäusern sowie
wasserdichte Beete zur Ausführung dieses Verfahrens.
Eine der Arbeiten im Gewächshaus und im Garten, die am meisten Zeit in Anspruch nimmt,
ist die Bewässerung der Kulturen. Es ist daher verständlich, daß der Gärtner versucht, diese Arbeit
zu mechanisieren. So finden sich in den Gewächshäusern Regenanlagen, die die Feuchtigkeit von
oben spenden. Nicht alle Pflanzen vertragen jedoch nasse Blätter in der feuchtwarmen Gewächshausatmosphäre.
Empfindlich sind Tomaten und die meisten Blumen, die bei häufiger Benetzung faulen.
Es sind auch bereits Versuche, besonders im Ausland, unternommen worden, die auf die Wassergabe
aus dem Untergrund abzielen. Hierbei wird zuerst Kies, dann Boden in ein wasserdichtes Tischoder
Bankbeet gebracht und in der Kiesschicht ein konstanter Wasserspiegel unterhalten. Der Boden
saugt dann das Wasser nach oben und versorgt so die Pflanzen. Der Erfolg blieb jedoch in allen
Fällen aus. Die Pflanzen wuchsen nur in den ersten Wochen befriedigend, um dann zurückzubleiben, zu
kränkeln und schließlich einzugehen. Man führte dies darauf zurück, daß die Struktur des Bodens
bei dieser Untergrundbewässerung verfällt und hielt diese Bewässerungsform daher für nicht
durchführbar.
Es wurde demgegenüber gefunden, daß die bisher auftretenden Störungen des Pflanzenwuchses darauf
zurückzuführen sind, daß durch den bei einer
Untergrundbewässerung nicht zu vermeidenden VVasserüberschuß der Luftsauerstoff ausgeschaltet
wird. Als Folge zeigten sich Faulungserscheinungen, die für die Pflanzenwurzeln schädlich und in
manchen Fällen tödlich sein können. Diese Wirkung tritt jedoch nur bii faulungsfähigen Erdgemischen
auf, also bei solchen, die abbaufähige organische Stoffe enthalten, von denen luftscheue Bakterien
leben können. Solche faulungsfähigen Erdgemische ίο sind z. B. die meist verwendete Lauberde, Komposterde,
mit Stallmist versetzte Erde und jede belebte Bodenkrume aus Acker und Garten.
Erfindungsgemäß gelingt es, die bisher bei der Untergrundbewässerung auftretenden Störungen
dadurch zu vermeiden, daß auf die Kiesunterlage mit konstantem Wasserspiegel ein nicht faulungsfähiges
Erdgemisch mit hoher Krümelstabilität aufgebracht wird. Als solches Erdgemisch hat sich
insbesondere eine Mischung von schwerem Ton, ζ B. Untergrundton, und Torf, ζ. Β. Hochmoortorf,
bewährt. Dabei wird vorzugsweise solcher Ton verwendet, dessen Krümel unter Wasser lange Zeit
zerfallfest bleiben und damit dem Erdgemisch eine konstante Krümelstruktur geben. Durch dieSchwerzersetzlichkeit
der Torfsubstanz ist bei dem neuen j Erdgemisch erreicht, daß die luftscheuen Bakterien j
bei Wasserüberschuß keine Nahrungsgrundlage | finden. Damit wird die Entstehung pflanzen- i
schädigender und strukturzersetzender Faulungs- > produkte vermieden. Man erhält ein ideales Erdgemisch,
das auch bei lang andauernder Unter- j grundbewässerung weder fault noch die Struktur
verliert und das den Pflanzen, auf lange Zeit einen gesunden Standort gewährt.
Die Pflanzennährstoffe und/oder die Spurenelemente, Hormone und ähnliche Stoffe, die geeignet
sind, das Pflanzenwachstum zu fördern, können dem Torf-Ton-Gemisch in bekannter Weise
in fester Form zugesetzt werden. Die gleichen Stoffe können aber auch mittels der Wässerungsflüssigkeit dem Untergrund in gelöster Form zugeführt
werden, so daß sie von dort in die Kulturerde hochsteigen, in der sie absorbiert werden.
Die besonderen Vorteile des neuen Verfahrens liegen darin, daß die Bewässerung von Gewächshäusern
o. dgl. nunmehr mechanisiert werden kann. Eine besondere Bedienung der in der neuen Weise
bewässerten Anlagen ist nach Einstellung des richtigen Wasserspiegels in dem Bewässerungsgerät
nicht mehr erforderlich. Der Kulturboden bleibt lange Zeit frisch und gesund, da er keine faulungsfähigen
Stoffe enthält. Die Pflanzen können mit der optimalen W'asser- und Nährstoffmenge versorgt
werden. Eine Über- oder Unterdosierung der Nährstoffe schadet nicht, da das Bodengemisch durch
seine Sorptionseigenschaften als Speicher wirkt. Dies unterscheidet das neue Verfahren auch grundsätzlich
von der Hydrokultur, bei der die dem Boden eigentümlichen Fähigkeiten der Sorption
und Pufferung fehlt, und bei der daher die richtige Xährstoffkonzentration ständig kontrolliert und
eingestellt werden muß.
in Ausführung des neuen Verfahrens wird bei der Herstellung eines wasserdichten Beetes mit
Kiesgrundlage, darauf angeordneter Kulturerde und einer Vorrichtung zur Unterhaltung eines
konstanten Wasserspiegels, als Kulturerde ein nicht faulungsfähiges Erdgemisch mit hoher Krümelstabilität
verwendet, also insbesondere eine Mischung von schwerem Ton und Hochmoortorf sowie Pflanzennährstoffen. Die Ausgestaltung kann
dabei auch so getroffen werden, daß auf die Kiesgrundlage des wasserdichten Beetes eine Schicht
aus Sand, Torf oder anderen saugfähigen, nicht zersetzlichen Stoffen aufgebracht ist, in die Töpfe
eingefüttert sind, welche das Ton-Torf-Nährstoffgemisch enthalten.
Ein wasserdichtes Bankbeet mit 25 cm hohem Rand erhält eine Kiesschicht von 4 cm und darauf
eine 1 cm starke Schicht von Sand. Durch einen Schwimmerkasten, der seitlich an dem waagerechten
Beet angebracht ist und in kommunizierender Verbindung mit dem Beet steht, wird die
Kiesschicht geflutet, so daß der Wasserspiegel in Höhe der Sandschicht liegt. Durch den Schwimmer
wird dieser Wasserstand konstant gehalten. In das Beet wird dann das nicht faulungsfähige Ton-Torf-Gemisch
eingefüllt und in üblicher Weise bepflanzt.
Das wasserdichte Bankbeet entspricht der Ausführungsform nach dem ersten Ausführungsbeispiel,
jedoch mit dem Unterschied, daß die Sandschicht 5 cm hoch gewählt und das nicht faulungsfähige
Gemisch in Töpfe eingefüllt wird. Die Töpfe werden dann in die Sandbettung 4 cm tief eingefüttert.
An Stelle eines wasserdichten Bankbeetes in einem Gewächshaus werden andere gärtnerische
Kulturräume nach Art der Ausführungsbeispiele 1 und 2 ausgebildet, beispielsweise Frühbeete oder
Beete und Kästen im Freiland.
Claims (4)
1. Verfahren zur Untergrundbewässerung von Gewächshäusern, in denen in wasserdichten
Beeten auf eine Kies- oder Sandschicht mit konstantem Wasserspiegel eine Kulturerdeschicht
aufgebracht ist, wobei die Wasserversorgung der Kulturschicht durch Kapillarwirkung
erfolgt, dadurch gekennzeichnet, daß auf die Kies- bzw. Sandgrundlage ein nicht faulungsfähiges
Erdgemisch mit hoher Krümelstabilität, insbesondere eine Mischung von schwerem Ton,
ζ. B. Untergrundton, Torf, ζ. Β. Hochmoortorf, und Pflanzennährstoffen gebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Pflanzennährstoffe und/ oder Spurenelemente, Hormone und ähnliche Stoffe, die geeignet sind, das Pflanzenwachstum
zu fördern, dem nicht faulungsfähigen Erdgemisch unmittelbar zugemischt werden.
3· Verfahren nach Anspruch ι, dadurch gekennzeichnet,
daß die Pflanzennährstoffe und/ oder Spurenelemente, Hormone und ähnliche Stoffe, die geeignet sind, das Pflanzenwachstum
zu fördern, der Wässerungsflüssigkeit in aufgelöster Form stoßweise oder kontinuierlich
zugesetzt werden.
4. Wasserdichtes Beet mit einer Kiesgrundlage, darauf angeordneter Kulturerde und einer
Vorrichtung zur Unterhaltung eines konstanten Wasserspiegels zur Ausführung des Verfahrens
nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf die Kiesgrundlage eine stärkere Schicht aus
Sand, Torf oder einem anderen saugfähigen, nicht zersetzlichen Stoff aufgebracht ist, in
welche die Töpfe eingefüttert sind, welche mit dem Gemisch aus Ton, Torf sowie gegebenenfalls
Nährstoffen gefüllt sind.
423 5
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|---|---|---|---|
| DEF423A DE805205C (de) | 1949-12-11 | 1949-12-11 | Verfahren zur Untergrundbewaesserung von Gewaechshaeusern |
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| DE805205C true DE805205C (de) | 1951-05-10 |
Family
ID=7082361
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|---|---|---|---|
| DEF423A Expired DE805205C (de) | 1949-12-11 | 1949-12-11 | Verfahren zur Untergrundbewaesserung von Gewaechshaeusern |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE805205C (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2747331A (en) * | 1952-07-02 | 1956-05-29 | Tno | Hydroponics |
| US2855725A (en) * | 1956-06-25 | 1958-10-14 | Charles H Carothers | Method and means for automatically growing improved quality plants |
| DE20008132U1 (de) | 2000-05-05 | 2000-08-10 | Hofreiter, Josef, 86568 Hollenbach | Pflanzbehälter |
-
1949
- 1949-12-11 DE DEF423A patent/DE805205C/de not_active Expired
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| US2855725A (en) * | 1956-06-25 | 1958-10-14 | Charles H Carothers | Method and means for automatically growing improved quality plants |
| DE20008132U1 (de) | 2000-05-05 | 2000-08-10 | Hofreiter, Josef, 86568 Hollenbach | Pflanzbehälter |
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