CH527554A - Verfahren zur Kultivierung von holzzerstörenden Pilzen, insbesondere des Austernseitlings (Pleurotus ostreatus) - Google Patents

Verfahren zur Kultivierung von holzzerstörenden Pilzen, insbesondere des Austernseitlings (Pleurotus ostreatus)

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CH527554A
CH527554A CH232272A CH232272A CH527554A CH 527554 A CH527554 A CH 527554A CH 232272 A CH232272 A CH 232272A CH 232272 A CH232272 A CH 232272A CH 527554 A CH527554 A CH 527554A
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Description


  
 



  Verfahren zur Kultivierung von holzzerstörenden Pilzen, insbesondere des Austernseitlings  (Pleurotus ostreatus)
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Kultivierung von holzzerstörenden Pilzen, insbesondere des Austernseitlings (Pleurotus ostreatus). durch Beimpfen eines präparierten Substrats mit einem Impfstoff.



   Solche Verfahren dienen dazu, das Wachstum, in diesem Falle von wohlschmeckenden Pilzen, unter kontrollier- und bestimmbaren Bedingungen zu ermöglichen bzw. gegebenenfalls zu beeinflussen.



   Es ist bekannt, frischgeschlagene Holzstämme mit dem unter sterilen Bedingungen gewonnenen Myzel eines Pilzes, wie z. B. des Austernseitlings. zu impfen und im Freien sich selbst zu überlassen. Dadurch wird jedoch nur der in der Natur ablaufende Vorgang nachgeahmt, so dass auch weiterhin eine völlige Abhängigkeit vom Klima und damit eine Beschränkung der Erntezeit besteht. Aus der deutschen Offenlegungsschrift Nr. 2 012 423 ist ein Verfahren zur Anzucht von Austernseitlingen bekannt, bei dem ein mehrere Bestandteile enthaltendes Substrat mit dem Myzel des Pilzes beimpft wird. wobei das Heranwachsen des Pilzes unter kontrollierten Bedingungen in einem Erdgraben erfolgt. Dadurch wird zwar die natürliche Fruchtperiode des Austernseitlings verlängert, ohne dass jedoch der Einfluss der äusseren Umstände, wie z. B. Klima und Jahreszeiten, ausgeschlossen werden könnte.

  Schliesslich ist aus der deutschen Offenlegungsschrift Nr. 2 125 692 ein Verfahren zur Herstellung des Nährbodens von Makropilzen, zur Bereitung des Impfstoffes und zum Anbau bekanntgeworden, bei dem ein aus zellulosehaltigen Substanzen bestehendes Substrat, das gegebenenfalls ergänzende Nährstoffe enthält, durch eine Wärmebehandlung und durch die Zufuhr von thermophilen Mikroorganismen aufgeschlossen wird, so dass das Substrat sowohl als Anbaunährboden als auch als Trägersubstanz für den Impfstoff verwendet werden kann. Als Materialien für das Substrat eignen sich nach der Beschreibung Maiskolben und Maisstroh. Diese Substanzen sind jedoch nur in Süddeutschland in grösseren Mengen zu erhalten. Ausserdem muss nach diesem Verfahren das Substrat nach der Präparation mit dem Impfstoff homogenisiert werden, so dass ein Umfüllen der Behälter mit dem Substrat notwendig ist.

  Weiterhin erfolgt die Unterbringung des beimpften Substrats in speziellen Anwachsräumen. die auf einer Temperatur von   0     C gehalten werden müssen. Diese niedrige Temperatur ist jedoch, vor allem in den Sommermonaten, nur durch den Einsatz von leistungsfähigen Kälteaggregaten zu erreichen. Ausserdem erfordert auch die Herstellung des Impfstoffes sowie seines Substrats eine aufwendige Pasteurisierung, wobei eigene Lagerplätze und besondere Vorrichtungen benötigt werden.



  Schliesslich ist zum Beimpfen des Substrats eine relativ hohe Menge Impfstoff erforderlich.



   Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Kultivierung von holzzerstörenden Pilzen zu schaffen, bei dem jeweils das Substrat verwendet werden kann, das in Abhängigkeit von den landwirtschaftlichen Gegebenheiten in der Umgebung der Pilzzucht in ausreichendem Masse zur Verfügung steht, das ohne aufwendige Umbauten in jedem normal eingerichteten Ch ampignonzuchtbetrieb ausgeführt werden kann. und das eine beträchtliche Verbesserung der Wirtschaftlichkeit gegenüber den bisher bekannten Verfahren darstellt.



   Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass das in offenen Behältern untergebrachte beimpfte Substrat während der Anwachsphase auf Temperaturen zwischen 16 und   22     C bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 90 bis   95 %    und ausreichender Belüftung gehalten wird, dass nach dem Durchspinnen des Substrats mit dem Myzel die Temperatur auf einen Wert zwischen 5 und   16     C unter sonst ähnlichen Bedingungen gesenkt wird, und dass nach der Bildung der Fruchtkörperansätze während der Erntephase der Kulturraum noch zusätzlich mit natürlichem oder künstlichem Licht von maximal 10 000 Lux Beleuchtungsstärke bestrahlt wird.



   Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird das präparierte Substrat vor dem Beimpfen in die offenen Behälter, wie z. B. Kisten oder Plastiksäcke, gefüllt.



   Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass die Gewinnung dieser Pilze weiter vereinfacht und damit wirtschaftlicher gemacht wird, wobei sowohl die Qualität als auch die Menge der zum Verzehr gewonnenen Pilze erhöht werden, dass die Behandlung des be  impften Substrats sehr viel einfacher wird, und dass auch die Herstellung des Impfstoffs keine Schwierigkeiten mehr bietet.



   Im folgenden soll am Beispiel der Kultivierung des Austernseitlings (Pleurotus ostreatus) das Verfahren nach der Erfindung erläutert werden.



   Dazu wird zunächst der Impfstoff hergestellt, der zum Beimpfen des Substrats unter den normalen Bedingungen einer Pilzzucht geeignet ist. Die Kultivierung der einzelnen Stämme des Austernseitlings erfolgt dabei auf festen oder flüssigen Nährböden unter sterilen Bedingungen. Zur Herstellung des Impfstoffes wird ein flüssiger Nährboden so in einen Behälter mit relativ grosser Bodenfläche, wie z. B.



  einen Erlenmeyerkolben, gefüllt, dass die Schichtdicke des Nährbodens 1 cm nicht übersteigt. Dadurch entstehen - nach Durchwachsen des Nährbodens mit dem Myzel - grossflächige Kolonien. Das ist eine Verbesserung gegenüber den in Reagenzgläsern gezogenen Kulturen, bei denen die Oberfläche klein ist und deshalb relativ grosse Mengen des Nährbodens unbenutzt bleiben. Diese Anwachsphase muss unter sterilen Bedingungen erfolgen.



   Zur Weitervermehrung des Impfstoffes werden sterilisierte Weizenkörner verwendet, wobei die Sterilisierung in strömendem Dampf erfolgt. Die Weizenkörner befinden sich dabei in Behältern, wie z. B. einfachen Plastikbeuteln, die nach dem Einfüllen der Weizenkörner mit Wattestopfen verschlossen werden, so dass ein Luftaustausch und die gleichzeitige Filtrierung der Aussenluft gewährleistet ist.



   Nach dem Abkühlen der sterilisierten Weizenkörner wird unter sterilen Bedingungen reines Myzel auf die Weizenkörner im Plastikbeutel übertragen. Für einen Beutel, der etwa 500 bis 800 g Weizenkörner enthält, genügen 2 bis 3   cm3    Myzel, so dass die Myzelmenge aus einem Kolben zur Beimpfung mehrerer Plastikbeutel ausreicht.



   Anschliessend werden die Plastikbeutel mit den beimpften Weizenkörnern auf Temperaturen zwischen 18 und   24     gehalten, wobei für einen ausreichenden Austausch der Luft gesorgt wird. Unter diesen Bedingungen durchwächst das Myzel die Weizenkörner in den Plastikbeuteln in etwa 3 Wochen.



   Die mit Myzel durchwachsenen Weizenkörner können zur Beimpfung eines präparierten Substrats, dessen Herstellung im folgenden beschrieben wird, verwendet werden. Sie können jedoch auch bei Temperaturen zwischen 2 und   5     C mehrere Wochen lang gelagert werden, wenn eine Vorratshaltung zweckdienlich ist. Nach dem Durchwachsen der Weizenkörner mit dem Myzel ist ein Öffnen der Plastikbeutel ohne Gefahr möglich, da der Befall mit schädlichen Mikroorganismen gehemmt wird.



   Mit diesem Impfstoff, von Myzel durchwachsenen Weizenkörnern, wird das präparierte Substrat beimpft. Das kann z. B. nach der Mischimpfmethode durch Homogenisieren geschehen. Gegebenenfalls wird jedoch ein Verfahren verwendet, bei dem eine ausreichende Menge Impfstoff in die Mitte des Substrats gebracht wird, so dass von dort aus das Durchspinnen des Substrats beginnt. Dazu kann z. B. ein Kunststoffschlauch in dem Substrat angeordnet werden, der mit dem Impfstoff gefüllt und anschliessend herausgezogen wird, so dass sich das Myzel ungehindert ausbreiten kann.



   Als Grundstoff für das Substrat können verschiedene Materialien verwendet werden, die dann jeweils nach verschiedenen Methoden aufbereitet werden müssen. Die Wahl des Grundstoffs hängt dabei ganz wesentlich davon ab, welche Substanzen in der näheren Umgebung des jeweiligen Betriebes in ausreichendem Masse zur Verfügung stehen, so dass die relativen Vorteile eines jeden Stoffes im wesentlichen durch die jeweiligen landwirtschaftlichen Gegebenheiten sowie durch die im Betrieb vorhandenen Vorrichtungen bestimmt werden.



   Zunächst kann als Substrat für die Kultivierung des Austernseitlings der übliche Champignonkompost verwendet werden. Dieser wird nach den bekannten Vorschriften des Champignonanbaus hergestellt und anschliessend pasteurisiert. Dabei spielt weder die Art der Materialien, die zur Kompostierung verwendet werden (Grundstoffe, Zusatzstoffe, Wasser usw.), noch die Art und zeitliche Länge des Pasteurisiervorgangs eine wesentliche Rolle. Das Pasteurisieren selbst kann in offenen Behältern, wie z. B. Kisten oder Plastiksäcken, geschehen. Nach dem Abkühlen des Substrats wird dieses in den offenen Behältern mit dem Impfstoff geimpft.



   Die Verwendung von Champignonkompost als Substrat für den Austernseitling bietet sich vor allem für diejenigen Champignonzüchter an, die den Austernseitling nur in kleineren Mengen, also möglichst ohne jede Umstellung ihres Betriebes, neben dem Champignon kultivieren wollen.



   Weiterhin können als Substrat in der Nähe der Zuchtanlage zur Verfügung stehende Abfallprodukte der Landwirtschaft, wie z. B. Weizen-, Roggen- oder Gerstenstroh, aber auch Erbsenstroh usw. Verwendung finden, so dass Kaufund Transportkosten gering sind und keine bakterielle und pilzliche Aufbereitung erforderlich ist. Diese Substanzen können gegebenenfalls mit Stoffen von hohem Eiweiss- oder Kohlehydratgehalt angereichert werden, ohne dass diese Anreicherung jedoch notwendig ist.



   Das aus den oben angegebenen oder ähnlichen Substanzen bestehende Substrat wird maschinell zerkleinert, wobei Mähdrescherstroh gegebenenfalls ohne zusätzliche Zerkleinerung verwendet werden kann. Anschliessend wird das Substrat befeuchtet und in feuchtem Zustand in offene Behälter, wie z. B. Plastiksäcke oder Kisten, gefüllt.



   Das Substrat wird in den Behältern nach einem der üblichen Verfahren sterilisiert, indem es z. B. mindestens 5 Stunden lang auf Temperaturen zwischen 70 und   80"    C gehalten wird. Nach der Sterilisierung ist das Substrat frei von tierischen oder pflanzlichen Schädlingen sowie von organischen Giftstoffen. Erfahrungsgemäss bleibt das Substrat auch in der nun folgenden Anwachsphase frei von jeglicher Verunreinigung oder Verseuchung, wenn auf sorgfältige Säuberung und Desinfizierung des Arbeitsraumes, saubere Handhabung des Substrats, sowie entsprechende Regulierung der Substratfeuchtigkeit geachtet wird. Diese Bedingungen lassen sich ohne jeden Aufwand auch unter den Verhältnissen eines normalen Betriebes erfüllen. Das Substrat wird nun, wie oben beschrieben, mit dem Impfstoff beimpft.



   Um nach der Sterilisierung des Nährbodens eine Wiederverseuchung vollständig ausschliessen zu können, ist die Möglichkeit gegeben, das Substrat mit einem speziellen Fungizid zu behandeln, das die Entwicklung von schädlichen Mikropilzen verhindert, ohne jedoch das Wachstum des Austernseitlings auf irgendeine Weise zu beeinträchtigen.

 

  Diese Anforderungen erfüllen z. B. Antibiotikalösungen wie    Actidion .   



   Diese Behandlung des in den Kulturbehältern befindlichen Substrats erfolgt durch Besprühen, wobei die Konzentration der Fungizidlösung bzw. die auszubringende Lösungsmenge in Abhängigkeit vom angewandten Mittel bzw. von der Substratmenge in den Behältern festgelegt werden kann.



   Die Behandlung des Substrats mit dem Fungizid sollte einmal im Anschluss an das Sterilisieren erfolgen. Bei Gefahr einer Verseuchung des Substrats durch Schadpilze während der Anwachsphase ist jedoch eine wiederholte Behandlung möglich. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Behandlung des sterilisierten Substrats mit einem Fungizid nur für den relativ seltenen Fall erforderlich und vorgeschlagen wird, wenn die oben zusammengestellten geringen Anforderungen an die saubere Handhabung des beimpften Sub  strats nicht erfüllt werden können. Das wird jedoch nur in relativ wenigen Fällen der Fall sein, so dass diese Behandlung nur als zusätzlicher Schutz erwähnt werden soll.



   Die Verwendung der oben zusammengestellten Abfallprodukte der Landwirtschaft als Substrat dürfte sich in den Fällen empfehlen, in denen der Anbau des Austernseitlings in grösserem Umfang aufgenommen werden soll, da zwar einerseits der Kaufpreis und die Transportkosten der Materialien gering sind, anderseits in einem kleineren Betrieb Investitionskosten entstehen können.



   Weiterhin lässt sich als Substrat eine Kombination aus den beiden oben angegebenen Materialien verwenden. Dazu werden zunächst die Abfallprodukte der Landwirtschaft. die gegebenenfalls mit Substanzen von hohem Eiweiss- oder   Kohlehydratgehalt    angereichert werden, maschinell zerkleinert und bis zur Grenze der Aufnahmefähigkeit für Wasser befeuchtet. Diese befeuchtete Masse wird nun mit dem üblichen Champignonkompost   gleichmässig    vermischt und in offene Behälter gefüllt. Dabei sollte der Kompost nicht mehr als 10   Vol,%    des Gemischs ausmachen. Bevorzugt wird bereits pasteurisierter Kompost verwendet, ohne dass dieses jedoch eine notwendige Bedingung ist. Anschliessend wird dieses als Substrat dienende Gemisch nach einem der im Champignonanbau üblichen Verfahren pasteurisiert.

  Nach Beendigung des Pasteurisiervorgangs wird das Substrat abgekühlt und mit dem Impfstoff versehen.



   Dieses Substrat bietet sich für die Betriebe an, in denen die für einen modernen Champignonanbau benötigten Vorrichtungen vorhanden sind. so dass ohne grosse Investitionen auch der relativ umfangreiche Anbau des Austernseitlings möglich ist.



   Schliesslich besteht noch die Möglichkeit. als Substrat für den Anbau des Austernseitlings bereits abgeernteten Champignonkompost zu verwenden, der nach einem der üblichen Verfahren pasteurisiert und so wieder aufbereitet wird. Dabei kann gegebenenfalls eine Anreicherung mit Nährstoffen vorgenommen werden.



   Dieses Substrat bietet sich naturgemäss für einen Champignonzüchter an, bei dem relativ grosse Mengen von Kompost anfallen, der normalerweise nutzlos herumliegt. hier jedoch zum weiteren Anbau von Pilzen dienen kann.



   Eines der oben zusammengestellten Substrate, dessen Auswahl von den objektiven Gegebenheiten des jeweiligen Betriebes abhängt, wird in den offenen Behältern mit dem Betriebsimpfstoff versehen. Dabei sollte das Verhältnis von Substrat zu Impfstoff (75-100) :1 betragen. Das Beimpfen kann in den Behältern von Hand oder maschinell erfolgen, so dass ein Entleeren und   Wiederfüllen    der Behälter überflüssig wird.



   Die Behälter mit dem beimpften Substat werden in einem Anwachsraum untergebracht, in dem die Temperatur während der Anwachsphase auf einem Wert zwischen 16 und   220    C gehalten wird. Ausserdem wird dafür gesorgt, dass die zum Durchwachsen des Myzels erforderliche relative Luftfeuchtigkeit von   9095 %,    der gleichbleibende Wassergehalt des Nährsubstrats sowie ausreichende Belüftung sichergestellt sind. Unter diesen Bedingungen hat das Myzel das gesamte Substrat in etwa   46    Wochen durchsponnen, so dass die Durchwachsphase abgeschlossen ist.



   Dann wird die Raumtemperatur auf einen Wert zwischen 5 und   16     C gesenkt; falls das nicht möglich ist, müssen die Behälter in einen Raum mit entsprechender Temperatur gebracht werden. Bei dieser Temperatur wird die Bildung von   Fruchtkörperansätzen    eingeleitet, wobei die Ansätze nach etwa 10-16 Tagen sichtbar werden. Auch während dieser Phase muss für ausreichende Luft- und Substratfeuchtigkeit sowie für Belüftung gesorgt werden.



   Während der nun folgenden Erntephase muss über die bisherigen Bedingungen hinaus der Kulturraum mit natürlichem oder künstlichem Licht beleuchtet werden, wobei die Beleuchtungsstärke 10 000 Lux nicht zu übersteigen braucht.



  Ausserdem hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, während der Erntephase eine möglichst grosse Oberfläche des Substrats freizulegen. Dies kann dadurch erfolgen, dass entweder das Substrat aus den Behältern ausgekippt wird, oder dass bei der Verwendung von Kisten die Seitenwände entfernt werden. In beiden Fällen werden die Seiten des inzwischen durch das Myzel zu einem festen Block zusammengewachsenenen Substrats freigelegt, so dass die Fruchtkörperbildung ungehindert erfolgen kann.

 

   Der Ertrag an geschnittenen Pilzen ist nach diesem Verfahren ungefähr 40-50 Gew. % des Substat-Trockengewichtes.



   Nach dem Ernten der Pilze kann das als Substrat dienende Stroh als Viehfutter verwendet werden, da es mit Myzel von hohem Eiweissgehalt durchsponnen ist.



   Das hier für den Austernseitling beispielsweise beschriebene Kultivierungsverfahren kann nach entsprechender Modifizierung der äusseren Bedingungen natürlich auch für andere holzzerstörende Pilze, wie z. B. das Stockschwämmchen, verwendet werden. 

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH
    Verfahren zur Kultivierung von holzzerstörenden Pilzen, insbesondere des Austernseitlings (Pleurotus ostreatus), durch Beimpfen eines präparierten Substrats mit einem Impfstoff, dadurch gekennzeichnet, dass das in offenen Behältern untergebrachte beimpfte Substrat während der Anwachsphase auf Temperaturen zwischen 16 und 22 C bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 90-95 % und ausreichender Belüftung gehalten wird. dass nach dem Durchspinnen des Substrats mit dem Myzel die Temperatur auf einen Wert zwischen 5 und 16 C unter Beibehaltung der Luftfeuchtigkeit und Belüftung gesenkt wird, und dass nach der Bildung der Fruchtkörperansätze während der Erntephase der Kulturraum noch zusätzlich mit natürlichem oder künstlichem Licht von max. 10 000 Lux Beleuchtungsstärke bestrahlt wird.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass während der Erntephase die freie Oberfläche des Substrats, z. B. durch Auskippen der Behälter, vergrössert wird.
    2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das präparierte Substrat vor dem Beimpfen in die offenen Behälter, wie z. B. Kisten oder Plastiksäcke, gefüllt wird.
    3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Substrat pasteurisierter Champignonkompost verwendet wird, wobei die Pasteurisierung in den offenen Behältern erfolgt.
    4. Verfahren nach Patentanspruch. dadurch gekennzeichnet, dass als Substrat Abfallprodukte der Landwirtschaft, wie z. B. Weizen-, Gersten-, Roggen-, Erbsen-, Reis-, Maisstroh, aber auch Maisspindeln, Reisschalen, Sonnenblumenstengel und Schilfabfälle verwendet werden, wobei das Substrat zerkleinert, befeuchtet und anschliessend sterilisiert wird.
    5. Verfahren nach Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Substrat nach dem Sterilisieren zur Bekämpfung von schädlichen Mikropilzen mindestens einmal mit einem Fungizid behandelt wird.
    6. Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass als Substrat ein Gemisch aus Champignonkompost und mindestens einem der aufgeführten Abfallprodukte der Landwirtschaft verwendet und nach der Homogenisierung pasteurisiert wird.
    7. Verfahren nach Unteranspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Champingnonkompost, der bis zu 10 Vol: % des Gemischs ausmacht, vorher pasteurisiert wird, und dass die Abfallprodukte mit Substanzen von hohem Eiweiss- oder Kohlehydratgehalt angereichert werden.
    8. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Substrat abgeernteter Champignonkompost verwendet wird, der, gegebenenfalls nach Anreicherung mit Nährstoffen, pasteurisiert wird.
    9. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet. dass als Impfstoff von Myzel durchwachsene Weizenkörner benutzt werden.
    10. Verfahren nach Unteranspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Weizenkörner in Plastikbeutel gefüllt, in strömendem Dampf sterilisiert, wobei Luftaustausch und Filterung durch Wattestopfen erfolgen, und anschliessend mit reinem Myzel beimpft werden.
    11. Verfahren nach Unteranspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass während des Durchwachsens der Weizenkörner mit Myzel die Temperatur zwischen 18 und 24 C gehalten und für ausreichende Belüftung gesorgt wird.
    12. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das reine Myzel auf einem Nährboden, der sich in einem Gefäss mit grosser Bodenfläche, wie z. B.
    einem Erlenmeyerkolben, befindet, unter sterilen Bedingungen kultiviert wird.
    13. Verfahren nach Unteranspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die durchwachsenen Weizenkörner bis zur Beimpfung des Substrats bei 2 bis 5 C aufbewahrt werden.
    14. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis von Substrat zu Impfmaterial (75-100) 1 beträgt.
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