CH159451A - Verfahren zur Herstellung von Gegenständen aus Gusseisen. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Gegenständen aus Gusseisen.Info
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Description
verfahren zur Herstellung von Gegenständen aus Gusseisen. Vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Herstellung von Gegenständen aus Guss eisen, besonders aus Sandguss und hat zum Zweck, die Schaffung eines neuen Erzeug nisses aus Gusseisen von einer bestimmten Zusammensetzung mit Einschluss einer Be handlung zur Erreichung eines Produktes von ungewöhnlich hohen physikalischen, bei Gusseisen bis anhin nicht für möglich erach teten Eigenschaften.
Die bisher durch Giessen von Eisen ge wonnenen Produkte sind zum Beispiel graues Gusseisen, halbiertes Roheisen und weisses Roheisen. Diese Sorten sind abhängig von der Zusammensetzung des Eisens, dem Schmelzprozess und der Abkühlungsart.
Die wichtigsten dieser Eisensorten sind der Grau- guss und das Weissgusseisen. Grauguss ist ge kennzeichnet durch das Vorhandensein von in Form von graphitischen Schichten über das ganze Gefüge eingestreutem Kohlenstoff, während beim Weissgusseisen der Kohlenstoff im gebundene, Zustand in der Form von Eisenkarbid vorhanden ist. Weissgusseisen ist ausserordentlich hart.
und sehr brüchig, und wegen der Schwierig keit seiner Bearbeitung durch die gewöhn lichen Verfahren ist seine Verwendung als Werkstoff sehr beschränkt. Beträchtliche Mengen von Weissgusseisen werden jedoch zur Herstellung von schmiedbarem Eisen verwen det, welches weich und streckbar und im Ver gleich mit Stahl von relativ niederer Festig keit ist.
Es ist allgemein bekannt, dass Grauguss- eisen, obwohl in den Industrien in ausgedehn tem Masse angewendet, eine relativ kleine Zugfestigkeit hat, und dass es nicht möglich ist, obgleich das Graugussgefüge von wesent lich derselben Zusammensetzung wie Stahl ist, die physikalischen Eigenschaften des Grau gusseisens durch wohlbekannte Härte- und Anlassverfahren, welche für die Behandlung von Stahl mit Erfolg angewendet werden, merklich zu verbessern. Diese rührt haupt sächlich vom Vorhandensein der graphiti- schen Schichten her, welche in allen Fällen geschwächte Stellen bilden.
Es ist jedoch möglich, die physikalischen Eigenschaften des- Graugusseisens durch spezielle Verfahren der Behandlung zu verbessern. So weit es der Anmelderin bekannt ist, sind die einzigen hierzu industriell und besonders in Verbin dung mit der Herstellung von Sandgusseisen benutzten Verfahren das tberhitzungs- verfahren und das Formheizverfahren. Beim Überhitzungsverfahren wird das geschmol zene Eisen beträchtlich über die gewöhnlich im Ofen angewandten Temperaturen erhitzt,
zum Zweck, die Löslichkeit für Kohlenstoff zu erhöhen und als Resultat dieser erhöhten Löslichkeit enthält das Endprodukt weniger freien Kohlenstoff in. Form von graphitischen Schichten als im gewöhnlichen Grauguss- eisen vorhanden. ist.
Während das Über hitzungsverfahren ein verbessertes Eisen er gibt, hat dieses Behandlungsverfahren die Nachteile, dass das Erzeugnis immer noch graphitische Schichten in einem dasselbe schwächenden Masse enthält, und dass die höheren Temperaturen infolge der vermehr ten Kosten für den Ofenunterhalt notwen digerweise grössere Herstellungskosten mit sich bringen.
Das zweite Verfahren, nämlich das Form- heizverfahren besteht im Heizen der Form vor dem Eingiessen des geschmolzenen Eisens und in der Anwendung eines Eisens von einer Zusammensetzung, welche, wenn das Eisen in ungeheizte Formen gegossen würde, Weiss gusseisen ergeben würde. Die Vorheizung der Formen sichert ein langsames Abkühlen, ver hindert Bildung von Weissgusseisen und er gibt ein Eisen, welches ein perlartiges Gefüge mit freiem, über dieses Gefüge als graphi- tische Schichten verteiltem Kohlenstoff be sitzt.
Dieses Verfahren ist dem oben erwähn ten Nachteil bezüglich der Bildung von gra- phitischen Schichten und ebenso jenem der erhöhten Herstellungskosten und der Schwie rigkeiten in der Behandlung der geheizten Formen unterworfen. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist nun ein Verfahren zur Herstellung von Gegenständen aus Gusseisen durch Giessen von Metall in eine Form, Abkühlen des erhal tenen Gegenstandes, Erhitzen desselben auf eine Temperatur über der kritischen Höhe.
hierauffolgende, rasche Abkühlung und schliesslich Wiedererhitzung dezz Gegenstan des auf eine Temperatur unter der hritischeil Höhe. Unter letzterem Ausdruck ist die Tem peratur zu verstehen, über welcher die Zer setzung des gebundenen Kohlenstoffes ein setzt.
Dieses Verfahren zeichnet sich nun ge mäss der Erfindung dadurch aus, dass das an gewandte Metall folgende Zusammensetzung aufweist: Kohlenstoff 1,9 bis 2,3 %, Mangan 0,2. bis<B>0,65%,</B> Silizium 1,5 bis 2,2%, Phos phor weniger als 0,12 % und Schwefel weni ger als 0,12 %, und dass man den Gegenstand vor Beginn der raschen Abkühlung und nach der ersten Erhitzung von der Temperatur, auf welche er erhitzt wurde, auf eine etwa über der kritischen Höhe liegende Tempera tur abkühlen lässt, worauf eine weitere Zer setzung des gebundenen Kohlenstoffes durch die rasche Abkühlung aufgehalten wird, so dass man ein Gefüge mit freiem Kohlenstoff und mit gebundenem Kohlenstoff erhält.
Ein erfindungsgemäss hergestellter Eisen gegenstand von folgender Zusammensetzung hat sehr vorteilhafte Resultate ergeben: Kohlenstoff 2,08 % , Mangan 0,21%, Silizium 1,85%, Phosphor 0,05 % und Schwefel 0,06 % . Geschmolzenes Eisen nach oben beschrie bener Zusammensetzung wird, um Gegen stände von vorbestimmter Form und Grösse zu erhalten, vorzugsweise in Sandformen ge gossen;
.der so erhaltene Guss ist dann in der Hauptsache Weissgusseisen. Nach dem Ab kühlen des Gusses wird er über die kriti sche Höhe, zum Beispiel bis auf über<B>730'</B> C, erhitzt und nachher den beschriebenen, ver schiedenen Operationen unterworfen, die je nach. der gewünschten Gefügezusammen setzung noch variiert werden können- Der Zweck dieser Behandlung ist, ein Gefüge mit freiem Kohlenstoff und mit gebundenem Kohlenstoff zu erhalten.
Die Zeitdauer der Hitzebehandlung hängt im allgemeinen von der Grösse der Q.uerschnittsfläche der Guss- @t.ücke ab.
Die Gussstücke werden, nachdem sie auf eine Temperatur wieder erhitzt wurden, wel che unter der kritischen Höhe liegt, vorteil haft luftgekühlt, um ein hauptsächlich perl artiges Gefüge zu erhalten, in welchem freie Kohlenstoffteilchen eingebettet sind.
Bei dem sich aus dem oben beschriebenen Verfahren ergebenden Produkt. (das heisst bei einem Eisen von zirka. 21o' Kohlenstoff gehalt), kann sich der Kohlenstoffgehalt auf annähernd 1 % gebundenen Kohlenstoff und annähernd 1 % freien, über das ganze Gefüge verstreuten Kohlenstoff verteilen. Ein sol ches Produkt besitzt gute, physikalische Eigenschaften und haben Versuche eine Zug festigkeit von 6328 kg pro cm' ergeben. Die Härte des Produktes ist leicht regelbar.
Die Verhältnisse der Kohlenstoffvertei- lung in der Form von freiem und von ge bundenem Kohlenstoff können je nach der Zusammensetzung der Schmelze variieren. Die Zusammensetzung, sowie die Hitze behandlung können im Rahmen der Erfin dung differieren.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Gegen ständen aus Gusseisen durch Giessen von Me tall in eine Form, Abkühlen des erhaltenen Gegenstandes, Erhitzen desselben auf eine Temperatur über der kritischen Höhe, hier auffolgende, rasche Abkühlung und schliess liehe Wiedererhitzung des Gegenstandes auf eine Temperatur unter der kritischen Höhe, dadurch gekennzeichnet, dass das angewandte Metall folgende Zusammensetzung aufweist:Kohlenstoff 1,9 bis, 2,3%, Mangan 0,2 bis 0,65%, Silizium 1,5 bis 2,2%, 'Phosphor weniger als 0,12% und Schwefel weniger als 0,12%, und dass man den Gegenstand vor Beginn der raschen Abkühlung und nach der ersten Erhitzung von der Temperatur, auf welche er erhitzt wurde, auf eine etwas über der kritischen Höhe liegende Temperatur ab kühlen lässt, worauf eine weitere Zersetzung des gebundenen Kohlenstoffes durch die rasche Abkühlung aufgehalten wird, so dass man ein Gefüge mit freiem und mit gebun denem Kohlenstoff erhält.
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