CH150577A - Verfahren zur Herstellung von hohlen Kunstseidefäden aus Acidylcellulose. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von hohlen Kunstseidefäden aus Acidylcellulose.

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CH150577A
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Aktiengesellsc Farbenindustrie
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Ig Farbenindustrie Ag
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      Verfahren        zur    Herstellung von hohlen     Kunstseidefäden    aus     Aeidyleellulose.       Es wurde gefunden, dass man in sehr ein  facher Weise hohle     Kunstseidefäden    aus       Acidylzellulose    nach dem     Trockenspinnver,-          fahren    erhalten kann, wenn man die     Acidyl-          zellulo.se    in einem     Löser    löst unter Zusatz  eines     Nichtlösers,    welcher höher siedet als der       Löser,

      die     Spinnlösung    vor ihrem Austritt  aus der Düse auf erhöhte Temperatur an  heizt und in ein gasförmiges Medium spinnt,  dessen Temperatur     unterhalb    .des Siede  punktes des     Nichtlösers    liegt. Als     Löser    und       Nichtlöser    können hierbei sowohl einheitliche  Flüssigkeiten, als auch Gemische verschie  dener     Löser        bezw.    verschiedener     Nichtlöser     benutzt werden. Bei Gemischen wird unter  dem Siedepunkt der Siedebeginn des Ge  misches verstanden.  



  Man löst zum Beispiel eine     acetonlösliche          Acetylzellulose        etwa        20-24%ig    je nach der  spezifischen Viskosität in einem Gemisch von  75 bis 80 Teilen Aceton und 25 bis 20 Teilen       Toluol;    je nach. der. üblichen     Vorbereitung,       wie Filtrieren, Entlüften usw. bringt man  diese Lösung auf ihrem Weg zur     Spinndüse     auf eine Temperatur von 50 bis 85   und  spinnt dann .durch Kapillaren von 0,07 bis  0,10 mm Weite in einem Luftraum von 20 bis  70  . Regelt man die zugeführte Spinnlösung  und Abzugsgeschwindigkeit so, dass der fer  tige Faden einen     Einzeltiter    von etwa 4 Den.

    hat, so erhält man eine Seide mit dem Cha  rakter eines zusammengeknitterten Schlau  ches, das heisst der Querschnitt zeigt. in seiner  äussern Form ein     viellappiges,    aber rundliches  Gebilde von grosser     Völligkeit,    das im Innern       eineil    mit Luft gefüllten Hohlraum enthält.  



  An Stelle von Aceton können auch andere       Löser,        wie        Methylenchlorid,    Chloräthyl und  dergleichen, und Mischungen dieser verwen  det werden. An Stelle von     Toluol    kommen  Benzol,     Xylol,    hydroaromatische und     alipha-          tische        Kohlenwasserstoffe,    Äther, sowie  Mischungen solcher     Nichtlöser    in Betracht.  Alkohole, wie zum Beispiel     Methyl-    und      Äthylalkohol, sind allein verwendet nicht       günstig    für die Bildung hohler Kunstseide  fäden.

   Setzt man sie     in    nicht zu grossen  Mengen in Verbindung mit einem andern       Fäller    zu, so kann man die Temperatur der  Spinnatmosphäre erheblich ermässigen.  



  Löst man zum Beispiel eine     acetonlös-          liche        Acetylzellulose    24%ig in einem Ge  misch von 60 Gewichtsteilen Aceton, 30 bis  35 Gewichtsteilen Benzol und 10 bis 5 Ge  wichtsteilen Methylalkohol, erwärmt diese       Lösung    vor ihrem Austritt aus der Düse auf  60 bis 65   und verspinnt sie mit einer Ab  zugsgeschwindigkeit von 100     m/Min.    in eine       entgegenströmende        Spinnluft    von 35   auf  einen     Einzeltiter    von 41/2 bis 6 Den., so  erhält man eine Seide von     viellappigem,    bei  nahe gezahntem Querschnitt mit durchgehen  den Hohlräumen im Innern.

   Ändert man in  dem     Lösungsmittelgemisch    das Verhältnis  der Komponenten auf 60 :20 :20, so ent  stehen unter     sonst    gleichen Bedingungen  keine hohlen Fäden.  



  Um einen Faden von nicht zu hohem Ein  zeltiter und doch genügend ausgeprägtem  Hohlraum zu erhalten, werden die Art  und     Zusammensetzung    des     Lösungsmittel-          gemisches,    die Temperaturen der Spinn  lösung und der Spinnluft, die Luftführung  und ihre Menge, die Abzugsgeschwindigkeit,  die Düsenweite usw., zweckmässig so aufein  ander abgestimmt, dass einerseits die aus den  Düsen austretenden Flüssigkeitssäulen ge  nügend ausgestreckt werden, um zum Schluss  Fäden von hinreichender Feinheit zu erhal  ten, und dass anderseits die Koagulation der  Oberfläche,

   begünstigt durch die raschere  Verdampfung des     Lösers    und Verschiebung  der     Lösungsmittelzusammensetzung    bis zum       goagulationspunkt    zur Bildung einer     harten     und genügend dicken Haut führt, damit der  inzwischen gebildete Schlauch in den spä  teren Stadien unter     Einfluss    des     äussern    Über  druckes und der Abzugskraft nicht vollkom  men zusammenklappt und der Hohlraum  durch Verschmelzung der Innenwände ver  loren geht.

           Demgemäss'    richtet sich die Art des am       besten        geeigneten        Lösers    und     Nichtlösers     nach den Löslichkeitseigenschaften der zu  verspinnenden     Acidylzellulose.    Auch das  Mengenverhältnis zwischen     Löser    und     Fäller     hat einen gewissen Einfluss; das Verhältnis  von 9 Aceton und 1     Toluol    genügt zum Bei  spiel für höheren     Titer,    während für feinere       Titer    eine stärkere     Fällerkonzentration    bis  nahe an die Löslichkeitsgrenze vorteilhaft ist.

    In diesem Falle ist die Verwendung von  wasserfreien Spinnlösungen in Verbindung  mit einer     Spinnluft    von nicht zu hohem  Feuchtigkeitsgehalt zu empfehlen, damit sich  kein Wasserdampf auf den durch die Ver  dunstung des Acetons stark abgekühlten  Faden niederschlägt, eventuell kann man  auch die     Aufwickelvorrichtung    in einem  Raum von erhöhter     Temperatur    und geringer  Feuchtigkeit laufen lassen.  



  Die Art der Luftführung kann ebenfalls  die Stärke des Fadens und die Bildung des  Hohlraumes beeinflussen. Im allgemeinen  kann man in eine geschlossene, lange,  schachtartige Zelle spinnen und die Luft dem  Faden entgegenführen mit leicht ansteigen  der Temperatur vom Fadenaustritt bis zur  Düse und damit bei richtiger Wahl des Lö  sungsmittels und der Temperaturen von  Spinnlösung und Spinnluft genügend gut  ausgebildete Hohlfäden erzielen.

   Man kann  aber auch im Gleichstrom arbeiten oder  gleichzeitig teils mit Gleich- und teils mit  Gegenstrom, wobei man im letzteren Falle       vorteilhafterweise    die für beide Luftströme  gemeinsame Abzugsstelle in die Nähe der  Fadenzone verlegt, wo die eigentliche Hohl  bildung stattfindet und dem Gegenstrom eine  höhere Temperatur gibt als dem Gleich  strom, um die Verdunstung des Lösungsmit  tels des äusserlich schon trockenen Fadens zu  beschleunigen und eine Gegenkraft gegen  das Zusammendrücken des Schlauches her  vorzurufen.

   Zu demselben Zwecke kann man  auch die Luftführung im Schacht durch be  sondere Vorrichtungen zum Beispiel durch       Einschnürungen,so    leiten, dass an den für die      Hohlbildung bevorzugten Fadenstellen eine  besonders starke Luftströmung verbunden  mit     Luftwirbeln    entsteht, welche die Ver  dunstung des     Lösungsmittels    und den  Wärmeübergang von der     warmen    Luft auf  den kalten Fadem beschleunigt.     Einen    ähn  lich     begünstigenden        Effekt    kann. man auch  durch besondere     Wärmestrahlungsvorrichtun-          gen    erzielen.  



  <I>Beispiel 1:</I>  Eine     acetonlösliche        Acetylzellulo,se    mit  54%     Essigsäure    wird 2,4 %     ig    in einem Ge  misch von :80 Gewichtsteilen Aceton und  20 Gewichtsteilen     Toluol    gelöst. Nach .der  üblichen Vorbereitung, wie Filtrieren, Ent  lüften usw. wird die Lösung vor ihrem Aus  tritt aus der Düse auf 60   vorgewärmt, dann  durch eine Düse mit 18 Loch von je 0,075 mm  Lochdurchmesser in eine Spinnzelle aus  gepresst, deren Temperatur 20   beträgt. Die  Fäden werden zu einem     Einzeltiter    von  5 Den. ausgezogen. Die Spinnluft strömt  durch .den Schacht mit einer Menge von  60 Liter pro Minute den Fäden entgegen.  Das Aussehen der erhaltenen Seide ist matt.

    Der     Querschnitt    ist aus     Abb.        1,der    beiliegen  den Zeichnung -ersichtlich.  



  <I>Beispiel 2:</I>  Eine 20%ige Lösung derselben     Acetyl-          zellulose    in demselben     Lösungsmittelgemisch     wie im Beispiel 1 wird auf<B>60'</B> vorgewärmt  und analog Beispiel 1 in einem Luftraum von  60   auf einen     Einzeltiter    von 3 Den. gespon  nen. Die Trockenluft strömt durch den  Schacht mit dem Faden mit einer Menge von  5 Liter pro Minute. Die !so gesponnene Seide  besitzt ebenfalls ein     mattes    Aussehen und  . zeigt den aus     Abb.    2 ersichtlichen Quer  schnitt.  



  <I>Beispiel 3:</I>  Dieselbe     Spinnlösung    wie in Beispiel 2  wird unter denselben Bedingungen     wie    in  Beispiel 2 auf einen.     gapillartiter    von 5 Den.  gesponnen, nur strömt die Spinnluft mit einer  Menge von 120 Liter pro     Minute    mit den    Fäden durch die     Spinnzelle.    Die nach die  sem Beispiel hergestellte Seide hat einen  edlen Mattglanz. Der Querschnitt ist aus       Abb.    3 ersichtlich.  



  <I>Beispiel</I>  Eine 24 %     ige    Lösung einer     Acetylzellu-          lose    (wie in Beispiel 1) in, einem Gemisch  von -60 Gewichtsteilen Aceton, 30 Gewichts  teilen Benzol und 10 Gewichtsteilen Sprit  wird auf dem Weg zur Spinndüse auf<B>60'</B>  vorgewärmt und dann in bekannter Weise  in einer Spinnzelle von 45   auf einen Einzel  titer von     6i/2    Den. versponnen. Die Trocken  luft strömt dem Faden mit einer Menge von  5 Liter pro Minute entgegen. Die so erhal  tene Seide besitzt ebenfalls einen nur wenig  verminderten Glanz und zeigt den in     Abb.    4  dargestellten Querschnitt.  



  <I>Beispiel 5:</I>  Dieselbe Spinnlösung wie in Beispiel 3  wird wie dort auf einen     Einzeltiter    von  5 Den. versponnen. Nur werden die Fäden  kurz nach ihrem Austritt aus der Düse mit  <B>100'</B> warmer Luft in einer Menge von  20 Liter pro Minute angeblasen und so eine  besonders     starke    Luftströmung verbunden  mit Luftwirbeln erzeugt. Die auf die Fäden  aufgeblasene Luft begleitet dieselben ent  weder ganz oder nur teilweise auf ihrem  Wege durch .die Spinnzelle, die ebenfalls auf  100       gehalten    wird. Die auf diese Art     her-          .gestellte    Seide hat einen edlen Mattglanz  ebenso wie die nach Beispiel 3 hergestellte  Seide.

   Der     Querschnitt    ist aus     Abb.    5 er  sichtlich.  



  <I>Beispiel 6:</I>  Arbeitet man wie     in    Beispiel 5, heizt aber  die Spinnlösung vor ihrem Austritt aus der  Düse auf 70   vor, dann besitzt die so ge  sponnene Seide einen nur sehr wenig vermin  derten Glanz und kommt einer hochglänzen  den Seide fast gleich. Der Querschnitt zeigt  die Form eines dünnwandigen     Schlauches    mit  sehr     grossem    Hohlraum im Innern. Siehe           Abb.        -6.        .Das    Zusammendrücken vieler     Ringe     ist auf     Schnittfehler    zurückzuführen.  



       Beispiel   <I>7:</I>  Eine Seide von demselben Charakter wie  in Beispiel 6 beschrieben, kann man auch da  durch erhalten, dass man nur 70   warme Luft       verwendet,    diese dem Faden entgegenführt  und die Luft .durch eine     Einschnürung    des  Schachtes unterhalb der Düse hindurchfuhrt  und     .so    eine besonders     .starke    Luftströmung  verbunden mit     Luftwirbeln    erzeugt.

   Die       Einschnürung    kann zum Beispiel dadurch er  folgen, dass     man    eine Blende, deren     Öffnung          .einen    Durchmesser von zirka 5 cm hat, zirka  5 cm unterhalb der Düse in den Schacht ein  führt. Vorteilhaft kann man auch die     Blen-          denöffnung    durch ein     angesetztes    Rohr von       derselben        Weite    auf einige cm verlängern.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von hohlen Iiunstseidefäden aus Acidylzellulose nach dem Trookenispinnverfahren, dadurch ge- kennzeichnet, .dass man die Acidylzellulose in einem Löser löst unter Zusatz eines Nicht- lösers, welcher einen höheren Siedepunkt hat als der Löser, die Spinnlösung vor ihrem Austritt aus der Düse auf erhöhte .Tempera tur anheizt und in ein gasförmiges Medium spinnt,
    dessen Temperatur unterhalb des Siedepunktes des Nichtlösers liegt. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Löser ein Gemisch von mehreren Lösern verwendet wird, des, sen Siedebeginn unterhalb des Siedepunk tes des Nichtlösers liegt. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, .da.ss als Nichtlöser ein Ge misch aus mehreren Nichtlösern Verwen dung findet, dessen Siedebeginn oberhalb des Siedepunktes des Lösers liegt. 3.
    Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet"dass als Nichtlöser ein Ge misch aus mehreren Nichtlösern verwendet wird, dessen Siedebeginn höher liegt als der Siedebeginn des Gemisches der Löser. .1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man in :der Spinn atmosphäre beschleunigte, aber lokalisierte Verdampfungsvorgänge auf dem Faden hervorruft.
CH150577D 1929-06-14 1930-06-05 Verfahren zur Herstellung von hohlen Kunstseidefäden aus Acidylcellulose. CH150577A (de)

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