Bnrhführungsgerät. Durch das den Gegenstand der Erfindung bildende Gerät wird bezweckt, die Führung einer kurz gefassten und doch übersichtlichen Buchhaltung zu fördern. Es eignet sich vor zugsweise für eine Buchführung, bei der bestimmte Arten von Geschäftsvorgängen in rascher Aufeinanderfolge für eine jeweils feststehende Anzahl von Kunden übersicht lich. niedergeschrieben werden soll, und die Niederschrift unmittelbar zur Abrechnung verwendet wird. Derartiges kommt beispiels weise vor in Molkereien und andern Be trieben, in denen von bestimmten Kunden Waren angeliefert und andere Waren an dieselben und andere Kunden abgegeben wer den.
Dabei führt jeweils dieselbe Person Buch und erteilt Quittung, die auch die Lieferungen entgegennimmt und abgibt. .Sie hat dabei, zumal in Molkereien, fast regel mässig nasse oder schmutzige Hände. Um die Buchführung trotzdem sauber zu erhalten, ist das Gerät so eingerichtet, dass neben einer Handauflage nur der jeweils benützte Teil des Buchungspapiers sichtbar, der übrige Teil aber verdeckt ist. Neben der eigentlichen Buchführung müssen auch die Quittungen (Milchkarten) für die einzelnen Kunden, die unmittelbar zur Abrechnung benützt werden, leicht zugänglich und in passender, ge drängter Form verwendbar sein.
Die Er findung erfüllt diese Bedürfnisse. Gemäss derselben besteht das Buchführungsgerät aus zwei Teilen, nämlich einem Teil, der sich durch zwei frei drehbare Walzen kennzeich net, welche zum Ab- bezw. Aufwickeln eines Papierstreifens dienen, der von der einen Walze durch einen Schlitz eines Tisches ge führt und über dem Tisch bis auf eine für die jeweiligen Eintragungen gebrauchte Länge verdeckt, zu der zweiten Walze ge führt ist, und einem Teil, der sich durch Schreibunterlagen kennzeichnet,
die um pa rallel in einem Rahmen gelagerte Wellen schwenkbar und einseitig mit einer Befe- stigungseinrichtung für Papierblätter ver sehen sind.
Die Zeichnung zeigt ein Ausführungs beispiel der Erfindung. Fig. 1 ist ein Grund riss des Gerätes Fig. 2 ein Schnitt nach A-B der Fig. 1; Fig. 3 ist ein Teilgrundriss, Fig. 4 eine Längsansicht der Fig. 3; Vig. 5 ist eine Queransicht der Fig. 1 mit aufge klappten Stützfüssen 5; Fig. 6 ist die untere Ansicht eines herausnehmbaren Teils des Ge rätes;
Fig. 7 ist ein Schnitt nach E-F der Fig. 3, Fig. 8 ein vergrösserter Teil desselben Schnittes.
Das Gerät besitzt ein pultartiges Gestell, das sich hauptsächlich aus einem obern Rahmen 1, vier Beinen 2 und zwischen den Beinen befestigten Führungen 3 und 4 zu sammensetzt. Zwei herausklappbare Stütz füsse 5 dienen dazu, das Gestell in die zum Schreiben bequeme schräge Lage zu bringen (Fig. 2 und 5). In den Rahmen 1 sind zwei Kästen 6 und 7 eingesetzt. Die Decke des Kastens 6, der keinen Boden hat, bildet einen Tisch B. Sie hat an beiden Längsseiten eine rinnenförmige Vertiefung 9 und in der Mitte einen Schlitz 10.
An ihrer Unterseite (Fig. 6) ist an zwei schwenkbaren Armen 11 eine Walze 12 unter dem Schlitz 10 drehbar gelagert. Zwei Blechstreifen 13, die parallel zur Papierebene (Fig.6) federn, halten die Arme in der Gebrauchsstellung. Die Walze 12 ist in bekannter Weise zum Festklemmen des Randes eines Papierblattes eingerichtet. An ihrem einen Ende ragt ein Knopf 14 aus dem Kasten 6 heraus, an dem man sie drehen kann. Auf der Oberseite des Kastens 6 ist eine der Walze 12 gleiche Walze 15 an um <B>180'</B> schwenkbaren Lenkern 16 gelagert. Die Lenker 16 sind in der Mitte zwischen den Vertiefungen 9 schwenkbar an dem Kasten 6 befestigt.
Die Kastenseitenwände@haben Aus- schnitte 17, in die der Hals eines Knopfes 18 der Walze 15 sich einlegt, wenn die Walze in eine von den Vertiefungen 9 gelegt wird. Ein Deckblech 19 ist an der Walze 15 drehbar gelagert. Es hat in der Mitte einen zylindrischen Teil, an den sich nach beiden Seiten gegengleich ein flacher Teil anschliesst; in seiner Mitte ist ein Griff 20 befestigt. Ein Papierstreifen 21 ist an der Walze 12 befestigt und von da durch den .Schlitz 10 unter dem Deckblech 19 hindurch zur Walze 15 geführt und auch an ihr befestigt.
An den beiden Aussenrändern des Deckbleches 19 sind Kopfbezeichnungen einer Längsteilung des Papierstreifens 21 angebracht, in der Regel in Gestalt von Ziffern.
Der Kasten 7 hat einen abnehmbaren Deckel 22, auf dessen oberer Seite ein Schreibblock 23 und an dessen unterer Seite ein Abreisskalender 24 befestigt ist. Die Be festigungsvorrichtung besteht aus einer Schraubklemme 25 auf dem einen Ende und einer federnden Klemme 26 auf dem andern Ende, von. welchen Klemmen die erste den ganzen Block, die zweite die losen Enden der Blätter des Blockes festhält. In. den Füh rungen 4 ist ein Rahmen 27 gleitbar ange ordnet, so dass er nach der einen Seite, und zwar in Fig. 2 nach der linken Seite, aus dem Gestell herausgezogen werden kann.
In dem Rahmen 27 ist ein weiterer Rahmen 28 (Fig. 7 und 8) gelagert. Der Rahmen 28 be steht aus vier fest miteinander verbundenen Blechleisten. Von den beiden Längsleisten 29 und 30 hat die eine, 29, an einem in der Rahmenebene liegenden Teil einen wulstartig zusammengebogenen, hochstehenden Rand, die andere, 30, einen ähnlich hochgebogenen Rand, der aber nicht zu einer geschlossenen Wulst gebogen ist, sondern an einem Teil der Aussenwand und an der Unterseite offen ist. Die Querleisten 31 des Rahmens 28 (Fig. 2) bilden Wulste vom Querschnitt eines rechtwinkligen Dreiecks, dessen rechter Winkel unten liegt und dessen schräge Seite nach dem Rahmeninnern gerichtet ist.
In dem Rahmen 28 sind Schreibunterlagen 32 aus Blech an parallelen Wellen 33 gelagert. Die Wellen 33 sind in Löchern drehbar, die an den Innenseiten der wulstartigen Ränder der Längsleisten 29 und 30 angebracht sind. Ein Verschlussstreifen 34 des teilweise of fenen wulstförmigen Randes der Leiste 30, der durch einige Schrauben 35 befestigt ist, verhindert eine Längsverschiebung der Wel len 33 in dem Rahmen 28.
Jede Unterlage 32 hat als Griff und Weiser eine vorsprin gende Ecke 36 (Fig. 3). Am obern und untern Rande der Unterlage 32 sind Falze 37 an gebracht, die als Befestigungsvorrichtung für die Papierblätter 38 dienen. Die äusserste Unterlage legt sich. gegen die schräge Seite der Leiste 31, die übrigen Unterlagen, eine nach der andern, darauf, so dass die Weiser 36 mit darauf angebrachten Kennzeichen, Buchstaben oder Ziffern, nebeneinander sichtbar werden.
In der Führung ,3 ist ein Rahmen 39 ver schiebbar und darin ein Rahmen 40, die bis auf die Länge den Rahmen 27 und 28 glei chen. In dem Rahmen 40 sind Unterlagen 41 gelagert, die bis auf die Breite den Unter lagen 32 gleichen.
Die Benutzungsweise des Gerätes soll bei spielsweise in der Anwendung für einen Mol kereibetrieb beschrieben werden: Der Papierstreifen 21 dient der eigent lichen Buchführung der Molkerei. Er enthält auf seinen beiden Seiten die gesamte Monats niederschrift der Milchanlieferung und Wa renabgabe. Er ist so eingeteilt, dass immer auf den Seiten eines Querstreifens einerseits die Eingangs-, anderseits die Ausgangsposten für einen Tag und für sämtliche Lieferer gebucht werden können. Während die jeweils für einen Tag erforderliche Schreibfläche stets zwischen dem Schlitz 10 und dem Deckblech 19 offen liegt, ist der gesamte übrige Streifen durch den Tisch 8 und das Deckblech 19 vollkommen gedeckt.
Ein sol cher eintägiger .Streifen bleibt stets zwischen dem Schlitz 1,0 und dem Deckblech 19 un verdeckt, während der gesamte übrige Strei fen durch den Tisch 8 und das Deckblech 19 bedeckt sind. Legt man die Walze 15 von der in Fig. 1 und 2 dargestellten Stellung nach rechts um, so erscheint die Rückseite des in Fig.l sichtbaren Querstreifens auf dem Tisch, wiederum zwischen dem Schlitz 10 und dem Deckblech 19, und zwar rechts des Schlitzes 10. In den Zwischenstellungen kann man die schon beschriebenen Quer streifen der letzten Tage sehen, die sich unter dem Deckblech 19, befinden, bevor sie auf die Walze 15 aufgewickelt werden.
Bei der Eintragung dient der Tisch 8 oder das Deckblech 19 als Handauflage; der Papier streifen wird also nicht durch schmutzige oder nasse Hände beschädigt, die Schrift nicht verwischt.
Auf den Unterlagen 32 ist einseitig die einmonatliche Abrechnung eines einzelnen Lieferers angegeben, dessen Kennzeichen übereinstimmend mit dem Kopf der Längs teilung, der auf dem Rande des Deckbleches 19 angebracht ist, auf dem Weiser 36 steht.
Der Vorgang der Buchung ist folgender: Zunächst wird die abgelieferte Menge, zum Beispiel Milch, auf der Vorderseite des Streifens 21 in der in Fig.l dargestellten Stellung gebucht, dann auf der Abrechnungs karte 38 des Lieferers, zum Beispiel des Lieferers 1, die in Fig. 3 und 4 sichtbar ist. Diese Karte kann unter Benutzung des Wei- sers 36 als Griff umgeblättert werden wie ein Buch, ohne dass sie berührt wird.
Bei der Eintragung dient die Rückseite der da nebenliegenden Unterlage 2 als Handauflage, so dass wiederum die Abrechnungskarte 38 gegen Beschädigung geschützt ist, ebenso wie die übrigen zurzeit nicht gebrauchten Ab rechnungskarten. Dann wird die Walze 15 mittelst des Handgriffes 20 nach rechts um gelegt und auf der Rückseite des Papier streifens 21 die Entnahme desselben Lie ferers gebucht, zum Beispiel Butter, Käse, Magermilch. Dieselbe Buchung wird dann auf der Abrechnungskarte 38 eingetragen.
Die auf den Unterlagen 41 zu befesti genden Karten sind Abrechnungskarten, die nen jedoch für Kunden, welche regelmässig Waren entnehmen und nachträglich zusam men bezahlen.
Beim täglichen Betriebsschluss sind in senkrechten Reihen auf dem Papierstreifen 21 alle Ein- und Auslieferungen sichtbar. Ebenso können auf den Abrechnungskarten die gelieferten und entnommenen Mengen in Geld umgerechnet und voneinander abge zogen werden. Bei der monatlichen Abrech nung sind auf dem Papierstreifen 21 alle Lieferungen und Entnahmen eines Lieferers in wagrechten Reihen nebeneinander vor handen und können gleichfalls ohne weiteres zusammengezählt werden, ebenso die täg lichen Summen. Auch die- Abrechnungs- härten der einzelnen Lieferreue können jetzt nach Mengen und Werten zusammengezählt werden.
Ohne Umbuchung kann daher die Monatsabrechnung sowohl der Molkerei als der einzelnen Lieferer und sonstigen Kun den am Monatsende ausgeführt ausgeführt werden.