Verfahren zur Erzeugung von Brennstaub. Es ist vorgeschlagen worden, den bei der Verschwelung von Braunkohlen entstehenden Halbkoks als Brennstoff für Kohlenstaub feuerungen irr den Handel zu bringen und ihn dann später an irgend einer Bedarfsstelle zu mahlen. Der Erfindung gemäss wird da hingegen der Brennstoff unmittelbar nach der Verkokung gemahlen. Dieses Verfahren bietet sehr wiehtige Vorteile.
Nach der Verkokung befindet sich der Brennstoff in einem ungemein lockeren Zu stande, in dem er sich für die Vermahlung vorzüglich eignet. In diesem Zustande neigt der Brennstoff aber anderseits ausserordent- zu Absorption von Wasserdampf und Gasen aus der Luft, so dass er ganz schnell ins besondere Feuchtigkeit aufnimmt, die nicht nur die Vermahlung erschwert, sondern auch den ermahlenen Brennstaub ungünstig beein- flusst. Schon in der kurzen Zeit,
während welcher die Proben im Laboratorium zur Heizwertbestimmung bearbeitet werden, zeigt sich eine Aufnahme von 3-4 ,:ö Feuchtig keit. Im Laufe längerer Lagerung des Koks steigt der Feuchtigkeitsgehalt, je nach der Dauer und der Umgebung, bis zu 20 0/0.
Dadurch, dass der Brennstoff unmittelbar nach der Verkokung, also unter Ausschal tung der die Absorption von Feuchtigkeit veranlassenden Bedingungen, vermahlen wird, hat er beim Vermahlen den hierfür atü besten geeigneten Zustand und ist auch der er- mahlene Brennstaub von besonders guter Be schaffenheit.
Was die Einwirkung des Feuchtigkeits gehaltes auf die Leistungsfähigkeit der Mühle anbetrifft, so ist beobachtet worden, dass die Leistung der Mühle um 25 % zurückgeht, wenn die Feuchtigkeit von 2 % auf 4 % gesteigert wird.
Die Verringerung der 112ühlen- leistung infolge der Feuchtigkeit ist gleich bedeutend mit einer Zunahme des Kilowatt stundenverbrauches für die Gewichtseinheit des ermahlenen Staubes. Der Feuchtigkeits gehalt des Staubes spielt aber auch bei seiner Verwendung eine bedeutsame Rolle.
Abge sehen davon, dass beim Verbrennen die Lei stung durch höheren Feuchtigkeitsgehalt grundsätzlich herabgedrückt wird, zeigt sich auch, dass die Verbrennungsbedingungen von nach dein Verfahren hergestelltem Brenn- staub deshalb verbessert sind, weil in den Punkten, wo höchste Temperatur erwünscht ist, weniger Wärme zur Verdampfung der Brennstoffeuchtigkeit entzogen wird.
Dabei ist es bemerkenswert, dass der einmal aus nahezu trockenem Koks ermahlene Brenn- staub weit weniger als der Koks selbst zur Aufnahme voll Feuchtigkeit neigt. Der Brenn- staub, der mit nur ganz geringem Feuchtig keitsgehalt ermahlen wurde, ändert also diesen Gehalt nicht nennenswert.
Es ist aber be obachtet worden, dass Schwankungen für Feuchtigkeitsgehalt des Brennstaubes beim Verbrennen Änderungen in der Zuführungs geschwindigkeit des Staubes bis zu 30 /o notwendig machen, um, wenn es sieh nrn Dampferzeugung handelt, bei sonst gleichen Verhältnissen eine gleichbleibende Dampf erzeugung zu erzielen. Eine gleichmässige Brennstaubzufuhr hat zudem ohne weiteres eine Schonung des Mauerwerkes des Feuer raumes zur Folge.
Schliesslich ist es ohne weiteres klar, dass ein Staub mit grösserem FeuchtigkeitsgehaltzurKlumpenbildung neigt, die beim Transport, in der Förderanlage und in den Sammelbehältern sich störend bemerk bar macht, im übrigen auch schon in der Mühle selbst nachteilig . wirken muss. Auch das wird durch die Erfindung verhütet. Hinzu kommt noch für viele Verwendungszwecke (metallurgische, keramische) die grosse Rein heit des Brennstaubes, da durch dasselbe Verfahren auch schädliche Gase von dem Eintritt in den Brennstoff abgehalten werden.
Die geschilderten Vorteile stellen sich erhöht ein, wenn der Brennstoff nach der Verkokung unter Luftabschluss gekühlt und vermahlen wird.
Als Verkokung im Sinne der Erfindung ist jede vollständige Entgasung oder auch teilweise Vergasung zu verstellen.
Die Entgasung oder Teilvergasung, ein schliesslich der Trocknung des Rohbrenn stoffes, geschieht, zumal für wasserreiche, holzige und bituminöse Brennstoffe, verteil- haft in einer als Grasfeuerung betriebenen Halbgasfeuerung, wobei die flüchtigen Be standteile des Rohbrennstoffes das Gas für den Betrieb hergeben können. Indessen sind auch andere Arten der Wärmebehandlung möglich.
Zwischen die hierzu dienernde Einrichtung und die lfühle ist vorteilhaft eine Naeh- garungskarnnner einzuschalten, in welcher noch nicht genügend entgaste oder teilweise vergaste Brennstoffteile nachgaren können. Gleichzeitig kann diese Kammer als Aus gleichspeicher dienen, wenn die Mengen des behandelten Brennstoffes ungleichmässig sind.
Es ist ratsam, auch in der Mühle dafür zu sorgen, dass der Brennstoff nicht Wasser dampf oder schädliche Gase aus der Um gebung -aufnehmen kann; zumal wenn er, wie es zweckmässig ist, vorher durch Hin- durchdrücken durell wassergekühlte Röhren gekühlt wurde, so dass er also den in seiner hohen Temperatur liegenden Schutz gegen das Eindringen von Wasserdampf und schäd lichen Gasen verloren hat. Dieses Ziel lässt sich dadurch erreichen, dass die Vermahlung des Brennstoffes in Anwesenheit eines inerten Gases erfolgt.
Dieses wird vorteilhaft in Form eines Stromes durch die Mühle hindurchge führt, der dann auch gleichzeitig die Ab kühlung des Gutes in der Mühle übernehmen kann. Diese Vermahlung in Anwesenheit eines inerten Gases ergibt noch den weiteren Vorteil, dass in dein ermalilenen Staub zwi schen den feinen Staubteilchen Reste von inertem Gas verbleiben, die bei dem etwaigen Versand des Staubes einen erhöhten Schutz gegen das Eindringen von schädlichen Gasen bildet).
Der unmittelbare Anschlug des Mahlvor- ganges all die Verkokung ermöglicht auell die Zusammenfassung dieser Massnahmen zu einem kontinuierlichen Betrieb, bei dem also nur immer so viel Rollbrennstoff verkokt wird, als in derselben Zeiteinheit zu ver- mahlen ist; wobei die zwischengeschaltete Nachgarungskaminer, wie schon erwähnt, als Ausgleicher dienen kann.
Durch diesen kontinuierlichen Betrieb wird die Wirtsehaft- lichkeit erhöht und die Anlage kleiner, be sonders wenn es sich um sehr wasserreiche Rohbrennstoffe handelt.