<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren und Vorrichtung zur absatzweisen Herstellung von Röhren u. dgl. aus
Blei oder ähnlichem Material.
EMI1.1
<Desc/Clms Page number 2>
des feststehenden zylindrischen Formstückes B, dessen äusserer Durchmesser dem Aussendurchmesser der herzustellenden Röhre entspricht. Das Formstück B ist mit bis in den Absatz b reichenden Längs- rillen b2 für den Durchgang von geschmolzenem Blei aus dem Behälter A versehen. GIeiehachsig zum feststehenden Formstück B ist ein hin und her gehendes hohlzylindrisches Formstück C angeordnet, dessen innerer Durchmesser dem Aussendurchmesser der zu formenden Röhre und des feststehenden
Formstückes B gleichkommt.
Beim unteren Ende ist an der Innenwand des beweglichen Formstückes C eine ringförmige Fangrinne c von solchem Fassungsvermögen angebracht, dass sie eine bestimmte, zum
Anfügen an das in der Herstellung begriffene Röhrenstück dienende Bleimenge aufzunehmen vermag.
Das Innere des Hohlkernes ss2 wird mittels eines Kühlrohreinsatzes B durch Wasser-od. dgl. Kühlung kühl gehalten, während ein isolierender Luftraum b3 zwischen dem Kühlrohreinsatz und dem unteren
Teil des Formstückes B dessen Abkühlung hintanhalten soll, um so ein Erstarren von Blei aussen auf dem Formstüek B zu vermeiden, was sonst die Bewegung des Formstückes C beeinträchtigen würde
Die Teile A, 0, B und B können aus'Gusseisen bestehen ; indessen ist die Verwendung von
Bessemer-Stahl für die Teile B, B2 zu empfehlen, wenn Röhren von geringem Durchmesser hergestellt werden sollen.
Der Kühlrohreinsatz besteht aus einem in dem Formstück B emporgeführten Rohr D mit in den
Hohlkern B2 passendem Ringkopf d und'einem das Rohr D axial durchsetzenden Innenrohr E für den
Zufluss der Kühlflüssigkeit. Diese tritt oben in den Kühlraum b4 des Hohlkernes B2 und fliesst durch , den Zwischenraum zwischen den Rohren D und E ab. In den trennenden Isolierraum b3 um den Kühl- rohreinsatz, der oben durch den Kopf dbegrenzt wird, kann die isolierende Luft durch eine untere Öffnung b5 eingelassen werden. Das Kühlrohr D ist in der Höhenrichtung einstellbar, so dass die Grösse des Kühl- raumes b4 über dem Kopf d und dadurch die Kühlwirkung im Hohlkern verändert werden kann.
Wenn das bewegliche Formstück C aus der in Fig. 1 gezeichneten Stellung abwärts geht, nimmt es den unteren Teil des in der Herstellung begriffenen Röhrenstückes X mit, da ein Teil des erstarrten
Metalles desselben in der ringförmigen Fangrinne c des Formstückes C eingelagert ist. Dabei kommt im weiteren Verlauf der Bewegung das untere Ende des innerhalb des Formstückes C stehenden Röhren- stückes an den Absatz b des feststehenden Formstückes B heran, so dass das Röhrenstück Z angehalten wird.
Dagegen setzt das Formstück C seine Abwärtsbewegung fort und treibt die bisher die Ringrinne c anfüllende Metallmenge quer einwärts an das Material des Röhrenstückes unter Verfestigung und Verdichtung der Metallmasse heran, womit gleichzeitig eine Fortbildung des Röhrenstückes nach oben hin stattfindet, indem dieses um ein entsprechendes Mass oben aus dem Formstück C vorgeschoben wird.
Das Formstück C geht alsdann wieder in die Höhe, nimmt in der Rinne c eine frische Menge flüssigen Metalles, die durch die Rillen b2 Zutritt zu der Rinne hatte, mit und bringt den Inhalt der Rinne c etwa auf der Höhe des Kühlraumes b4 vermöge der dort herrschenden Kühlwirkung an dem in der Herstellung begriffenen Röhrenstück zum Erstarren,
so dass dieses'von jetzt an wieder der Bewegung des Formstückes 0 folgen muss und der Vorgang von neuem beginnen kann. Auf diese Weise wird durch die hin und her gehende Bewegung des Formstückes 0 das Röhrenstück im Aufbau von unten unter schrittweisem Einfügen von Metall stückweise verlängert.
Form und'Grösse der den stückweisen Anbau von Metall bestimmenden Rinne c können verschieden sein. Eine solche Rinne kann auch im feststehenden Formstück oder in beiden Formstücken zugleich angebracht werden. Auch ist die Querschnittsform der zu formenden Röhre im wesentlichen ohne Belang.
EMI2.1
Nachstehend sind einige Beispiele solcher Abänderungen beschrieben. Bei der Ausführungsform der Fig. 4,5 und 6 wird das seitwärts zu drängende Anbaumetall nicht seitlich nach innen, sondern nach aussen getrieben. Hier wird die Raumerweiterung zwischen den Formstücken B, C zur Aufnahme der anzufügenden Metallmasse durch eine nach unten konisch verlaufende Verengerung b8 des inneren feststehenden Formstückes B gebildet. Im übrigen sind die Teile, welche jenen der ersten Ausführung entsprechen, mit denselben Bezugszeichen versehen.
Das geschmolzene Metall tritt aus dem Metallbade a ringsum dentversengten Teil b8 des Formstückes B m den dort vorhandenen freien Ringraum ein, wenn dasFormstückC in seine Tiefstellung (Fig. 5) niedergeht und kommt dort infolge der kühlenden Wirkung des Hohlkernes Bawenigstens teilweise zum Erstarren.
Die Verdichtung des Metalles in diesem erweiterten Raum erfolgt unter Zuhilfenahme von einwärts springenden Klauen e am unteren Ende des hin und her gehenden Formstückes 0, welche bei Hochgehen desselben das teilweise erstarrte Anbaumetall längs dem konisch verengten Kernteil b8 mitführen, so dass durch die Keilwirkung desselben das Metall in der Richtung radial nach aussen an das in Bildung begriffene Röhrenstück herangepresst und dadurch die stückweise Fortbildung desselben in Längsrichtung nach obenhin gesichert wird.
Geht das Formstück C hernach wieder nach abwärts, dann bleibt das in Bildung begriffene Röhrenstück X in Ruhe und flüssiges Metall dringt von neuem zwischen den verengten Kernteil b8 und die Innenwand des Formstückes C ein, während die Rippen b am Formstück B alles etwa an den Klauen ei hängen gebliebene Metall von diesen abstreifen.
Fig. 7 und 8 zeigen Ausführungsformen, bei welchen das äussere Formstück C feststehend und das innere Formstück B mit dem gekühlten Hohlkern B längsverschiebbar angeordnet ist. Fig. 7 zeigt die analogen Verhältnisse für das Arbeitsverfahren nach Fig. 1-3, während die Ausführung nach Fig. 8
<Desc/Clms Page number 3>
dem Arbeitsverfahren der Fig. 4-6 entspricht.
In beiden Fällen ist das Formstück B samt seinem Hohlkern B2 hin und her beweglich, dagegen das Formstück C mit seinem oberen Ende in den Boden des das Metallbad a enthaltenden'Behälters'A eingeschraubt und am Umfang durch ein Kühlwasserbad F
EMI3.1
enthaltene Metall beim Niedergang des Formstückes B unter Mithilfe des Absatzes b desselben aus der Erweiterung c heraus und einwärts an das in Bildung begriffene Röhrenstück X herangepresst, während in Fig. 8 das anzufügende Metall beim Aufwärtsgang des Formstückes B vermöge des konischen Anzuges des Hohlkernes J32 desselben durch Druck in Richtung nach auswärts an das in Bildung begriffene Röhrenstück fest angefügt wird ; wobei die nach einwärts vorspringenden Klauen el des Formstückes a als Widerlager dienen.
Bei den Ausführungsformen nach Fig. 4, 5, ss, 7 und 8 wird die Kühlung des Hohlkernes J32 jeweils durch einen Kühlrohreinsatz von der bei der ersten Ausführungsform beschriebenen Art bewirkt. Die Teile desselben sind mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
Fig. 9 zeigt eine Anlage zur gleichzeitigen Herstellung einer ganzen Reihe von Röhren aus Blei gemäss dem mit Bezug auf Fig. 1-3 beschriebenen Verfahren. Hier werden alle längsverschiebbaren Formstücke C von einer Winkelschiene 0 getragen, die an einem Flanschstück H einer auf und nieder gehenden Platte I befestigt ist. Letztere wird durch auf Bügel J an einer Gestellplatte lotrecht geführt und erhält ihren Antrieb durch mehrere Exzenter K auf einer umlaufenden Welle L. Die Exzenter K bewegen die Exzenterstangen k hin und her, die durch Zwischenstangen kl unter Einschaltung eines
EMI3.2
Sämtliche Kühlrohreinsätze der Formstücke B werden durch ein gemeinsames Kühlwasserverteilrohr M gespeist, dessen Zweigstutzen m mit den Kühlwassereinspritzrohren B verbunden sind.'Gegebenenfalls kann auch der vorspringende Flanschteil il der Platte I für Kühlung eingerichtet und durch Leitungen N, n mit einer Kühlflüssigkeit speisbar sein.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur absatzweisen Herstellung von Röhren u. dgl. aus Blei oder ähnlichem Material mit Hilfe von zueinander relativ beweglichen Formstücken unter Kühlung des Materiales, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Relativbewegung der Formstücke, welche nach Abkühlung des bei der vorangegangenen Relativbewegung in den dabei entstandenen Hohlraum eingetretenen Materials bis zu dessen teilweiser Erstarrung erfolgt, eine Verdrängung dieses teilweise erstarrten Materiales unter Verdichtung desselben durchgeführt wird.