<Desc/Clms Page number 1>
Turbinenlokomotive.
Bei Lokomotiven, bei denen die Triebräder durch Turbinen mittels Kurbeln und Pleuelstangen, beispielsweise mit Hilfe von Zahngetrieben, betätigt werden und welche mit einem Kesselwagen und einem auf einem besonderen Wagen befindlichen Kondensator versehen sind, ist in Vorschlag gebracht worden, Aggregate von Zahngetriebesystemen mit Turbine auf dem Kondensationswagen anzubringen. Bei grösseren Lokomotiven hat es sich dabei als schwierig erwiesen, innerhalb des beschränkten Raumes ein Zahngetriebesystem mit einer Turbine anordnen zu können, die den ganzen Kraftbedarf der Lokomotive liefern kann.
Die Erfindung betrifft eine Anordnung an Lokomotiven der erstgenannten Art und bezweckt, die Turbinensysteme nebst zugehörigen Triebvorrichtungen derart anzuordnen, dass viel kräftigere Lokomotiven hergestellt werden können, als es bisher der Fall war. Die Erfindung besteht im wesentlichen da-in, dass ein oder mehrere Hochdruckturbinensysteme nebst zugehörigen Triebvorriehtungen, z. B.
Zahngetrieben, auf dem Kesselwagen und ein oder mehrere Niederdruckturbinensysteme mit zugehörigen Tnebvorrichtungen, z. B. Zahngetrieben. auf dem Kondensatorwagen angeordnet sind. Dadurch wird der Vorteil erreicht, dass die erforderliche. federnde oder gelenkige Dampfleitungsverbindung zwischen den beiden Wagen durch eine Dampfleitung von kleinerem Durchmesser benutzt werden kann, als wenn zwei voneinander unabhängige Turbinensysteme auf jedem Wagen angeordnet werden, wobei die genannte Verbindung durch eine Abflussleitung von einer Turbine nach dem Kondensator hergestellt werden muss, welche viel grösseren Durchmesser besitzt.
Die Zeichnung veranschaulicht in Fig. 1 und 2 zwei Ausführungsformen der Erfindung.
Der Kesselwagen ist mit 1 und der Kondensatorwagen mit 2 bezeichnet. Bei der Ausführungsform nach Fig. 1 wird ein Zahngetriebesystem mit Turbine auf jedem Wagen benutzt, wobei das Hochdrucksystem auf dem Kesselwagen und das Niederdrucksystem auf dem Kondensatorwagen angeordnet ist.
Das Hochdruckturbinensystem ist mit 3 und das Niederdruckturbinensystem mit 4 bezeichnet. Der Abdampf von dem Turbinensystem 3 wird nach dem Turbinensystem 4 von einem Wagen zum andern geführt und in der Dampfverbindungsleitung zwischen den Systemen wird ein Gelenk oder eine federnde
Verbindung 5 angeordnet. Der Abdampf vom Turbinensystem 4 wird in den Wasserbehälter des Kondensators direkt hineingeleitet.
Jede Turbine ist mit einem Zahngetriebe verbunden, das die Bewegung auf die Triebräder mittels Kurbel und Pleuelstangen überträgt. Diese Turbinensysteme mit Zahngetrieben können auch an einer andern Stelle der betreffenden Wagen, beispielsweise im vorderen Teil des Kesselwagens und im hinteren Teil des Kondensatorwagens angeordnet sein ; es ist jedoch vorteilhafter die Systeme derart anzuordnen, dass möglichst kurze Dampfleitungen benötigt werden.
Fig. 2 zeigt eine Ausführungsform der Erfindung, die mit zwei Turbinensystemen mit Zahngetrieben auf jedem Wagen versehen ist, wobei diese Systeme an den beiden Enden jedes Wagens angebracht sind, und auch in diesem Falle die Systeme des Kesselwagens als Hochdruckturbinen und die Systeme des Kondensatorwagens als Niederdruckturbinen ausgebildet sind. Aus Fig. 2 ist ersichtlich, wie der Abdampf vom System 6 am vorderen Ende des Kesselwagens nach dem System 7 am hinteren Ende des Kesselwagens und dann nach dem System 8 am vorderen Ende des Kondensatorwagens geleitet wird und von hier zu dem System 9 am hinteren Ende des Kondensatorwagens geführt wird, um schliesslich nach dem Wasserbehälter des Kondensatorwagens 2 zu strömen.
Die Dampfleitung zwischen den beiden Wagen ist auch in diesem Falle mit einem Gelenk oder einer federnden Verbindung 5 versehen. Die Turbinen können
<Desc/Clms Page number 2>
auch in anderer Weise angeordnet werden, wenn nur der Abdampf von den Turbinen des Kesselwagens nicht direkt nach dem Kondensator geleitet wird, denn dabei würde eine Abflussleitung mit allzu grossem
Durchmesser erforderlich sein, uni eine zweckmässige Anordnung eines Gelenkes oder einer federnden Verbindung zu ermöglichen. Die Zahngetriebesysteme mit T, lrbinen können auf Drehgestellen oder festen Gestellen angeordnet werden. Das System 6 (Fig. 2) ist auf einem Drehgestell angeordnet, weshalb die
Dampfleitungen nach demselben gelenkig oder federnd, ausgebildet sein müssen.
Das System 9 ist auf dem Kondensatorgefäss oder dem Wagengestell angeordnet. Das am hinteren Teil des Kesselwagens befindliche Triebwerk wird zweckmässig unterhalb des auf dem Kesselwagen befindlichen Kohlen- behälters 10 angeordnet.
PATENT-ANSPRüCHE :
1. Turbinenlokomotive, bei der die Triebräder der Turbinen mittels Kurbeln und Pleuelstangen, beispielsweise mit Hilfe von Zahngetrieben, betätigt werden. wobei ein Kesselwagen und eine auf einem besonderen Wagen befindliche Kondensatorvorrichtung vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, dass ein oder mehrere Hochdr ckturbinensysteme nebst zugehörigen Triebvorrichtungen auf dem Kesselwagen und ein oder mehrere Niederdrucksysteme mit zugehörigen Triebvorrichtungen auf dem Kondensator wagen angeordnet sind.