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Verfahren zur Herstellung von Essig.
Bei dem bekannten Sehützenbach-Verfahren zur Herstellung von Essig, bei welchem einem mit Hobelspänen gefüllten Behälter, dem Essigbildner, von oben ein der Essiggärung fähiges Fliissigkeits- gemisch und von unten Luft zugeführt wird, entstehen durch Mitreissen des flüchtigen Alkohols durch die aufsteigende Luft Verlust an Alkohol, die bei den besten Ausführungen der Vorrichtungen mindestens 20% betragen. Um diese durch ungenügende Verdichtung der Dämpfe im oberen Teil des Essigbildners verursachten Alkoholverluste zu vermindern, hat man besondere Kondensatoren ausserhalb des Essigbildners angeordnet, durch welche die Dämpfe hindurchgeschickt werden.
Derartige Aussenkonden- satoren sind jedoch kostspielig, nehmen viel Raum ein und arbeiten unter anderem auch deshalb unzufriedenstellend, weil infolge der bei solchen Kondensatoren aus konstruktiven Gründen unvermeidlichen beträchtlichen Verringerung des Durchzugsquerschnittes die Dämpfe die Kondensatoren zu rasch durchziehen und sich daher nur ungenügend verdichten können.
Gemäss der vorliegenden Erfindung werden die Alkohol verluste beim Schützenbachschen Verfahren dadurch ausgeschaltet und die Anordnung von Aussenkondensatoren dadurch erübrigt, dass man das aufzugiessende Essiggut auf Temperaturen unter 10 C kühlt. Dabei wird im Gegensatz zur bekannten Verfahrensweise, bei welcher mit Temperatur der Aufgussflüssigkeit von etwa 20-35 C gearbeitet wird, praktisch eine vollständige Kondensierung der Dämpfe im oberen Teil des Bildners erreicht, da infolge des gleichbleibenden Querschnittes die Luft die Kondensationszone im Bildner nur langsam durchströmt und genügend Zeit findet, die mitgerissenen Dämpfe an die von der kalten Aufgussflüssigkeit benetzten Hobelspänen abzugeben.
Ferner ist man durch Regelung der Temperatur der Aufgussflüssigkeit in der Lage, in einfachster Weise während des Betriebes die Kondensationszone, dem Bedürfnis entsprechend, zu vergrössern oder zu verkleinern und damit in Wechselwirkung die E-1sigbildungszone in ihrer Grösse
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gemäss vorgeschlagen, Hand in Hand mit der Kühlung der Aufgussflüssigkeit auf Temperatur unter 10 C, die Temperatur der Luft und ihre Durchzugsgeschwindigkeit derart zu regeln, dass das durch die Verwendung starkgekühlten Essiggutes ungünstige Verhältnis zwischen der Essigbildungszone und der Konden- sationszone verbessert wird,
so dass die Leistungsfähigkeit des Bildners in bezug auf seinen Fassungs- raum und bei Arbeiten mit Flüssigkeiten verschiedenen Alkoholgehaltes jeweils auf das Optimum gebracht wird.
So wird bei der an sich bekannten Massnahme der Einleitung von Luft in verschiedener Höhe des Bildners die Temperatur dieser Luft in den verschiedenen Zonen verschieden gewählt, um örtliche Überhitzung im Bildner hintanzuhalten, und schliesslich wird durch Absaugen der Luft aus dem Essigbildner und durch Einstellung von Regelschieber an den Lufteintrittsstellen im Bildner eine Luftverdünnung erzeugt, welche für die Durchführung des Verfahrens als zweckmässig sich erwiesen hat.
Das Verfahren soll an Hand einer beispielsweisen Ausführung einer hiefür dienlichen Vorrichtung beschrieben werden.
Fig. 1 der Zeichnung stellt eine Anlage zur Essigherstellung nach dem erfindungsgemässen Verfahren in Aufriss dar.
Fig. 2 ist ein teilweiser Schnitt durch denselben.
Das Flüssigkeitsgemisch wird durch das Rohr s gedrückt, das in einen Behälter b mündet, aus welchem das Gemisch mit Hilfe der Pumpe c abgezogen und in die Rohre . e, f und g geschickt wird.
Das Rohr d reicht über das Rohr e, mit welchem es in Verbindung steht, hinaus und ist an das Rohr d !
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werden) ann. Das Rohr g hat bei der dargestellten Ausführungsform drei, je durch ein Ventil i geregelte Auslässe 11. Das Gemisch wird in der nachfolgenden Weise auf eine gewisse vorbestimmte Temperatur gekühlt.
Das Rohr a ist von einem Wassermantel i umgeben, durch welches Wasser strömt, das in das Rohr k eingedrückt und von diesem durch die Leitungen m, m'zum Wassermantel geführt wird. Von diesem fliesst das Wasser durch die Rohre n, n'wieder ab, u. zw. mündet das Rohr n'in irgendeinen Abzugskanal. Eine Kältemaschine o drückt eine Kälteflüssigkeit durch die im Behälter b liegende Schlange p und dient dazu, das Gemisch auf die gewünschte und vorbestimmte Temperatur zu kühlen, bevor es durch die umlaufende Pumpe c zum Generator A gefördert wird.
Durch das Rohr q wird in einen Behälter r Luft zugeführt, die durch Passieren durch eine geeignete, angesäuerte Flüssigkeit, z. B. verdünnte Essigsäure oder verdünnte Schwefelsäure gereinigt, sterilisiert und befeuchtet wird. Vom Behälter r wird mit Hilfe eines Luftkompressor (schematisch bei t dargestellt) die Luft durch das Rohr s abgesaugt und durch das Rohr u hindurchgedrückt, das durch den Wasser-
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mantel t'und eine Salzkühleinrichtungen w hindurchgeht. Der Wassermantel v wird vom Wasser beschickt, das durch die Wasserrohre k, x geffihrt wird ; und das Wasser fliesst von diesem Mantel v durch das Rohr y zum vertikalen n'und durch letzteres zum Abzugskanal.
Die Salzkühleinrichtung w wird mit einer Salzlösung beschickt, die durch die Kältemaschine o hindurchgedrückt wird und wobei der Kreislauf durch die Rohre M)'und tp vor sich geht. Die Luft wird hiedurch in ihrer Temperatur regelbar.
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Abteile des Bildners regeln.
Die Stellung eines jeden Schiebers 15, 15', 15"wired mittels der Wellen 16 mit Zahnräder 17 unabhängig gesteuert, die je mit einer Zahnstange 18 in Eingriff stehen, die am Schieber befestigt ist.
Bei ihrem Durchgang durch das unterste Abteil 8/wird die Luft verbraucht und beim Austritt aus diesem Abteil trifft diese verbrauchte Luft mit der frischen zusammen, welche in der Leitung und durch die Öffnungen . derselben austritt und nach aufwärts durch das Zwischenabteil 8'strömt.
Bei seinem Durchgang durch das letztere wird das Gemenge von frischer und verbrauchter Luft mehr und mehr sauerstoffarm, und bei seinem Austritt aus dem Mittelabteil 8'trifft der Luftstrom wieder mit frischer Luft zusammen, die durch die Leitung 13 und die Öffnungen l'strömt. Dieses Gemenge von verbrauchter und frischer Luft streicht nun nach aufwärts durch das oberste Abteil 8 und trifft darin mit dem zufliessenden Flüssigkeitsgemisch zusammen. Die Temperatur dieses letzteren liegt unter 10 C und ist so niedrig gewählt, dass die vom Luftstrom mitgerissenen Dämpfe praktisch vollständig kondensiert werden. In dem Masse als das Flüssigkeitsgemisch nach abwärts fliesst, wird es immer weniger und weniger kühl und bald ist seine Temperatur auf jene gestiegen, bei welcher der Oxydationsprozess stattfindet.
Aus dem Abteil 8 fliesst die Luft durch die Löcher 7 in den gelochten Verteilungsdeckel 6 und von dort nach aufwärts durch das Kaminabzugsrohr M, in dem eine Klappe 19 eingebaut ist.
Um in dem Kamin 18 einen Zug zu erzeugen, ist ein Ventilator 20 aus säurebeständigem Material darinnen eingebaut und durch eine Stufenscheibe 22 angetrieben, welche mittels eines Riemens mit einer weiteren Stufenscheibe 23 gekuppelt ist, die auf einer Welle 24 sitzt, die von einem durch die Strömung des Flüssigkeitsgemisches im Rohre f betätigten Propeller 25 angetrieben wird. Die Wirkung dieses Ventilators besteht ferner darin, den auf den Essigpilzen im Innern des Generators A lagernden Druck zu vermindern und dadurch die Vermehrung desselben zu erleichtern.
Das Verfahren zur Essigerzeugung nach Schützenbach wird, wie aus vorstehendem ersichtlich, erfindungsgemäss unabhängig von den äusseren atmosphärischen Bedingungen dadurch durchführbar, dass mittels besonderer Einrichtungen die Temperatur sowohl des Essiggutes als auch der Luft sowie deren Durchzugsgeschwindigkeit geregelt wird.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Essig nach dem Schützenbach-Verfahren, dadurch gekennzeichnet dass man das aufzugiessende Essiggut auf Temperaturen unter 10 C kühlt, zum Zwecke, unter Vermeidung von Aussenkühlern eine praktisch vollständige Kondensation in der oberen Zone des Essigbildners selbst zu bewirken.