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Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung eines neuen Trockenmilchproduktes von eigenartiger Struktur ; das Verfahren besteht darin, zwischen die getrockneten
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leichte Verdaulichkeit und Emulgierbarkeit verleihen.
Die nach den bisher bekannten Verfahren hergestellten Trockenmilchprodukte, wie die mittels des sogenannten Zylinderverfahrens erzeugten oder die mittels des Zerstäubungsprozesses hergestellten
Präparate, sind Pulver, in denen die festen Milchbestandteile feste, dichte Aggregate ohne Lufteinschluss bilden, so dass sie selbst bei äusserst feiner Vermahlung oder Pulverisierung sich zu langsam und zu unvoll- ständig in Wasser wieder lösen lassen, als dass schmackhafte Milch daraus hergestellt werden könnte.
Es ist wohl auch ein Verfahren zur Herstellung eines Trockenpräparates bekannt, wobei als Aus- gangsmaterial Rahm verwendet wird, der durch Einverleibung von Luft in eine schaumige Masse ver- wandelt und mittels eines trockenen Luftstromes getrocknet wird. Abgesehen von der Verschiedenheit des Ausgangsproduktes unterscheidet sich das bekannte Verfahren von dem Verfahren gemäss der Er- findung durch die Art, in der die Einführung der Luft vollzogen wird.
Bei der Herstellung des Rahmpräparates erfolgt die Einverleibung durch Schlagen der Masse, wobei die Luft in Form von Blasen verschiedener Grösse und sehr ungleichmässiger Verteilung eintritt.
Solche Blasen platzen leicht während des Trocknens, wodurch die Masse ihr lockeres Gefüge einbüsst.
Bei dem Verfahren gemäss der Erfindung wird die Luft durch Einblasen oder auf andere Art der Milch ein- verleibt, wobei jedenfalls das Hauptaugenmerk darauf gerichtet ist, eine sehr feine und gleichmässige
Verteilung der mikroskopisch kleinen Bläschen zti erzielen, die dem neuen Trockenmilchpräparat die besonders vorteilhaften Eigenschaften erteilen.
Die Erfindung stützt sich nämlich auf die Entdeckung, dass man ein umso löslicheres, emulgierbareres und verdaulicheres Trockenmilchprodukt herstellen kann, das bei Zugabe von Wasser dem Geschmack natürlicher Milch umso näher kommt, je mehr es gelingt, die festen Milchbestandteile während des Trocknens und nachher in ihrem natürlichen, durch den Wassergehalt bedingten, aufgeblähten Zustand und in ihrer gegenseitigen Lage mit den vorhandenen Zwischenräumen zu halten. Die von der Masse eingeschlossene Luft scheint in gewissem Grade als ein Ersatz für das Wasser in der natürlichen Milch zu wirken, indem sie die festen Bestandteile der Masse in ihrer gegenseitigen Lage hält, ohne dass das Austrocknen dadurch beeinträchtigt wird.
Das auf diese Weise hergestellte neue Milchprodukt besteht aus einem zusammenhängenden Gemisch der trockenen festen Milchbestandteile, die durch die von ihnen eingesehlossenen sehr zahlreichen feinen Luftblasen aufgebläht sind. Das Produkt ist eine trockene, zellige, leichte schwammige Masse, die in frischem Zustande einen sehr merklichen Zuckergeschmack hat. Im folgenden wird ein Beispiel für die Durchführung des Verfahrens sowie eine Ausführungsform des hiezu dienenden Apparates beschrieben.
Natürliche abgerahmte Milch wird zunächst durch die Beseitigung ihres Wassergehaltes bis auf wenigstens ein Viertel ihres ursprünglichen Volumens kondensiert oder konzentriert, um ihr die genügende Dickflüssigkeit zu geben. In dieses Konzentrat wird dann eine möglichst grosse Menge sehr fein zerteilter Luft eingeführt, die wegen der Dickflüssigkeit der Milch darin festgehalten wird. Diese Einführung von Luft, die zu einer gleichförmigen homogenen Durchdringung der dickflüssigen Masse mit Luft führt, kann auf verschiedenen Wegen erfolgen, z. B. indem die dickflüssige Masse in Gegenwart von Luft erwärmt, geschüttelt, umgerührt oder in irgendeiner Weise bewegt wird.
Auch kann die Luft in die dickflüssige Masse hineingepresst werden, wobei darauf zu achten ist, dass die Luft nicht zu schnell durch die Masse hindurchgeht. Es können auch beide Methoden vereinigt werden. Die Masse besitzt nach der Einführung der Luft mindestens das Doppelte des ursprünglichen Volumens. Nunmehr wird der auf diese Weise mit Luft durchdrungenen Masse das darin enthaltene Wasser entzogen, u. zw. so, dass nur möglichst wenig Luft verloren geht. Aus diesem Grunde wird die Masse in eine ziemlich flache dünne Form gebracht und so getrocknet. Die getrocknete Masse wird schliesslich in flockenartige Teile geteilt, wie sie sich am besten zum Verpacken und für den Versand eignen.
Auf der Zeichnung ist eine Anzahl dieser flocken artigen Massenteile in Fig. 1 gezeigt. Fig. 2 zeigt
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hervorgerufenen Erhöhungen mit a bezeichnet sind. Fig. 3 zeigt in noch stärkerer Vergrösserung ein teilweise durchschnittenes, teilweise abgebrochenes Stück des in Fig. 2 gezeigten Teiles, wobei die von den Luftblasen gebildeten Zellen und die darüber liegenden Erhöhungen a deutlich erkennbar sind ; b zeigt die Schnittfläche und c die Bruchfläche ; mit cl sind Krümmungen und mit c2 Aushöhlungen in der
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rechter Längsschnitt durch den Apparat, Fig. a eine schaubildliche Darstellung der Mischvorrichtung.
Fig. 6 ein Schnitt nach 6-6 in Fig. 4 und Fig. 7 ein Schnitt nach 7-7 in Fig. 6.
Zur Aufnahme der konzentrierten Milchmasse dient der längliche Behälter 12, der durch Wände 121 in mehrere miteinander in Verbindung stehende Abteilungen geteilt ist, die durch Deckel 122 verschlossen werden können. Jedes Abteil ist ferner am Boden mit einem Mantel 13 versehen. Diese Mäntel können durch mit Ventilen versehene Leitungen 132 mit einer Wärmezufuhr verbunden sein. Die Leitungen sind auch mit Auslässen je versehen. Für die Einführung von Luft unter Druck sind die Rohre 14 vorgesehen, die mit Ventilen 141 ausgerüstet sind und durch ein Zweigrohr 142 mit einer Dampfquelle in Verbindung gebracht werden können, so dass die zugeführte Luft gewünschtenfalls erwärmt werden kann.
Die konzentrierte Milch wird durch das mit dem Ventil 151 versehene Rohr 15 in den Behälter 12 eingeführt, während die mit Luft durchsetzte Masse durch ein mit einem Ventil 161 versehenes Rohr 16 aus dem Behälter abgelassen werden kann.
Die Verbindung zwischen den verschiedenen Abteilen in dem Behälter erfolgt durch in den Wänden angebrachte Öffnungen , deren obere Enden ungefähr 45 cm über dem Boden der Abteile liegen. Die Grösse dieser Öffnungen kann durch in Führungen 172 verschiebbare Stangen 171 geregelt werden. Durch den Behälter hindurch geht eine drehbar gelagerte Welle 18, die durch eine auf ihr sitzende Riemenscheibe 181 und einen Treibriemen 182 mit irgendeiner Kraftquelle in Verbindung steht. Auf dieser Welle sitzt innerhalb eines jeden Abteiles eine Rühr- oder Mischvorrichtung 19 (Fig. 5).
Diese Vorrichtung besteht aus einer. Anzahl parallel angeordneter dünner und vorzugsweise zylindrischer Stangen 191 von etwa 6 mm Durchmesser. Die Stangen sitzen in auf der Welle 18 befestigten Rahmen 192. Wegen ihrer Gestalt und Anordnung werden die Stangen, die grösstenteils unter der Oberfläche der konzentrierten Milchmasse liegen, glatt und gleichmässig die Masse an zahlreichen Stellen durchschneiden und die damit sich mischende, in die Abteile hineingedrückte L'jft, wodurch eine äusserst kleine und gleichförmige Verteilung der Luft erfolgt, ohne dass in der Masse Schaum erzeugt wird.
Der Arbeitsvorgang ist folgender :
Durch das Rohr 15 wird eine genügende Menge konzentrierter Milch zugeführt, um das erste Abteil zu füllen. Darauf wird die Welle 18 in rasche Drehung versetzt, und gleichzeitig wird durch das Rohr 14 Luft in den Behälter gedrückt. Die konzentrierte Masse wird dadurch aufgebläht und fliesst durch die Öffnung 17 in das nächste Abteil, wo sie derselben Behandlung ausgesetzt wird, wie im ersteren Abteil
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Milch dem ersten Abteil zugefühlt, so dass der Arbeitsvorgang ein ununterbrochener ist.
Durch das Ablassrohr 16 fliesst die Masse durch ihre Schwere in den in Fig. 8 und 9 gezeigten Sammeltrichter 22, durch den nahe an seinem Boden 23 in der in Fig. 9 gezeigten Pfeilrichtung ein endloses, nachgiebiges, luftdurchlässiges Förderband 20 geht, das in der veranschaulichten Ausführungsform aus einem Drahtgewebe besteht, von dem in Fig. 10 ein Stück gezeigt ist. Dieses Band wird mit Hilfe von Riemenscheiben 21, 21 a (Fig. 8) fortbewegt. Gegenüber diesem Band werden mittels Stellschrauben 22c, 22d bewegliche Platten 22a, 22b eingestellt, die aus irgendeinem biegsamen, federnden Material bestehen.
Indem das Band 20 die mit Luft durchsetzte plastische Milchmasse unter diesen schrägen Platten herführt, wird die Masse von der Platte 22a in eine dünne gleichförmige Schicht ausgebreitet, während von der Platte 22 c das Drahtgewebe von irgendwelchen noch daran haftenden Teilchen befreit wird. Der Umstand, dass auf diese Weise das Förderband durch das Innere der mit Luft durchsetzten Masse D (Fig. 9) hindurchgeführt wird, während die Oberfläche der Masse mit der Aussenluft in Berührung ist, ist von sehr grosser Wichtigkeit, weil so die Masse ohne Nachteil für die darin eingeschlossene Luft und ihre übrigen erwünschten Eigenschaften geformt werden kann.
Fig. 11 zeigt einen Schnitt durch ein Stück des mit Milchmasse belasteten Förderbandes, wobei die Kettenfäden des Gewebes im Schnitt und die Schussfäden in Ansicht gezeigt sind, während die Milchmasse schraffiert gezeichnet ist. Das die Masse mit sich führende Förderband 20 geht durch eine Trockenkammer 24 und aus dieser zurückkehrend in eine Kammer 26, in welch letzterer das getrocknete fertige Produkt von dem Förderband abgenommen wird. Beide Kammern sind in Fig. 8 im Schnitt schematisch veranschaulicht. Die Kammer 26 enthält nachgiebige Abstreicher 27 und Walzen 28, 28\ durch welche Organe das getrocknete Produkt von dem Förderband abgehoben und in die in Fig. 1 und 2 gezeigten flockenartigen Stückchen gebrochen wird, die dann gesammelt werden.
In einer weiteren Kammer 29 wird das Förderband durch sich drehende zylindrische Bürsten 30, 31 von den noch an ihm haftenden kleinen Teilchen befreit, die besonders gesammelt werden, und als ein Produkt geringerer Güte auf den Markt kommen.
In der Trockenkammer 24 liegen die Trockenelemente 25 auf beiden Seiten des Förderbandes.
Jedes Trockenelement besteht aus einem Luftbehälter, in dem durch Rohre 25a, 25b trockene warme Luft unter Druck eingeführt wird. Nach dem Förderband hin sind diese Luftbehälter natürlich offen. Die Öffnungen sind mit einem Sieb 25c von mittlerer Maschenweite versehen, hinter dem ein zweites Sieb 25 cl von etwas grösserer Maschenweite liegt, wodurch die Luftbewegung verzögert wird, so dass die asse auf beiden Seiten von einem verhältnismässig sanften Luftstrom getroffen wird.
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dass grössere Luftmengen enthaltende Teile der eingedickten Masse, welche obenallf schwimmen, fortwährend zeitweise von der übrigen in der Reihe der vorhergehenden Kammern zurückbleibenden Masse getrennt werden.
Ferner kann durch entsprechende Einstellung der Ventile lliz, eine höhere Temperatur in den Kammern erzielt werden, in welchen die steigende Durchsetzung mit L'ift noch weniger weit vorgeschritten ist, und eine tiefere in den später von der Masse dulchflossenen Kammein, in denen die Durchsetzung mit Luft einen höheren Grad erreicht hat. Ebenso kann durch Regelung der Ventile 14' in den- jenigen Kammern, wo die Durchsetzung bereits weiter vorgeschritten ist, eine grössere L- ; ftrl1fnge ein- geblasen werden, als in den Kammern, wo noch ein früheres Stadium der Durchsetzung heirscht.
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Trockenmilchproduktenunterscheidet.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Erzeugung eines lufthaltigen Trockenmilchproduktes, dadurch gekennzeichnet, dass die Fi ischmilch zunächst auf etwa ein Viertel ihres ursprünglichen Rauminhaltes verdickt und in die verdickte Masse dann Luft oder Gas in der Art eingeführt wird, dass ihre Teilchen unter möglichst geringer Aufwallung oder Sehaumbildung durch wiederholtes glattes und gleichmässiges Durchschneiden fein verteilt werden, wonach die so hergestellte zusammenhängend plastische und beständige Musse in dünne Streifen geteilt und getrocknet wird, ohne dass die eigenartige Durchlüftung eine wesentliche Änderung erfährt.