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Verfahren und Vorrichtung zum Ziehen von Glastafeln.
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Der Abziehbehälter 3 wird von den Wänden 15 der Heizkammer 16 getragen. in welche gewöhnlich eine Gasflamme geführt wird. Für diese Flamme sind geeignete Kanäle vorgesehen und an dem Ende der Heizkammer ist ein Auslass 17 angebracht. An dem äusseren Ende des Abziehbehälters ist ein Abdeck- ziegel. M vorgesehen, der sieh nach innen erstreckt und einen herabhängenden Ansatz 19 bildet, der sich bis nahe an das Glas heranstreckt. Dieser Ziegel liegt in einem geeigneten Abstande von der Oberfläche
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wand bildender Ziegel 21 vorgesehen, der von einer Querstange 22'getragen wird. wobei diese beiden Glieder hakenartig miteinander in Eingriff treten.
Zwischen diesen Ziegeln ist ein ausreichender Raum gelassen, von welchem das Glas in den Abziehbehälter gezogen wird. Ferner werden hohle wassergekühlte Schirme 221 zu beiden'Seiten der Abziehstelle angebracht.
An dem Ende des Abziehbehälters ist eine Kammer 3C vorgesehen, die zum. Abziehen des Glasen dient und welche durch Wandungen 31 und das Dach 32 gebildet wird. Diese Kammer 30 steht an ihrem äusseren Ende mit einer Kühlkammer 32' in Verbindung, von der. 33 das Dach und 34 die Seitenwände sind. Das innere Ende dieser Kammer ist teilweise durch ein Gewölbe 35 geschlossen, welches beim Aus- führungsbeispiel im wesentlichen über dem äusseren Ende des Abziehbehälters liegt.
Zwischen der Kammer 80, in welcher wie erwähnt das Glas abgezogen wird. und der Wölbung 14 ist eine freiliegende Fläche des Abziehbehälters vorhanden, von welcher die Tafel abgezogen wird. Da diese Kammer nur ein Raum mit einem darüber befindlichen Dache ist. in welchen der senkrechte Teil der abzuziehenden Tafel sich erstreckt, so kann dieser Raum zu als Abziehschaeht bezeichnet werden.
Das Dach 32 erstreckt sich über den Abziehsehaeht und eine Heizkammer 37 ist über letzterem innerhalb der Seitenwandungen 31 hergestellt, die verlängert sind und sieh bis zu dem Gewölbe 14 erstrecken. Die Heizkammer 37 besitzt einen Boden. der durch eine Querstange : J8 gebildet wird und einen Deckziegel 39 sowie einen Bodenziegel 40 hat. Die Erwärmung wird von einem Brenner 41 in einer Kammer 42 abgeleitet und zwischen den Kammern 87 und 42 ist eine durchbohrte Wand 4-3 vorhanden.
Der Boden der Kammer 42 ist mit einer wagerechten Scheidewand 44 versehen und unter dieser ist eine andere Heizkammer 46 vorhanden, die eine vordere durchbohrte Wand 46 und einen Bodenziegel 47 besitzt.
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und 58, welche Speichenräder 59 tragen, über die die beiden gegenüberliegenden endlosen'Ketten 60 hinweggehen, deren benachbarte Gelenke durch Querstangen 61 verbunden sind. Die Welle, die Speichenräder und die endlosen Ketten, sowie die Querstangen werden von federnden Trägern 62 (Fi. 2) getragen, so dass im wesentlichen das ganze Gewicht des unteren wagerechten Kettenstranges auf der Glastafel
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Abziehtisch und in dem Abziehschacht ist eine Biegewalze 65 vorhanden.
Unmittelbar hinter dieser Walze liegt eine Zwischen walze 66 ; die zweckmässig denselben Durchmesser besitzt und zwischen der Walze 66 und dem Abziehtiseh befindet sich eine kleinere Walze 67. Diese Walzen oder Rollen werden hohl ausgebildet und durch Luft oder Wasser oder durch beide Medien gekühlt.
Unter der abbiegenden Walze 65 befindet sich eine querverlaufende hohle Kühlkammer. die mit Wasserein- und Auslassrohren 69 versehen ist. Oberhalb dieser Kühlkammer 6S ist ein Luftzuführungsrohr 70 vorhanden, welches an seinem oberen Teil durchlöchert ist. so dass Luft gegen die Fläche der Walze 65 geführt werden kann, unmittelbar bevor diese Walze mit der Glastafel 71 in Berührung kommt, wenn letztere von dem Behälter in die Abziehkammer geführt wird. 72 sind angetriebene geriefelte Walzen, die an der Kante der Glastafel zu einem weiter unten noch näher beschriebenen Zweck angeordnet sind.
In Fig. 2 der Zeichnung ist der Antriebsmechanismus für die erwähnten Teile dargestellt, soweit dieser für die Erfindung von Bedeutung ist. 73 bezeichnet die Antriebswelle, welche durch Kegelräder 74 eine wagerechte Welle 75 antreibt. Ein anderes, weiter unten noch näher beschriebenes Getriebe betätigt
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Schnecke 84, die mit einem Schneckenrade 8. 5 auf einem Wellenstumpf 86 in Eingriff steht. der seinerseits nicht dargestellte Speichenräder aufweist, von denen das eine eine Kette 87 trägt, die über das Rad und ein anderes Speichenrad auf einer Welle hinweggeht, die an der Walze 67 befestigt ist.
t'ber das andere ebenfalls nicht dargestellte Speichenrad geht eine Kette 88, die mit Speiehenrädern auf den Wellen der
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Walzen 65 und 66 in Eingriff steht, um diese Walzen mit gleichförmiger Geschwindigkeit und in derselben
Richtung anzutreiben (Fig. 2). Bei dem gewöhnlichen Abziehen des Glases ist die das Schneckenrad 83 antreibende Schnecke 82 das Antriebsglied für den Abziehtisch.
Es ist für das Ingangsetzen der Vorrichtung wünschenswert, den Abziehtisch in entgegengesetzter
Richtung sich bewegen zu lassen, und um diese entgegengesetzte Bewegung des Tisches zu ermöglichen, ist folgende Einrichtung getroffen. Die Schnecke 84 kämmt mit einem Schneckenrad 89. das bei dem gewöhnlichen Abziehvorgang lose auf der Welle M sitzt. Wenn der Abziehtisch umgesteuert wird, wird das Schneckenrad 89 mit der Welle 53 gekuppelt und das Schneckenrad 83 wird durch eine Kupplung' von seiner Welle gelöst und die Umdrehungsrichtung der Welle 76 umgekehrt. Die beiden Kupplungen 90 und 91 zur Herbeiführung dieser Wirkung können gleichzeitig mittels einer Schneckenwelle 92 in Wirkung versetzt werden, die auf der Seite der Maschine gelagert ist.
Diese Welle wird durch einen Hebel. 93 aufgeschwungen, der an seinem unteren Ende eine Zahnstange 9, J. aufweist, die mit einem Trieb 95 auf der Welle 92 in Eingriff steht (Fig. 9). Um die Richtuns des Antriebes der Welle 76 umzusteuern, wird ein Schwingrahmen 96 verwendet (Fig. 10), der auf einer Welle 97 neben einem Trieb 98 auf der Welle 75 gelagert ist. Dieser Trieb 98 kämmt mit einem Stirmad 99 auf der Welle 97. Bei dem direkten Antrieb treibt das Stirnrad 99 das Stirnrad 100, welches seinerseits mit einem Stirnrad 101 auf der Welle 76 in Eingriff steht.
Wenn es anderseits erwünscht ist, die Antriebsrichtung umzukehren, wird der Schwingrahmen 96 ausgeschwungen, so dass das Stirnrad 100 ausser Eingriff mit dem Stirnrad 101 kommt und ein Stirnrad./ ?' in Eingriff mit dem Stirnrad 101 gebracht wird, welches durch ein Zwischenrad M angetrieben wird. das seinerseits mit dem Stirnrad 99 kämmt.
Die Schwingung des Rahmens 96 erfolgt durch den Hebel 9. 3 (Fig. 9) mittels einer Zahnstange 104. die mit einem Triebe 105 auf der kurzen Welle 106 in Eingriff steht. Auf letzterer sitzt ein Exzenter 107 (Fig. 10), welches mit dem Schwingrahmen 96 in Eingriff steht, um letzteren von der einen in die andere Stellung zu schwingen. Es kann natürlich auch irgendeine andere Vorrichtung zur Umsteuerung der Bewegung verwendet werden.
Beim Ausführungsbeispiel sind zwei Paare von geriefelten Walzen vorgesehen, u. zw. je eine für eine jede Kante der Glastafel. Die Antriebsvorrichtung für diese geriefelten Walzen ist aus Fig. 2 ersichtlich.
110 ist ein Zahnrad, welches zwischen der Welle 75 und der Welle n- ? angeordnet ist. Zwischen der Weller und einer Antriebswelle 112 ist ein veränderliches Geschwindigkeitsräderwerk 113 eingeschaltet. Der Arbeiter kann durch eine geeignete nicht dargestellte Vorrichtung eines der Räder mit dem Antriebsrad auf der Welle 111 kuppeln, so dass den geriefelten Walzen eine veränderliche Geschwindigkeit erteilt wild.
Die Wellen 115 (Fig. 11) für diese genefeiten Walzen stehen dmch Räder 116 miteinander in Ver- bindung. Eine der Wellen trägt ein Kegelrad 117, welches mit einem Kegelrad 118 auf der Welle 112 (Fig. 11) in Eingriff steht.
Der Antrieb erstreckt sich natürlich von der einen Seite der Maschine (Fig. 2) bis zur gegenüberliegenden für ein ähnliches Walzenpaar, das auf dieser anderen Seite angeordnet ist.
Die Welle 75 (Fig. 2) kann durch eine Kette 120 und eine wagerechte Welle 121 angetrieben werden.
Letzteie kann mittels eines geeigneten und nicht dargestellten Räderwerk. dazu benutzt werden, den Träger in dem Kühlofen anzutreiben, in welchen die Glastafel von dem Tisch befördeit wird und in dem sie allmählich abgekühlt wird.
Diese Antriebsvorrichtungen bilden keinen Teil der Erfindung und brauchen daher nicht näher beschrieben zu werden.
Die Ingangsetzung der Vorrichtung gestaltet sich wie folgt : Das abziehende Glied 122 (Fig'. 2) wird auf den Abziehtisch gesenkt und letzterer umgesteuert. Der Tisch wild alsdann das Glied d 122 in den Abziehschacht führen, wo es über die Biegewalze 65 in das geschmolzene Glas fällt. Sowie das Glas an dem Gliede 122 anhaftet, wird die Bewegungsrichtung des Tisches wieder umgesteuert und das Glied, an welchem das Glas in Form einer Tafel anhaftet, langsam von der geschmolzenen Glasmasse emporgehoben. Durch eine fortgesetzte Bewegung des Tisches wird das Glied 122 aufwärts über'die Bicgewalze 65 geführt und wenn alsdann das Glied 122 quer zu dem Abziehtisch vorrückt, wird die Glasmasse über die Walze 65 gebogen und auf den Tisch gezogen. Das das Glas abziehende Glied 122 kann nunmehr abgebrochen werden.
Die Glastafel geht schliesslich von dem Tisch in den Glaskülofen und wird von dessen Träger aufgenommen.
Die geriefelten Walzen-treten alsdann mit den Kanten der Glastafel in Eingriff, wo/sie nicht nur dazu dienen, eine gleichförmige Dicke der Glastafel aufrecht zu erhalten, sondern auch noch eine Zugkraft auf den Kantenteil der Tafel ausüben, wenn ihre Geschwindigkeit so eingestellt ist, dass sie geringer ist, als diejenige, mit der der Abzitfhtisch sich vorbewegt. Die geriefelten Walzen setzen'der Zugwirkung des Tisches einen nachgiebigen Widerstand entgegen.
Bei der Herstellung von Glastafeln mit einer Vorrichtung der beschriebenen Art waren bisher mannigfaltige Schwierigkeiten zu überwinden, um eine ebene Glastafel herzustellen, die'frei von Wellungen ist und ferner eine Beschädigung der Glastafel zu verhindern, wenn diese über die Biegewalze geführt wurde.
Gemäss der vorliegenden Erfindung werden die zuletzt erwähnten Nachteile vollständig ausgeschlossen.
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Die dazwischenliegenden Unterstützungswalzen 66,67 und die geriefelten Walzen 72 können in bekannter Weise durcH Wasser gekühlt werden. Mit der Vorrichtung der Erfindung kann man somit kontinuierlich Glastafeln von guter Beschaffenheit herstellen, die frei von Fehlern und vollkommen flach sind.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Ziehen von Glastafeln, bei welchem von einer geschmolzenen Glasmasse eine Tafel zunächst zwecks Abkühlung über eine geeignete Strecke in senkrechter Richtung abgezogen wird, und sodann über eine Walze ohne Beschädigung ihrer Oberfläche von der senkrechten in die wagerechte Richtung gebogen wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Tafel vor der Auflage auf einem sich vorbewegenden Ziehtisch neuerlich erhitzt wird, damit sie sich glatt auf den Ziehtisch auflegt.