<Desc/Clms Page number 1>
Vorrichtung zur Gleichgewichtsregelung, insbesondere von Flugzeugen.
Die Erfindung bezieht sich auf selbsttätige Vorrichtungen zur Gleichgewiehtsregelung, insbesondere von Flugzeugen, bei denen die Steuerflächen od. dgl. von einem bei Lageänderung des Flugzeuges sich frei verschiebenden Laufkörper aus unmittelbar oder mittelbar verstellt werden. Gemäss der Erfindung ist der als Behälter ausgebildete Laufliörper mit einer Flüssigkeit zum Teil angefüllt. Mit der frei spielenden Flüssigkeit wird die leichtere Überwindung der gegen die angestrebte Bewegung des Laufkörpers herrschenden Widerstände bezweckt.
Ein Ausführungsbeispiel für eine solche Vorrichtung ist in der Zeichnung in ganz allgemeinen Zügen veranschaulicht ; in Fig. 1 im Schnitt nach A B bzw. Teilschnitt nach der Linie a, und in Fig. 2 in der Draufsicht.
Darin bedeuten 1 und 11 die sich rechtwinkelig kreuzenden, eine Flüssigkeit enthaltenden Laufgefässe. Sie hängen mittels einer Rolle 2 bzw. 21 auf Schienen 3, 31, die je an zwei Ständern 4 bzw. 41 des Fahrzeuges befestigt sind. Seitliches Abweichen der Laufgefässe von der Leitschiene wird durch Flanschrollen 5, 51 verhindert, und der richtige Lauf der Gefässe noch dadurch gesichert, dass auf ihrem Boden liegende Rollen oder Kugeln 6 durch an den Enden der Leitschienen angebrachte Stellschrauben 7 in bestimmter Lage drehbar festgehalten werden.
Das Laufgefäss 1 steht durch die Zahnstange 8 und das
EMI1.1
während die Steuerflächen 121 durch das Laufgefäss 11 dadurch betätigt werden, dass zu beiden Enden des letzteren je ein Paar Rollen 13 bzw. 131 aufgesteckt sind zur Führung von in steilgängiger Schraubenlinie gewundenen Schienen 14, 141 (Drillschienen), deren Drehachsen mit denen der Steuerflächen J2, 7. zusammenfallen und in Lagern 15, 1, 51 ruhen. Um die Rollen 13, 131 stets in die richtige Lage gegen die Drillschienen bringen zu können, stecken sie auf Muttern von an dem Laufgefäss festgelagerten Spindeln, so dass durch Drehen der letzteren ihre zweckdienliche Verschiebung erfolgen kann.
Das Laufgefäss 11 ist mit den Ständern 41 auch durch eine schwache Schraubenfeder 16 verbunden. In je einer Längsseitmitte der beiden Laufgefässe sind die Enden von Schnüren 17 bzw. 171 befestigt, die über an den
EMI1.2
entsprechenden Abdeckung bestimmter Teile gegen den Luftangriff.
Die Wirkungsweise dieser Vorrichtung ist wie folgt :
Wenn das in der Pfeilrichtung fortbewegt Fahrzeug sich zur Seite legt, so erstreckt sich die Schräglage unmittelbar auch auf die Schienen J, und je nachdem die Neigung um die Längs-oder die Querachse erfolgt, wird das Gefäss 1 oder 11 ins Rollen kommen, wenn der Zug nach unten stärker als der Widerstand gegen die Verschiebung ist. Die Überwindung dieses Widerstandes, wie überhaupt das richtige Spiel der Vorrichtung, wird erleichtert durch die Flüssigkeit in den Gefässen 1 und 11. Denn sie schnellt schon bei geringstem Neigen des Fahrzeuges gegen eine Stirnfläche dieser Gefässe, wobei sie diese Fläche in der Richtung stosst, nach welcher sich das betreffende Gefäss zur Erreichung des angestrebten Zweckes bewegen soll.
Diese Stösse sind um so vorteilhafter, als sie in dem Augenblick einsetzen, wo es gilt, die Trägheit der Masse zu überwinden und sie machen es dadurch möglich, mit geringerem Gewichte der Laufkörper auszukommen, was wieder leichteres Ansprechen der Vorrichtung auf jede Lageänderung des Fahrzeuges zur Folge hat.
Dulch die Bewegung des Gefässes 1 kommt mit Hilfe der an ihm befestigten Zahnstange 8 das Pendel 9 zum Ausschlag, wodurch die mit diesem verbundene Steuerfläche 11 so gedreht wird, dass der Luftwiderstand ein Balanzieren oder das Zurückführen des Fahrzeuges in die normale Stellung, d. i. die
<Desc/Clms Page number 2>
wagrechte Lage bewirkt. Zweckwidriger Luftwiderstand wird von der Stirnfläche des Laufgefässes 1 und von dem Pendel 9 durch den Schild 19 abgehalten. Der Zug nach unten des ausgeschlagenen Pendels und die lebendige Kraft der zurückflutenden Flüssigkeit im Gefäss 1 bewirken, sobald das Fahrzeug der wagrechten Lage nahekommt oder in sie eingetreten ist, den Rückschub dieses Gefässes und damit auch die Wiedereinstellung der Fläche 11 in die Wagrechte.
Von einem etwaigen Weiterschwingen der Flüssigkeit in dem schon wagrechten Laufgefäss sind nachteilige Folgen deshalb nicht zu befürchten, weil die nur schwachen Stösse, um welche es sich dabei handeln könnte, nicht, wie im besprochenen andern Falle. von dem Zug nach unten durch die Schwerkraft begleitet wären, so dass sie gewiss nicht im Stande sein würden, die Widerstände gegen die Umstellung der Steuerflächen zu bewältigen.
Beim Hinabgleiten des Laufgefässes 11 veranlassen die an ihm sitzenden Rollenpaare 7. 3 und 7- entgegengesetzte Drehung der Drillschienen 14 und 1. J1 und, da die Achsen der letzteren mit denen der Steuerflächen 12, 121 zusammenfallen, so werden diese dabei so eingestellt, dass die eine Fläche für den Auftrieb und die andere für den Abtrieb beansprucht wird. Das Zurückschieben des Gefässes 11 und damit die Rückdrehung der Steuerflächen, bei Eintritt des Fahrzeuges in die Wagrechte Lage, wird einerseits durch die lebendige Kraft der zurückflutenden Flüssigkeit und anderseits durch das Entspannen der Feder 16 bewirkt.
Durch Ziehen an der Schnur 17 bzw. 171 können die Laufkorper auch von Hand entsprechend betätigt werden. Mit Rücksicht auf solche etwa notwendig werdende Betätiglmgen wird es bei Flugzeugen gut sein, auf jedes Abweichen von der wagrechten Lage durch ein Lautsignal aufmerksam machen. zu lassen.
Die Laufgefässe brauchen nicht, wie in der Zeichnung angenommen worden ist, übereinander angeordnet werden, sondern sie können auch in der gleichen Ebene liegen. Je weiter sie von der Schwer-
EMI2.1
von der Schwerpunktlinie wird es gut sein, nicht zwei Flächen von einem Laufkörper zu betätigen, wie es für 12, 121 angenommen ist, sondern für jede Steuerfläche einen besonderen solchen Körper vorzusehen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zur Gleichgewichtsregelung, insbesondere von Flugzeugen, bei denen die Steuerflächen durch Laufkörper betätigt werden, dadurch gekennzeichnet, dass der Laufkörper (1, 11) zum
EMI2.2