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Induktor, insbesondere zur Erzeugung faradischer Ströme.
Die bisher gebräuchlichen Faradisationsinduktoren sind gewöhnlich mit zwei zylindrischen Spulensystemen versehen, von denen das eine in den anderen verschiebbar ist. Hierdurch ist der Nachteil bedingt, dass der Induktor mit Rücksicht auf die Regulierbewegung des verschiebbaren Spulensystems einen verhältnismässig grossen Raum beansprucht. Dieser Nachteil macht sich besonders in den Fällen geltend, in denen der Induktor zusammen mit anderen Vorrichtungen in gedrängter Anordnung an einen Anschlussapparat angebracht werden soll. Ausserdem ist eine genaue Dosierung der Stromabgabe bei den bisherigen Induktoren nur mit Hilfe verwickelter Konstruktionen zu ermöglichen.
Um die vorher dargelegten Mängel zu beseitigen, sind nach der Erfindung die beiden im Primär-bzw. im Sekundärstromkreise liegenden Spulensysteme des Induktors nach Art eines Variometers drehbar ineinander gelagert. Diese Einrichtung zeichnet sich durch geringe Raumbeanspruchung aus, so dass der neue Induktor sich besonders zur Anbringung an einen Anschlussapparat von geringen Abmessungen eignet, an den noch andere Vorrichtungen angeordnet werden sollen. Bei dem neuen Induktor lässt sich auch durch einfache Mittel eine genaue Dosierung der Stromabgabe erreichen. Zu diesem Zwecke kann das eine Spulensystem des Induktors ortsfest angeordnet sein, während das andere Spulensystem mittels einer Zahnradübersetzung von einer Vorgelegewelle aus eingestellt werden kann.
Um eine genaue Regulierung des induzierten Stromes zu erzielen, können auch die Spulenachsen unter gleichen, zweckmässig 450 betragenden Winkeln zur Drehachse geneigt sein. Falls es erwünscht ist, den induzierten Strom annähernd proportional zum Drehwinkel des beweglichen Spulensystems zu regulieren, werden die Spulenachsen unter voneinander abweichenden Winkeln zur Drehachse geneigt angeordnet.
In der Zeichnung ist der neue Induktor in einer Ausführungsform veranschaulicht. Fig. i ist ein senkrechter Schnitt durch den Induktor nach der Linie A-B der Fig. 2. Fig. 2 ist eine Seitenansicht des Induktors.
In den Lagern 1 und 2 der aus Isoliermaterial hergestellten Platten 3 und 4 des Induktorgestelles 5 ist eine senkrechte, zweiteilige Spindel 6 drehbar, deren Teile aus leitendem Material bestehen und durch einen geringen Zwischenraum voneinander getrennt sind. Die Spindel 6 ist durch ein ortsfestes Spulensystem hindurchgeführt, das durch zwei auf einem Rahmen 8 angeordnete, bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel als Sekundärspulen dienende Spulen 9 und 10 mit rechtwinklig zur Spindelachse liegenden Achsen gebildet wird. Der Spulenträger 8 ist am Gestell 5 befestigt und besteht aus einem kugelig gewölbten, mit Seitenflanschen versehenen Ring, in dessen Lagerhülsen 11 sich die Spindel dreht.
Innerhalb des ortsfesten Spulensystems 9, 10 ist ein drehbares Spulensystem vorgesehen, das sich aus zwei auf einem zylindrischen Rahmen 12 angeordneten, als Primärspulen wirkenden Spulen 13 und 14 mit rechtwinklig zur Spindelachse liegenden Achsen zusammensetzt. Der Spulenträger 12 ist mit Naben 15 versehen, die auf der Spindel 6 befestigt sind, und sitzt auf einem Eisenkern 16, der spiralförmig in mehreren isolierten Schichten auf einem ringförmigen Körper 17 aus beliebigem Material gewickelt ist. Der Ring 17 umgibt einen Zylinder 18 aus Isolier-
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stoff. durch den die benachbarten Enden der beiden Teile der Spindel 6 voneinander isoliert sind.
Die Spulen 1.'3 und 14 sind mit den beiden Teilen der Spindel 6 leitend verbunden. *
Die aufeinander folgenden Schichten des Eisenkernes 16 und die Spulen 13 und 14 sind
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sprechende Oberfläche aufweisen. Das Spulensystem 13, 14 kann daher mittels der Spindel 6 innerhalb des ortsfesten Spulensystems 9, 10 gedreht werden.
Die Welle 6 ragt nach oben bzw. nach unten aus den Lagern 1 und 2 heraus und trägt Schleifringe 19, an denen federnde Schleifkontakte 20 anliegen. Die Schleifkontakte 20 sind mit Klemmen 21 verbunden, die die Stromzuführung für das drehbare Primärspulensystem 13, 14 vermitteln. Das ortsfeste Sekundärspulensystem 9, 10 ist an Klemmen 22 angeschlossen, an denen der sekundäre Strom entnommen werden kann.
Die veranschaulichte Stellung des drehbaren Spulensystems 13, 14, in der die Achse dieses Spulensystems mit der Achse des ortsfesten Spulensystems 9, 10 zusammenfällt, entspricht dem Induktionsmaximum. Wird das Spulensystem 13, 14 mittels der Spindel 6 in bezug auf das ortsfeste Spulensystem 9, 10 gedreht, so ändert sich der induzierte Strom, bis in einer Stellung, in
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das Induktionsminimum erreicht wird.
Um eine genau abgestufte Regulierung zu ermöglichen, wird die Spindel 6 nicht unmittelbar, sondern mit Hilfe des im folgenden beschriebenen Zahnradvorgeleges eingestellt.
Die Spindel 6 trägt am oberen Ende eine Nabe 23, an welcher unter Vermittlung eines Ringes M aus Isoliermaterial ein grosser Zahnkranz 25 befestigt ist. Dieser Zahnkranz greift in ein kleines Zahnrad 26, das auf einer in einer Lagerhülse 27 der oberen Gestellplatte 3 drehbaren und mittels eines Handrades 29 einstellbaren Vorgelegewelle 28 angebracht ist. Durch
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systems 13, 14 auf einer Gradeinteilung kenntlich gemacht. Zwischen einem am unteren Ende der Welle 28 befestigten Stellring 48 und der Lagerhülse 27 ist eine Feder 47 angeordnet, durch welche die elle 28 in jeder Lage gesichert wird.
Das Übersetzungsverhältnis zwischen den Zahnrädern 25 und 26 kann dem jeweiligen Bedürfnis entsprechend gewählt werden. Beispielsweise kann mit Hilfe dieser Zahnräder bei einer Drehung der Vorgelegewelle 28 um 1800 eine Drehung der Spindel 6 mit dem auf ihr sitzenden Spulensystem 13, 14 um 900 erreicht werden, wodurch dieses Spulensystem aus der
Stellung des induktiven Minimums in die Stellung des induktiven Maximums oder umgekehrt bewegt wird.
Die inneren Spulen 13, 14 können auch als Sekundärspulen und die äusseren Spulen 9, 10 als Primärspulen ausgebildet sein. Auch kann das innere Spulensystem ortsfest angeordnet und das äussere Spulensystem drehbar sein. Das Induktorgestell 5 kann mittels Ausladebügeln an einen Anschlussapparat o. dgl. befestigt werden.
Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel verlaufen, wie vorher erläutert wurde, die Achsen des ortsfesten und des drehbaren Spulensystems rechtwinklig zur Drehachse, so dass bei der Drehung des einstellbaren Spulensystems um 900 ein Übergang vom Induktionsminimum zum Induktionsmaximum oder umgekehrt stattfindet. Werden die beiden Spulensysteme so angeordnet, dass ihre Achsen gegen die Drehachse geneigt sind, so wird eine bestimmte Ver- änderung der Induktionswirkung ohne Verwendung mechanischer Hilfsmittel, wie eines Vorgelege, durch Verstellung des drehbaren Spulensystems um einen grösseren Drehwinkel erreicht.
Beträgt beispielsweise die Neigung der beiden Spulensystemachsen gegen die Drehachse 4SO, so kann das bewegliche Spulensystem aus einer dem Induktionsminimum entsprechenden Stellung, in welcher die Achsen beider Spulensysteme rechtwinklig zueinander gerichtet sind, durch Drehung um 1800 in die dem Induktionsmaximum entsprechende Stellung übergeführt werden, in der die beiden Spulensystemachsen zusammenfallen.
Durch Veränderung der Neigung der Spulensystemachsen gegen die Drehachse kann der induzierte Strom in bestimmter Weise von dem Drehwinkel des einstellbaren Spulensystems abhängig gemacht werden. Verlaufen die Achsen der beiden Spulensysteme, wie bei der dargestellten Ausführungsform, senkrecht zur Drehachse, so entspricht die Abhängigkeit des induzierten Stromes von dem Drehwinkel des einstellbaren Spulensystems einer Sinuskurve. Sind die Achsen der beiden Spulensysteme um 45"gegen die Drehachse geneigt, so entspricht die Abhängigkeit des induzierten Stromes von dem Drehwinkel des einstellbaren Spulensystems einer schwach S-förmig gekrümmten Kurve.
Werden die Spulensysteme so angeordnet, dass ihre Achsen unter verschiedenen, in geringem Masse voneinander abweichenden Winkeln zur Drehachse geneigt sind, so kann der induzierte Strom annähernd proportional zum Drehwinkel des einstellbaren Spulensystems reguliert werden, jedoch muss in diesem Falle auf eine völlige Ausnutzung des Induktionsminimums oder des Induktionsmaximums oder beider verzichtet werden. Man kann der Abhängigkeit des induzierten Stromes vom Drehwinkel des einstellbaren Spulensystems auch ein anderes Gesetz vorschreiben, wenn beispielsweise durch eine Steuer-
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vorrichtung die Neigung der beiden Spulensystemachsen gegen die Drehachse während der Drehung des beweglichen Spulensystems geändert wird.
PATENT-ANSPRÜCHE : i. Induktor, insbesondere zur Erzeugung faradischer Ströme, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden im Primär-bzw. im Sekundärstromkreis liegenden Spulensysteme des Induktors nach Art eines Variometers drehbar ineinander gelagert sind.