<Desc/Clms Page number 1>
Bohrfutter.
EMI1.1
drehbaren Ringes oder einer Hülse gegen die Drehachse des Futters gedrückt werden. Nachdem die Backen den von ihnen umschlossenen Gegenstand (z. B. ein Bohrer) berühren, wird dieser noch weiter festgeklemmt durch selbsttätiges Einstellen von an den Backen beweglich an-
EMI1.2
Backen kippbar gelagerten Prismen mit exzentrischen Flächen, auf welchen der eingespannte Gegenstand rollen kann. Die Erfindung besteht darin, dass die an den Backen oder an den kippbaren Prismen vorgesehenen exzentrischen Flächen mit Bezug auf eine durch die Drehachse des Futters und des rollenden oder kippbaren Körpers gehende Ebene genau oder annähernd symmetrisch sind.
Dadurch wird erreicht, dass der Gegenstand sich unabhängig von der Drehrichtung des Futters selbsttätig festklemmt, so dass man das Futter auch für Gewindebohrer und ähnliche Gegenstände benutzen kann, die in beiden Richtungen gedreht werden müssen, oder zum Lösen eines Bohrers, der stecken geblieben ist. Die an dem drehbaren Ring oder der Hülse vorgesehenen exzentrischen Flächen brauchen dabei wie gewöhnlich nur in einer Richtung zu wirken. Die die Drehung der Hülse bewirkende Feder ist nämlich immer bestrebt, die Hülse in gleicher Richtung zu drehen, unabhängig von der Drehrichtung des Futters. Die Wirkung der Feder wird also nicht durch Rückwärtsdrehen des Futters gestört, sondern die Backen werden auch dann mit gleicher Kraft nach einwärts gedrückt.
In der Zeichnung, die einige Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes darstellt, sind Fig. I, 8, 9 und 10 achsiale Ansichten nach Abnahme des Deckels, Fig. 2 ist eine Seitenansicht und teilweiser Schnitt des in Fig. i dargestellten Beispiels. Fig. 3 bis 7 und II bis 13 zeigen Einzelheiten. Fig. I, 2, 10 zeigen Beispiele mit in radialer Richtung geführten Backen und Fig. 8 und 9 Beispiele mit schwingbaren Backen.
Im Beispiele gemäss Fig.. I bis 4 hat der Futterkörper k drei radiale Schlitze s für die
EMI1.3
für die Backen. Mit den Flächen e parallele Rippen g oder Rillen gl sind in Eingriff mit an den Backen vorgesehenen Zapfen t oder anderen Vorsprüngen, derart, dass die Backen stets in Berührung mit dem Ringe r bleiben und somit auswärts und einwärts gleiten, wenn die Hülse gegen den Körper verdreht wird. (Die linke Hälfte der Fig. 3 zeigt Rillen gl, die rechte Hälfte
EMI1.4
einwärts gedrückt werden. Die Drehung der Hülse in entgegengesetzter Richtung wird mit der Hand bewirkt.
Um die Berührungsfläche b2 und damit die Reibung zwischen dem Ring r und dem Backen b zu vergrössern, können die die Einwärtsbewegung der Backen bewirkenden Flächen e des Ringes r Rillen oder Rippen von z. B. keilförmigem Querschnitt besitzen, die zu entsprechenden Rippen oder Rillen an den Backen passen (Fig. 12). Dadurch wird erreicht, dass die Exzentrizität der Flächen e und damit die Spannweite des Futters gross sein kann, ohne ein Gleiten der Backen befürchten zu müssen. Der Ring r wird vorzugsweise in solcher Höhe angebracht, dass er die Mitte der Backen berührt. Die dem Bohrer zugekehrte Fläche der Backen ist symmetrisch rillenförmig, d. h. besteht aus zwei Flächen bl mit gleicher, aber entgegen-
<Desc/Clms Page number 2>
gesetzte Exzentrizität.
Die Symmetrieebene fällt mit der Drehachse des Futters und mit der Mittelebene der Backe zusammen. In diesen Rillen lose angebrachte Rollen c o. dgl., zwischen denen der Bohrer festgeklemmt wird, sind derart mit den Backen verbunden, dass sie die Bewegung der Backen sowohl auswärts wie einwärts mitmachen. Im dargestellten Beispiel sind zu diesem Zwecke Glieder 1 (Fig. 5) vorgesehen, die an beiden Enden eine Öse besitzen. Eine dieser Ösen greift um einen Hals cl (Fig. 7) und die andere um einen Stift p in einer Aussparung b3 (Fig. 13) der Backen. Damit die Rollen eine kleine Bewegung nach beiden Seiten machen können, ist die Öse etwas weiter als der Stift oder der Hals oder das Glied etwas federnd (Fig. 6).
Wenn ein Bohrer einzusetzen ist, dreht man die Hülse A mit der Hand in solchem Sinne, dass die Feder gespannt und die Backen voneinander entfernt werden. Nach dem Loslassen der Hülse wird diese durch die Feder zurückgedreht, so dass die Backen einwärts rücken, bis die Rollen c an dem Bohrer anliegen. Infolge der Reibung zwischen dem Bohrer und jeder der Rollen, wenn das Futter sich dreht, und der Bohrer infolge des Widerstandes des Arbeitsstückes die Drehung des Futters nicht mitmacht, erfolgt eine kleine Drehung der Rollen, d. h. ein Rollen derselben nach auswärts, entlang den schiefen Ebenen bl der Backen, wodurch diese weiter einwärts rückenund somit einen grösseren Druck auf den Bohrer ausüben, so dass dieser die Drehung des Futters mitmachen muss.
Die Drehung der Rollen ist zwar sehr klein (ein Bruchteil eines Millimeters), aber für den Zweck ausreichend. Die Exzentrizitat oder Steigung der schiefen Flächen bl, längs welchen die Rollen rollen, ist so klein zu bemessen, dass ein Gleiten (anstatt Rollen) verhindert wird. Erfolgt die Drehung des Futters in entgegengesetzter Richtung, so rollen die Rollen auf der zweiten der beiden symmetrischen Flächen bu un klemmen den Bohrer auch dann fest, so dass er die Drehung des Futters mitmachen muss. Die erwähnten schiefen Flächen der Backen können gerade (Fig. I) oder gekrümmt sein (Fig. 13).
Fig. 8 und 9 zeigen Futter mit um Zapfen k3 schwingbaren Backen. In Fig. 8 ist nur eine der drei Backen eingezeichnet. Als Anliegefläche für die Backen dienen hier an der Innenseite der Hülse h vorgesehene Absätze q. Auch hier können die Berührungsflächen (der Backen und der Absätze) mit zusammenwirkenden Rillen und Rippen versehen sein, um die Reibung zu vergrössern und somit grosse Spannweiten zu ermöglichen.
In Fig. 8 ist jede Rolle ersetzt durch ein drehbar gelagertes Prisma m, das mittels eines durch das Prisma gesteckten und von einer Feder d betätigten Stiftes n mit gegen das Prisma anliegendem flachen Kopf in solcher Lage an der Backe gehalten wird, dass eine der Prismenflächen der Achse des Futters zugekehrt ist, wobei das Festklemmen des Bohrers durch ein kleines Kippen oder Drehen des Prismas erfolgt.
Um diese Drehung zu erleichtern, ist das im Prisma für den Stift n vorgesehene Loch erweitert.
Die einwärtsgerichtete Prismenfläche mur zist symmetrisch zur Achse des Futters, d. h. so gelegen. dass sie auf einer durch die Drehachsen des Futters und des Prismas gehenden Ebene genau oder angenähert senkrecht steht. In Fig. 9 sind, wie in Fig. i, Rollen c vorhanden, die dadurch in Berührung mit den Backen gehalten werden, dass ein um den Drehzapfen k3 der Backe schwingbarer und durch eine Feder f betätigter Winkelhebel v um einen Hals der Rolle greift. Wenn die Rollen c durch eine in einem Hals der Rollen gelegte endlose Feder u (Fig. 10) an die Backen gedrückt sind, werden die Glieder 1, Löcher b3, Zapfen p und t und die Führungen g, gl entbehrlich. Drehbare Prismen o. dgl. sind auch bei den geradlinig geführten Backen verwendbar.
Das Mittel zum selbsttätigen Einstellen der Prismen in der Mittellage kann beliebig sein.
Im Beispiel nach Fig. i : i bis 12 dient zu diesem Zwecke eine krumme oder wellenförmige Blatt- feder a', die in einander deckenden Rillen , b4 des Prismas und der Backe eingelegt ist, wobei die eine Rille an den Enden geschlossen sein kann, um das Ausweichen der Feder zu verhindern.