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Verfahren zur Herstellung von Bauwerken aller Art bei niedrigen Temperaturen samt hierzu geeigneten Anlagen.
Um die bei Aufführung von Bauwerken durch niedere Temperaturen (Frostwetter) beim Mischen, Abbinden u. dgl. in Baustoffen hervorgerufenen Störungen mechanischer und chemischer Natur zu beseitigen, wurden bereits die verschiedenartigsten Verfahren und Bauweisen vorgeschlagen, ohne dass es bisher gelungen wäre, diesen Störungen wirksam entgegenzutreten. Es hat sich nun gezeigt, dass es trotzdem möglich ist, Bauwerke aller Art bei den niedrigsten Temperaturen störungslos auszuführen, wenn an Stelle der bisher üblichen indirekten Erwärmung der Bauteile eine direkte von innen heraus eingeleitete Erwärmung der Baumassen vorgenommen wird.
Dies lässt sich der Erfindung gemäss auf die verschiedenartigste Weise erzielen, beispielsweise dadurch, dass die zur Aufführung des Bauwerkes erforderlichen Baustoffe vor ihrer Verbauung durch ein in die Baustoffmasse verlegtes Heizsystem auf solche Temperaturen erwärmt werden, dass die störenden Einflüsse der niedrigen Aussentemperaturen wegfallen. Ein zweites Verfahren, das besonders für Bauwerke mit inund ausserhalb ihrer Bauteile verlegten Heizsystemen geeignet ist, besteht darin, dass das Heizsystem schon bei Beginn der Bauausführung an eine oder mehrere unter Feuer gehaltene Heizstellen angeschlossen und während des Baufortschrittes zwecks ständiger Anwärmung der vorher und neuverlegten Bauteile weiter geheizt wird.
Durch diese direkt von innen heraus eingeleitete Massenerwärmung wird, da die zur Verwendung gelangenden Baustoffe schlechte Wärmeleiter sind, durch die aufgespeicherte Wärme das Frieren des Materials verhindert und das Mischen, Betonieren und Abbinden selbst bei sehr niedrigen Temperaturen ermöglicht.
In der Zeichnung veranschaulicht Fig. i und 2 eine Anlage zum Anwärmen von Baustoffen in teilweise geschnittener Ansicht und im Grundriss, Fig. 3 veranschaulicht das neue Verfahren beim Aufbau eines Bauobjektes mit Holz-Zwischendecken. Fig. 4 zeigt die Anwendung des Verfahrens bei einem Bauobjekt mit massiven Decken. Fig. 5 zeigt eine Einzelheit zu Fig. 4. Fig. 6 veranschaulicht die Anwendung des Verfahrens bei Bauten aus Hohlsteinen, Hohlblockziegeln und ähnlichen Hohlsteinen. Für die Erwärmung von Baustoffen (Sand, Schotter, Ziegel u. dgl.) hat sich besonders die in den Fig. i und 2 veranschaulichte Anlage als zweckmässig erwiesen.
Dieselbe besteht aus einer durch Schüttung oder Schlichtung aufgeführten Halde 1 aus Sand oder Ziegeln, die durch ein quer durch die Halde geführtes Heizkanalsystem 2 durchzogen ist, das von einer oder mehreren Heizstellen 3 geheizt wird. An die Äste des Heizkanalsystems sind Schlote 4 angeschlossen, die zum Abzug der Rauchgase dienen. Durch diese Anlage wird auf ausserordentlich einfache und gleichmässige Weise die Anwärmung beliebig grosser Baustoffmengen erreicht. Die im Innern der Halde aufgespeicherte Wärme verhindert das Frieren des Materials und gewährleistet selbst bei sehr niedrigen Temperaturen gutes Mischen, Betonieren und Abbinden.
Eine zweite Möglichkeit zur Hintanhaltung der schädlichen Frostwirkungen besteht darin, dass das in bekannter Weise in oder ausserhalb der Bauteile des Bauwerkes verlegte Heizsystem der Erfindung gemäss schon beim Beginn der Bauaufführung an. eine oder mehrere unter Feuer gehaltene Heizstellen angeschlossen und während des Baufortschrittes unter ständiger Anwärmung der vorher und neu verlegten Bauteile durch die Heizstellen weiter beheizt wird. Ein für dieses Verfahren geeignetes Bauobjekt mit Holz-Zwischendecken ist in
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Fig. 3 veranschaulicht. Wie aus dieser Figur ersichtlich, sind sämtliche durch Frostwirkung ungünstig beeinflusste Bauteile (Mauern, Wände) in ihrem Innern von einem Kanalsystem 6 durchzogen, das von einer gemeinsamen Heizstelle 7 beheizt ist und in die Rauchfänge S des Hauses mündet.
Für manche Bauobjekte hat es sich besonders zweckmässig erwiesen, die vorstehend gekennzeichnete, während der Bauaufführung stattfindende Heizung mit der nach vollendeter Bauausführung erforderlichen Raumheizung zu verbinden. Ein nach diesem Verfahren hergestelltes Bauobjekt mit Holz-Zwischendecken veranschaulicht Fig. g. Dieses System von Heizkanälen kann bei entsprechender Führung im Gemäuer nach vollendeter Bauaufführung direkt als Raumheizung benutzt werden, da die schlecht wärmeleitenden Bauteile die Wärme langsam und gleichmässig an die geschlossenen Lufträume (Zimmer) abgeben. Im Bedarfsfalle können an die im Innern des Gehäuses geführten Kanäle Heizschlangen, Radiatoren 9 angeschlossen werden, die ausserhalb des Gehäuses aufgestellt sind.
Besonders vorteilhaft hat sich das neue Verfahren für Betonbauten erwiesen, da in diesem Falle die in die Bauteile eingelassenen Heizrohre gleichzeitig als Eisenbewehrung verwendet werden können. Ein Beispiel eines derartigen Bauobjektes ist in Fig. 4 veranschaulicht, das ein Bauobjckt mit massiven Decken darstellt. Wie aus dieser Figur ersichtlich, sind die im Innern der Mauern verlegten Heizrohre 10, 11, die von der Zentralheizstelle 12 geheizt werden, im Bereich der Decken durch querlaufende Heizstränge verbunden, die gleichzeitig als Eisenbewehrung der Decke dienen. Die Heizrohre 14 können aus Eisen-oder Stahlröhren, alten Siederöhren u. dgl. bestehen und durch Spannschlösser 15 bekannter Konstruktion miteinander'verbunden sein.
Auch für Bauobjekte, die ganz oder teilweise aus Hohlsteinen, Hohlziegeln u. dgl. hergestellt sind, lässt sich das Verfahren mit grossen Vorteil anwenden. In diesem Falle werden in die massiven Bauteile : 20 (Fig. 6) Heizröhren 21 in der eingangs beschriebenen Weise eingebaut und diese durch einen entsprechend ausgestatteten Abzugstutzen 22, mit dem durch die Verwendung von hohlen Bauteilen : : 3 von selbst entstandenen Kanälen 24 in Verbindung gebracht. In diesem Falle findet die Zirkulation der Anwärmemittel einerseits durch die künstlich eingelegten Kanäle 21 und andrerseits durch die natürlichen durch den Hohlsteincharakter bedingten Kanäle statt.
Durch Anordnung von in der Heiztechnik bekannten Apparaturen kann die Sicherheit und
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PATENT-ANSPRÜCHE : i. Verfah. cn zur Herstellung von Bauwerken aller Art bei niederen Temperaturen, dadurch gekennzeichnet, dass die zur Aufführung des Bauwerkes erforderlichen Baustoffe (z. B. Sand, Schotter, Ziegel u. dgl. ) vor ihrer Verbauung durch ein in die Baustoffmassen verlegtes Heizsystem (2) derart angewärmt werden, dass die durch die niederen Temperaturen hervorgerufenen Störungen der mechanischen und chemischen Prozesse des Bauverfahrens (z. B. Mischprozess, Abbindeprozess u. dgl. ) beseitigt werden.
2. Verfahren zur Herstellung von Bauwerken bei niederen Temperaturen mit in-oder ausserhalb seiner Bauteile verlegten Heizsystemen, dadurch gekennzeichnet, dass das Heizsystem schon beim Beginn der Bauaufführung an eine oder mehrere, unter Feuer gehaltene Heizstellen (7, 12) angeschlossen und während des Baufortschrittes des Bauwerkes unter schrittweiser Weiterverlegung des Heizsystems bis zur Fertigstellung des Bauwerkes beheizt wird.
3. Zur Durchführung des Verfahrens gemäss Anspruchi geeignete Anlage zum Anwärmen
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wird, dass durch die in der Halde aufgespeicherte Wärme das Frieren des Materials verhindert bzw. das. Mischen, Betonieren und Abbinden bei niederer Temperatur ermöglicht bzw. beschleunigt wird.