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Verfahren zum Umbau eines Hoffmann'schen Ringofens in einen Tunnelofen
Zum Brennen von Ziegeln in ununterbrochenem Betrieb wird üblicherweise der Hoffmann'sche Ring- ofen verwendet. Bei diesem schreitet das Brennen, Füllen und Entleeren kontinuierlich im Kreise fort.
Das Füllen und Entleeren erfolgt vielfach ganz von Hand, wobei die Werkleute in hohem Masse durch
Hitze und Staub belästigt werden. Um die von Hand zu verrichtende Arbeit zu verringern und zugleich die Werkleute von der Belästigung durch die Hitze zu befreien, sind Ringöfen mit transportablen Decken entwickelt worden, so dass die zu brennenden Ziegel ausserhalb des Ofens in Stapel aufgesetzt und mittels
Kran und Greifer in den Ofen verbracht werden konnen, dem sie nach dem Brennen in gleicher Weise zu entnehmen sind.
Bei vorhandenen Ringöfen, deren Decke nicht oder nur mit erheblichem Kostenaufwand in einen transportablen Bauteil umgewandelt werden kann, ist dazu übergegangen worden, die Türöffnungen zu erweitern, so dass die Ziegel mittels Hubstapler in den Ofen verbracht bzw. diesem wieder entnommen werden können. Wenn auch durch solches Vorgehen die Bedienung des Brennofens zweifellos vereinfacht und erleichtert wird, so besteht doch das Bedürfnis nach weiterer Vereinfachung, insbesondere nach Einsparung von Arbeitskräften, fort.
Nun ist aus der Feinkeramik der Kanal- bzw. Tunnelofen bekannt, bei dem die zu brennende Ware auf Transportwagen gesetzt wird, worauf diese langsam durch den Ofen hindurch bewegt werden. Bei dem Tunnelofen schreitet das Feuer nicht wie beim Ringofen fort, sondern es ist hier die Feuerung stationär.
Bei dem Kanal- bzw. Tunnelofen liegt die Be- und Entladestelle ausserhalb des Ofens, u. zw. immer an derselben Stelle, wodurch Arbeitskräfte eingespart werden. Hinzu kommt, dass der Brennstoffbedarf wesentlich niedriger als bei Ringöfen liegt. Dies hat seinen Grund darin, dass durch die wandernde Feuerzone bei letzteren grosse Verluste an Speicherwärme entstehen, was beim Tunnelofen nicht der Fall ist, da hier die Feuerzone immer an derselben Stelle verbleibt. Der Tunnelofen bringt ausserdem eine Qualitätsverbesserung, insgesamt bietet er also viele Vorteile.
Der Einführung des Tunnelofens in der Ziegelindustrie steht vielfach entgegen, dass die bestehenden Ziegeleien in der Regel mit Hoffmann'schen Ringöfen ausgerüstet sind. Da zur Aufstellung eines zusätzlichen Ofens häufig der Platz fehlt. und da der vorhandene Ringofen meistens an der günstigsten Stelle steht, so müsste bei Anschaffung eines Tunnelofens der vorhandene Ringofen abgebrochen werden. Das Beseitigen eines betriebsfähigen Ringofens bedeutet jedoch das Vernichten eines erheblichen Anteiles des investierten Vermögens der Ziegelei.
Durch die Erfindung wird der durch die Beseitigung des Ringofens bedingte Vermögensverlust vermieden und zugleich der Vorteil genutzt, den die Verwendung eines Tunnelofens zum Brennen keramischer Ware erbringt. Die Erfindung macht es in vielen Fällen überhaupt erst möglich, in der Ziegelei einen Tunnelofen zum Einsatz zu bringen, weil die Baukosten wesentlich unter denjenigen eines neuen Ofens liegen. Zu diesem Zwecke bringt nun die Erfindung ein Verfahren zum Umbau eines Hoffmann'schen Ringofens in einen Tunnelofen, wobei das Hauptkennzeichen dieses Verfahrens darin besteht, dass der Ringofen an Stelle des wandernden Feuers mit einer stationären Feuerung, mit einer zum Verfahren von Tunnelofenwagen dienenden Gleisanlage sowie mit stirnseitigen Öffnungen zum Ein- und Ausfahren der Ofenwagen versehen wird.
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Durch solches Vorgehen wird der vorhandene Ringofen zum grössten Teil genutzt, indem er mit seinen wesentlichen Bauteilen in den Tunnelofen übergeführt wird. Ausserdem bleibt das den Ringofen umgebende Gebäude erhalten, so dass die Aufstellung eines gesonderten, den entstehenden Tunnelofen umgebenden Gebäudes entbehrlich und somit auch das vorhandene Gebäude genutzt wird. Vor allem ergibt sich aber der wesentliche Vorteil, dass für den zu schaffenden Tunnelofen kein zusätzlicher Platz in Anspruch genommen wird. Hinzu kommt, dass der Ofen sich günstig in den Betriebsablauf einpasst, da der Ringofen in der Regel günstig zur Trocknerei und zum Pressenhaus steht. Die Kosten für den entstehenden Tunnelofen liegen weit unter denjenigen, die für die Aufstellung eines neuen Tunnelofens erforderlich wären.
Es empfiehlt sich, die Feuerzone etwa im Mittenbereich des Ofens vorzusehen, so dass der entstehende Tunnelofen eine Vorwärmzone, eine Brennzone und eine Abkühlzone umfasst.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung kann dasUmbauverfahren im besonderen so geführt werden, dass. zur Bildung eines Einkanal-Tunnelofens mit Kühlzone der eine Längskanal des Ringofens und zur Bildung einer Vorwärmezone bzw. Nachtrockenzone ein Teil des andern Längskanals des Ringofensverwendet werden. Es wäre aber auch möglich, dass jeder Kanal des Ringofens zur Bildung eines Tunnelofens mit Vorwärm- und Abkühlzone verwendet wird.
Bei dem erfindungsgemässen Umbauverfahren können besonders vorteilhaft die in der Decke des Ringofens vorgesehenen Schüröffnungen beim Tunnelofen unmittelbar zum Befeuern derselben oder durch Anschluss an einen Luftsammelkanal zur Zu-und/oder Abführung der Luft, gegebenenfalls aber auch zur Luftumwälzung verwendet werden.
Weitere Vorteile und Merkmale sind in der nachstehenden Beschreibung der Zeichnung erläutert, die zweiAusführungsbeispiele der Erfindung veranschaulicht. Dabei zeigt Fig. 1 eine Darstellung, aus der die Umwandlung eines Ringofens in einen Einkanal-Tunnelofen hervorgeht, im Grundriss, Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie li-li in Fig. 1, Fig. 3 eine Darstellung, aus der die Umwandlung eines Ringofens in einen Zweikanal-Tunnelofen ersichtlich ist, im Grundriss und Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV in Fig. 3.
An dem vorhandenen Ringofen 1 werden zur Bildung eines Einkanal-Tunnelofens die mit unterbro-
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und 29 anzulegen, wobei die Stränge 27 und 28 innerhalb der Kanäle 30, 31 verlaufen. Innerhalb des Kanals 30 wird noch ein Begehkanal 32 angelegt, wozu das Mauerwerk 33, 34 und 35 eingefügt wird.
Die Feuerzone A wird grundsätzlich im Mittenbereich des Ofens vorgesehen. Bei der Ausführung nach Fig. 1 reicht sie jedoch weiter nach der Einfahrt B als nach der Ausfahrt C. Zwischen Ausfahrt und Feuerzone entsteht die Abkühlzone D. Das vom Ringofen erhalten geblieben Teilstück E des Kanals 31 kann als Vorwärmzone herangezogen werden.
Die in der Decke 36 des Ringofens vorhandenen Schüröffnungen 37... 40 können durch deren Anschluss an einen Luftsammelkanal zum Zu- oder. Ableiten der Luft, gegebenenfalls auch zu deren Umwälzen dienen. Aus Fig. 2 geht hervor, wie beispielsweise die Heissluft über die Schüröffnungen 37... 40 in den im Ringofen vorhandenen Kanal 41 geführt wird, indem Leitungen 42 vorgesehen werden, in welche die Schüröffnungen und der Kanal 41 münden.
Der entstehende Tunnelofen kann noch mit einer Luftführung ausgerüstet werden, die es ermöglicht, Sekundärluft, die über die Vorwärmzone geleitet wurde, in die Feuerzone einzublasen. Selbstverständlich kann die Sekundärluftzuführung auch regulierbar ausgebildet werden.
Die Tunnelofenwagen 43 werden ausserhalb des Ofens mit den getrockneten und noch zu brennenden Ziegeln beladen, dann in die Vorwärmzone E gefahren und anschliessend von der Einfahrt B aus über den
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anlage befinden sichQuerstränge 44, 45, die zur Aufnahme von Schiebebühnen dienen.
Die Ausführung nach Fig. 3 und 4 unterscheidet sich von der vorbéschriebenen lediglich dadurch, dass hier beide Kanäle des Ringofens zur Bildung eines Tunnelofens herangezogen werden und dass die Feuerzone so angeordnet ist, dass jeder Tunnelofen eine Vorwärmzone E'und eine Abkühlzone D'erhält. Die abzubrechenden Teile sind wieder durch eine Schraffur aus unterbrochenen Linien angedeutet, während diejenigen Teile, die erhalten bleiben, mit vollen Linien schraffiert und diejenigen Teile, die hinzugefügt werden, durch Kreuzschraffur kenntlich gemacht worden sind.